Kamin ohne Holz: Gibt es Alternativen zum Brennholz?

Veröffentlicht am 19.11.2018 10:43 | 0 Kommentare
Kamin ohne Holz betreiben
Ein Kamin mit Holzfeuerung benötigt zwei Voraussetzungen: Einen Schornsteinanschluss und ausreichend Lagerungsmöglichkeiten für das Brennholz. Fehlt eine dieser Bedingungen oder erscheint Ihnen die Brennstoff-Beschaffung zu aufwändig, stellt der Kaminofen ohne Holz eine Alternative dar. Tatsächlich gibt es zahlreiche interessante Möglichkeiten, einen Kamin ohne Holz zu betreiben. Bei der Entscheidung sind mehrere Kriterien wie Wärmeleistung, Betriebskosten und Umweltverträglichkeit gegeneinander abzuwägen. Dieser Artikel vergleicht die verschiedenen technischen Lösungen fürs Ofen heizen ohne Holz und beleuchtet ihre Vorteile.

Inhalt:
Gas-, Elektro-, Ethanolöfen
Wer den Wunsch hat einen Kaminofen ohne Holz zu betreiben, der muss nicht auf das Kaminfeuer-Feeling verzichten oder gar auf den Kaminofenkanal im Fernsehen schalten. Selbst wenn der Schornstein fehlt oder der Ofen unabhängig davon aufgestellt werden soll, bieten sich schöne Alternativen. Gas-, Elektro- und Ethanolöfen sind durch technische Vervollkommnung von Abbrandbild und Effizienz in den letzten Jahren immer attraktiver geworden.
Gasofen:
Der Gasofen kommt in seiner Heizleistung einem herkömmlichen Holzkamin gleich. Dieser Kamin ohne Holz benötigt keinen Schornsteinanschluss, aber ein kleines Abgasrohr, das die Emissionen durch die Außenwand herausleitet. Der Gaskamin erzeugt ein sehr schönes Flammenbild und arbeitet ruß- und emissionsarm. Er lässt sich per Knopfdruck oder Fernbedienung an- und ausschalten. Für seinen Betrieb ist der Anschluss an die Gasleitung oder einen externen Gastank nötig.
Elektroofen:
Der Elektroofen erzeugt eine Illusion von Feuer. Bei seinem Betrieb entstehen keinerlei Abgase: Er kann also frei platziert werden, ohne Rücksicht auf einen Schornsteinanschluss. Dieser Kamin ohne Holz speist seine "Flamme" mit Haushaltsstrom - dennoch wirkt die Verbrennung dank Spiegelungs-, Wasserdampf- und 3D-Effekten naturecht. Elektroöfen erzielen Heizleistungen zwischen 700 und 3000 Watt. Der Flammenbetrieb ist auch ohne zugeschaltete Heizung möglich.
Ethanolofen:
Der Ethanolofen wird mit Bioethanol beheizt. Er ist günstig in der Anschaffung und kann als Stand-, Hänge- oder Einbauvariante exakt dort installiert werden, wo er den größten wärmenden und ästhetischen Nutzen bringt. Die Gasverbrennung erfolgt geruchlos, ohne Rauch und mit schönem Flammenbild. Öfen mit Ethanol-Betrieb sind sauber und wartungsarm
Elektroofen
Kohleofen
Eine andere Möglichkeit statt Holz für den Kamin wäre Kohle. Kohleöfen sind Kraftmaschinen. Kein fester Brennstoff speichert so viel Energie wie das Kohlebrikett. Aus diesem Speichervermögen entstehen dem Kohleofenbesitzer zwei Vorteile: Kohlen müssen verglichen mit dem Holzscheit weniger oft nachgelegt werden; und die Vorratshaltung begnügt sich mit kleineren Lagerräumen. Attraktiv sind Kohleöfen durch eine Verbesserung ihrer Filtertechnik geworden. Ein moderner Kohleofen setzt einen Bruchteil der Emissionen älterer Bauarten frei. Die Heizkraft der Kohle verhilft diesem Kamin ohne Holz zu großer Effizienz. Achten Sie beim Kauf darauf, die Wärmeleistung nicht zu groß auszuwählen. Als Faustregel gelten 0,1 kW pro Quadratmeter (das macht bei 60 Quadratmetern eine Leistung von 6 kW). Der Kohleofen als Alternative zum Kaminofen ohne Holz wird zumeist als Dauerbrandofen ausgeführt. Solche Öfen halten die Glut länger: Sie können über Nacht die Glut des Tages nutzen und morgens sofort wieder anfeuern. Eine Voraussetzung für den Kohleofen-Betrieb: Sie benötigen einen Schornstein.
Gut zu wissen:
Kohlen müssen verglichen mit dem Holzscheit weniger oft nachgelegt werden; und die Vorratshaltung begnügt sich mit kleineren Lagerräumen.
Ölofen
Ein Ölofen überzeugt durch seine Bedienungsfreundlichkeit. Er besitzt einen eigenen Heizöltank, aus dem er sich ein bis zwei Tage versorgen kann. Alternativ schließen Sie Ihren Ölofen an Ihre Heizölleitung an. Dieser Kamin ohne Holz wird entweder manuell mit flüssigen Ofenanzündern oder elektrisch gezündet. Er erzeugt innerhalb weniger Minuten auch in sehr kalten Räumen eine wohlige Wärme. Darum eignet er sich besonders gut für die Aufstellung in Werkstätten, kalten Hobbyräumen oder Gartenlauben. Aber auch in der Wohnung sorgt der Kaminofen ohne Holz für verlässliche und angenehme Wärme. Moderne Betriebstechnik hat den Heizölverbrauch der Ölöfen stark reduziert. Ein Schornsteinanschluss und eine jährliche Reinigung von Ofen und Rohr sind allerdings notwendig. Klassische Ölöfen werden in Kacheloptik gebaut; mit Metallgehäuse fügen sich die Feuerstellen ins moderne Wohnambiente ein. Wahlweise können Sie sich für Ausführungen mit oder ohne Sichtfenster aufs Feuer entscheiden. Gegenüber einem Kaminofen ohne Holz ist ein Gerät mit Ölbefeuerung günstig in der Anschaffung. Wenn Sie Ihren Ölofen an den Heizöltank anschließen, können Sie die Betriebskosten durch den Öleinkauf während einer Tiefpreisphase senken.
Ölofen Vorteil:
Er erzeugt innerhalb weniger Minuten auch in sehr kalten Räumen eine wohlige Wärme. Bestens geeignet für die Aufstellung in Werkstätten, kalten Hobbyräumen oder Gartenlauben.
Pellets und Briketts
Wem es um Alternativen zum Scheitholz geht, der kann auch in Briketts oder Pellets die optimale Lösung finden. Allerdings kann in diesen Fällen nicht von einem Kamin ohne Holz gesprochen werden, denn beide Brennstoffe entstehen aus Holzabfallstoffen. Da jedoch viele Hausbesitzer sich für einen Kaminofen ohne Holz entscheiden, weil Ihnen die Beschaffung, Lagerung und das Hantieren mit Scheitholz zu beschwerlich erscheinen, soll auf diese interessanten holzhaltigen Brennstoffe näher eingegangen werden. Pellets und Briketts werden aus Holzspänen und anderen Resten hergestellt. Nach einem aufwändigen Trocknungsprozess kommt die Holzmasse in Pressformen. Die Bindung entsteht unter Druck auf natürliche Weise.
Ein Ofen, der mit Pellets oder Briketts geheizt wird, ist kein Kamin ohne Holz, sondern ein höchst effizienter, spezialisierter Holzkamin. Als Pellets- oder Brikettnutzer profitieren Sie von dem hohen Brennwert dieses Heizmaterials. Schauen Sie sich unseren Vergleich der Brennwerte verschiedener Brennmaterialien an:
  • Buche = 4,0 kWh/Kilogramm Brennwert
  • Eiche = 4,2 kWh/Kilogramm
  • Lärche = 4,4 kWh/Kilogramm
  • Holzpellets/Holzbriketts = 4,9 kWh/Kilogramm
Ebenfalls im Vorteil ist dieser Kaminofen ohne Holz in Scheitform durch seine einfache Beschickung und die bequemen Lagermöglichkeiten. Pellets und Briketts lassen sich leicht transportieren und finden in kleinen Kellerecken oder in Aufbewahrungssäcken neben dem Kaminofen einen Platz. Die Brennstoffversorgung des Pelletofens geschieht automatisch über einen integrierten Tank, der bei kleineren Geräte einmal täglich gefüllt werden muss. Der Kaminbetrieb von Pellet-/Holzbrikettöfen ist damit nicht aufwändiger als bei einem Kamin ohne Holz. Aufmerksam sein müssen Sie beim Kauf des Brennstoffs - nicht immer ist das günstigste Angebot das Beste. Wenn das Material bröselt, haben Sie zusätzliche Reinigungsarbeit. Es kann auch passieren, dass beim Verbrennen unangenehme chemische Gerüche auftreten - ein Hinweis auf Verunreinigungen durch industrielle Nebenprodukte. Am besten achten Sie beim Kauf auf Qualitätsnormen: DIN 51731 für Briketts und EN 14961-2 für Pellets.
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