Gibt es beim Rauchrohr-Verlegen Vorschriften?

Veröffentlicht am 30.11.2018 20:39 | 5 Kommentare
Vorschriften beim Rauchrohrverlegen
Theoretisch können Sie beim Kaminanschluss das Kaminrohr durch die Wand und zum Schornstein führen, wie Sie es für richtig halten. Allerdings gibt es auch hier die eine oder andere Regelung, die es zu beachten gilt, um später keinen Ärger mit dem Schornsteinfeger zu bekommen - und am Ende ist dies auch in Ihrem Interesse, um die Lebensdauer Ihres Ofens nicht zu beeinträchtigen und einen wirklich optimalen Abbrand zu gewährleisten. Hier erfahren Sie, wie Sie die Verbindung zwischen Kaminofen und Schornstein entsprechend der Regeln herstellen können.

Inhalt:
Ofenrohr-Vorschriften
In Deutschland etwas zu finden, das nicht gesetzlich reguliert ist, ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und deshalb gibt es auch für das Rauchrohr-Verlegen Vorschriften. Aber natürlich müssen Sie diese nicht alle kennen und können sich zumeist auf die Erfahrungen des Schornsteinfegers verlassen. Wichtig beim Verlegen des Anschlusses eines Kaminofens an den Schornstein sind die Vorgaben zu folgenden Punkten:

  • Sicherheitsabstände
  • Waagerechte Führung
  • Maximale Länge
  • Wanddurchführung?

Welchen Vorschriften für das Verlegen einer Verbindung von Kaminofen zu Schornstein gelten ist jedoch Ländersache. Hier finden Sie die jeweiligen Abschnitte der Verordnungen:
Bundesland Feuerungsverordnung Abstand Wanddurchführung
Baden-Württemberg FeuVO §8 (3) §7 (10); §8 (4)
Bayern FeuV §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Berlin Feu VO §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Brandenburg Bbg FeuV §8 (5) §7 (9); §8 (6)
Bremen BremFeuVO §8 (3) §7 (8); §8 (4)
Hamburg FeuVO §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Hessen FeuVO §8 (3) §7 (9); §8 (4)
Mecklenburg-Vorpommern FeuVO MV §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Niedersachsen FeuVO §8 (2) §7 (9); §8 (4)
Nordrhein-Westfalen FeuVO NRW §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Rheinland-Pfalz FeuVO §8 (3) §7 (8); §8 (4)
Saarland FeuVO §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Sachsen SaechsFeuVO §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Sachsen-Anhalt FeuVO §7 (2) §6 (9); §7 (3)
Schleswig-Holstein FeuVO §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Thüringen ThürFeuVO §8 (2) §7 (9); §8 (3)
Wie auch bei einem Kamin gibt es auch beim Ofenrohr Regulierungen die den Abstand betreffen. Diese gehören in den Bereich der Brandschutzbestimmungen. Beim Kaminofen gilt es im Strahlungsbereich 80 cm Abstand zu brennbaren Materialien (Möbel etc.) zu halten. So muss in der Regel der Abstand zwischen Rauchrohr und brennbarem Bauteilen 40 cm betragen. Ist das Ofenrohr aber isoliert, verringert sich der Abstand zu einer brennbaren Wand auf 20 cm und einen Abstand von mindestens 10 cm, wenn der Baustoff ebenfalls isoliert, das heißt, nicht brennbar ist. Generell ist es wichtig, sich vor der Installation von Kaminofen und Ofenrohr beim Schornsteinfeger rückzuversichern.
Mindestabstand bei Ofenrohren
Was ist zu beachten, wenn das Ofenrohr waagerecht verlegt werden soll? Beim Kaminanschluss ist eine der häufigsten Problematiken, die Strecke zum Schornstein zu überwinden. Häufig ist schon ein Anschluss vorhanden, der eine waagerechte Führung leider unumgänglich macht. Falls also das Ofenrohr waagerecht geführt werden soll, stehen Sie vor dem altbekannten Problem der Thermodynamik: Warme Gase ziehen nach oben. Wenn die Rohr-Wand kein "oben" zulässt, droht der Stau der Gase innerhalb des Rohres. Dies führt zunächst dazu, dass der Zug nicht ausreicht, um einen optimalen Abbrand zu sichern. Für das Rohr ist das zwar kein Problem, allerdings werden sich die Abgase aus dem Kamin dann im Kaminrohr sammeln. Dort kühlen sie herunter, bevor sie den Schornstein überhaupt erreichen, und legen sich als Rußpartikel im Rohr ab. Schwere Ablagerungen entstehen, die sich wiederum schlecht auf den Zug auswirken und einen Rußbrand fördern können. Unser einfacher Ratschlag lautet daher: Versuchen Sie das Rauchrohr möglichst hoch führend anzuschließen. Durch eine untere Anbringung kann mindestens eine leicht schräge Führung des Rauchrohrs entstehen.
Küchenofen mit langem waagerechten Ofenrohr
Für die Länge des Rauchrohres gibt es keine spezielle Regelung. Trotzdem gibt es zwei Faustregeln:
  • halten Sie das Ofenrohr so kurz wie möglich
  • verbauen Sie möglichst wenige Rohrbögen (max. 3)
Hintergrund dieser Maßnahmen ist einerseits, einen guten Zug zu gewährleisten und andererseits um Ablagerungen vorzubeugen. Aus demselben Grund ist auch angeraten, das Rohr senkrecht zu verlegen. Wenn Sie das Rohr aus dem Kamin zu umständlich führen, ist das Abgas länger unterwegs - sodass es abkühlt und sich anschließend als Ruß absetzt. Wenn es Ihnen nicht möglich ist, anders als mit einer langen Führung des Ofenrohres Ihren Schornstein zu erreichen, greifen sie auf ein doppelwandiges Rauchrohr zurück. Ein solches Rohr verhindert die schnelle Abkühlung der Verbrennungsgase. Die maximale Länge hängt jedoch auch vom Schornstein ab. Hier kommt es auf den Querschnitt an, den der Schornsteinfeger oder unsere Fachberater jedoch recht einfach berechnen können. Die allgemeine Faustregel besagt, dass das Verhältnis von Rauchrohr zu Schornstein mindestens eins zu vier betragen sollte. Grundsätzlich sollten Sie nicht mehr als drei Rohrbögen verbauen.
Akminofen mit langem senkrechten Ofenrohr
Manchmal zwingt der Aufstellort Ihrer Feuerstätte Sie zu umständlichen Maßnahmen. Muss das Rohr, um angeschlossen zu werden, zum Beispiel zwingend durch ein Wand verlaufen, gibt es einiges zu berücksichtigen. Hier spielt wieder der Brandschutz eine wichtige Rolle. Am besten nutzen Sie eine Wanddurchführung. Dieses Bauteil ermöglicht Ihnen eine regelgerechte Führung des Ofenrohres durch eine Wand. Zusätzlich muss ein Rauchrohr immer zu erreichen sein. Das heißt, dass es nicht durch eine unzugängliche Wand oder Hohlraum geführt werden darf. Beachten Sie, dass eine Durchführung durch eine Decke in den seltensten Fällen genehmigt wird. Konsultieren Sie bei der Planung entweder uns oder Ihren Schornsteinfeger, dieser muss die Konstruktion auch erst abnehmen, bevor Sie ihren Kaminofen in Betrieb nehmen.
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Kommentare

Sehr geehrte Damen u. Herren, da ich die Absicht habe das Abgas ebenfalls senkrecht vom Ofen über Dach mittels Abgasrohr und Edelstahlschornsteinelementen abzuführen, wäre es interessant zu erfahren, wie André Hirsekorn das Problem lösen konnte. Es wäre schön, wenn Sie einen Kontakt zu ihm vermitteln könnten.

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo P. Kirchenberg,

Sie verstehen sicher, dass wir die Daten anderer Kunden nicht herausgeben können. Wir haben leider auch nichts weiter über das Bauvorhaben von Herrn Hirsekorn gehört.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

P. kirchenberg, 28.01.2020 21:24

Hallo Der Abstand zu brennbaren Materialien beträgt bei mir ca. 18 cm. Somit kann ich ein hinterlüftetet Schutzblech nicht verwenden ein dopoelwandiger rohr könnte gehen. Meine Frage: kann ich das Problem auch mit einer nicht brennbaren verkleidung direkt auf dem brennbaren Material (türzarge) lösen.?

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo Heino,

im Prinzip schon. Die Türzarge kann z.B. mit einer Wärmedämmplatte, einer Glasplatte oder Stahlplatte (Streifen) geschützt werden. Achtung: Bei doppelwandigen Ofenrohren muss immer noch ein Abstand zu brennbaren Material von 20 cm eingehalten werden! Auf jeden Fall müssen Sie vorher mit Ihrem Schornsteinfeger Rücksprache halten.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team
 

Heino, 26.01.2020 19:24

Hallo Ofenseite, ich möchte meinen bestehenden Guss Ofen anders platzieren. Das schwarze Rauchgasrohr mit Drossel und Reinigungsklappe soll vertikal über einen Adapter in ein Edelstahlrohr geführt werden .Das Edelstahlrohr steckt in einem nicht brennbaren Kunstoffblock der wiederum in der Holzbalkendecke angebracht ist. Das Edelstahlrohr wird dann ohne Verbindungsteile durch den Dachdrempel nach außen geführt. In der FeuVO ist diese Installation nicht 100% beschrieben. Jetzt meine Frage: Ist die vertikale Verlegung in Deutschland zulässig, wenn ja, welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Mit freundlichen Grüßen André Hirsekorn

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo Herr Hirsekorn,

leider haben wir nicht ganz vor Augen, wie die Installation letztlich aussehen soll. Vielleicht können Sie und Bilder oder Skizzen per Mail (info@ofenseite.com) zukommen lassen? Aber eines können wir schon sicher sagen: Besprechen Sie das Ganze vor dem Umbau mit Ihrem Schornsteinfeger, er kann sonst die Abnahme verweigern.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

André Hirsekorn, 21.01.2020 09:28

Hallo, Bei den Abständen von Rauchrohren zu brennbarem Material beziehen Sie sich auf die Feuerungsverordnungen der einzelnen Bundesländer. Da ich meinen Kachelofen aufgrund seines Alters tauschen muss und hierbei auch das Rauchrohr getauscht werden muss, habe ich auf anraten eines Ofenbauers den Bezirksschornsteinfeger hinzugezogen. Wenn ich mir die Vorgaben aus der Feuerungsverordnung anschaue, wären die Abstände in meinem Fall einhaltbar. Jedoch bezieht und besteht der Schornsteinfeger auf Abstände nach der DIN EN 1856-2:2009, welche einen Abstand von dem 3-fachen Rohrdurchmesser fordert. Bei einem 150 mm- Rohr also 450 mm. Mich würde interessieren, welches der Regelwerke nun angewandt werden muss, da beide aktiv und somit gültig sind? Mit freundlichen Grüßen Patrick Thom

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo Herr Thom,

es ist tatsächlich so, dass der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger das letzte Wort hat. Besteht er also auf die Abstände nach DIN-Norm, können Sie den Abstand möglicherweise verringern, wenn Sie doppelwandige Ofenrohre https://www.ofenseite.com/doppelwandiges_ofenrohr oder einen Strahlungsschutz https://www.ofenseite.com/suche?suchausdruck=strahlungsschutzblech verbauen. Sprechen Sie diese Optionen am besten auch mit Ihrem Schornsteinfeger ab.

Viel Erfolg wünscht Ihnen das ofenseite-Team

Patrick Thom, 20.01.2020 15:53

Würde gern einen Ofen stellen das Problem ist das das rau rauchrohr unter einer Holztreppe wäre mit etwa 20-30 cm Abstand

Anwort Redaktion ofenseite.com:

Sehr geehrter Herr Sibilitz,

in unserem Sortiment finden Sie verschiedene Lösungswege, wie einen Strahlungsschutz oder doppelwandige Ofenrohre mit einer Isolierung. Welches davon bei Ihnen aber wirklich funktioniert, sollten Sie am besten mit Ihrem Schornsteinfeger abklären, da er den Ofen samt Abgasleitung vor Inbetriebnahme abnehmen muss.

Mit freundlichen Grüßen, die ofenseite.com Redaktion

Rene Sibilitz, 23.09.2019 07:58

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