Holzheizung: Festbrennstoffkessel im Vergleich

Veröffentlicht am 25.02.2020 08:00 | 0 Kommentare
Heizkörper und Holz
Festbrennstoffe bringen Vorteile mit, die Heizkessel auf Basis von Öl oder Gas nicht bieten. Wollen Sie mit einer Holzheizung heizen, müssen Sie sich jedoch erst für einen Kesseltypen entscheiden. In diesem kurzen Ratgeber erfahren Sie, welche Festbrennstoffkessel es gibt, wie sie sich unterscheiden, in welchen Bereichen die Holzheizung besonders brilliert und welche Vor- und Nachteile die diversen Varianten bieten.

Schauen wir uns zunächst an, was ein Festbrennstoff überhaupt ist. Hierbei handelt es sich um Stoffe, die in ihrem Ausgangszustand weder gasförmig noch flüssig sind. Für eine Gebäudeheizung werden zwei mögliche Stoffe in Betracht gezogen: Holz und Kohle. Perspektivisch wird Holz als Brennstoff immer beliebter, während Heizungen mit Kohlevergaserkesseln immer rarer werden. Doch auch bei Holz als Brennstoff gibt es noch Unterschiede, denn neben den gewohnten Holzscheiten werden auch Hackschnitzel und Pellets immer häufiger für das Heizen eingesetzt.

Festbrennstoffkessel bringen außerdem eine herausragende Ökobilanz und eine erstklassige Effizienz mit sich. Außerdem sind die Preise für Hackschnitzel, Holzpellets & Co. sehr stabil - was kein Vergleich zu beispielsweise Öl darstellt, das etwa in den Jahren 2008 und 2012 fast doppelt so teuer war wie etwa 2010. Mit diesen Preisfluktuationen müssen sich Besitzer einer Holzheizung nicht herumschlagen.
Kohle, Scheitholz und Holzpellets
Welche Kessel gibt es?
Unabhängig davon, welcher Festbrennstoffkessel es am Ende für Sie wird, fällt die prinzipielle Funktionsweise immer ähnlich wie bei Öl- oder Gasheizungen aus: Der Festbrennstoff in Form von Kohle oder Holz wird mit einem hohen Wirkungsgrad verbrannt. Üblicherweise dauert es dabei etwa drei Stunden, bis der Brennstoff vollständig abgebrannt ist. Die erzeugte Wärme wird anschließend in einen Pufferspeicher und dann in den Heizkreislauf des Gebäudes abgegeben, um so Wärme bereitzustellen. Jedoch unterscheiden sich die Heizungen in der Art des Abbrands und des Brennstoffs.
Tipp: Egal mit welchem Kessel Sie in Zukunft heizen wollen, vergessen Sie nicht, einen ausreichend großen Speicher für die Heizenergie bereitzustellen.
Der Naturzugkessel, ist ein gewöhnlicher Scheitholz-Kessel, der anders als moderne Geräte ohne eingebaute Steuerung und Gebläse arbeitet. Der für die Verbrennung notwendige Sauerstoff wird durch den Feuerzugregler bestimmt, der die Klappenöffnung der Kesseltür schließt oder öffnet - je nach Bedarf. In der Praxis fallen Naturzugkessel dadurch auf, dass die manuelle Steuerung entfällt und somit auch der Aufwand bei der Bedienung - auch die Wartung ist einfacher und muss seltener stattfinden. Aber Achtung, ältere Modelle sind, wie manche Kaminöfen auch, je nach Wirkungsgrad von der BImSchV Stufe 2 betroffen und mussten bereits ausgetauscht werden. Sollten Sie trotzdem eine Naturzugheizung in Betracht ziehen, achten Sie darauf, dass der Wirkungsgrad hoch genug ist, um die Anforderungen der Immissionsschutzverordnung zu erfüllen.
Ein mit Holzhackschnitzel betriebener Festbrennstoffkessel hebt sich besonders dadurch hervor, dass er sich mit der dementsprechenden Ausstattung selbst mit Brennstoff versorgen kann. Auch technisch ist er ausgereifter, als ein Naturzugkessel und kann den Verbrennungsprozess selbstständig starten sowie regulieren. Nicht selten kommt es vor, dass in einigen Gebieten Deutschlands - vor allem im ländlichen Raum - Hackschnitzeln im Überfluss vorhanden sind. Das bedeutet, dass Sie den Brennstoff meist sehr günstig bekommen, was ein großer Vorteil dieser Feuerstätte ist.
Auch der Pelletkessel wartet mit hohem Komfort auf: Bei diesem Festbrennstoffkessel geschieht die Bestückung mit Brennstoff automatisch aus einem großen Vorrat, der direkt an den Kessel angeschlossen ist. Nachfüllen müssen Sie diesen Vorrat nur, wenn der Brennstoff vollständig erschöpft ist. Durch eine integrierte Leistungsregelung lassen sich diese Heizungen auch so anpassen, dass sie nur den reellen Bedarf abdecken - sodass keine unnötigen Pellets verfeuert werden. Da es sich um sehr moderne Anlagen handelt, die mit vielen technischen Details ausgestattet sind, ist der Preis höher als bei einem Naturzugkessel. Allerdings arbeiten sie auch sehr effektiv und sparen so im Betrieb viel ein.
Ein Holzvergaserkessel trägt seine Besonderheit im Namen: Das Holz wird hier nicht einfach nur verbrannt, sondern das Gas welches bei der ersten Verbrennung austritt, wird in einer zweiten Brennkammer noch einmal verbrannt. Bei dem sogenannten Sturzbrand-Prinzip wird nur die unterste Schicht des eingelegten Brennholzes verbrannt, die Heizgase werden nach unten gesogen und mit zusätzlichem Sauerstoff verbrannt. Der kleine Nachteil dieses Scheitholzkessels ist der Bedarf nach einer täglichen Bestückung mit neuem Brennstoff, außerdem muss dies manuell gemacht werden. Die Effektivität dieser Verbrennungstechnik zeigt sich deutlich in einem hohen Wirkungsgrad von bis zu 90 %, womit dieser Festbrennstoffkessel zu den effizientesten Heizungen überhaupt zählt.
Die Kombination aus Scheitholz und Pellets erwartet Sie in diesem Holzvergaser: Eigentlich sind es hier zwei Kessel, die in einer Einheit zusammengefasst sind und dann die Vorteile beider Heizungen vereinen. So erhalten Sie den sehr günstigen Einkaufspreis für Holz kombiniert mit der automatischen Fütterung des Kessels durch Holzpellets. Je nach aktuellem Bedarf können Sie also selbst entscheiden, welcher Methode Sie den Vorzug geben. Aufgrund der Tatsache, dass es hier zwei Kessel und Vorratsräume für Brennholz gibt, fallen diese Anlagen recht umfangreich aus.
Welcher Kessel ist der beste?
"Den besten Kessel" gibt es in diesem Sinn nicht. Vielmehr bestimmen der Anwendungsbereich und auch persönliche Präferenzen, welcher Kessel für die jeweilige Situation am besten geeignet ist. Vielleicht gefällt Ihnen die herausragende Effizienz des Vergaserkessels, den kein anderer Kesseltyp erreicht. Möglicherweise ist für Sie aber auch die automatische Bestückung in einem Pelletkessel ein stärkeres Argument. Womöglich haben Sie eine gute Bezugsquelle für Hackschnitzel und könnten damit Ihre Heizkosten enorm senken. Je nach Budget und zukünftiger Versorgung mit Brennstoff sollten Sie auch die Wahl des Festbrennstoffkessels treffen.
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