Was tun, wenn der wasserführende Ofen gluckert?

Veröffentlicht am 22.07.2020 08:00 | 0 Kommentare
Wasserführender Kaminofen und Frau mit Hand am Ohr
Plätschernde, gluckernde oder zischende Geräusche von einem Kaminofen mit Wasserzufuhr oder einer anderen wasserführenden Heizanlage sind ein Zeichen dafür, dass sich Luft im Heizsystem befindet. Hierdurch vermindert sich die Heizleistung. Durch die reduzierte Abgabe von Wärmeenergie kann es außerdem zu einer Überhitzung der Heizanlage kommen. Geräusche in einem wasserführenden Kamin sind ein Hinweis darauf, dass die Anlage entlüftet werden muss. Außerdem sollte der Druck innerhalb des Systems überprüft und korrekt eingestellt werden, um die Leistung der Anlage zu optimieren und Fehlfunktionen auszuschließen.
Geräusche vom Ofen
Wenn ein wasserführender Kaminofen plätschernde, gluckernde oder zischende Geräusche von sich gibt, ist das ein Hinweis darauf, dass ein Problem besteht. Theoretisch gelangt in das geschlossene Heizsystem keine Umgebungsluft, in der Praxis sieht es jedoch häufig anders aus. Vor allem in einem älteren Haus kann es, abhängig vom Zustand der Rohrleitungen, dazu kommen, dass über Diffusion oder undichte Stellen Sauerstoff in den Kreislauf gelangt. Aber auch über Komponenten wie Pufferspeicher oder Be- und Entlüfter kann Sauerstoff ins System kommen. Die Luft macht sich durch Gluckern und eventuell durch Plätschern bemerkbar. Bei einem wasserführenden Kaminofen kann aber auch das Überschreiten der vorgegebenen Holz-Auflagemenge für das Feuer dazu führen, dass das Wasser in der Wassertasche des Ofens punktuell siedet und Blasen bildet. Durch das Siedewasser kann ein zischendes Geräusch entstehen. Auch wenn die Geräusche zunächst nur sporadisch auftreten, sollten Sie die Ursache beheben.
Hinweis: Kein Handlungsbedarf besteht bei den typischen Knackgeräuschen, die entstehen, wenn ein Ofen erstmals in Betrieb genommen wird und sich das Material durch die Wärme ausdehnt. Sie können auch bei wasserführenden Geräten auftreten, haben aber nichts mit Luft im Wasserkreislauf zu tun.
Geräusche beheben
Geringe Mengen Luft in einer wasserführenden Heizanlage sind - bis auf die Geräuschentwicklung - zunächst nicht problematisch, Gefahren sind damit ebenfalls nicht verbunden. Jedoch wird der Kaminofen hierdurch ineffektiv - er verbraucht mehr Brennstoff, ohne die gewünschte Heizleistung zu erbringen. Gluckernde Geräusche, die immer wiederkehren, sind ein sicheres Zeichen dafür, dass das Heizsystem an irgendeiner Stelle Luft zieht. Ursachen dafür können ein defektes Ventil oder MAG (Membranausdehnungsgefäß) sein. Durch eine Entlüftung lässt sich dieser Zustand gut beheben. 
Achtung: Es herrscht Gefahr im Verzug, wenn die Wassertemperatur zu hoch wird. Hier sollte ein Fachmann die gesamte Heizanlage und alle Einzelkomponenten überprüfen. 
Wann entlüften?
Generell ist es sinnvoll, einen wasserführenden Kaminofen in regelmäßigen Abständen auf seine Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Eine Entlüftung muss nach dem Anschluss, vor der ersten Inbetriebnahme und in den ersten Wochen danach erfolgen, damit die von der Installation im System verbliebene Restluft gänzlich entweichen kann. Später sollte immer dann entlüftet werden, wenn eine Anpassung des Gesamtdrucks der Anlage vorgenommen wurde. Falls der Kaminofen im laufenden Betrieb Geräusche von sich gibt, ist ebenfalls eine Entlüftung nötig. Gleichzeitig sollte eine Überprüfung des Systemdrucks erfolgen: Wenn ein Kamin oder ein wasserführender Pelletofen mit zu wenig Flüssigkeit und folglich mit zu geringem Druck betrieben wird, sind früher oder später Betriebsstörungen die Folge. Die Heizkörper werden nicht mehr warm, gleichzeitig kommt es eventuell zu einer Überhitzung des wasserführenden Systems, da die Wärme nicht mehr nach außen abgegeben werden kann. 
Hinweis: Wenn ein Kaminofen im Sommer nicht verwendet wird, sollte er am Ende der Heizperiode nochmals entlüftet werden, damit der Druck in der Anlage konstant gehalten werden kann.
Ofen entlüften - Anleitung
Bei wasserführenden Kaminen ist es in der Regel möglich, an der Wassertasche und an den Anschlussleitungen Entlüftungsmöglichkeiten zu installieren. Dabei kann es sich um manuell zu betätigende oder automatisch arbeitende Ventile, Entlüftungsstopfen, Entlüftungshähne oder Luftabscheider handeln. Die Entlüftung von Kaminöfen erfolgt am höchsten Punkt des Heizkreislaufs - in der Regel am Wärmetauscher des Kamins - sowie an anderen Hochpunkten des Systems. Dabei gehen Sie folgendermaßen vor: 

  1. Öffnen Sie alle vorhandenen Absperrventile, Entlüftungseinrichtungen sowie die Konvektionsbremse des Systems. 
  2. Füllen Sie die Anlage langsam mit Wasser auf.
  3. Stellen Sie den Maximalfülldruck der Heizung vor dem Wassereintritt ein. 
  4. Schalten Sie die Umwälzpumpe des Ofens zum Zeitpunkt des Wassereintritts ein und lassen Sie sie auf höchster Stufe laufen.
  5. Nach der Entlüftung wird die Schwerkraftbremse der Anlage wieder in Betrieb genommen und die thermische Ablaufsicherung an die Wasserleitung angeschlossen. 
Tipp: Bei einem Ofen mit etwas flexiblen Anschlüssen kann es sinnvoll sein, ihn durch das Unterschieben eines Keils leicht zu kippen, sodass die Einschlussluft sich in Richtung des Entlüftungsventils bewegt und dort abgelassen werden kann. 
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