Diese Kamin Vorschriften sollten Sie beachten!

Veröffentlicht am 05.11.2018 12:04 | 1 Kommentar
Eine Feuerstätte versprüht Wärme und Gemütlichkeit und setzt einen schönen Akzent in Ihrem Zuhause. Aber bevor es ans Genießen geht, muss der neue Kamin erst einmal sach- und fachgemäß installiert werden - und das nach den geltenden Kamin-Vorschriften. Doch welche Kaminofen-Vorschriften müssen Sie vor und beim Einbau beachten? Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Kaminofen Verordnungen. 

Inhalt:
Gesetzesgrundlagen
Sämtliche Kamin-Vorschriften finden Sie in den Bundesimmissionsschutzverordnungen (BImSchV). Dabei handelt es sich um die Feinstaubverordnung für kleine und mittlere Feuerstätten. Diese Vorschriften für Kamine sollen nicht nur die sichere Inbetriebnahme gewährleisten, sondern auch vor Umweltschäden schützen. Die Vorschriften sind in fünf verschiedene Bereiche unterteilt, die bei der Inbetriebnahme eines Kaminofens beachtet werden müssen: die Feuerstätte, also der Ofen oder Kamin, das Rauchrohr, welches das Verbindungsstück zwischen Kamin und Rauchfang bildet, die Schornsteinmündung und der Rauchabzug sowie der Aufstellraum, in dem der Kamin genutzt werden soll.
Die BImSchV regelt nicht nur die Nutzungsbedingungen schon bestehender Feuerstätten, sondern auch welche Abgaswerte neu geplante Öfen erfüllen müssen. Dabei ist für viele Altöfen eine Nachrüstung erforderlich, um die Werte zu erfüllen. Bei neuen Ofen-Modellen achten die Hersteller sehr genau darauf, dass die Werte problemlos eingehalten werden. Achten Sie beim Ofen-Kauf einfach darauf, dass der Hinweis auf die Erfüllung der BImSchV Stufe 2 gewährleistet ist und Sie sind erstmal auf der sicheren Seite.
Hinweis! Aber die BImSchV ist nicht unbedingt die einzige Kaminofen-Verordnung, auf die Sie vor dem Einbau achten müssen. Um in Deutschland zugelassen zu werden, muss ein Kaminofen nach der deutschen Kaminofennorm DIN 18891 oder der europäischen Norm EN 13240 geprüft worden sein. Zusätzlich dazu kann es regionale Auflagen geben, beispielsweise die Feuerschutzverordnungen. Ihr Bezirksschornsteinfeger ist der richtige Ansprechpartner, um auch regionale Kamin-Vorschriften von Anfang an zu erfüllen.
Um Brände und sonstige Risiken auszuschließen, also den Brandschutz zu gewährleisten, sind in den Kamin-Vorschriften die nötigen Sicherheitsabstände zu Wänden, Gegenständen und brennbaren Bauteilen genau geregelt. Schließlich möchten Sie vermeiden, dass der "romantische Kamin" plötzlich Ihren Wohnraum in Flammen aufgehen lässt!

Allerdings ist der Mindestabstand nicht nur in der gesetzlichen Kaminofen-Verordnung geregelt, sondern wird oft durch den Hersteller selbst festgelegt. Deshalb können die vorgegebenen Sicherheitsabstände gerade bei freistehenden Kaminöfen von Modell zu Modell zum Teil eventuell variieren. Angaben dazu finden Sie in der jeweiligen Bedienungsanleitung sowie Leistungserklärung des Ofens.
Kaminofen Abstände
Feuerfester Untergrund
Natürlich gibt es auch Kaminofen-Vorschriften für den Fußboden und seinen Schutz - schließlich möchten Sie vermeiden, dass dieser durch den Ofen beschädigt wird. Im besten Fall steht Ihr neuer Ofen oder Kamin natürlich auf feuerfestem Untergrund, allerdings ist dies nicht immer möglich (z. B. bei Teppichbelag oder Holzböden). In solchen Fällen muss der Ofen laut Kaminofen-Verordnung auf einer Feuerschutz-Bodenplatte stehen. Diese muss den Grundriss des Kamins an den Seiten um mindestens 30 Zentimeter und nach vorn um mindestens 50 cm überragen (bei geöffneter Kaminofentür).
Luftzufuhr
Laut Kamin-Verordnung bzw. Feuerungsverordnung muss für jedes Kilowatt Heizleistung mindestens 4 m³ Raumluft zur Verfügung stehen. Da sich allerdings gerade im Bereich Wärmedämmung in den letzten Jahrzehnten doch so einiges getan hat - heute gibt es eine Tendenz zum "luftdichten Haus" - lässt sich diese Kamin-Vorschrift natürlich nicht mehr so einfach verallgemeinern.

Deshalb kann gerade bei modernen Häusern, die besonders wärmegedämmt sind, eine zusätzliche Verbrennungsluftzuleitung von Nöten sein, um den Nachstrom frischer Luft zu gewährleisten. Man spricht in diesem Zusammenhang von Kaminöfen mit Außenluftanschluss.
Achtung!
Für den Einsatz in sogenannten Passivhäusern sind nur Kaminöfen mit raumluftunabhängigem Betrieb erlaubt. Das bedeutet, dass die Verbrennungszuluft komplett von außen bezogen wird und somit dem Aufstellraum kein wertvoller Sauerstoff entzogen wird.
Ofenrohre korrekt installieren
Das Ofenrohr leitet das entstehende Rauchgas ab. Je nach Modell kann es kann hinten oder oben am Kaminofen montiert werden. Das A und O und die wichtigste Kamin-Vorschrift bei Ofenrohren ist natürlich, dass das Material langlebig und stabil sein muss. Nur so kann auch nach Jahren noch ein sicheres Heizen gewährleistet werden. Aber das ist selbstverständlich noch nicht alles. Wird das Ofenrohr zudem durch brennbare Wände geführt, muss vor der Inbetriebnahme der Bezirksschornsteinfeger vor dem Verschließen der Wand die Durchführung prüfen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der nötige Abstand zu brennbaren Materialien eingehalten wird.
Vorschriften für Ofenrohre umfassen: 

  • die Materialstärke (mindestens 2 mm)
  • die brandsichere Ausführung
  • einen möglichst kurzen Weg zum Schornstein
  • eine Führung, die nicht durch unzugängliche Hohlräume führt
  • ein Mindestabstand von 40 cm zu allen brennbaren Bauteilen
Schornsteinvorschriften
Auch der Schornstein muss natürlich einigen wichtigen Vorschriften für Kaminöfen entsprechen. Wenn Sie bereits vor dem Hausbau Ihren Kamin mit einplanen, ist dies natürlich ein Bereich, den Sie getrost den Baumeistern überlassen können. Auch verlangen verschieden Öfen nach verschiedenen Schornsteinen, so muss die Abgasanlage eines Pelletofens zum Beispiel anders sein, als ein Schornstein für ein mit Scheitholz betriebenes Modell.
Ansonsten gelten folgende Vorschriften:

  • Der Schornstein muss über einen ausreichenden Querschnitt verfügen
  • Es müssen zu brennbaren Bauteilen Mindestabstände eingehalten werden. (Bei gemauerten Schornsteinen mind. 5 cm, bei Edelstahlschornsteinen 10 cm)
  • Der Schornstein darf nicht durch uneinsehbare Hohlräume führen
  • Er muss über eine ausreichende Abstützung in Decken und der Dachdurchführung verfügen
  • Die Schornsteinkopfverkleidung muss nach der Versetzanleitung des Herstellers angefertigt werden
Genehmigung und Abnahme
Jede Feuerstätte ist grundsätzlich genehmigungs- und abnahmepflichtig. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie Ihren neuen Kamin bereits in der Planungsphase mit Ihrem örtlichen Bezirksschornsteinfeger absprechen, um alle Kaminofen-Vorschriften einzuhalten. Er kann Ihnen mit den Vorschriften für Kamine vom ersten Augenblick an helfen und Ihnen auch regionale Regelungen mitteilen.

Möchten Sie einen Kamin in ein bereits bestehendes Haus einbauen, dann ist oft die nötige Substanz - wie ein Schornsteinlauf - bereits vorhanden. Bauen Sie selbst, können Sie natürlich sämtliche Voraussetzungen schon in der Planungsphase erfüllen. Sind bauliche Umbaumaßnahmen nicht möglich, gibt es immer noch die Möglichkeit eines freistehenden Kamins, mit dem Sie Heizen können.
Hinweis!
Kamine müssen übrigens nicht nur vor der Inbetriebnahme vom Bezirksschornsteinfeger genehmigt und auf die Kamin-Vorschriften geprüft, sondern zudem auch regelmäßigen Kontrollen und Reinigungen unterzogen werden. Sollten sich hier Mängel ergeben, kann die Nutzung kurzfristig untersagt werden, bis die Mängel beseitigt sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass Sie nicht nur besonders lange Freude an Ihrem Kamin haben, sondern Sie alle Kaminofen-Vorschriften einhalten und Ihr Kamin sicher funktioniert. 
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Kommentare

Eine Frage , wie lange hat unser Kaminofen RIKA FOX Ident Nummer 213976 ,VKF Nr: z16035 eine gültige Betriebserlaubnis vielen Dank für eine Antwort

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag, da wir keine Rika-Öfen in unserem Sortiment führen, können wir Ihnen an dieser Stelle leider nicht weiterhelfen. Wenden Sie sich am besten an die Firma selbst oder einen ihrer Handelspartner.

Czech Harald, 30.09.2019 11:58

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