Was ist ein Keramikgrill?

Keramikgrills sind Grills, die statt auf veredeltes Blech auf massive Keramik setzen. Die mit Holzkohle befeuerten Grillgeräte sind die moderne Version alter chinesischer und indischer Lehm-Kochstellen und Keramik-Kochgeschirre, die schon seit tausenden Jahren in Gebrauch sind.

Das könnte Sie auch interessieren:
Vor- und Nachteile von Keramik bei Grills
Geschichte der Keramikgrills
Wie kann man auf einem Keramikgrill grillen?
Welche Brennstoffe sollte man in einem Keramikgrill verwenden?
Das richtige Zünden eines Kamados


Artikelübersicht Keramikgrills: 22


Vor- und Nachteile von Keramik bei Grills

Die meisten Modelle sehen aus wie überdimensionale Eier. Alle bei uns erhältlichen Modelle werden aus speziellen Keramiken gefertigt. Allen Keramiken ist eine wunderbare Eigenschaft gemeinsam, die bei den modernen Kochgeräten perfekt zum Tragen kommen: die Hitze wird gespeichert und wie bei einem Steinbackofen gleichmäßig wieder zurückgestrahlt - und: Keramik isoliert nach außen extrem gut, was die Verbrennungsgefahr reduziert.
Nahezu unabhängig von der Umgebungstemperatur sind Grilltemperaturen zwischen 70 und 400° C erreichbar.

Keramikgrills sind hervorragende Smoker und Grills, und unübertroffen als kompakte Brot- und Pizzaöfen - denn die Seiten und Kuppeln absorbieren die Hitze und strahlen sie zurück wie ein professioneller Backofen, so dass Pizza und Brot von allen Seiten die richtige Temperatur abbekommt.

Sie sind auch super für Paella und Eintopfgerichte geeignet, und - dank variabler Temperatur - natürlich auch zum klassischen Grillen von Fleisch, Fisch und vielem mehr.

Die sehr gut isolierende Keramik sorgt mit der Absorption und gleichmäßigen Abstrahlung der Wärme für sehr konstante Temperaturverhältnisse im Grill. Dadurch entfällt das ständige Wenden des Fleisches, bis es gar ist. Einmal geschlossen, arbeitet ein Keramikgrill eher wie eine Backkammer, in der ringsum konstante Temperaturen herrschen.

Speziell bei Longjobs wie Pulled Pork, Spareribs oder ganzen Hühnchen ist dies natürlich von enormen Vorteil. Hier kann die Temperatur länger konstant gehalten werden und trifft von allen Seiten auf das Grillgut. Die stark isolierende Keramik ermöglicht es auch, einen Keramikgrill problemlos im Winter zu betreiben - die Temperatur im Inneren lässt sich ringsum bedeutend besser regulieren als mit einem klassischen Metallgrill. Ein Nachteil der dicken Wände ist jedoch, dass sie sich relativ träge verhalten und eine gewisse Zeit benötigen, bis sie warm sind. Sind sie einmal warm, bleiben sie es auch über eine gewisse Zeit. Die Temperatur kann nicht eben von heiß auf warm umgestellt werden - ist man über seine Zieltemperatur hinausgeschossen, dauert es also eine Weile, bis die Keramik des Grills wieder runtergekühlt ist. Auch bringt ein Keramikgrill ein gewisses Gewicht auf die Waage, was - je nach Modell und Größe - eine eingeschränkte Mobilität mit sich bringen kann. Zwar gibt es für die meisten Modelle fahrbare Untergestelle, doch eine Wiese sollte man damit nicht befahren. Auch Treppen und Stufen können zum Problem werden.

Beim Transport sollte man generell sehr behutsam umgehen: lässt man sie fallen oder schlägt sie irgendwo dagegen, kann die Keramik schnell brechen. Gibt man jedoch gut auf einen Keramikgrill acht, hat er oft eine längere Lebensdauer als der Besitzer. Da die Keramikgrills gegen Witterung relativ unempfindlich sind (Keramik rostet nicht) sollten sie am Besten an Ort und Stelle stehen bleiben - auch im Winter.


Geschichte der Keramikgrills

Frühe Lehmöfen erschienen in Indien vor ca. 4000 Jahren, in China vor etwa 3.000 Jahren, etwa zeitgleich mit echter, mit hoher Temperatur gebrannter Keramik (nicht zu verwechseln mit Porzellan, welches ab dem 1. Jhd n.Chr. auftaucht). Um 300 v.Chr. wurde die Technik nach Japan exportiert und die keramischen Öfen bekamen ihren japanischen Namen: "Kamado" für die stationäre Variante und "Mushikamado" für mobile Kamados, ähnlich den heutigen Modellen.

Nach dem zweiten Weltkrieg sahen Tausende von US- Soldaten diese wunderbaren, mobilen Herde in Japan zum ersten Mal. Viele, die nach Hause zurück kehrten, brachten sich einen Kamado mit zurück - einige begannen sogar, sie zu importieren und zu verkaufen. Ein solcher Unternehmer war Ed Fisher, der erkannte, dass es einen Markt für diese keramischen Holzkohlebrenner in den USA geben könnte. 1974 eröffnete er ein Geschäft in Atlanta - das Big Green Egg wurde geboren. Big Green Egg ist derzeit die weltweit bekannteste Marke der Keramikgrills, mit tausenden begeisterten Nutzern und einer umfangreichen Zubehörwelt.

Doch das große, grüne Ei ist nicht der einzige Keramikgrill auf dem Markt. Es gibt mittlerweile eine breite Palette verschiedener Größen, Formen und Farben - in unserem Shop finden Sie deshalb auch noch Modelle von Monolith.

Unsere Keramikgrills von Big Green Egg und Monolith haben eine runde Grundform, was eine sehr gleichmäßige Wärmeverteilung der indirekten Konvektionswärme mit sich bringt.

Ein weiterer Hersteller am deutschen Markt ist Primo, der ovale Modelle fertigt. Ovale Modelle ermöglichen es, einfacher ein zwei Zonen-System zum Grillen einzurichten, dessen Konzept es ja ist, die Kohlen auf eine Seite des Grills zu legen und die andere Seite ohne Kohlen zu lassen. Mit zwei Zonen lassen sich die Lebensmittel von sehr heißer, direkter Infrarotwärme (der Kohlen) zu indirekter Konvektionswärme bewegen. Einem heißen Anbraten kann also ein langsames Durchgaren folgen.

Monolith hat dies bei seinen runden Modellen mittlerweile mit einem speziellen Kohlenkorb und geteilten Deflektorsteinen nachgerüstet. Wer diese Grilltechnik sehr häufig anwendet, sollte also auf dieses spezielle Zubehör achten. Auch bei Big Green Egg ist ein Umrüsten möglich, doch muss hier der Deflektorstein ganz herausgenommen oder eingesetzt werden - oder man legt das Grillgut einfach etwas weiter an den Rand, weg von den Kohlen.


Wie kann man auf einem Keramikgrill grillen?

Keramikgrills können binnen kurzer Zeit auf eine sehr hohe Temperatur hochgeheizt werden, sie halten diese Temperatur dann auch recht lange. Diese hohen Temperaturen sind perfekt für dünne Fleischstücke, die man heiß anröstet und innen saftig haben will. Idealerweise verwendet man hier einen Rost aus Gusseisen, der die Hitze besser speichert und so die typischen Grillstreifen erst ermöglicht. Perfekt ist dies auch für Gemüse, Fisch, Obst und Jakobsmuscheln.
Für Medium- und Well Done-Steaks sollte man auf einen zwei Zonen-Aufbau zurückgreifen. Auf der heißen Zone erfolgt erst das Anrösten, auf der warmen Zone zieht das Fleisch bis auf die gewünschte Kerntemperatur nach.

Für Longjobs bei mittleren Temperaturen wie Pulled Pork, Hühnchen und Spare Ribs sowie Backwaren muss ein Deflektorstein eingesetzt werden, der die direkte Hitze abhält. Den gleichen Aufbau sollte man beim Räuchern verwenden, beim Garen von Braten, ganzen Fischen.
Ergänzt man diesen Aufbau um einen weiteren Back-/Pizzastein, hat man ein perfektes Setup für Torten, Brote, Pizzen oder das Dünsten von (Süß-) Kartoffeln und Gemüse.
Auch das Einsetzen eines Dutch Oven wird mehr und mehr zum Trend bei Keramikgrills - denn damit wird das Zubereiten von Schmorgerichten, Saucen und Eintöpfen möglich.

Abhängig vom Hersteller gibt es unterschiedliches Zubehör und unterschiedliche Aufbauten.


Welche Brennstoffe sollte man in einem Keramikgrill verwenden?

Grundlegend ist es ok, sowohl Briketts aus auch klassische Holzkohle in einem Keramikgrill zu verwenden, beides funktioniert.

Briketts haben gegenüber loser Holzkohle allgemein den Vorteil, dass sie länger brennen. In einem Keramikgrill lässt sich die Luftzufuhr jedoch so genau steuern, dass dies praktisch nicht mehr ins Gewicht fällt. Man kann die Luftzufuhr sogar komplett stoppen, so dass die glühende Kohle erlischt, und beim nächsten Grillen wieder entzündet werden kann. Briketts haben den Nachteil, dass sie deutlich länger brauchen, bis sie gebrauchsfertig sind - dies gilt auch für Keramikgrills.

Benutzt man relativ kleine Stücke in einem Keramikgrill, ist es etwas schwieriger, die Temperatur zu steuern. Auch preiswerte Kohle aus Weichhölzern sollte man meiden, da auch hier die Temperatursteuerung deutlich schwieriger ist.

Nutzen Sie idealerweise Holzkohle aus Harthölzern mit einer möglichst großen Körnung - diese lässt sich im Kamado auch deutlich besser bewegen und "umrühren" als kleinkörnige Stücke oder Briketts, die dazu neigen sich zu einer kompakten Masse zu verdichten und die Luftzufuhr verstopfen.


Das richtige Zünden eines Kamados

Ein absolutes No-Go sind flüssige Grillanzünder, deren unangenehmer Geruch in die Keramik einzieht und den Geschmack des Grillguts negativ beeinträchtigt. Hat man doch einmal daneben gegriffen, hilft es in einigen Fällen den Keramikgrill auf sehr hohe Temperaturen hochzuheizen und die Fehlaromen "herauszubrennen".

Nutzen Sie stattdessen natürliche Grillanzünder - beispielsweise in Würfelform.

Grundsätzlich gilt für alle Keramikgrills gleich:

1. Füllen Sie den Brennraum des Kamados mit Holzkohle.
2. Öffnen Sie die untere Luftzufuhr komplett.
3. Legen Sie 1 - 3 Stücke natürlichen Grillanzünder auf / in die Kohle.
4. Zünden Sie die Grillanzünder an.
5. Lassen Sie den Deckel offen!

Nach etwa 10 - 12 Minuten beginnt die Kohle durchgehend zu glühen, und die Temperatur kann auf das gewünschte Maß reguliert werden, in dem die Zu- und Abluft entsprechend eingestellt werden.

Einige Keramikgrillbesitzer schließen den Deckel bereits nach kurzer Zeit (3 - 5 Min.) und beginnen den Grill langsam "nach oben zu regeln", in dem Zu- und Abluft geregelt werden.

Als Alternative zu den Zündwürfeln sind auch elektrische Grillanzünder eine äußerst praktische Sache. Damit sind geschmackliche Verfälschungen durch einen Fehlgriff beim Anzünder völlig ausgeschlossen.

Grillkohle