Werkstattofen anschließen: Das gilt es zu beachten!

Kaminofenrohr reinigen

Unkompliziert und leistungsstark: Mit einem Werkstattofen heizen Sie die namensgebenden Werkshallen ebenso wie Wohnbereiche, wenn Sie sich mit dem rustikalen Äußeren anfreunden können. Anschluss und Inbetriebnahme wollen allerdings gelernt sein - und ohne einen Schornsteinfeger geht es auch nicht. Gerne verraten wir Ihnen, was wichtig ist!

Standortwahl: Wo wollen Sie den Werkstattofen aufstellen?

Ein idealer Standort für den Ofen ist natürlich der Raum, den Sie primär erwärmen möchten. Gleich im Voraus sollten Sie klären, ob es sich um ein Modell mit einem (optionalen) Anschluss für die Zufuhr von Außenluft handeln soll. Dies bestimmt den Aufstellungsort, da die Leitung nach außen gelegt werden will. Weiterhin stehen die Leistung bei einem Kamin (angegeben in kW) und die Raumgröße immer in engem Zusammenhang. Eine kleine Faustregel lautet: Ein Werkstattofen heizt pro kW Leistung etwa 10 m² Raum. 3 kW würden somit beispielsweise für 30 m² ausreichen. Sollten Sie einen Ofen anschließen, der "zu viel" Leistung liefert, werden Sie das am Hitzestau im Raum merken.

Passt der Schornstein?

Zuerst gilt: Wahrscheinlich sind Sie nicht selbst in der Lage, diese Frage zu beantworten. Ob Sie den Ofen anschließen können und ob der Schornstein passt, ist eine Frage, die am besten der Schornsteinfeger klärt. Daraus folgt auch, dass vor dem eigentlichen Kauf des Ofens ebenfalls ein Fachmann dabei sein sollte, damit dieser Ihnen sagt, ob das gewünschte Modell überhaupt mit den Gegebenheiten vor Ort kompatibel ist. Denn: Werkstattofen und Schornstein bilden funktionell eine Einheit. Nur durch eine einwandfreie Sogwirkung kann der Ofen in der Werkstatt überhaupt funktionieren und die Abfuhr der Abgase findet sicher und sauber statt. Das wirkt sich auch auf die Leistung aus, denn zu breite Schornsteine können etwa die Abgase eines zu Ofens mit geringer Abgastemperatur nicht adäquat abführen. Die Folge sind ein verminderter Abbrand sowie vermehrte Qualmbildung im Brennraum.



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Ofenrohr am Werkstattofen anschließen

Beim Ofenrohrkauf sollten Sie darauf achten, dass zwischen Wand und Ofen etwa 20 cm Abstand herrschen. Dementsprechend müssen Winkel, Bögen und Längenelemente gewählt werden. An der Stelle, an der das Ofenrohr auf den Schornstein treffen soll, wird die Kernbohrung vorgenommen. In die entstandene Öffnung wird das Doppelwandfutter eingesetzt. Bei Holzwänden müssen Sie vorsichtig sein, da sich Hitze und Holz bekanntlich nicht gut miteinander vertragen. Eine gute Idee ist dann die Anschaffung von Brandschutzdurchführungen, wie die Wanddurchführung LUX NOVA von Jeremias. Diese Durchführungen bestehen aus einem extrem hitzebeständigen Material, das den Brandschutzbestimmungen entspricht und garantiert kein Feuer fangen kann.

Ofenrohr anschließen - mit dieser Anleitung kein Problem

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Für Sicherheit sorgen! Funkenschutzplatte auslegen & Sicherheitsabstände beachten

Sie hantieren mit offenem Feuer - und das bedeutet, das immer Gefahr droht. Funken, die etwa auf einen Fußboden aus Holz treffen, setzen im Ernstfall das gesamte Haus in Brand. Daher sollten Sie auf brennbaren Untergründen eine Funkenschutzplatte unter den Kaminofen legen: Diese kann aus Sicherheitsglas oder auch aus Stahl bestehen. Der Gesetzgeber schreibt dabei Sicherheitsabstände vor: Direkt vor der Tür sollten 50 cm abgedeckt sein, zu den Seiten sind es jeweils 30 cm. Damit schaffen Sie Sicherheit bei der Nutzung des Ofens. Im Zweifelsfall fragen Sie (bevor Sie den Werkstattofen anschließen) einen ausgebildeten Fachmann.

Werkstattofen ordnungsgemäß aufstellen

In jedem Fall sollten Sie sich so exakt wie möglich an die Bedienungsanleitung halten. Ignorieren Sie die einzelnen Schritte nicht und arbeiten Sie sie gewissenhaft ab. Im Zweifelsfall hängt später davon nicht nur die Funktionalität des Ofens, sondern auch Ihre Sicherheit ab. Darüber hinaus sollten Sie nicht versuchen, den kompletten Kaminofen allein aufzustellen (es sei denn, Sie verfügen über viel Erfahrung). Sie hantieren mit schwerem Gerät, das Verletzungsrisiko ist also durchaus erhöht.

Die meisten Werkstattöfen arbeiten mit dem Konvektionsprinzip. Kalte Luft wird aus Bodennähe angesaugt, außen an der Brennkammer entlanggeführt und erwärmt zurück in den Raum geblasen. Damit dieses Prinzip problemlos funktionieren kann, bietet es sich an, den Werkstattofen auf einem Podest bzw. Untergestell zu platzieren. Zusätzliche Seitenbleche unterstützen nicht nur das Konvektionsprinzip, sondern verringern auch den Abstand zu brennbaren Materialien und minimieren das Verletzungsrisiko, welches durch die heißen Röhren besteht.



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Die Abnahme durch den Schornsteinfeger ist Pflicht!

Kamin einbauen und los? Nicht in Deutschland. Bevor Sie auch nur ein Streichholz entzünden, müssen Sie den Fachmann rufen, damit dieser die Abnahme durchführen kann. In erster Regel ist das für Sie hilfreich, denn nicht genehmigte Feuerstellen führen zu unzähligen Problemen, wie Anzeigen der Nachbarn, hohe Bußgelder, eine Stilllegung des gesamten Projekts und so weiter. Schlimmer sind jedoch die gesundheitlichen Folgen, wie Krankheit oder Tod durch Kohlenmonoxidvergiftung oder Brände. Sie tun sich keinen Gefallen damit, alles "auf eigene Faust" durchzusetzen, und spielen obendrein noch mit Ihrer Gesundheit. Da Sie hinsichtlich der anderen beschriebenen Arbeitsschritte ohnehin mit dem Schornsteinfeger zusammenarbeiten müssen, sollten Sie die Abnahme ebenfalls gleich mit ihm vereinbaren.

Der letzte Schritt: Kaminofen anheizen und einbrennen

Ofenrohr angeschlossen, Holz in der Kammer, Abstände zur Wand beachtet, Abnahme erfolgt? Dann nehmen Sie den Kamin jetzt in Betrieb. Beachten Sie: Beim ersten Mal muss die Lackierung des Ofenkörpers eingebrannt werden, woher er auch seinen alternativen Namen Einbrennlack bekommt. Durch extreme Hitze und anschließendes Auskühlen härtet der Lack aus - also machen Sie genau das. Die enorme Hitze, die beim ersten Befeuern entstehen sollte, verlangt auch nach viel Sauerstoff. Das heißt, dass Sie den Raum so gut wie möglich lüften sollten, während der Einbrennprozess im Gang ist. Wann das Einbrennen vollendet ist, hängt von der Art des Kamins und auch der Hitzeentwicklung und Belüftung ab. Fragen Sie im Zweifelsfall unsere kompetenten und freundlichen Berater, die Ihnen alle Ihre Fragen gerne beantworten.

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Veröffentlicht am 30.11.2018 08:46 | 0 Kommentare

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