Ist der Betrieb eines Werkstattofens in der Garage erlaubt?

Veröffentlicht am 29.05.2020 08:00 | 0 Kommentare
Ist der Betrieb eines Werkstattofens in der Garage erlaubt?
Einfach anzünden und los? Leider darf ein Kaminofen praktisch nie einfach so in Betrieb genommen werden, ohne vorher diverse Vorschriften zu erfüllen. Wir erklären, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Inbetriebnahme des Werkstattofens in der Garage nichts mehr im Wege steht.
Der Werkstattofen
Der Werkstattofen ist ein leistungsstarkes Heizgerät, das mit seinem Konvenktionsprinzip vorzugsweise in Werkstätten, Lagern und großen Hallen eingesetzt wird. Aber er wird auch immer beliebter in Wohnungen, Verkaufs- und Gasträumen. Deshalb stellt sich vielen natürlich die Frage, ob ein Werkstattofen auch im Gartenhaus oder der Garage aufgestellt werden kann. Um diese Fragen zu Beantworten, muss erstmal geklärt werden, was mit Garage gemeint ist.
Was ist eine "Garage"?
Der Gesetzgeber definiert sehr genau, was eine Garage ist und wofür sie genutzt werden darf. So heißt es zum Beispiel in der sächsischen Garagenverordnung unter §1 Absatz (1): "Garagen sind Gebäude oder Gebäudeteile, die dem Abstellen von Kraftfahrzeugen dienen." Des Weiteren wird zwischen drei Größen unterschieden:

  • Kleingaragen: bis 100 m²
  • Mittelgaragen: 100 bis 1000 m²
  • Großgaragen: über 1000 m² sowie Garagen mit mehr als 50 Einstellplätzen
Zudem wird in §19 auch das Abstellen von Kraftfahrzeugen in anderen Räumen als Garagen geregelt:

(2) Kraftfahrzeuge dürfen in sonstigen Räumen, die keine Garagen sind, nur abgestellt werden, wenn

1. das Gesamtfassungsvermögen der Kraftstoffbehälter aller abgestellten Fahrzeuge nicht mehr als 12 Liter beträgt,

2. Kraftstoff, außer dem Inhalt der Kraftstoffbehälter abgestellter Kraftfahrzeuge, in diesen 

Was für alle Gebäudearten gilt, in denen Kraftfahrzeuge abgestellt sind: Feuer und Rauchen sind verboten. Das ist auch der Grund, warum Sie einen Holzofen dort nicht einfach in Betrieb nehmen dürfen (sehr wohl wäre es aber möglich, nur das Holz für den Betrieb eines Kamins dort zu lagern). Damit Sie dort dennoch einen Werkstattofen betreiben dürfen, ist die Änderung der Nutzung des Raums notwendig. 
Wann ist ein Werkstattofen in der Garage erlaubt? Sobald Sie entscheiden, die Garage beispielsweise als Hobbyraum oder Werkstatt zu nutzen (oder jegliche andere Form von Räumlichkeit, in dem ein Kamin in Betrieb sein darf), ist auch die Aufstellung des Ofens kein Problem mehr. Aber auch nur, wenn Sie den Raum nicht nebenbei als Garage nutzen. Natürlich gelten dann noch immer diverse Bestimmungen, sodass Sie beispielsweise um die Abnahme der Feuerstelle durch die wachsamen Augen eines Schornsteinfegers nicht herumkommen werden. Aufpassen müssen Sie generell nur dann, wenn Sie beispielsweise planen, auch Brennstoffe direkt in der Nähe des Feuers aufzubewahren - was wiederum nicht in Ordnung wäre, denn ein Kanister Spiritus in der Nähe eines Feuers ist sicherlich keine gute Idee.
kleine Werkstatt
Werkstattofen im Hobbyraum
Was sind die Vorteile eines Werkstattofens im Garagen-Hobbyraum? Da nicht jede garagenähnliche Räumlichkeit über eine eigene Heizung verfügt, genießen Sie natürlich zunächst ganz einfach die Wärme. Empfehlenswerte Modelle sind typische Warmluftöfen, die auf Konvektionstechnik basieren. Sie verteilen die Hitze sehr schnell im Zimmer, außerdem lässt sich mit Varianten mit Gebläse sogar bestimmen, wohin die Wärme zuerst gelangen soll. Wahrscheinlich ist ein Werkstattofen auch günstiger als etwa die Installation einer Heizung, wenn in der ehemaligen Garage keine Anschlüsse dafür vorhanden sind und der Heizkörper erst aufwendig in das Heizsystem des Hauses integriert werden müsste.
Werkstattofen im Gartenhaus
In einem Gartenhaus gelten zunächst dieselben Vorteile, die wir im letzten Absatz bereits beschrieben haben: Möchten Sie es im Winter schön warm haben, können Sie sich auch dort für überschaubare Kosten einen Ofen installieren lassen. Je nach Größe des Gartens sparen Sie sich auch damit sehr viel Arbeit (und Geld) im Vergleich zur Installation eines gewöhnlichen Heizkörpers. Aber auch hier gilt: nicht einfach ins Abenteuer stürzen. Ein paar Dinge sollten Sie vor Kauf und Inbetriebnahme klären.
Zunächst sollten Sie sich mit der Vereinssatzung der Gartensiedlung vertraut machen, viele erlauben weder Kamin noch Werkstattofen im Gartenhaus. Ist es jedoch Ihr eigenes Grundstück oder ein Ofen ist laut Satzung erlaubt, muss sich auch hier der Schornsteinfeger um die Abnahme der Feuerstelle, des Ofenrohrs und des Schornsteins kümmern. Damit dieser Ihrem neuen Werkstattofen am Ende ein positives Zeugnis ausstellt und Sie mit dem Heizen beginnen können, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu zählen:

  • Kann der Ofen so aufgestellt werden, dass die Brandschutzbestimmungen erfüllt werden?
  • Ist das Haus aus Holz müssen brandsichere Durchführungen für das Ofenrohr eingebaut werden
  • Möglicherweise müssen Sie die Wände und den Boden in der Nähe des Ofens brandschutzsicher auskleiden.
  • Achten Sie darauf, dass der Ofen die richtige Leistung mitbringt und Ihr Häuschen nicht überhitzt
Die folgenden Vor- und Nachteile zeigen Ihnen auf einen Blick, warum sich die Installation lohnt, aber auch, welche Nachteile Sie beachten müssen:
Vorteile
  • Umweltfreundliches Heizen
  • Feuchtigkeit und Schimmel bekämpfen
  • Verhältnismäßig kostengünstig
Nachteile
  • größere Umbauten für Ofenrohr und Schornstein
  • Platz muss vorhanden sein
  • Einschränkungen bei der Gartenhausnutzung
Anleitungen

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