Energetisch Sanieren mit staatlicher Förderung

Energetisch Sanieren

Förderungen bis zu 35 % möglich

+++ Neue Fördersätze seit 27. Juli 2022 +++

Die Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen und Fördersätzen basieren auf dem aktuellen Stand vom 27. Juli 2022.

BEG - Bundesförderung für effiziente Gebäude


Neustrukturierung staatlicher Förderung

Um das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung umzusetzen, wurden 2021 die verschiedenen Fördermaßnahmen für energetische Sanierungen und energieeffiziente Neubauten neu strukturiert und im BEG - Bundesprogramm für effiziente Gebäude zusammengefasst.

Ziel ist es, die Investitionen in umweltfreundliche und nachhaltige Technologien auszubauen und die CO2 Emissionen langfristig zu senken. Dafür wurden die Antragsverfahren vereinfacht und ein Austauschbonus für fossile Heiztechnik in die Förderung aufgenommen.

Reduzierte Fördersätze seit Juli 2022!

Waren bis Juni 2022 bis zu 55 % der Investitionskosten förderfähig, belaufen sich die neuen Fördersätze je nach Maßnahme auf höchstens 35 %. Dennoch lohnt sich die Antragstellung, da BAFA Zuschüsse nicht erstattet werden müssen.

Welche Maßnahmen werden durch das BEG gefördert?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude besteht aus 3 Teilprogrammen:

BEG Wohngebäude (WG):
Maßnahmen zur Sanierung einer bestehenden Immobilie nach den energetischen Anforderungen der BEG

BEG Einzelmaßnahmen (EM):
Energetische Verbesserung von Bestandsgebäuden an deren Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsanlagen

BEG Nichtwohngebäude (NWG):
Sanierung von Nichtwohngebäuden mit einem Kredit bis zu einer Höhe von 30 Millionen Euro oder einem Zuschuss bis zu 15 Millionen Euro

Je nach Maßnahme erhalten Sie Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss über das BAFA oder die KfW. Seit den Anpassungen der Förderprogramme werden Komplettsanierungen nur noch über die KfW-Bank gefördert.

Sanierungsmaßnahmen aus dem Teilprogramm BEG Einzelmaßnahmen übernimmt vollständig das BAFA. Auch die Neubauförderung wird ab 2023 neu geregelt. Das derzeit geltende Förderprogramm läuft bis Jahresende mit Anpassungen weiter.


BEG-Zuschuss Heizungstechnik


BEG Zuschuss zur Heizungstechnik

BEG Maßnahmen fördern im Bereich Heizungstechnik den Einbau effizienter Wärmeerzeuger, Anlagen zur Heizungsunterstützung und den Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz.

Voraussetzung dafür ist die Einbindung erneuerbarer Energien mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent.

Förderfähige Heizungsanlagen nach BEG

Förderfähige Heizungsanlagen sind:

+ Solarkollektoranlagen
+ Biomasseheizungen
+ Wärmepumpen
+ innovative Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien
+ erneuerbare Energien-Hybridheizungen (EE-Hybride)
+ Gebäudenetze mit mindestens 55 % erneuerbare
Energien und / oder unvermeidbarer Abwärme mit 30%
+ Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz
+ Maßnahmen zur Visualisierung des Ertrags der
erneuerbaren Energien

Was gehört zur innovativen Heiztechnik?

Voraussetzung für die Förderung von Anlagen der „Innovativen Heizungstechnik auf Basis erneuerbarer Energien“ ist die Aufnahme in die Positivliste entsprechender Anlagen.

Nicht gefördert werden:

+ selbstgebaute Anlagen und Prototypen, mit weniger als
4 Exemplaren
+ gebrauchte Anlagen und Anlagen mit überwiegend
gebrauchten Teilen
+ Anlagen zur Energieerzeugung, für die eine Förderung
nach dem EEG-Gesetz oder nach dem KWKG, dem
Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den
Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, beansprucht wird

BEG-Zuschuss nicht förderbare Heizungsanlagen

Soviel Förderung bekommen Sie für neue Heizungsanlagen

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen für Heizungsanlagen liegt bei 2.000 Euro brutto. Der Fördersatz beträgt mindestens 10 % und im günstigsten Fall bis zu 35% der förderfähigen Ausgaben.

Für energetische Sanierungen sind diese Ausgaben auf jährlich 1.000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche und insgesamt auf maximal 15 Millionen Euro begrenzt.

Fördersätze BEG Zuschuss Heizungsanlage

Weitere Informationen zur BAFA-Förderung von Heizungsanlagen finden Sie auch im Allgemeinen Merkblatt zur Antragstellung sowie im Infoblatt zu den

förderfähigen Maßnahmen und Leistungen. Für die Antragstellung beim BAFA ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE) möglich.

Austauschprämie für fossile Brennstoff-Heizungen

Beim Umstieg von einer mit Öl oder Gas betriebenen Brennstoffheizung auf moderne Heizungstechnik greift ein zusätzlicher Heizungs-Tausch-Bonus. Mit dieser Prämie erhöhen sich die staatlichen Zuschüsse um 10 Prozentpunkte. Je nachdem für welches Heizsystem sie sich entscheiden, zahlt Ihnen das BAFA bis zu 40 % der entstehenden Kosten.

Um die Prämie zu erhalten, muss die Heizung noch fest im Heizungskeller installiert sein. Ist der Heizkessel zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits demontiert, wird die Heizungs-Tausch-Prämie nicht mehr gewährt. Auch der Auftrag zum Ausbau der alten Heizungsanlage darf noch nicht erteilt worden sein.


BEG-Zuschuss Heizungsoptimierung


BEG Zuschuss zur Heizungsoptimierung

Die BEG fördert Maßnahmen zur Heizungsoptimierung, um die Energieeffizienz von Heizungsanlagen in bestehenden Gebäuden zu erhöhen.

Dafür muss die Anlage mindestens 2 Jahre in Betrieb sein und zur Wärmerzeugung genutzt werden.

Förderfähige Maßnahmen zur Heizungsoptimierung

Gefördert werden:

+ hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
+ Einstellung der Heizkurve
+ Austausch von Heizungspumpen
+ Anpassung der Vorlauftemperatur und der
Pumpenleistung
+ Maßnahmen zur Absenkung der Rücklauftemperatur
bei Gebäudenetzen
+ Optimierung der Wärmepumpe
+ Dämmung von Rohrleitungen
+ Einbau von Flächenheizungen
+ Austausch von Heizkörper gegen
Niedertemperaturheizkörpern
+ Einbau von Wärmespeichern im Gebäude oder auf dem
Gebäudegrundstück
+ Einbau und Ersatz von Mess-, Steuer- und
Regelungstechnik

Voraussetzung für eine Förderung der Heizungsoptimierung

Bei wassergeführten Heizsystemen zur Wärmeerzeugung ist ein hydraulischer Abgleich Voraussetzung für alle förderfähigen Maßnahmen. Zudem muss die Anlage mindestens 2 Jahre in Betrieb gewesen sein. Der hydraulische Abgleich sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus. In der Regel lassen sich so bis zu 10 Kilowattstunden Brennstoff pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr einsparen.

Denn gerade ältere Umwälzpumpen benötigen jährlich circa 400 bis 600 Kilowattstunden. Eine hocheffiziente Pumpe verbraucht dagegen nur noch 80 bis 120 Kilowattstunden. Für eine Maßnahmenförderung bei luftheizenden Systemen wird die Einregulierung der Luftvolumenströme gemäß den rechnerisch ermittelten Einstellwerten vorausgesetzt.

Soviel Förderung bekommen Sie für die Optimierung Ihrer Heizung

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro brutto, der Anteil der förderfähigen Ausgaben beträgt 15 %. Förderfähige Ausgaben für energetische Sanierungen von Wohngebäuden sind auf 60.000 Euro

pro Wohneinheit und Kalenderjahr begrenzt. Ist die Sanierungsmaßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein zusätzlicher Förderbonus von 5 % möglich.

Weitere Informationen zu Optimierungsmaßnahmen

Für die Antragstellung zur Optimierung von Heizungsanlagen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE) möglich. Weitere Informationen zu den BAFA Fördermittel für Heizungsoptimierungen finden Sie auch im Allgemeinen Merkblatt zur Antragstellung sowie im Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen.


Was sind förderfähige Investitionskosten?


Als förderfähige Investitionskosten gelten nicht nur die Anschaffungskosten des geförderten Wärmeerzeugers. Förderfähig sind auch alle Ausgaben rund um die Installation und Inbetriebnahme, Beratungs- und Baubegleitungskosten sowie Ausgaben für erforderliche Umfeldmaßnahmen.

Darunter werden Nebenkosten verstanden, die zur Umsetzung der förderfähigen Maßnahme notwendig sind und / oder die Energieeffizienz erhöhen bzw. absichern. Eine genaue Übersicht der förderfähigen Investitionen können Sie hier nachlesen.


Förderungen miteinander kombinieren

Lassen sich Fördermittel von KfW und BAFA kombinieren?


Die BEG Förderungen lassen sich untereinander kombinieren. Sie können also einen Zuschuss für Einzelmaßnahmen beim BAFA und gleichzeitig einen Kredit für die BEG Wohngebäude Förderung bei der KfW

beantragen. Nicht erlaubt ist eine Beantragung sowohl bei der KfW als auch beim BAFA für ein und dieselbe Maßnahme.

Antragstellung bei BAFA & KfW


Wie wird ein Antrag für die BAFA - BEG Förderung gestellt?

Die Antragsstellung auf BEG-Förderung unterscheidet sich: je nachdem, ob Sie einen Energieeffizienz-Experten

beauftragen oder die Beantragung selbst übernehmen möchten.

Antragstellung ohne
Energieeffizienz-Experten

Anträge beim BAFA werden über das elektronische Antragsformular gestellt. Nach der Antragsstellung können Sie bereits mit den energetischen Maßnahmen beginnen - auch ohne die Zusage durch das BAFA.

Antragstellung mit
Energieeffizienz-Experten

Bei Maßnahmen für die Gebäudehülle sowie im Bereich Anlagentechnik ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Pflicht. Dieser kann mit Ihrem Einverständnis auch die eigentliche Antragstellung übernehmen.

Im Vorfeld bedenken

Staatliche Zuschüsse werden nach Abschluss der Bau- oder Sanierungsarbeiten ausgezahlt. Die Kosten für Investitionen müssen Sie erst einmal alleine tragen und entsprechend in Vorleistung gehen.

Wie wird ein Antrag für die BEG Förderung bei der KfW gestellt?

Zuschüsse können über die KfW-Bank nicht mehr beantragt werden. Um einen zinsgünstigen KfW-Kredite zu erhalten, müssen Sie sich an Ihre Hausbank wenden.

Diese wird die entsprechenden Anträge gemeinsam mit Ihnen ausfüllen.

Wichtig: keine Arbeiten vor Antragstellung!

Antragstellungen zur BEG-Förderung müssen vor Beginn der Arbeiten erfolgen. Unverbindliche Angebote dürfen bereits vor Antragsbeginn eingeholt werden, um die Höhe der BEG Förderung festzulegen.

Stellen Sie einen Antrag und beginnen mit den Arbeiten ohne auf den Zuwendungsbescheid zu warten, investieren Sie auf eigenes Risiko.


iSFP Bonus: + 5 % mit einem individuellen Sanierungsplan


Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie definiertes Beratungsinstrument. Dabei erarbeitet ein unabhängiger Energieeffizienz-Experte sinnvolle Schritte, um die Energieeffizienz eines Gebäudes zu verbessern und das gewünschte Effizienzhaus-Niveau zu erreichen. Damit der Sanierungsfahrplan den Vorgaben des BMWi entspricht, muss das Gebäude mindestens 10 Jahre alt sein und überwiegend als Wohngebäude genutzt werden.

Ist die beantragte BEG-Förderung Teil eines individuellen Sanierungsplans wird die Förderhöhe im Bereich Heizungsoptimierung um 5 Prozentpunkte angehoben. Voraussetzungen sind, dass der iSFP vor Maßnahmenbeginn durch einen bei der BAFA registrierten EEE erstellt wurde und nicht länger als 15 Jahre zurückliegt. Die Kosten für die Erstellung eines solchen Sanierungsplans werden durch das BAFA zu 80 Prozent gefördert. Mehr zum iSFP erfahren Sie hier.

Beantragung iSFP-Förderung

Der Energieeffizienz-Experte beantragt die BAFA-Förderung nach dem Erstellen des Sanierungsfahrplans und bekommt diese direkt ausbezahlt. Der Differenzbetrag wird dem Auftraggeber in Rechnung gestellt. Diese Vorgehensweise ist für die spätere Beantragung des iSFP Bonus wichtig, da der EEE durch die staatliche Förderung des iSFP bei der BAFA registriert ist.


Steuerbonus energetische Sanierung

Steuerbonus: Sanierungskosten steuerlich absetzen


Alternativ zu den Mitteln von BAFA und KfW sind energetische Sanierungen seit Januar 2020 auch steuerlich absetzbar. Hier werden von einem Fachunternehmen ausgeführte Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt, welche die Anforderungen der Verordnung für Energetische Sanierungsmaßnahmen (ESanMV) erfüllen. Mit dem Steuerbonus können Sie 20 %

und maximal 40.000 Euro innerhalb von 3 aufeinanderfolgenden Jahren in der Steuererklärung angeben. Eine Beantragung vor Beginn der Sanierungsmaßnahme ist hier nicht erforderlich. Weitere Informationen zur steuerlichen Förderung finden Sie im Infoblatt “Förderung für Hauseigentümer” sowie im Einkommenssteuergesetz § 35c.


Regionale und kommunale Programme


Zusätzlich fördern viele Bundesländer und Kommunen erneuerbare Energien in eigenen Programmen. Diese lassen sich oft sogar ergänzend zu den staatlichen Förderungen beantragen. So fördern beispielsweise Köln und München Solarthermie-Anlagen, während andere Städte den Einbau umweltfreundlicher Heizungen oder die Heizungsoptimierung unterstützen. Für mehr Informationen fragen Sie am besten direkt bei Ihrer Gemeinde nach.

Energetisch Sanieren mit regionalen Programmen