Brennholzverbrauch berechnen: Wieviel Holz sollten Sie nachlegen?

Brennholzverbrauch berechnen und Geld sparen!

Ein offener Kamin oder ein Kaminofen sorgen für eine angenehme Wärme im Haus oder in der Wohnung. Darum steht diese Art zu heizen auch so hoch im Kurs beim Endverbraucher. Zudem ist das Holz, das im Ofen, im Kamin oder im Kaminofen verbrannt wird, eine natürlich nachwachsende Ressource. Anders als Gas oder Öl, mit dem sich die Wohnung über die Heizung erwärmen lässt. Dies sind keine Ressourcen, welche den Gedanken der Nachhaltigkeit erfüllen. Und das Gute ist: Wärme, die durch das Verbrennen von Holz erzeugt wird, ist weit angenehmer und intensiver als Heizungswärme.

Doch wie viel an Brennholz wird benötigt, um eine Heizperiode damit zu überbrücken? Wie hoch liegt der Verbrauch an Holz, um den Kamin damit effizient zu befeuern und nicht zu viel Holz zu verbrennen? Warum ist es wichtig, das zu wissen oder grob errechnen zu können? Die Nachfrage regelt den Preis. Wer frühzeitig im Jahr in der Lage ist, seinen Holzverbrauch in einer normalen Heizperiode zu berechnen, kann dann mit dem Holzkauf für seinen Kaminofen oder Ofen "zuschlagen", wenn die Preise niedrig sind. Frühzeitig das Brennholz geordert, das im Herbst und Winter im Kaminofen verbrannt werden soll, sorgt dafür, dass Geld gespart wird.

Wie viel Holz im Kaminofen nachlegen?

Wie immer im Leben kommt es auch beim Beheizen vom Kaminofen mit Brennholz auf die richtige Menge an. Das Sprichwort "Viel hilft viel" ist nicht in allen Lebensbereich ein guter Ratgeber - so natürlich auch dann nicht, wenn es um das Heizen mit einem Ofen geht. Doch wie geht es nun, das korrekte Nachlegen vom Holz im Kamin? Zuerst einmal kommt es darauf an, welche Art von Ofen zum Einsatz kommt und wie hoch seine Heizleistung ist, genauer gesagt die maximale Heizleistung. Auskunft darüber gibt Ihnen die Bedienungsanleitung bzw. das am Ofen angebrachte Typenschild. In Verbindung mit dem Heizwert des Holzes kann der Holzverbrauch pro Stunde ermittelt werden. 1 kg Buchenholz, als eine der gängigsten Holzsorten, besitzt bei einer Restfeuchte von 15% einen durchschnittlichen Heizwert von 4,2 Kilowattstunden. Bei einem Ofen mit 6 kW Heizleistung ergibt sich folgende Berechnung:

6 kW max. Heizleistung / 4,2 kW Heizwert Buchenholz = 1,42 kg/h Holzverbrauch.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir die gängigsten Leistungsstufen und den dazugehörigen Holzverbrauch für Sie zusammengefasst.

Maximale Heizleistung in kW Holzverbrauch in kg/h
4 0,95
5 1,19
6 1,42
7 1,67
8 1,9
9 2,14
10 2,38

Holzscheite dann nachzulegen, wenn die Flamme noch lodert, ist reine Holzverschwendung. Erst kurz vor dem Ausgehen der Flamme ist der Punkt erreicht, an dem neu befeuert werden soll - und muss. Wird dann nicht zeitnah reagiert, wird die Temperatur im Kaminofen recht schnell absinken und die Feuerstelle muss möglicherweise neu angefeuert werden. Es ist also wichtig, das einmal entfachte Feuer zu nutzen. Um Rauch in der Wohnung zu vermeiden, sollte die Kaminofentür beim Nachlegen nur einen Spalt breit geöffnet werden. Achten Sie auch darauf, dass die Luftzufuhr geöffnet ist, damit die nachgelegten Holzscheite schnell anfangen zu brennen.

Darum sollten Sie nie zu viel Holz auflegen!

Wer denkt, ich lege einfach einen ganzen Schwung an Brennholz in den Kaminofen und den Rest erledigen die Flammen, der irrt. Natürlich wird das nachgelegte Feuergut verbrennen - aber dabei in kurzer Zeit den Raum völlig überhitzen. Das Resultat? Sie müssen häufiger lüften. Und nicht nur der Raum leidet. Viele Kamine sind im Innenbereich mit Schamotte bestückt - feuerfesten Steinen. Wird der Kaminofen aber falsch befeuert, entwickelt sich möglicherweise eine zu hohe Innentemperatur. Stoßen dann zu große Scheite an den Stein, kann es trotz der Feuerfestigkeit zu Rissbildungen kommen. 

Doch warum kommt es noch auf die richtige Befüllmenge an? Nur dann, wenn der Ofen nicht überlagert wird, kann der Brennstoff schadstoffarm und wärmeeffizient verbrannt werden. Bei der "Überfütterung" von Kaminöfen wird nur eines erreicht: der Holzverbrauch steigt und das ohne den gewünschten Erfolg, das angenehme Beheizen der Wohnung oder des Hauses. Legen Sie daher immer nur maximal zwei Scheite nach, um die Flamme aufrechtzuerhalten. 

Neben der Menge des Holzes ist auch die Größe und das Gewicht der Holzscheite entscheidend. Je größer das Holzscheit, desto länger benötigt es, um die erforderliche Zündtemperatur zu erreichen. In der Zwischenzeit kommt es zur sogenannten Schwelbrandphase, bei der Kohlenmonoxid und Staub in die Umwelt gelangen. Achten Sie daher darauf, dass die Scheite zwischen 700 und 1000 g wiegen.

Beim Nachlegen von Holz ist die richtige Menge entscheidend!

Worin besteht der Zusammenhang zwischen Heizwert und Restfeuchte?

Im Zusammenhang mit der Holzbeheizung gibt es einige Begriffe, die immer wieder auftauchen. Dazu gehören zum Beispiel Heizwert und Restfeuchte. Doch was sagen sie aus? Bei qualitativ hochwertigem Brennholz, das im Kaminofen verbrannt werden soll, ist die optimale Restfeuchte das A und O. Erst dann, wenn Ihr Brennholz trocken genug ist, also die Restfeuchtigkeit im Brennholz nicht zu hoch angesiedelt ist, lässt sich der Brennstoff optimal nutzen. Warum ist das so? Ist in den Hölzern der Feuchtegehalt zu hoch, geht kostbare Energie verloren. Nasses Brennholz brennt schlecht - das lernt man schon als Kind auf dem Land, wenn man das "Zündeln" anfängt. Es qualmt mehr, als dass es brennt. Der Qualm indiziert, es wird die Feuchtigkeit verdampft. Das heißt in Ihrem Ofen findet ein Trockungsprozess statt. 

Die dafür notwendige Energie wird aber eben nicht Ihren Zimmern im Haus oder der Wohnung zur Verfügung gestellt, sondern bei der Holztrocknung genutzt. Dadurch sinkt der Heizwert des Holzes. Das ist nicht der Sinn, der hinter dem Heizen mit Holz steht. Das heißt, je weniger Restfeuchte im Brennholz vorhanden ist, desto effizienter arbeiten die Kaminöfen bei der Holzverbrennung zur Wärmegewinnung. Gibt es Faustformeln, zur optimalen Restfeuchte? Als perfekt wird ein Brennholz dann angesehen, wenn die Restfeuchte zwischen 15 und maximal 20 Prozent als obersten Wert liegt. Dann lässt sich mit dem Brennholz der optimale Heizwert erzeugen. 

Wie können Sie Ihren Jahresholzverbrauch berechnen?

Bei der Beantwortung dieser Frage wird es wie zu erwarten mathematisch. Dabei ist aber stets zu bedenken, dass die Hausisolierung, die Außentemperatur und nicht zuletzt die Raumgröße, Türen- und Fensterzahl wie auch die Raumhöhe Faktoren darstellen, die Werte verschieben können. Da hilft manchmal nur noch "learning by doing". Aber es gibt sie eben doch, die Faustformeln. So sagt man, dass 0,1 Kilowatt an Heizleistung je Quadratmeter Wohnraum als Mittelwert gut berechnet sind. Das heißt, um einen großen Raum mit 100 m² Fläche zu heizen, sollte schon ein leistungsoptimierter Ofen mit 10 Kilowatt stehen. 

Der Ofen würde in der Stunde ca. 2,5 Kilogramm an Brennholz "fressen". Die Heizperiode ist rechnerisch festgelegt von Anfang September bis Ende Mai. Trickreich wird es bei der Heizdauer pro Tag, denn Sie werden natürlich im September oder Ende April weit weniger Stunden am Tag oder in der Woche Ihren Kaminofen als Heizung nutzen, als dies vergleichsweise im Dezember oder Januar der Fall ist. Darum sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie für die Gesamtperiode des Heizens drei Stunden je Tag festzurren. Natürlich an sieben Tagen die Woche. 



Für Wohnräume mit 100 m² Fläche sind Kamine mit 10 kW eine gute Wahl:


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Rechenbeispiel - Brennholzverbrauch für das kommende Jahr berechnen

Mit den festgelegten Werten, wollen wir nun den Brennholzverbrauch fürs Jahr berechnen.

9 Monate Heizperiode x 30 Tage = 270 Heiztage.
270 Heiztage x 3 Stunden = 810 Heizstunden
810 Heizstunden x 2,5 Kilogramm Brennholz = 2.025 Kilogramm oder 2 Tonnen an Brennholz

Jetzt werden aber Brennhölzer nicht in Kilogramm, sondern in Raummetern berechnet. Ergo gilt es, die nötigen Kilogramm in Raummeter umzurechnen. Nun wiegen unterschiedliche Hölzer natürlich unterschiedlich viel. Nehmen wir als gängiges und preiswertes Feuerholz mit gutem Heizwert Buche. Ein Raummeter an Buchenholz wiegt rund 500 Kilogramm. Etwas mehr als 480 kg, um es sehr genau zu sagen.

2.025 Kilogramm an Holzbedarf für die Heizperiode geteilt durch 480 Kilogramm Raummetergewicht bei einem Raummeter Buchenholz = 4,22 Raummeter an Brennholz. Das heißt, mit der Menge von 4 Raummetern sollten Sie entspannt die Heizperiode überstehen.

Doch was kostet Sie dieses Holz? Wie bereits erwähnt: der frühe Vogel fängt den Wurm. Liegt der mittlere Preis je Raummeter in der Heizperiode bei rund 120 Euro, können sie außerhalb der Periode bei gutem Verhandlungsgeschick auch gut und gerne 80 Euro je Raummeter Buche rausschlagen. Legen wir also einen Mittelwert von 100 Euro zugrunde, denn 4 Raummeter sind auch ein gewaltiger "Platzfresser", sodass der Nachkauf in der Hochpreiszeit eher wahrscheinlich wird. So würden Sie bei der Komplettbeheizung mit Holz 400 Euro aufwenden müssen, um den Winter zu überstehen. Wichtig ist für Sie dabei zu bedenken, wird der der Kamin oder Ofen wirklich als Heizung befeuert oder ist es eher ein dekoratives Möbel, dass nur zu besonderen Anlässen "angeworfen" wird.

Wie viel Holz brauche ich für meinen Kaminofen?

Unsere Tipps, um den Brennholzverbrauch zu senken

Das effiziente Heizen mit Brennholz ist schon eine kleine Kunst für sich. Doch auch hier gilt: Faustformeln gibt es immer. So ist die Wahl des Holzes wichtig. Hölzer mit hohen Energiewerten sind Eiche, Birke oder die bereits beschriebene Buche. Sie brennen konstant und das bei guten Heizwerten. Nadelhölzer brennen zwar schnell und sehr heiß, haben aber geringe Energiewerte. Darum werden sie zum Anfeuern genutzt. Auf den Bereich der Restfeuchte sind wir schon eingegangen. Verfeuern Sie kein zu nasses Holz, denn es lässt nur den Holzverbrauch ansteigen, ohne dass es Ihnen Wärmenutzen bringt.

Kommen wir zu einem weiteren Faktor, der dazu dient, den Holzverbrauch zu optimieren: die Luftzufuhr. Brennholz benötigt Luft (Sauerstoff), damit es verbrennt. Ohne Luft- oder Sauerstoffzufuhr stirbt eine Flamme ab. Doch wie ist die optimale Luftzufuhr aufgestellt? Zuerst einmal ist wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Luftzufuhrarten gibt.

  • Primärluft ist dabei die Luft, die im Kamin von unten kommt. Sie weist ein hohes Maß an Sauerstoff auf. Immer dann, wenn angeheizt wird oder sobald Feuerholz nachzulegen ist, wird hier für Zufuhr gesorgt. Bis das Holz im Ofen brennt.
  • Die Sekundärluft ist die Luft, die von oben oder der Seite kommt. Hiermit wird die Sauerstoffzufuhr beim eigentlichen Verbrennungsvorgang geregelt.

Um Brennholz zu sparen, gibt es folgende Regel für den optimierten Verbrauch:

Beim Anfeuern ist die Primärluft offen und die Sekundär- oder Tertiärluft geschlossen. Brennt das Feuerholz, sind also überall Flammen, wird die Sekundär- oder Tertiärluft geöffnet und die Primärluft immer mehr geschlossen. Kommt neues Feuerholz hinzu, Sekundär- oder Tertiärluft schließen, die Primärluft wieder öffnen. Warum ist das so wichtig? Sekundär- oder Tertiärluft halten das Feuer "lebendig" und das auf einem sparsamen Level. Die Primärluft sorgt für zeitnahes Anfeuern, damit möglichst wenig an Energie verloren geht.

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Veröffentlicht am 17.11.2018 16:34 | 0 Kommentare

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