Welche Abstände sind beim Aufstellen eines Kaminofens zu beachten?

Veröffentlicht am 22.06.2016 10:33 | 0 Kommentare
Welchen Abstand braucht ein Kaminofen zur Wand?
Wenn Sie einen Kaminofen aufstellen, müssen Sicherheitsabstände zu den Wänden und zur Zimmerdecke eingehalten werden. Die gesetzlichen Vorschriften zum Thema "Brandschutz" legen diese Abstände genau fest. Wichtig ist auch der Boden, auf dem der Kamin steht. Brennbare Bodenbeläge müssen mit einer Stahl- oder Glasplatte geschützt werden. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie alles über die richtige und sichere Platzierung Ihres Kaminofens.

Inhalt:
In der Umgebung des Kaminofens wird es heiß. Brennbare Wände, die sich seitlich an und hinter dem Ofen befinden, können sich unter Umständen entzünden. Eine Gefahrenquelle ist auch die Ofentür. Beim Heizen und Nachlegen kann Funkenflug entstehen und einen brennbaren Bodenbelag in Brand setzen. Die Einhaltung des Sicherheitsabstands ist - neben dem Schutz für die Bewohner und für das Gebäude - auch aus versicherungsrechtlichen Ansprüchen wichtig. 

Deshalb sind die Mindestabstände auch gesetzlich geregelt. Eine unsachgemäße Installation führt außerdem dazu, dass Sie keine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Ofenhersteller und Ofensetzer haben.

Achten Sie auf die korrekten Abstände. Der Schornsteinfeger muss den Ofen abnehmen. Er ist auch im Zweifelsfall der richtige Ansprechpartner.
Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen
Lesen Sie hier die Regelung des Abstands nach sächsischer Feuerungsverordnung §4 (7)-(9)
Grundsätzlich dürfen Sie den Kaminofen in jedem Raum aufstellen. Als absoluter Mindestabstand zwischen Wänden und Brennkammer gelten 20 Zentimeter, und zwar in alle Richtungen: hinter dem Ofen ebenso wie links und rechts. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Wände aus Materialien bestehen, die nicht brennbar sind. Der Abstand zwischen der Ofentür und Möbeln muss mindestens 50 Zentimeter betragen, ein größerer Abstand von 80 oder 100 Zentimeter ist besser. Vorsicht, wenn der Ofen seitliche Sichtscheiben hat. In diesem Fall raten Kaminkehrer zu einem Abstand von etwa 80 Zentimetern.
Wände und Decken mit Holzverkleidung sehen gut aus, sind aber ein zusätzliches Risiko. Der Abstand zwischen Kaminofen und Wand beziehungsweise Decke muss in diesen Fällen mindestens 40 Zentimeter betragen.

Achten Sie auch auf andere brennbare Wandbeläge. Tapeten, vor allem Textiltapeten und Stoffbespannungen, sind auch leicht entflammbar. Die Anschaffung eines Kaminofens ist eine gute Gelegenheit, um die Umgebung genau unter die Lupe zu nehmen. Neben dem Sicherheitsaspekt schaffen Sie mit einer flammensicheren Wandgestaltung auch optisch eine Veränderung - so kommt der Kamin perfekt zur Geltung!

Hängen Sie auch keine Bilderrahmen aus Holz oder ähnliche Dekorationsobjekte in der näheren Umgebung des Kamins auf.
Gussofen vor einer Holzwand
Prinzipiell können Sie Ihren Kaminofen überall dort aufstellen, wo die Sicherheitsabstände eingehalten werden und eine sichere und effektive Verbindung zum Schornstein gewährleistet ist. Aber auch hier gibt es gesetzliche Regelungen, so lautet die diesbezügliche Feuerungsverordnung aller deutschen Bundesländer:

§4 (1) Feuerstätten dürfen nicht aufgestellt werden

  1. in notwendigen Treppenräumen, in Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie und in notwendigen Fluren
  2. in Garagen, ausgenommen raumluftunabhängige Feuerstätten, deren Oberflächentemperatur bei Nennleistung nicht mehr als 300°C beträgt. 
Sicherheitsabstände eines Kaminofens
Nach Absprache und Genehmigung durch den Schornsteinfeger kann der Abstand durch den Einsatz bestimmter feuerfester und isolierender Materialien verringert werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Calciumsilikatplatten. Sinnvoll ist eine solche Lösung besonders dann, wenn Sie:

  • einen Kamineinsatz selbst verkleiden
  • Sie Platz sparen müssen und Wert auf einen geringeren Abstand legen
  • auf eine optisch ansprechende Lösung Wert legen

Kaminbauplatten aus Kalciumsilikat bekommen Sie in verschiedenen Ausführungen und Abmessungen. Damit können Sie die Abstände verringern, allerdings muss ein Mindestsicherheitsabstand trotzdem gegeben sein. Informieren Sie sich beim Schornsteinfeger, welche Maßnahmen zulässig sind.

Auch das Verbindungsstück zwischen Kamin und Schornstein, das Ofenrohr, kommt der Wand und der Zimmerdecke naturgemäß nah. Der Sicherheitsabstand richtet sich danach, ob ein Kontakt oder eine Nähe zu brennbaren Materialien vorliegt. Bei Wänden und Decken mit einer Holzverkleidung oder einem anderen riskanten Material ist die Verwendung von doppelwandigen Rohren sicherer als einfache Ofenrohre.  Doppelwandige Ofenrohre reduzieren die Hitzeabstrahlung und können einfach montiert werden.
Kaminofen vor Wand mit Steinverkleidung
Auch der Boden auf dem der Kaminofen platziert werden soll, muss den Vorschriften entsprechen. Auf einem Beton-, Fliesen- oder Steinboden darf der Ofen ohne weitere Schutzmaßnahmen stehen. Bei allen anderen Bodenbelägen ist eine Funkenschutzplatte vorgeschrieben. 

Wenn Sie zum Beispiel einen Holzboden haben, muss zwischen dem Ofen und dem Boden eine Stahl- oder Glasplatte liegen. Die Platte muss vor allem im vorderen Bereich so groß sein, dass herausfallende Glut oder Funkenflug keine Schäden verursachen können. Bemessen Sie die Bodenplatte großzügig, wenn der Raum einen Bodenbelag aus Teppich, Laminat, PVC, Kork oder Linoleum hat. 

Die Stahlplatte kann poliert oder lackiert sein, während die Glasplatten aus massivem, bruchsicherem Glas bestehen
Ofen mit Funkenschutzplatte in luxoriöser Umgebung
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