Welchen Pufferspeicher benötige ich für welchen Zweck?

Welchen Pufferspeicher benötige ich für welchen Zweck?

Ein Pufferspeicher gehört heutzutage zum Grundrepertoire von modernen Heizungsanlagen. Ob Sie nun Heizkessel mit Pellets, Scheitholz, Öl oder Gas betreiben, die Pufferspeicher sorgen dafür, dass bei den Hochleistungskesseln die (gerade nicht benötigte) Energie abgefangen sowie für die spätere Verwendung gespeichert werden kann. Auch können Sie Pufferspeicher dazu nutzen, mehrere Energiequellen zu verbinden bzw. miteinander in Einklang zu bringen, beispielsweise die Verbindung von einem Heizkessel mit einer Solarthermie. Doch mithin ist es oft nicht einfach sich für den richtigen Pufferspeicher oder die richtige Kombination von Speichern zu entscheiden. Benötigen Sie nur einen für die Wärmespeicherung? Oder wollen Sie auch warmes Wasser nutzen? Soll eine Solaranlage an das Heiznetz angebunden werden? Wollen Sie schließlich verschiedene Puffervarianten für die effiziente Ausnutzung Ihrer Heizquellen verwenden? Oder einfach kurz:  Wie wählt man den richtigen Pufferspeicher aus?

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, werden wir Ihnen im Folgenden einen kleinen Überblick über die verschiedene Varianten und deren Einsatzmöglichkeiten geben.

Zunächst möchten wir Ihnen neben den Arten der Verwendungsmöglichkeit, für die Warmwassernutzung, Wärmespeicherung oder der Nutzung von Solarthermie ein paar weitere wichtige Fragen aufzeigen, die Sie sich stellen sollten, auf dem Weg zum richtigen Pufferspeicher:
 

• Haben Sie ein kombiniertes Heizungssystem mit mehreren Energiequellen (Bsp. Solarthermie, Heizkessel und wassergeführter Kaminofen) oder nur eine Einzelheizung (Bsp. Pelletheizung oder Scheitholzkessel)?
• Wie sind die zu beheizenden Flächen in Ihrem Gebäude ausgelegt? Wie hoch ist die Temperaturspreizung?
• Wie groß ist der Aufstellort? Haben Sie genügend Platz für die Anlieferung und den Einbau?
• Welchen Kesseltyp haben Sie?
• Wie groß sind die Leistung, die Heizkapazität und die Dauer des Abbrandes des Heizkessels?
• Wie erfolgt die Regelung beim Kessel? (Leistungsregelung und Feuerungsregelung)
• Wie sind Ihrer spezifischen Komfortansprüche?  (Speicherzeit, Nachlegeintervall)
• Welchen Brennstoff oder Energielieferanten nutzen Sie? (Art des Holzes, Solar, Gas etc.)
• Hat der Kessel genügend Temperaturmesszonen?
• Welche Form oder Isolierung hat der Puffer? (Bsp. Wärmeschichtung wird besser mit schlankerer Form und Höhe)
• Wie erfolgt die Be- und Entladung des Puffers?
• Und wie viele Pufferspeicher wollen Sie in Ihr Heizungssystem integrieren?

 

Der (klassische) Pufferspeicher
(auch: Wärmespeicher oder Lastenausgleichsspeicher genannt)
 
Diese werden ausschließlich für die Speicherung von Wärmeenergie verwendet. Die Energie wird zwischengespeichert und bei Bedarf später wieder in das Heizungssystem abgegeben. Diese Puffer werden schlicht und ergreifend für die Einbindung in den Heizkreislauf verwendet. Aber Sie können letztlich durch den integrierten Wärmetauscher für die Anbindung weiterer Energieträger (Bsp. Solar) dienlich sein.
 

Der Kombispeicher
 
Bei diesem Puffer wird ganz dem Namen nach die Wärmespeicherung und die Nutzung von warmen Wasser „kombiniert“. Kombispeicher sind somit nichts anderes als Pufferspeicher mit der ergänzenden Nutzung von Brauchwasser. Diese Speicher sind mit einer integrierten Brauchwasserblase (Tank im Tank-System) ausgestattet, welche warmes Wasser für den häuslichen Gebrauch zur Verfügung stellt. Ebenso wirkt die Einsenkung des Warmwasserspeichers in den Heizungsspeicher sehr platzsparend. Nachteilig bei diesem Speicher ist die Bereithaltung des Puffers auf hoher Gesamttemperatur. Das gesamte Speichervolumen muss zur Sicherung der Warmwasserversorgung stetig auf hoher Temperatur gehalten werden, welche für höhere Energiekosten sorgt. Auch kann es beim Heizen mit Holzheizungen durch die möglichen Schwankungen bei der Feuerung leichter zu Überhitzungen kommen, wozu ein zusätzlicher Brauchwassermischer notwendig wird.
 


Der Schichtenpufferspeicher
 
Der Schichtenpufferspeicher wird in Fachkreisen als gute Gesamtlösung bei Pufferspeichern angesehen bzw. sind alle modernen Pufferspeicherarten in gewisser Weise Schichtenpufferspeicher. Die Wärme wird durch die Schichtung (Bsp. Schichttrennplatte, Rücklaufschichtrohr, Einströmdämpfer)) effizienter und schneller gespeichert, da der Aufheizvorgang durch die exakteren Temperaturschichten geregelter abläuft und es kaum zu Vermischungen von warmem und kaltem Wasser kommt. Demzufolge verringern sich die Temperaturverluste und es steht schneller heißes Wasser zu Verfügung. Im Unterschied zum herkömmlichen Pufferspeicher ist der Zeitraum der Aufwärmung kürzer und die Phase der Abgabe länger.
 


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Trinkwasserspeicher, Hygienespeicher und Tiefenspeicher
(auch Brauchwasser-oder Hochleistungsspeicher genannt)
 
Hygienespeicher und Trinkwasserspeicher dienen neben der allgemeinen Speicherung von Wärme auch der hygienischen Aufbereitung von Warmwasser. Sie bestehen grundsätzlich aus wasserbeständigem und rostfreiem Material, wie Emaille, Kunstoff, Edelstahl oder aus Kombinationen mit normalem Stahl.

Die Hygienespeicher sind hierbei durch das Prinzip der Durchlauferhitzung - meist per Edelstahlwärmetauscher - gekennzeichnet, welches das Wasser in Bewegung hält. Das zubereitete Trinkwasser wird nicht gespeichert (steht nicht still) und somit bleibt die Gefahr einer Legionellenbildung auch bei längerer Nichtbenutzung sehr gering.

Bei allgemeinen Trinkwasserspeichern hingegen wird das nutzbare Wasser gespeichert. Die Gewährleistung der Hygiene wird bei diesen Speichern durch eine integrierte Magnesium-Anode (Opferanode) sicher gestellt, welche das Wasser von etwaigen Korrosionspartikeln freihält.

Als platzsparende Variante sind diese Speicher für die Trinkwassernutzung auch als Tiefenspeicher erhältlich.
 


Fazit
 
Wie Sie sehen, ist die richtige Auswahl eines Pufferspeichers doch nicht so einfach, wie sie vielleicht anfänglich erscheint. So wirken viele Kriterien (Bsp. Aufstellort, Nutzungsart, Kesselleistung, Ofentyp etc.) in die Entscheidungsfindung für den idealen Speicher mit hinein. Wir empfehlen Ihnen im besten Fall eine Fachkraft zu Rate zu ziehen, die Ihnen bei eventuellen Fragen zur Seite steht. Hierzu können Sie sich auch gerne an unsere kompetenten Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen wenden.
 


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