Grundofen

Auf der Suche nach einem Kaminofen werden Ihnen verschiedene Ofentypen begegnen. Neben dem klassischen Schwedenofen, den Sie sozusagen als Fertigkamin erhalten und nur noch an den Schornstein anschließen müssen, gibt es auch den gemauerten Kamin - den Grundofen. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um eine Weiterentwicklung des Kachelofens, der mit angenehme Strahlungswärme für ein wohliges Raumklima sorgt.

Definition

Was ist ein Grundofen? Die DIN 15250 definiert einen Grundofen wie folgt: "Das wesentliche Merkmal einer Speicherfeuerstätte besteht in der vergleichsweise großen Speichermasse für die erzeugte Wärme. Die heißen Gase werden in gemauerten Zügen durch diese Speichermasse geleitet, sie besteht hauptsächlich aus Zementputz, Kacheln, Ton, Schamotte oder Speckstein. Entsprechend sind auch die Begriffe Speicherofen, Grundofen und Specksteinofen gebräuchlich. Die Oberfläche, über welche die Wärme als Strahlungswärme abgegeben wird, ist relativ groß und die Oberflächentemperatur damit relativ niedrig."

Die Bezeichnung "Grundofen" bezieht sich auf das Prinzip der Grundfeuerung ohne Rost, bei der Holz nahezu rückstandslos verbrennt und nur wenig Asche zurückbleibt.

Grundofen von Brula, modern verkleidet

Anheizzeit beim Grundofen

Entscheidend bei dieser Art des Ofens ist die Anheizphase. Diese beschreibt die Dauer, die benötigt wird, um die Speichermasse aufzuheizen. Durch den hohen Speichermassenanteil erwärmt sich ein kalter Grundofen nur langsam. Drei Stunden sind dabei kein unüblicher Wert. Allerdings kann er die Wärme dann auch bis zu 24 Stunden abgeben (modellabhängig). Dass die Wärme langsam an den Aufstellraum abgegeben wird, ist eine Voraussetzung. So muss zum Beispiel bei der Prüfung des Ofens nachgewiesen werden, dass die Dauer bis zum Erreichen der maximalen Oberflächentemperatur und die darauffolgende Abkühlung auf 50 % dieses Maximalwerts nicht weniger als 4 Stunden dauern darf. Der Ofen soll sich also Zeit lassen.

Funktionsweise

Doch wie funktioniert ein Grundofen genau? Ist das Feuer im Brennraum entfacht, ziehen die Heizgase durch ein Zugsystem aus Schamottesteinen, welche die Wärme aufnehmen und speichern. Das Zugsystem ist so angelegt, dass die Heizgase erst durch den ganzen Ofen laufen müssen, bevor sie dann durch den Schornstein abziehen. So wird die erzeugte Wärme vom Ofen über einen langen Zeitraum wieder abgegeben.

Was sind Heizgaszüge? Heizgaszüge sind Kanäle, die um den Ofen gebaut werden. Durch diese werden die Rauchgase von der Brennkammer zum Schornstein geleitet. Dabei geben Sie Ihre Energie an die Speichermasse ab.

Bei der Planung eines Grundofens sollte man sich die technisch notwendigen Zusammenhänge ständig vor Augen halten:

  • Die stündliche Wärmeleistung im Raum ist von Ihrem Wärmebedarf- und empfinden abhängig.
  • Die spezifische Wärmeleistung ist von der Bauweise des Ofens abhängig: leicht, mittel, oder schwer. Um die notwendige Wärmeleistung zu erbringen, ist der Grundofen mit einer ausreichend großen aktiven Heizfläche auszustatten.
  • Um die spezifische Wärmeleistung zu erreichen, ist unter Berücksichtigung der Speicherdauer eine bestimmte Wärmemenge aufzuspeichern. Das heißt: Um die notwendige Wärme freisetzen zu können, muss eine entsprechende Menge Brennstoff verbrannt werden.

Diese Grundsatzanforderungen sind zwingend zu beachten, um die notwendige Wärmemenge einspeichern zu können. Es gibt jedoch Gestaltungsmöglichkeiten beim Betrieb des Ofens.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Beim Abbrand von Holz, fällt ein entsprechendes Rauchgasvolumen an, welches in der Zeit des Abbrandes durch die Heizgaszüge strömt. Je mehr Holz verbrannt wird, desto mehr Rauchgase entstehen. Eine große Menge Holz erfordert außerdem einen entsprechend großen Brennraum.

Wenn die gleiche Holzmenge beispielsweise hälftig in einem zeitlichen Abstand aufgelegt wird, erhöht sich die Abbrandzeit und die Proportionen verändern sich erheblich! Es wird zwar insgesamt die gleiche Holzmenge verbrannt und die gleiche Wärmemenge freigesetzt - verändert hat sich jedoch das Heizgasvolumen bezogen auf eine Stunde Brenndauer: es hat sich reduziert. Dadurch sind die Anforderungen an den lichten Querschnitt des Heizgaszuges sehr viel geringer geworden. Auch kann der Feuerraum selbst aufgrund der geringeren maximalen Brennstoffmenge entsprechend kleiner gestaltet werden. Nicht zu vergessen die Auswirkungen auf die Effizienz des Ofens. Bei einer zu hohen Brennstoffauflage kann der Ofen überhitzen, die Speichersteine könnnen nicht die komplette Wärme aufnehmen und die Energie verschwindet "ungenutzt" durch den Schornstein.

Um den Grundofen optimal nutzen zu können, wird empfohlen, sich schon während der Planung Gedanken über die Brennstoffaufgabe, die Nachlegeintervalle und Abbrandzeiten zu machen.

Verlaufsdiagramm zur Wärmespeicherung- und abgabe beim Kaminbausatz Camina S22 GO-Line

Mit einer Auflagemenge von gerade einmal 2 x 2,5 kg Holz gibt der Kaminbausatz Camina S22 GO-Line mindestens 12 Stunden wohlige Wärme ab. So kann der Kaminofen morgens befeuert werden und gibt dann über den Tag gleichmäßig Wärme ab. Die Wärmeabgabe erfolgt mit einer Leistung von 1 kW/h.

Grundofen vs. Konvektionsofen

Der Grundofen ist ein klassischer Strahlungsofen. Er gibt den Großteil seiner Energie als Wärmestrahlung ab. Die Strahlung erwärmt demzufolge nicht die Raumluft, sondern die im Raum befindlichen Objekte, wie Körper, Wände und Möbel. Sie wird als besonders angenehm empfunden, genau wie das warme Gefühl der Sonne auf der Haut. Wird in die Verkleidung des Grundofens ein Lüftungsgitter installiert, strömt dadurch zusätzlich warme Luft in den Raum.

Ein Konvektionsofen hingegen (auch Warmluftofen genannt), gibt den größten Teil seiner Energie an die Raumluft ab. Die sogenannte Konvektionswärme erwärmt die Luft im Raum zwar sehr schnell, sorgt aber für ein insgesamt trockeneres Raumklima. Durch die starke Luftbewegung kommt es außerdem zu Staubaufwirbelungen, was vor allem für Allergiker unangenehm ist.

Die Vorteile des Speicherofens:

  • speichert Wärme und gibt sie langsam und über einen langen Zeitraum als Strahlungswärme ab
  • ein in sich geschlossenes System mit geringer Schadstoff- und Feinstaubbelastung
  • gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Raum ohne "Wärmezonen"
  • geringer Brennstoffverbrauch und hoher Wirkungsgrad
  • hohe Temperaturen im Feuerraum sorgen dafür, dass das Holz beinahe rückstandslos verbrennt
  • es wird kaum Asche produziert, sodass der Ofen seltener geputzt werden muss
  • dank der individuellen Verkleidung ist jedes Modell ein Unikat

Optik

Wie sieht ein Grundofen aus? Ein Grundofen besteht in der Basis aus einem Feuerraum mit einer wärmespeichernden Brennraumauskleidung und einer Tür. Dieser Einsatz bildet das Herzstück des Ofens. Rundherum wird die Speichermasse aufgebaut. Innerhalb der Speichermasse sind die Heizgaszüge "versteckt", durch die die Rauchgase strömen und ihre Energie abgeben. Die Speichersteine sind das Mittel zum Zweck. Sie bestehen entweder aus Schamotte oder Keramik.

Bei einem Kachelofen spricht man auch von sogenannten Nachheizaggregaten, die hinter dem Kachelofeneinsatz installiert werden.

Skizze von Kachelofen im Querschnitt Skizze von Grundofen im Querschnitt

Mit Modulzugsteinen Nachheizflächen bauen

Die Aufmauerung der Heizgaszüge bedeutet den größten Aufwand beim Aufbau eines Grundofens. Damit Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt werden, gibt es modulare Zugsteine in verschiedenen Formen mit denen fast alle Zugverläufe schnell aufgebaut werden können: Beheizbare Ofenbänke, Rückwände oder Sitz- und Liegeflächen können so umgesetzt werden. Für die Planung eines solchen Projekts empfehlen wir Ihnen einen lokalen Ofenbauer mit ins Boot zu holen. Für eine erste Information können Sie auch uns gern per Mail oder Telefon kontaktieren.

Querschnitt Grundofenaufbau mit Feuerraum, Heizzügen aus Schamotte, Kaminbauplatten und Ofenputz

Alternativ gibt es auch komplette Modul-Deckenzüge, die auf dem Feuerraum montiert werden können. Bestellen Sie das passgenaue Modul einfach in wenigen Schritten über unseren Konfigurator mit.

Individuelle äußere Gestaltung des Grundofens

Sowohl bei einem individuell geplanten Grundofen als auch bei einem Grundofen-Bausatz liegt die äußere Gestaltung ganz bei Ihnen. Sie können ihn modern verputzen oder klassisch mit Kacheln verkleiden. In unserem Sortiment finden Sie zum Beispiel eine große Auswahl an Baustoffen zum Verkleiden des Grundofens von Brula. Notwendige Materialien sind Lehmputz, Putzschienen, Waschelschlämme, Risskiller sowie verschiedene Hüllenprodukte wie Platten und Steine.

Fachmännischer Aufbau

Ein individuell gestalteter Grundofen erfordert hohen Aufwand bei der Planung, Berechnung und Konstruktion. Die Wärmeleistung und Speichergröße muss genau berechnet und an den Wärmebedarf im Raum angepasst sein. Daher ist es sinnvoll einen Kaminsetzer mit dem Projekt zu beauftragen. Wenn Sie sich für einen Grundofen entscheiden, heißt das jedoch nicht, dass sie ihn nicht online bei ofenseite.com bestellen können. Wir beraten Sie gern telefonisch und suchen mit Ihnen gemeinsam das passende Ofenmodell. Die Brula Feuerräume in unserem Sortiment sind in jedem Fall eine solide Basis für den Aufbau eines Speicherofens.

Alternative

Der Grundofen Bausatz ist die Alternative. Dabei handelt es sich um ein modulares System ähnlich wie bei einem Kaminbausatz. Der Grundofen Bausatz besteht aus einem Feuerraum mit Tür, Modulbausteinen mit wärmespeichernden Eigenschaften und wahlweise einer vorgefertigten Verkleidung aus Sichtbeton. Sie bieten maximale Speicherkapazität auf kleinster Stellfläche. Hersteller für Grundöfen Bausätze in unserem Shop sind Camina und Brula.

Ein Baustaz kann selbstständig augebaut und individuell verkleidet werden.

Wie wird ein Grundofen Bausatz aufgebaut? Ein Grundofen Bausatz ist die richtige Wahl für ambitionierte Hobby Handwerker. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann er von Ihnen selber aufgebaut werden. Die Elemente werden einfach übereinander gestapelt und verklebt.

Kosten

Doch wie viel kostet ein Grundofen? Der Preis für einen Grundofen richtet sich nach Ihren persönlichen Gestaltungswünschen. Wie groß soll der Feuerraum sein? Wie viele Heizzüge werden benötigt? Welche Verkleidung möchten Sie? Die Komplettfeuerräume bei uns um Shop liegen bei ca. 3000 bis 5000 €. Dazu kommen entweder ein modularer Deckenzug oder ein individueller Speichermassenaufbau sowie das zusätzliche Material und der Arbeitslohn des Ofensetzers. Je nach Ausführung und Qualität ist es nicht unüblich für solche einen Ofen 10.000 € zu bezahlen.

Denken Sie daran, dass Sie bei einem Neubau auch noch einen Schornstein benötigen oder evtl. eine Sanierung, falls schon ein Schornstein vorhanden ist.

Die Kosten für die Grundofen Bausätze liegen ebenfalls bei 3000 - 4000 €, allerdings sparen Sie sich hier im besten Fall die Kosten für den Ofenbauer, indem Sie selbst Hand anlegen.

Fazit

Schlussendlich stellt sich die Frage, für wen ein Grundofen geeignet ist. Sind Sie stolzer Besitzer eines Niedrigenergie- oder Passivhauses ist der Grundofen eine gute Wahl. Selbst kleine Öfen mit 5 kW Nennwärmeleistung können einen Raum im Passivhaus überhitzen. Nicht so der Speicherofen mit seiner gleichmäßigen Wärmeabgabe.

Die Wahl zu einem Grundofen ist eine weitreichende Entscheidung, die wohldurchdacht sein muss. Wir haben an dieser Stelle für Sie die Nachteile zusammengefasst:

  • Neben dem hohen finanziellen Aufwand ergibt sich auch eine starke optische Veränderung Ihres Zuhauses.
  • Grundöfen sind für einen spontanen Heizeinsatz weniger geeignet. Zwar gibt es Modelle mit regulierbarer Luftzufuhr, diese ist aber dennoch recht beschränkt. Der Heizeffekt kann in keinem Fall so schnell genutzt werden, wie bei einem Schwedenofen, Kamineinsatz oder Werkstattofen mit Konvektionsprinzip.
  • Ein Grundofen nimmt sehr viel Platz in Anspruch. Eine leichtere Variante zum gemauerten Kamin stellt ein moderner Kachelofen dar. Das Herzstück bildet dabei ein Kachelofeneinsatz, der mit Speichermaterial verkleidet wird. Zusätzlich wird ein Nachheizkasten aus Gusseisen oder Stahlblech installiert. Wie beim Speicherofen wird dem durchströmenden Rauchgas die Wärme entzogen und allmählich an den Raum abgegeben.
  • Für den Aufbau eines Speicherofens gibt es keine staatliche Förderung, wie es zum Beispiel bei wasserführenden Pelletöfen der Fall ist.

Sind Sie skeptisch? Dann ist vielleicht doch ein "normaler" Kaminofen die richtige Wahl für Sie. Es gibt viele Modelle, die ab Werk mit Kacheln oder Natursteinen verkleidet sein. Dadurch wird ebenfalls die Speichermasse erhöht und die Wärmeabgabe gleichmäßiger. Schauen Sie sich gern bei uns im Shop um! Bei der richtigen Auswahl beraten Sie unsere Fachexperten gern per Telefon oder Mail!

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