Modern heizen mit einer Wärmepumpe und wasserführendem Kaminofen

Veröffentlicht am 25.05.2020 08:00 | 0 Kommentare
Kaminofen und Wärmepumpe
Sie möchten mit einem klassischen Holzofen heizen, aber gleichzeitig die Möglichkeiten moderner Heizungssysteme erforschen? Dann kombinieren Sie doch einfach beide Elemente: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zusammen mit einem klassischen Kamin kann genau richtig sein. Welcher Ofen dafür infrage kommt, worauf Sie achten sollten und welche Kosten auf Sie zukommen können, klären wir jetzt.
Warum bivalent heizen?
Es gibt nicht die eine Heizung, die für jedes Haus eine optimale Lösung ist. Aber wo ein Heizsystem vielleicht Schwächen aufweist, kann ein anderes unterstützend wirken und positiv zur Energiebilanz beitragen. Deshalb ist es oftmals sinnvoll, verschiedene Energieträger miteinander zu kombinieren - in Fachkreisen spricht man dann von einer bivalenten Heizung.

Eine Pumpe befriedigt beispielsweise die Grundlast sehr gut, die in allen zwölf Monaten im Jahr auftritt. Gleichzeitig hat allerdings eine Luft-Wärmepumpe in den besonders kalten Monaten Nachteile - die durch einen Kaminofen oder wasserführenden Kaminofen ausgeglichen werden können. Preiswertes, effizientes und auch sehr bequemes Heizen durch die Wärmepumpe wird in diesem Fall kombiniert mit der Zusatzwärme, die der Kamin im Winter bereitstellen kann.
Generell haben Sie die Wahl zwischen einer Luft- und einer Erdwärmepumpe. Die Erdwärmepumpe holt ihre Energie tief aus der Erde. Dort ist die Temperatur recht konstant. Ob gerade Sommer oder Winter ist, spielt für die Erdwärmepumpe somit keine Rolle. Die Luftwärmepumpe hingegen holt ihre Wärme direkt aus der Umgebungsluft. Im Sommer ist sie somit höchst effizient, im Winter hingegen ist sie ein echter Energiefresser. Dort können Sie dann die Vorteile des Kaminofens voll ausspielen. Für eine bivalente Heizung stellt die Luftwärmepumpe die bessere Wahl dar, denn eine Erdwärmepumpe würde den Ofen - bis auf die wohlige Atmosphäre im Wohnzimmer - überflüssig machen. 
Illustration Erdwärmepumpe und Luftwärmepumpe
Funktionsweise Wärmepumpe
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft, um diese anzusaugen und ihr über ein umgedrehtes Kühlschrankprinzip Wärme zu entziehen. Das bedeutet, dass die Luft ihre Temperatur an ein Kältemittel abgibt, das schon bei geringen Temperaturen beginnt zu verdampfen. Ein Verdichter sorgt für eine noch höhere Temperatur des verdampften Kältemittels. Diese Wärme wird über einen Wärmetauscher an den Wasserkreislauf des Hauses abgegeben und kann nun für die Heizung und/oder die Brauchwasserbereitung genutzt werden. Manche Systeme können sogar im Sommer dafür genutzt werden, die Raumtemperatur herunterzukühlen.
Tipp: Noch nachhaltiger wird die Luftwärmepumpe, wenn sie den benötigten Strom aus einer Photovoltaik-Anlage bezieht.
Die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe steigt und fällt mit der Temperatur der Wärmequelle - also der Luft. Je kälter die Luft, desto mehr Strom wird benötigt, um die enthaltene Energie zu verdichten und anschließend in die Heizung einzuspeisen. Das erklärt auch, warum diese Wärmepumpe im Winter wesentlich kostspieliger im Betrieb ist - und warum ein wasserführender Ofen eine ideale Ergänzung ist.
Wissen: Wie bei allen anderen Heizsystemen wird auch die Luft/Wasser-Wärmepumpe erst mit einem passend dimensionierten Speicher richtig effektiv.
Welcher Kaminofen?
Will man eine Wärmepumpe und einen Kamin für die Heizung nutzen, muss man sich entscheiden, um welches Gerät es sich handeln soll. Denn manchmal reicht schon ein normaler Kaminofen während in anderen Häusern eine Kombination von Wärmepumpe und wasserführendem Kamin sinnvoller ist.
Ein einfacher Ofen ohne Wasserführung, den Sie mit Scheitholz befeuern, kann in vielen Fällen bereits ausreichen, um die Luft-Wasser-Wärmepumpe zu unterstützen. Denn werden damit ein oder mehrere Räume beheizt, müssen keine Heizkörper aufgedreht werden. Das heißt, dass die Wärmepumpe, wenn der Kamin brennt, weniger Leistung erbringen muss. Diese Lösung eignet sich besonders für Häuser mit offenen Wohnräumen, in denen die Wärme des Holzofens nicht nur in einem kleinen Raum verbleibt.
Ein wasserführender Kaminofen ist mit einer weiteren Kammer oder auch einem kompletten Mantel ausgestattet, durch die Wasser fließt. Die Hitze, die beim Verbrennen von Holz in der Brennkammer entsteht, wird auf das Wasser übertragen. Von dort wird die Wärme in den Pufferspeicher des Heizkreislaufes abgegeben, sodass die Luftwärmepumpe entlastet wird. Da Wasser Energie besser transportiert als Luft, ist diese Variante effizienter im Vergleich zu Wärmepumpe und Kamin ohne Wassertasche. Geeignet sind Luft/Wasser-Wärmepumpe und Kaminofen mit Wassertasche auch für größere Häuser oder Gebäude mit mehreren Zimmern, da die raumseitige Leistung des Ofens relativ gering sein kann, während die wasserseitige Leistung zum Heizen mehrerer Räume ausreichend ist.
Vorzüge der Kombination
Die Mischung aus Ofen und Wärmepumpe bietet eine ganze Reihe von Vorteilen:
Vorteile
  • Garantierte Wärme auch in kalten Jahreszeiten
  • Effizientes Heizung mit geringem Stromverbrauch
  • nachhaltiges Heizen mit Holz und Luft
  • Angenehme Wohnzimmer Atmosphäre durch Kaminöfen
  • Sperrzeiten der Wärmepumpe können überbrückt werden
Planungshinweise
Das beste Resultat erreichen Sie in einem gut gedämmten Haus, was eventuell einige Umbauarbeiten bei Ihnen notwendig macht - je älter das Haus, desto schlechter ist in der Regel die Isolierung. Achten sollten Sie auch auf die Leistung der Anlage, denn Vorlauftemperaturen von etwa 50 Grad Celsius sollten selbst in den Monaten Januar und Februar nicht überschritten werden. Der Unterschied zwischen der Temperatur des Heizungsvorlaufes und der Umgebungstemperatur sollte möglichst gering ausfallen. 
Gedanken machen sollten Sie sich auch um die Größe des Pufferspeichers, dessen Speichervolumen sorgfältig ermittelt werden sollte. Überlegen Sie sich außerdem einen guten Aufstellungsort: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt durchschnittlich 1 m³ Raum und kann im Betrieb eine Lautstärke von guten 50 dB erreichen. Gut isolierte Keller oder ein Aufstellungsort im Freien sind empfehlenswert, wenn Sie geräuschempfindlich sind.

Auch das Aufstellen eines Ofens muss gut geplant werden, denn er darf nur betrieben werden, wenn alle Brandschutzbestimmungen erfüllt sind: Ist ausreichend Platz vorhanden, um die notwendigen Abstände zwischen Kamin und brennbaren Materialien einzuhalten? Ist ein Schornstein vorhanden oder muss mit einem Außenschornstein gearbeitet werden? Ist genug Raum vorhanden um das Holz trocken zu lagern?
Pufferspeicher und Kamin als Skizze auf einem Zeichenblock
Kosten
Die Kosten für den Ofen hängen stark von der Ausstattung und Leistung ab. Kleinere Modelle ohne Wassertasche bekommen Sie bereits für etwa 300 Euro, wasserführende Modelle ab 1.000 €. Allerdings können Sie natürlich auch wesentlich mehr ausgeben. Hinzu kommen die Kosten für die Luft-Wasser-Wärmepumpe, hier können Sie mit einmaligen 10.000 bis 12.000 Euro rechnen. Allerdings wird die Anschaffung einer Wärmepumpe von der BAFA mit bis zu 35% gefördert! Vergessen Sie nicht, sich bei der Planung auch die Betriebskosten anzusehen. Hierzu gehören der regelmäßige Besuch des Schornsteinfegers (ca. 60 € im Jahr), die Wartung der Pumpe (ca. 100 € pro Wartung), sowie der Stromverbrauch von ca. 1000 €/Jahr (bei nicht optimal gedämmten Häusern und ohne PV-Anlage).
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