Was ist das beste Brennholz: Birke oder Buche?

Veröffentlicht am 27.02.2020 08:00 | 0 Kommentare
Birkenholz und Buchenholz
Wenn man sich unter erfahrenen Ofenbesitzern nach dem Brennholz Ihrer Wahl erkundigt, so erhält man keine einheitliche Antwort. Auffällig ist aber, wie häufig Birke und Buche als persönliche Favoriten beim Kaminholz genannt werden. Deshalb gehen wir jetzt der Frage nach, warum diese Holzarten so beliebt sind und was sie gegenüber anderen auszeichnet. Ein Blick auf die Fakten soll Ihnen helfen, das beste Brennholz für Ihren Kamin und für Ihre individuelle Heizsituation zu finden.

Buche versus Birke
Für das Beheizen von Kaminöfen werden sie gerne benutzt: Birke und Buche, aber was ist das bessere Brennholz? Bevor wir auf die Unterschiede und individuellen Vorzüge der beiden Holzarten eingehen, zunächst etwas zu deren Gemeinsamkeiten. Beide sind Laubhölzer und werden zu den Harthölzern gerechnet. Hartholz hat eine relativ hohe Dichte, das Holz von Birken und Buchen ist also vergleichsweise schwer und auch nicht leicht zu spalten. Außerdem enthält es, typisch für Laubholz, wenig Harz und brennt daher ruhiger und mit weniger Funken als Nadelholz. Das macht beide Hölzer zu bevorzugtem Brennholz gerade bei offenen Kaminen oder Feuerstellen im Freien, wo Funkenflug unerwünscht ist. Im Detail allerdings unterscheiden sich die Holzarten in ihrem Härtegrad und ihrem Brennverhalten.
Was ist härter, Birke oder Buche? Der Härtegrad eines Holzes lässt sich objektiv messen. Der Schwede Brinell hat dafür einst ein Verfahren entwickelt und die damit ermittelte Brinellhärte ist auch heute noch ein gültiges Härtemaß. Birkenholz hat im Durchschnitt eine Brinellhärte von 23, Buchenholz von 34. Ein höherer Wert bedeutet härteres Holz, Buchenholz ist also die deutlich härtere Holzart. Die Härte eines trockenen Holzes hängt von seinem spezifischen Gewicht ab, das auch Rohdichte genannt wird. Je größer die Rohdichte, desto weniger Hohlräume sind im Holz enthalten und desto härter ist es. Weniger Hohlräume bedeuten auch mehr brennbares Material pro Volumen.
Tipp: Bei Brennholz besonders interessant: Bei der Trocknung verliert Holz Feuchtigkeit und Gewicht, gewinnt aber an Härte.
Was brennt besser, Birke oder Buche? Härteres, trockenes Holz hat wegen der fehlenden Hohlräume einen höheren Brennwert als weiches Kaminholz. Bei Buchenholz rechnet man mit einem Brennwert von 2100 kWh pro Raummeter Kaminholz, bei Birke mit geringeren 1900 kWh pro Raummeter. Da Buchenholz einen höheren Heizwert hat, beim Verbrennen also mehr Energie pro Volumen liefert, brennt es auf jeden Fall länger. Nun ist "länger" nicht unbedingt immer "besser". So lässt sich Birkenholz im Vergleich einfacher anzünden und es brennt schneller. Bei der Buche steht der langen Brenndauer eine schlechte Entzündbarkeit gegenüber. Darüber hinaus gibt es sensorische Unterschiede bei der Verbrennung, die typisch für die jeweilige Holzart sind. Brennendes Birkenholz zeigt ein attraktives Flammenbild mit reizvollem Blauanteil und riecht durch ätherische Öle aromatisch. Die meisten Menschen empfinden diesen Geruch als angenehm. Buchenholz hat ein unauffälligeres Flammenspiel und verbrennt geruchlich neutraler. Sind die Scheite einmal richtig entflammt, dann brennen sie mit ruhiger Flamme ab und glühen sehr lange nach.
Buche Birke
2100 kWh pro m³ Kaminholz 1900 kWh pro m³ Kaminholz
brennt länger leichter entzündbar
unauffälliges Flammenspiel attraktives Flammenbild mit reizvollem Blauanteil
verbrennt geruchlich neutral riecht durch ätherische Öle aromatisch
Fazit
Aber welches Holz ist nun das beste Brennholz? Beide Hölzer sind zu Recht beliebtes Brennholz für Kamin, Ofen und Holzheizung. Durch sein munteres Flammenspiel ist Birkenholz besonders gut für offene Kamine und Kaminöfen mit großen Sichtscheiben geeignet. Auch bei Ofenbesitzern, die einfaches Anzünden und schnelle Wärmeentwicklung schätzen, steht das Holz hoch im Kurs. Wer hingegen vornehmlich effizient heizen möchte und langanhaltende Wärme benötigt, ist mit Buchenholz als Brennholz sehr gut bedient.
Tipp: Wenn Sie beide Holzarten mögen und verfeuern wollen, dann eignet sich Birke für das Anfeuern und rasches in Gang bringen des Feuers. Später legen Sie Buchenholz nach, das lange brennt und durch seine ausdauernde Glut für Stunden gemütlicher Wärme sorgt.
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