Gibt es beim Rauchrohr-Verlegen Vorschriften?

Vorschriften beim Rauchrohrverlegen

Theoretisch können Sie beim Kaminanschluss das Kaminrohr durch die Wand und zum Schornstein führen, wie Sie es für richtig halten. Allerdings gibt es auch hier die eine oder andere Regelung, die es zu beachten gilt, um später keinen Ärger mit dem Schornsteinfeger zu bekommen - und am Ende ist dies auch in Ihrem Interesse, um die Lebensdauer Ihres Ofens nicht zu beeinträchtigen und einen wirklich optimalen Abbrand zu gewährleisten. Hier erfahren Sie, wie Sie die Verbindung zwischen Kaminofen und Schornstein entsprechend der Regeln herstellen können.

Muss ich beim Ofenrohr-Verlegen Vorschriften beachten?

Wir leben in Deutschland - und hierzulande etwas zu finden, das nicht gesetzlich reguliert ist, wäre wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ergo trifft dies auch auf das Kaminrohr zu. Aber: Trotz aller Regulierungen werden Sie am Ende feststellen, dass Sie sich bei vielen Aspekten dieses Arbeitsschrittes auf die Erfahrungen des Schornsteinfegers verlassen können. Welchen Abstand welches Kaminrohr zur Wand haben und wie es verlegt sein muss, weiß der Fachmann meist schon, bevor überhaupt irgendwelche Berechnungen durchgeführt werden.

Wichtig beim Anschluss eines Kaminofens sind beispielsweise die Vorgaben zu folgenden Punkten:

  • Abstände
  • Wanddurchführung
  • Länge/Richtung

Ofenrohr im Raum verlegen: Mindestabstand einhalten

Wie auch bei einem Kamin gibt es auch beim Ofenrohr Regulierungen die den Abstand betreffen. Diese gehören in den Bereich der Brandschutzbestimmungen. Beim Kaminofen gilt es im Strahlungsbereich 80 cm Abstand zu brennbaren Materialien (Möbel etc.) zu halten. So muss in der Regel der Abstand zwischen Rauchrohr und brennbarem Bauteilen 40 cm betragen. Ist das Ofenrohr aber isoliert, verringert sich der Abstand zu einer brennbaren Wand auf 20 cm und einen Abstand von mindestens 10 cm, wenn der Baustoff ebenfalls isoliert, das heißt, nicht brennbar ist. Generell ist es wichtig, sich vor der Installation von Kaminofen und Ofenrohr beim Schornsteinfeger rückzuversichern.

Was ist zu beachten, wenn das Ofenrohr waagerecht verlegt werden soll?

Beim Kaminanschluss ist eine der häufigsten Problematiken, die Strecke zum Schornstein zu überwinden. Häufig ist schon ein Anschluss vorhanden, der eine waagerechte Führung leider unumgänglich macht. Falls also das Ofenrohr waagerecht geführt werden soll, stehen Sie vor dem altbekannten Problem der Thermodynamik: Warme Gase ziehen nach oben. Wenn die Rohr-Wand kein "oben" zulässt, droht der Stau der Gase innerhalb des Rohres. Dies führt zunächst dazu, dass der Zug nicht ausreicht, um einen optimalen Abbrand zu sichern. Für das Rohr ist das zwar kein Problem, allerdings werden sich die Abgase aus dem Kamin dann im Kaminrohr sammeln. Dort kühlen sie herunter, bevor sie den Schornstein überhaupt erreichen, und legen sich als Rußpartikel im Rohr ab. Schwere Ablagerungen entstehen, die sich wiederum schlecht auf den Zug auswirken und einen Rußbrand fördern können.



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Unser einfacher Ratschlag lautet daher: Versuchen Sie das Rauchrohr möglichst hoch führend anzuschließen. Zwar sollte, wenn möglich, der Anschluss am Ofen oben erfolgen und nicht hinten unten, aber durch eine untere Anbringung kann mindestens eine leicht schräge Führung des Rauchrohrs entstehen. Es muss kein 45°-Winkel sein, aber jede zusätzliche kleine Steigung ist hilfreich. Entsprechend ist es besser, einen neuen Anschluss im bestehenden Schornstein zu legen oder einen Edelstahlschornstein zu nutzen, bei dem sich ein optimaler Anschluss noch besser planen lässt. Auch ein hoher senkrechter Anschluss kann dann mit einer etwas längeren horizontalen Strecke kombiniert werden. So wird der Zug zunächst angeregt. Mit den vorgestellten Art und Weisen können Sie sicherstellen, dass Abgase korrekt zum Schornstein abgeführt werden und der Ofen und dessen Leistung nicht früher oder später unter einem verdreckten Schornstein oder Rauchrohr leiden.

Maximale Länge des Ofenrohrs: Vorschriften

Für die Länge des Rauchrohres gibt es keine spezielle Regelung. Trotzdem gibt es zwei Faustregeln:

  • halten Sie das Ofenrohr so kurz wie möglich
  • verbauen Sie möglichst wenige Richtungsänderungen (max. 3)

Hintergrund dieser Maßnahmen ist einerseits, einen guten Zug zu gewährleisten und andererseits um Ablagerungen vorzubeugen. Aus demselben Grund ist auch angeraten, das Rohr senkrecht zu verlegen. Wenn Sie das Rohr aus dem Kamin zu umständlich führen, ist das Abgas länger unterwegs - sodass es abkühlt und sich anschließend als Ruß absetzt. Wenn es Ihnen nicht möglich ist, anders als mit einer langen Führung des Ofenrohres Ihren Schornstein zu erreichen, greifen sie auf ein doppelwandiges Rauchrohr zurück. Ein solches Rohr verhindert die schnelle Abkühlung der Verbrennungsgase. Die maximale Länge hängt jedoch auch vom Schornstein ab. Hier kommt es auf den Querschnitt an, den der Schornsteinfeger oder unsere Fachberater jedoch recht einfach berechnen können. Die allgemeine Faustregel besagt, dass das Verhältnis von Rauchrohr zu Schornstein mindestens eins zu vier betragen sollte. Grundsätzlich sollten Sie nicht mehr als drei Rohrbögen verbauen.

Wo darf ein Ofenrohr lang geführt werden?

Manchmal zwingt der Aufstellort Ihrer Feuerstätte Sie zu umständlichen Maßnahmen. Muss das Rohr, um angeschlossen zu werden, zum Beispiel zwingend durch ein Wand verlaufen, gibt es einiges zu berücksichtigen. Hier spielt wieder der Brandschutz eine wichtige Rolle. Am besten nutzen Sie eine Wanddurchführung. Dieses Bauteil ermöglicht Ihnen eine regelgerechte Führung des Ofenrohres durch eine Wand. Zusätzlich muss ein Rauchrohr immer zu erreichen sein. Das heißt, dass es nicht durch eine unzugängliche Wand oder Hohlraum geführt werden darf. Beachten Sie, dass eine Durchführung durch eine Decke in den seltensten Fällen genehmigt wird. Konsultieren Sie bei der Planung entweder uns oder Ihren Schornsteinfeger, dieser muss die Konstruktion auch erst abnehmen, bevor Sie ihren Kaminofen in Betrieb nehmen.

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Veröffentlicht am 30.11.2018 20:39 | 0 Kommentare

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