Kaminofen richtig heizen: 7 Tipps für einen besseren Abbrand

Veröffentlicht am 12.11.2018 14:10 | 2 Kommentare
aminofe richtig heizen und für einen sauberen Abbrand sorgen.
Ein prasselndes Kaminfeuer, das lange vorhält und sauber abbrennt: So stellt sich jeder Kaminofen-Besitzer den idealen Kamin vor. Dieses Ziel ist erreichbar, braucht aber etwas Übung und die Beachtung einiger Grundregeln.

Kaminofen richtig heizen
Mit unseren Kaminofen Tipps geht Ihnen die Feuerkunst bald in Fleisch und Blut über. Ihr Ofen dankt es Ihnen durch einen ökonomischen Verbrauch und eine lange Lebensdauer.
Damit das Feuer brennt, benötigt es Luft. Das gilt besonders beim Anheizen. Wenn Sie in Ihrem Kaminofen die Holzscheite ordentlich entfachen wollen, muss ausreichend Sauerstoff in den Brennraum eindringen können. Deshalb sollten Sie alle vorhanden Luftzufuhrregler auf die Position, die eine uneingeschränkte Versorgung ermöglicht. Erst wenn alle Holzscheite von den Flammen erfasst sind, reduzieren Sie die Luftzufuhr. Der optimale Wert ist der Bedienungsanleitung Ihres Ofens zu entnehmen. Begehen Sie nicht den Fehler, die Belüftung während des Abbrands stark zu drosseln. Diese Unterversorgung spart keinen Brennstoff, sondern produziert Ruß und Kohlenmonoxid.
Heißer Tipp: Lassen Sie die Tür beim Anheizvorgang 10 min angelehnt, so bleibt die Scheibe sauber und der Anzündvorgang wird beschleunigt.
Unter den Tipps für die Kaminofen-Beheizung darf ein Hinweis auf schwierige Wetterlagen nicht fehlen. Wenn die unteren Luftschichten kälter sind als die oberen, sprechen die Meteorologen von einer Inversionswetterlage. Merkmale der Inversion: Hohe Feinstaubbelastung und schlecht bzw. gar nicht ziehende Schornsteine. Auch hohe Temperaturen oder Feuchtigkeit in der Schornsteinmündung können besonders im Sommer den Zug beeinträchtigen. Doch der Schornsteineffekt lässt sich durch ein Lockfeuer schnell wiederherstellen: Es wird ein wenig Papier, ein dünnes Anzündholz oder Holzwolle im Feuerraum des Ofens oder in der Schornsteinsohle verbrannt. Die damit entstandene Wärme steigt nach oben und der Zug ist wiederhergestellt.
In Ihren Kamin gehört nur naturbelassenes Brennholz. Am besten eignen sich Scheite, welche aus Laubbäumen geschlagen wurden. Auch Nadelholz kann in den Ofen, hier kann jedoch hartnäckiger Schmutz durch das austretende Harz entstehen. Zapfen und Reisig sind ebenfalls erlaubt, auch Sägespäne ohne Zusatzstoffe. Kohle darf im Ofen verfeuert werden, wenn er eine Zulassung dafür besitzt. Nicht in den Kamin gehören behandelte Hölzer - zum Beispiel solche, die Rückstände von Lacken oder Kleber enthalten. Das Verheizen von Papier und Pappe sollte vermieden werden. Sie verrußen damit Ihren Kaminofen und setzen Schadstoffe, wie krebserregende Dioxine frei. Zum Anzünden des Feuers eignen sich fingerdicke Stücke aus Nadelholz wie Fichte und Kiefer und handelsübliche Kaminanzünder.
Die beste Kaminheizkunst ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Holzscheite zu viel Feuchtigkeit enthalten. Frisch geschlagen, enthalten Laub- und Nadelhölzer 50 bis 60 Prozent Wasser. Es braucht mindestens zwei Jahre Lagerung in einem Unterstand oder einer offenen Hütte an der frischen Luft, bis das Brennmaterial bereit für Ihren Kaminofen ist. Harthölzer wie Eiche und Robinie sollen sogar drei Jahre liegen. Dann enthalten sie noch zwischen 15 und 20 Prozent Wasser und verbrennen gleichmäßig ohne Qualmentwicklung.
Wie Sie die Restfeuchte im Holz bestimmen können, erfahren Sie hier.
Sowohl beim Anzünden als auch beim Nachlegen sind Menge und Postion der Scheite entscheidend. Nutzen Sie beim Anzünden nicht zu viel Holz, damit der Ofen schnell auf hohe Temperaturen kommt. Beim Nachlegen positionieren Sie die neuen Scheite parallel zur Kaminofen-Tür, da in der Mitte die meiste Restfeuchte ist und der entstehende Ruß sich sonst an der Scheibe absetzt.

Lehnen Sie die Kamintür einen Spalt breit an und warten kurz bevor Sie sie ganz öffnen, Holz nachlegen, Tür schließen und die Luftzufuhr wieder komplett öffnen bis die Scheite Feuer gefangen haben.

In diesem Video wird erklärt, wie ein Kanuk® Original Werkstattofen angefeuert wird.
Nur ein sauberer Kaminofen erzeugt sichere und effiziente Wärme. Eigentlich ist es selbstverständlich, wird in der Praxis aber oft vergessen oder zu spät erledigt. Asche und Rückstände im Brennraum entfernen Sie mit Kaminbesteck oder Aschesauger. Der Aschekasten, falls vorhanden, muss geleert werden. Sammeln sich hier zu viele Rückstände an, beeinträchtigt dies die Feuer-Qualität und die Heizeffizienz. Bei großen Kaminanlagen reicht eine wöchentliche Entleerung. Ein kleinerer Ofen wird am besten nach jedem Brennvorgang mit geeignetem Besteck gereinigt. Übrigens können Sie die Asche wiederverwenden, für die Reinigung der Scheibe.
Heißer Tipp:
Je nach Funktionsweise, z. B. bei Werkstattöfen, sollte ein flaches Aschebett im Ofen verbleiben.
Auch die Ofenrohre und der Schornstein sollten regelmäßig auf Rußablagerungen überprüft und dementsprechend gereinigt werden. Mit einer Ofenrohrbürste säubern Sie alle senkrechten Rauchabzüge Richtung Kamin. Das waagerechte Rohr am Schornstein-Wandanschluss wird Richtung Schornstein gebürstet. Auch für den Schornstein gibt es entsprechende Besen, die Ihnen die eigenständige Reinigung ermöglichen, wenn es bis zum nächsten Besuch des Schornsteinfegers noch lange dauert. Eine saubere Abgasanlage sorgt für einen guten Zug und bewahrt Sie vor Gefahren wie Rußbrand oder Glanzruß.
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Kommentare

Vielen Dank für den interessanten Artikel über Kachelöfen. Ich finde das Thema sehr spannend und habe im Internet auch schon einige gute Seiten gefunden. 

JJ, 28.10.2019 20:38

Super Beitrag, vielen Dank! Ich habe mit meiner Frau auch schon über das Thema Kaminöfen Hiezen gesprochen, da wir es beide sehr interessant finden.

Bram, 19.11.2018 23:48

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