Der Schornsteinfeger: Wie oft muss er kommen?

Veröffentlicht am 07.02.2020 08:00 | 0 Kommentare
Die Ankündigung des Schornsteinfegers
Hin und wieder ist es soweit: Der Schornsteinfeger kommt zur Überprüfung vorbei und schaut nach Schornstein, Feuerstätte, Emissionswerten & Co. In manchen Häusern schaut er jedoch häufiger nach dem Rechten und bei manchen seltener. In diesem Beitrag erfahren Sie, was überhaupt gesetzlich vorgeschrieben ist und welche Feuerstätten öfter vom Bezirksschornsteinfegers überprüft werden.

Inhalt:
Schornsteinfeger - wie oft?
Leider lässt sich pauschal nicht sagen, wie oft SchornsteinOfen oder andere Elemente geprüft werden muss. Dies hängt nämlich von einigen Variablen ab:

  • Welche Art von Heizsystem beziehungsweise Feuerstätte haben Sie in Ihrem Haus? Einige müssen technikbedingt häufiger und andere seltener geprüft werden.
  • Welche Arbeiten müssen genau durchgeführt werden? Kehr- oder Überprüfungsarbeiten an Schornstein und Feuerstätte sind beispielsweise oft aufwendiger, als eine schnelle Messung der Emissionswerte. 

Aufgrund der verschiedenen Aufgaben kann ein Schornsteinfeger manchmal nur einmal im Jahr vorbeikommen, im nächsten Jahr aber dafür vielleicht dreimal.
Hinweis: Handelt es sich um den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger, müssen Sie sich um nichts kümmern. Der wird nämlich automatisch die Fristen notieren und dann bei Bedarf wieder zu Ihnen kommen. Handelt es sich um einen freien Fachmann des Schornsteinfegerhandwerks, müssen Sie selbst aktiv werden. 
Feuerstättenschau wie häufig?
Seltener als die Reinigung des Schornsteins findet die vom Schornsteinfegerhandwerksgesetz vorgeschriebene Feuerstättenschau statt. Sie beinhaltet unter anderem die Prüfung der Betriebs- und Brandsicherheit am Kamin, wofür beispielsweise die Umgebung der Feuerstätte auf Schäden (oft bedingt durch natürlichen Verschleiß der Bausubstanz) oder Korrosion untersucht wird. Generell ist die Feuerstättenschau sehr viel umfangreicher als die Prüfung des Schornsteins, weshalb dafür auch mehr Zeit benötigt wird.

Aktuell (seit dem 1. Januar 2013 geltend) muss vor Inbetriebnahme eines neuen Kamin- oder Pelletofens oder einer anderen Feuerstätte sowie alle dreieinhalb Jahre eine Feuerstättenschau durchgeführt werden. Genauer gesagt spricht das Gesetz davon, dass diese Aufgabe innerhalb von sieben Jahren zweimal erledigt werden muss - es wäre also auch eine Schau nach zwei Jahren und eine nach fünf Jahren möglich. Der Einfachheit halber haben sich die meisten Schornsteinfeger jedoch auf den Rhythmus von dreieinhalb Jahren eingespielt. Als Minimum empfiehlt der Gesetzgeber drei Jahre.

Häufiger ist eine Feuerstättenschau auch nicht notwendig, da die Anlagen zwar gegenüber Witterung anfällig, aber auch nicht übermäßig empfindlich sind. Hat Ihnen ein Schornsteinfeger grünes Licht signalisiert, werden Sie ihn die nächsten Jahre nur zur Überprüfung der Abgaswerte sehen.
Wie oft kehren im Jahr?
Wie oft der Schornsteinfeger maximal im Jahr kehren darf, hängt unter anderem von der Art der Heizung ab, aber auch vom Grad der Nutzung. Besitzen Sie einen Kaminofen können Sie sich darauf einstellen, dass bei Ihnen wahrscheinlich ein- bis dreimal jährlich gekehrt werden muss. Weniger geht nicht, mehr kommt vor, ist aber in gewöhnlichen Privathaushalten selten. 
Fristen für Kehrarbeiten:

 
Art der Feuerstätte Häufigkeit der Nutzung Kehrungen im Jahr
Feuerstätte für feste Brennstoffe (Holz, Pellet, Kohle) ganzjährig 4
regelmäßig in der Heizperiode 3
nicht regelmäßig 2
gelegentlich (weniger als 2 Mal pro Woche 1
Pelletheizung mit rückstandsarmer Verbrennung 2
Blockheizkraftwerk 2
Feuerstätte für flüssige Brennstoffe (Öl) regelmäßig in der Heizperiode 3
nicht regelmäßig 2
gelegentlich (weniger als 2 Mal pro Woche) 1

Ofenrohre sollten Sie häufiger reinigen. Nicht unbedingt, weil sonst eine Gefahr besteht, sondern weil sich dadurch die Effizienz der Anlage verbessert. Sie können damit auch einen freien Schornsteinfeger beauftragen, wenn Sie sich die Arbeit nicht machen möchten, aber Sie können die Arbeit auch selbst erledigen. Das fristgemäße Kehren des Schornsteins muss zwar der Kaminkehrer übernehmen, wenn Sie ein häufigeres Reinigen aber für nötig empfinden, können Sie dies auch selbst tun. Wenn Sie sich vom Bezirksschornsteinfeger Tipps holen, wie Sie einen Teil der Arbeit selbst erledigen können, wird dieser Ihnen gerne Auskunft geben.
Fristen der Messungsarbeiten
Wie oft der Schornsteinfeger zum Messen kommen muss, hängt von der Art der Anlage ab. In der folgenden Liste bekommen Sie einen guten Überblick:
Art der Feuerstätte/Anlage Häufigkeit der Prüfung
Verbrennungsluft- und Abluftanlagen bei Feuerstätten für feste Brennstoffe (Holz, Kohle, Pellets) einmal/Kalenderjahr
Verbrennungsluft- und Abluftanlagen bei Feuerstätten für flüssige Brennstoffe (Öl) einmal/Kalenderjahr
Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, ortsfester Verbrennungsmotor und Brennstoffzellenheizgerät für flüssige Brennstoffe (Öl) einmal/Kalenderjahr
raumluftabhängige Feuerstätte für gasförmige Brennstoffeeinmal einmal/Kalenderjahr
raumluftunabhängige Feuerstätte für gasförmige Brennstoffe einmal/alle zwei Jahre
raumluftabhängige Brennwertfeuerstätte für gasförmige Brennstoffe an einer Abgasanlage für Überdruck einmal/alle zwei Jahre
Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, ortsfester Verbrennungsmotor und Brennstoffzellenheizgerät für gasförmige Brennstoffe einmal/alle zwei Jahre

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