Kaminofen richtig heizen: 7 Tipps für einen besseren Abbrand

Kaminofe richtig heizen und für einen sauberen Abbrand sorgen.

Ein prasselndes Kaminfeuer, das lange vorhält und sauber abbrennt: So stellt sich jeder Kaminofen-Besitzer den idealen Kamin vor. Dieses Ziel ist erreichbar, braucht aber etwas Übung und die Beachtung einiger Grundregeln. Mit unseren Kaminofen Tipps geht Ihnen die Feuerkunst bald in Fleisch und Blut über. Ihr Ofen dankt es Ihnen durch einen ökonomischen Verbrauch und eine lange Lebensdauer.

Tipp 1: Ihr Kamin braucht ausreichend Luft

Feuer will atmen. Dieser Hinweis zählt zu den wichtigsten Tipps, wenn Sie mit dem Kaminofen richtig heizen wollen. Das gilt besonders in der Anheizphase. Wenn Sie in Ihrem Kamin die Holzscheite mit Anmachholz und Kaminanzündern in Brand setzen, muss so viel Sauerstoff wie möglich in den Brennraum eindringen können. Zu diesem Zweck stellen Sie die Luftzufuhr auf die Position "Anzünden" oder "Maximal". Besitzt Ihr Kaminofen Drosselklappen oder Absperrschieber, müssen diese geöffnet sein. Erst wenn alle Holzscheite von den Flammen erfasst sind, reduzieren Sie die Luft. Der optimale Wert ist der Bedienungsanleitung Ihres Ofens zu entnehmen. Begehen Sie nicht den Fehler, die Belüftung während des Abbrands stark zu drosseln. Diese Unterversorgung spart keinen Brennstoff, sondern produziert Ruß und Kohlenmonoxid.

Tipp 2: Ausschließlich mit Brennholz heizen

In Ihren Kamin gehört erstklassiges, naturbelassenes und gut abgelagertes Brennholz. Auch Kohle darf im Ofen verfeuert werden, wenn er eine Zulassung dafür besitzt. Zapfen und Reisig sind ebenfalls erlaubt, auch Sägespäne ohne Zusatzstoffe. Nicht in den Kamin gehören behandelte Hölzer - zum Beispiel solche, die Rückstände von Lacken enthalten. Alle Tipps zum richtigen Ofenheizen zielen auf Ökonomie, Ökologie und Materialschonung ab. Das gilt auch für das Brennmaterial. Das Verheizen von Papier und Pappe ist gesetzlich verboten. Sie verrußen damit Ihren Kaminofen und setzen Schadstoffe, wie krebserregende Dioxine frei. Zum Anzünden des Feuers eignen sich fingerdicke Stücke aus Nadelholz wie Fichte und Kiefer. Schnell und sicher lassen sich die Holzscheite mit handelsüblichen Kaminanzündern entfachen. 

Tipp 3: Wetterlage beim Anheizen beachten

Unter den Tipps für die Kaminofen-Beheizung darf ein Hinweis auf schwierige Wetterlagen nicht fehlen. Wenn die unteren Luftschichten kälter sind als die oberen, sprechen die Meteorologen von einer Inversionswetterlage. Merkmale der Inversion: Hohe Feinstaubbelastung und schlecht bzw. gar nicht ziehende Schornsteine. Auch Feuchtigkeit in der Schornsteinmündung kann besonders im Sommer den Zug beeinträchtigen. Traditionell lässt sich die Funktion durch ein sogenanntes Lockfeuer wiederherstellen: Es werden mehrere zerknüllte Papiere im Feuerraum des Ofens oder am tiefsten Punkt des Schornsteins verbrannt. Durch die Wärme löst sich die stehende Luftsäule im Kaminschacht auf. Danach heizen Sie Ihren Ofen wie in unseren Tipps beschrieben an.

Tipp 4: Ofen nur mit trockenem Holz befeuern

Die beste Kaminheizkunst ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Holzscheite zu viel Feuchtigkeit enthalten. Frisch geschlagen, enthalten Laub- und Nadelhölzer 50 bis 60 Prozent Wasser. Es braucht mindestens zwei Jahre Lagerung in einem Unterstand oder einer offenen Hütte an der frischen Luft, bis das Brennmaterial bereit für Ihren Kaminofen ist. Harthölzer wie Eiche und Robinie sollen sogar drei Jahre liegen. Dann enthalten sie noch zwischen 15 und 20 Prozent Wasser und verbrennen gleichmäßig ohne Qualmentwicklung. Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät können Sie die exakte Restfeuchte im Holz ermitteln. Haben Sie kein solches Gerät zur Hand, ist der Seifentest ein einfacher Trick, mit dem Sie testen können, ob Ihr Kaminholz den perfekten Feuchtigkeitsgrad hat. Geben Sie dazu einfach einen Tropfen Seife oder Spülmittel auf die Oberseite des Scheitholzes und pusten Sie von der Unterseite in das Scheit. An der Stelle, wo sich die Seife befindet, sollten sich Blasen und Schaum bilden - ein Zeichen dafür, dass die Holzfasern trocken genug sind, um die Luft durch das Holzscheit zu leiten.



Kaminöfen mit praktischem Holzlagerfach finden Sie hier:




Tipp 5: Holz parallel zur Scheibe platzieren

Dies ist einer der Tipps aus der Praxis: Beim Nachlegen positionieren Sie die neuen Scheite parallel zur Kaminofen-Tür möglichst weit nach hinten. Die Rinde muss von der Sichtscheibe weg zeigen. Durch diese Maßnahme verschmutzt die Glasscheibe weniger schnell, denn der Großteil der rauchverursachenden Restfeuchtigkeit sitzt in der Rinde. Weitere Tipps fürs Nachlegen: Luftzufuhr ganz öffnen, Kamintür einen Spalt breit und erst dann langsam weiter öffnen. 

Tipp 6: Scheibe sauber halten und Ruß entfernen

Nur ein sauberer Kaminofen erzeugt sichere und effiziente Wärme. Mit der Ofenrohrbürste säubern Sie alle senkrechten Rauchabzüge Richtung Kamin. Das waagerechte Rohr am Schornstein-Wandanschluss wird Richtung Schornstein gebürstet. Asche und Rückstände im Brennraum entfernen Sie mit Kaminbesen/Kehrblech oder Aschesauger. Für die Reinigung der Sichtscheibe gibt es einen alten Hausfrauentrick: Sie nehmen mit einer feuchten Zeitung oder einem Küchentuch etwas weiße Asche aus dem Brennraum auf (ohne gröbere Restpartikel, sonst gibt es Kratzer). Die Asche dient als ideales (und kostenfreies) Scheuermittel. Stärkere Verschmutzungen sind mit einem Kaminglasreiniger zu entfernen. 

Tipp 7: Kaminofen von Asche befreien und Aschekasten leeren

Eigentlich ist es selbstverständlich, wird in der Praxis aber oft vergessen oder zu spät erledigt. Darum als letzter unserer Tipps: Der Aschekasten muss geleert werden. Sammeln sich hier zu viele Rückstände an, beeinträchtigt dies die Feuer-Qualität und die Heizeffizienz. Bei großen Kaminanlagen reicht eine wöchentliche Entleerung. Ein kleinerer Ofen wird am besten nach jeden Brennvorgang mit geeignetem Besteck gereinigt. Übrigens können Sie die Asche als Dünger oder für den Kompost verwenden - saure Böden sind dafür besonders dankbar.

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Veröffentlicht am 12.11.2018 14:10 | 1 Kommentar

Kommentare

Super Beitrag, vielen Dank! Ich habe mit meiner Frau auch schon über das Thema Kaminöfen Hiezen gesprochen, da wir es beide sehr interessant finden.

Bram, 19.11.2018 23:48

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