Offener Kamin: Welche Vorschriften existieren?

Vorschriften für offene Kaminöfen

Wer in seinem Zuhause noch einen offenen Kaminofen hat, weiß ihn zu schätzen. Schließlich gilt ein offenes Kaminfeuer als Inbegriff von Behaglichkeit und angenehmer Atmosphäre. Zudem werten offene Kamine die Räume, in denen sie verwendet werden, auch ästhetisch auf. Mit der Einführung der 1. und 2. BImSchV fragen sich Besitzer einer solchen Feuerstätte, ob ihr offener Kamin nun verboten ist. Deshalb haben wir für Sie zusammengefasst, was wirklich in den Verordnungen steht.

Was zählt als offener Kamin?

offener Kamin Definition: eine Feuerstätte, die offen betrieben werden kann

Was ein offener Kaminofen ist, bestimmt in Deutschland die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung aus dem Jahr 2010. Hier heißt es unter Punkt 12 des § 2 "offener Kamin: Feuerstätte für feste Brennstoffe, die bestimmungsgemäß offen betrieben werden kann". Ausgeschlossen von dieser Definition ist ein offener Kamin, der "ausschließlich für die Zubereitung von Speisen bestimmt ist".

Technisch gesehen handelt es sich bei offenen Kaminöfen um gemauerte Feuerstätten, die über eine Brennmulde und einen Rauchabzug verfügen. In der Praxis wird das Brennmaterial oft auf einen Feuerbock oder Feuerrost gelegt, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung für das Feuer zu sichern.


Offener Kaminofen mit Feuerbock
Der klassische offene Kaminofen mit Feuerbock für die Sauerstoffzufuhr

Was beim Betrieb eines offenen Kamins zu beachten ist!

Im Vergleich zu geschlossenen Feuerstätten, wie Kaminöfen, unterscheiden sich die Abbrandbedingungen bei einem offenen Kamin:

  • geringere Verbrennungstemperatur
  • unvollständigere Verbrennung
  • höhere Entwicklung von Qualm, Ruß und unliebsamen Gerüchen
  • geringe Wirkungsgrad von ca. 20 %

Ein offener Kaminofen ist aus diesem Grund auch ein relevanter Feinstaubproduzent und unterliegt deshalb gewissen Bedingungen im Betrieb, manche davon sind gesetzlich vorgeschrieben, andere erschließen sich aus der Funktionsweise eines offenen Kaminofens:

gesetzliche Vorschriften
  • Brennmaterial: laut 1. BImSchV § 3 Absatz 1 Nummer 4 dürfen nur naturbelassenes stückiges Holz oder Presslinge in Form von Holzbriketts verfeuert werden
  • Betriebsdauer: offene Kamine dürfen nur "gelegentlich" befeuert werden ( 1. BImSchV § 4 Absatz 4)
  • Schornstein: die Feuerschutzverordnung sieht einen passend zur Feuerstelle dimensionierten Schornstein und die regelmäßige Überprüfung dessen durch den Schornsteinfeger vor
Voraussetzung für sachgemäßen Betrieb
  • Luftzufuhr: Feuer benötigt Sauerstoff, welcher bei einem offenen Kamin direkt aus dem Raum entnommen wird, deshalb ist auf ausreichende Frischluftzufuhr zu achten (Fenster öffnen, Lüftungsrohr)
  • Beladung: eine Überladung des Feuerraums mit Brennstoff ist zu vermeiden
  • Brennmaterial: der zulässige Brennstoff sollte gut getrocknet sein, sodass die Restfeuchte des Holzes die Maximalgrenze nicht überschreitet
  • Betrieb: ein offener Kamin sollte nie unbeaufsichtigt betrieben werden

Wie oft darf ein offener Kamin betrieben werden?

Das vom Gesetzgeber festgeschriebene „gelegentlich“ wird meist mit max. 5 h an max. 8 Tagen/Monat interpretiert.

Zwar ist die Betriebsdauer eines offenen Kaminofens vorgeschrieben, jedoch steht im Gesetzestext nur "gelegentlich". Wie dieses Wort interpretiert werden soll, ist nicht festgelegt. Schornsteinfeger orientieren sich bei ihrer Beratung häufig an dem Beschluss des Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz vom 12. April 1991 (Aktenzeichen:7 B 10342/91 OVG ).

Demnach wird ein offener Kamin dann gelegentlich betrieben, wenn er nach unterschiedlich langen Ruhezeiten aufgrund besonderer Umstände in Betrieb genommen wird. Nicht zu beanstanden sei, wenn ein offener Kaminofen pro Monat an nicht mehr als acht Tagen und für maximal fünf Stunden befeuert wird.

Da es sich hier jedoch um eine Entscheidung im Einzelfall handelt, kann je nach Bebauungsdichte und Einschätzung des schwarzen Mannes die Definition von gelegentlich gänzlich anders aussehen.

Fakt ist aber: Um zu hohe Schadstoffemissionen sowie Belästigungen der Nachbarn durch Rauch oder Gerüche auszuschließen, dürfen offene Kamine weder ganztägig noch täglich befeuert werden.

Sind offene Kamine verboten?

Nein! Lediglich die Nutzungsdauer ist gesetzlich beschränkt.

Die 1. und 2. BImSchV schreibt für mit Holz betriebene Feuerstätten bestimmte Grenzwerte für die Emissionen an Kohlenmonoxid und Feinstaub vor. Werden diese überschritten, muss die Feuerstätte stillgelegt oder mit geeigneten Staubfiltern ausgestattet werden. Von dieser Regelung sind offene Kaminöfen nach § 26 Absatz 3.2 jedoch befreit.
Regelungen für offene Kamine

Wer mehr will, muss mehr tun!

Wenn Sie Ihren offenen Kamin also mehr als gelegentlich nutzen möchten, sollten Sie darüber nachdenken, ihn nachzurüsten, sprich zu sanieren. Für eine solche Sanierung eignen sich Kamineinsätze besonders, weil Sie damit die Möglichkeit haben, die ursprüngliche Optik des Kamins zu erhalten und trotzdem über eine Feuerstätte verfügen, die den Anforderungen der BImSchV genüge tut.



Rüsten Sie nach mit einem Kamineinsatz!




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Veröffentlicht am 01.12.2018 08:10 | 0 Kommentare

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