Diese Kamin Vorschriften sollten Sie beachten!

Die Inbetriebnahme eines Kaminofens unterliegt strengen Vorschriften.

Doch welche Kaminofen-Vorschriften müssen Sie vor und beim Einbau beachten? Angefangen von den richtigen Sicherheitsabständen über die Luftzufuhr bis zu den gesetzlichen Bestimmungen für Feuerungsanlagen in der BImSchV - wir möchten Ihnen einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Kamin-Vorschriften geben. Nähere Informationen für die Inbetriebnahme Ihres neuen Kamins gibt Ihnen selbstverständlich Ihr örtlicher Bezirksschornsteinfeger, welcher auch die Abnahme durchführt.

Kamin sicher betreiben: Diese Vorschriften gelten!

Sämtliche Kamin-Vorschriften finden sich in den Bundesimmissionsschutzverordnungen (BImSchV), oft auch "Feinstaubverordnung" genannt. Diese Vorschriften für Kamine sollen nicht nur die sichere Inbetriebnahme gewährleisten, sondern auch vor Umweltschäden schützen.

Dabei finden sich in den Vorschriften Vorgaben für fünf verschiedene Bereiche, die bei der Inbetriebnahme eines Kaminofens beachtet werden müssen: die Feuerstätte, also der Ofen oder Kamin, das Rauchrohr, welches das Verbindungsstück zwischen Kamin und Rauchfang bildet, die Schornsteinmündung und der Rauchabzug sowie der Aufstellraum, in dem der Kamin genutzt werden soll.

Aber die BImSchV ist nicht unbedingt die einzige Kaminofen-Verordnung, auf die Sie vor dem Einbau achten müssen. Um in Deutschland zugelassen zu werden, muss ein Kaminofen nach der deutschen Kaminofennorm DIN 18891 oder der europäischen Norm EN 13240 geprüft worden sein. Zusätzlich dazu kann es regionale Auflagen geben, beispielsweise, was die Abgaswerte des Kamins angeht. Ihr Bezirksschornsteinfeger ist der richtige Ansprechpartner, um auch regionale Kamin-Vorschriften von Anfang an zu erfüllen.

Kaminofen-Vorschriften zur Bauart kennen

Bei der Kamin-Verordnung wird zwischen zwei Kamin-Bauarten unterschieden:

  • Kaminöfen der Bauart 1 verfügen über sogenannte selbstschließende Türen. Diese Geräte sind mit einem Federmechanismus versehen, der geöffnete Türen automatisch wieder zufallen lässt oder verschließt. Für Kamine der Bauart 1 gilt, dass sie nur mit geschlossenem Feuerraum betrieben werden dürfen. Die Kaminofen-Vorschriften besagen, dass solche Öfen Dauerbrandöfen gleichgestellt sind. Kaminöfen der Bauart 1 eignen sich laut der Kamin-Vorschrift auch für eine Mehrfachbelegung des Schornsteins, wie es beispielsweise der Fall ist, wenn Sie mehrere Kamine auf verschiedenen Stockwerken aufstellen möchten.
  • Kaminöfen der Bauart 2 können laut Kamin-Vorschrift sowohl mit offener als auch geschlossener Feuertür betrieben werden. Dadurch umfasst die Kaminofen-Verordnung höhere Anforderungen an die Verbrennungsluftversorgung und schließt eine Mehrfachbelegung des Rauchabzugs kategorisch aus.

Eine wichtige Kaminofen Verordnung: Sicherheitsabstände einhalten

Um Brände und sonstige Risiken auszuschließen, sind in den Kamin-Vorschriften die nötigen Sicherheitsabstände zu Wänden, Gegenständen und brennbaren Bauteilen genau geregelt. Schließlich möchten Sie vermeiden, dass der "romantische Kamin" plötzlich den gemütlichen Teppich davor in Flammen aufgehen lässt!

Allerdings ist der Mindestabstand nicht unbedingt in der gesetzlichen Kaminofen-Verordnung geregelt, sondern wird durch den Hersteller selbst festgelegt. Deshalb können die vorgegebenen Sicherheitsabstände gerade bei freistehenden Kaminöfen von Modell zu Modell zum Teil stark variieren.

Bei vermauerten Kaminanlagen gelten die TROL-Regeln (Technischen Regeln für Ofen- und Luftheizungsbau). Auch hier ist Ihr Schornsteinfegermeister der richtige Ansprechpartner für die Einhaltung dieser spezifischen Kamin-Vorschriften.

Als grobe Faustregel für Kamin-Vorschriften kann man für den geltenden Mindestabstand nach vorne sagen, dass er bei rund 80 cm liegt. Die vorgegebenen Kamin-Vorschriften bezüglich der Sicherheitsabstände ist unbedingt einzuhalten, um das Feuer- und Brandrisiko so gering wie möglich zu halten.

Fußbodenschutz bei brennbaren Materialien beachten

Natürlich gibt es auch Kaminofen-Vorschriften für den Fußboden und seinen Schutz - schließlich möchten Sie vermeiden, dass dieser durch den Ofen beschädigt wird und einen reibungslosen Betrieb gewährleisten. Im besten Fall steht Ihr neuer Ofen oder Kamin natürlich auf feuerfestem Untergrund, allerdings ist dies nicht immer möglich. In solchen Fällen muss der Ofen laut Kaminofen-Verordnung auf einer Feuerschutz-Bodenplatte stehen. Diese muss den Grundriss des Kamins an den Seiten um mindestens 30 Zentimeter und nach vorn um mindestens 50 cm überragen (bei geöffneter Kaminofentür).



Funkenschutzplatten aus Glas oder Stahl finden Sie hier:




Ausreichende Luftzufuhr ist für Kaminöfen vorgeschrieben

Laut Kamin-Verordnung bzw. Feuerungsverordnung muss für jedes Kilowatt Heizleistung mindestens 4 m² Raumluft zur Verfügung stehen. Dies ist allerdings eine relativ veraltete Kamin-Vorschrift, die sich noch auf die Bauarten älterer Gebäude bezieht. Da sich allerdings gerade in diesen Bereichen in den letzten Jahrzehnten doch so einiges getan hat - heute gibt es eine Tendenz zum "luftdichten Haus" - lässt sich diese Kamin-Vorschrift natürlich nicht mehr so einfach verallgemeinern.

Deshalb kann gerade bei modernen Häusern, die äußerst strikt wärmegedämmt sind, eine zusätzliche Verbrennungsluftzuleitung von Nöten sein, um den Nachstrom frischer Luft zu gewährleisten. Für den Einsatz in sogenannten Niedrigenergie- bzw. Passivhäusern sind nur Kaminöfen mit raumluftunabhängigem Betrieb erlaubt. Das bedeutet, dass die Verbrennungszuluft komplett von außen bezogen wird und somit dem Aufstellraum kein wertvoller Sauerstoff entzogen wird.



Kamine mit raumluftunabhängigem Betrieb finden:




Gesetzliche Bestimmungen rund um die Ofenrohre

Das Ofenrohr am Kamin leitet das entstandene Rauchgas ab. Es kann sowohl an der Seite des Kaminofens als auch hinten oder oben montiert sein. Das A und O und die wichtigste Kamin-Vorschrift bei Ofenrohren ist natürlich, dass sie langlebig und stabil sein müssen. Nur so kann auch nach Jahren noch ein sicheres Heizen gewährleistet werden. Aber das ist selbstverständlich noch nicht alles. Die Kaminofen-Vorschriften für Ofenrohre umfassen unter anderem:

  • die Materialstärke (mindestens 2 mm)
  • die brandsichere Ausführung
  • einen möglichst kurzen Weg zum Schornstein
  • eine Führung, die nicht durch unzugängliche Hohlräume führt
  • ein Mindestabstand von 40 cm zu allen brennbaren Bauteilen

Wird das Ofenrohr zudem durch brennbare Wände geführt, muss vor der Inbetriebnahme der Bezirksschornsteinfeger vor dem Verschließen der Wand die Durchführung prüfen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der nötige Abstand zu brennbaren Materialien eingehalten wird.



Finden Sie passende Ofenrohre für Ihren neuen Kamin:




Welche Kamin-Verordnungen gelten für den Schornstein?

Auch der Schornstein muss natürlich einigen wichtigen Vorschriften für Kaminöfen entsprechen. Wenn Sie bereits vor dem Hausbau Ihren Kamin mit einplanen, ist dies natürlich ein Bereich, den Sie getrost den Baumeistern überlassen können. Ansonsten gelten folgende Vorschriften für Kaminöfen:

  • Der Kamin muss über einen ausreichenden Querschnitt verfügen
  • Es müssen zu brennbaren Bauteilen (beispielsweise Einbaumöbeln, Holzverkleidungen, Holz-Unterkonstruktionen etc.) Mindestabstände eingehalten werden. Bei gemauerten Schornsteinen betragen diese mindestens 5 cm, bei Edelstahlschornsteinen 10 cm. In beiden Fällen kann der Bezirksschornsteinfeger nach Inaugenscheinnahme größere Abstände fordern, falls dies nötig sein sollte
  • Der Schornstein darf nicht durch uneinsehbare Hohlräume führen
  • Er muss über eine ausreichende Abstützung in Decken und der Dachdurchführung verfügen
  • Die Schornsteinkopfverkleidung muss nach der Versetzanleitung des Herstellers angefertigt werden

Es ist Vorschrift einen Kamin genehmigen zu lassen!

Jede Feuerstätte ist grundsätzlich genehmigungs- und abnahmepflichtig. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie Ihren neuen Kamin bereits in der Planungsphase mit Ihrem örtlichen Bezirksschornsteinfeger absprechen, um alle Kaminofen-Vorschriften einzuhalten. Er kann Ihnen mit den Vorschriften für Kamine vom ersten Augenblick an helfen und Ihnen auch regionale Regelungen mitteilen.

Möchten Sie einen Kamin in ein bereits bestehendes Haus einbauen, dann ist oft die nötige Substanz - wie ein Schornsteinlauf - bereits vorhanden. Bauen Sie selbst, können Sie natürlich sämtliche Voraussetzungen schon in der Planungsphase erfüllen. Sind bauliche Umbaumaßnahmen nicht möglich, gibt es immer noch die Möglichkeit eines freistehenden Kamins, mit dem Sie Heizen können.

Kamine müssen übrigens nicht nur vor der Inbetriebnahme vom Bezirksschornsteinfeger genehmigt und auf die Kamin-Vorschriften geprüft, sondern zudem auch regelmäßigen Kontrollen und Reinigungen unterzogen werden. Sollten sich hier Mängel ergeben, kann die Nutzung kurzfristig untersagt werden, bis die Mängel beseitigt sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass Sie nicht nur besonders lange Freude an Ihrem Kamin haben, sondern Sie alle Kaminofen-Vorschriften einhalten und Ihr Kamin sicher funktioniert. 

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Veröffentlicht am 05.11.2018 12:04 | 0 Kommentare

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