Sparen mit Sonnenenergie: Wie Sie Ihren Solarertrag berechnen

Veröffentlicht am 26.11.2019 08:00 | 0 Kommentare
Solarthermie kann zu einer Einsparung bei Heizkosten und der Warmwasserbereitung führen. Ausschlaggebend dafür sind Leistung, Ertrag, Effizienz und viele weitere Faktoren. Wie Sie sparen können und den Ertrag der Solaranlage genau errechnen, und ob die Solarthermieanlage für Sie überhaupt einen Wert hat, zeigen wir Ihnen jetzt.

Um bei Solarthermie den Ertrag zu berechnen, reicht eine einfache Milchmädchenrechnung nicht aus. Wichtig ist unter anderem die Gesamtfläche der Sonnenkollektoren - mehr Fläche bedeutet mehr Solarenergie - und auch deren Wirkungsgrad. Ob sich der Aufwand für Sie lohnt oder nicht, hängt aber auch von weiteren Faktoren ab:

  • Was soll mit der Solarenergie bedient werden: Warmwasser, Heizung - oder vielleicht beides?
  • Welche Kollektoren nutzen Sie: flache Modelle oder Vakuum-Röhren? Beide bieten je nach Art der Nutzung unterschiedliche Effizienzgrade und beeinflussen daher den Ertrag.
  • In welche Himmelsrichtung sind die Kollektoren ausgerichtet und um wie viel Grad ist das Dach geneigt?
  • Die Wohnfläche und auch die Anzahl der Personen im Haushalt müssen Sie bei der Berechnung ebenfalls einfließen lassen.
Es ist nicht trivial, die Effizienz bei der Solarthermie und die Wirtschaftlichkeit zu berechnen. In den folgenden Abschnitten gehen wir daher etwas detaillierter auf Leistung, Solarertrag, Heizungsunterstützung & Co. ein.
Zuerst müssen Sie klären, was genau mit der Solarthermieanlage bedient werden soll: die Heizungsanlage, das warme Brauchwasser - oder vielleicht beides? Solarthermie kann sowohl genutzt werden, um Brauchwasser auf eine angenehme Wärme zu bringen als auch für die Heizungsunterstützung. Wichtig ist: Die Dimensionen müssen stimmen. Eine Solaranlage sollte den tatsächlichen Bedarf abdecken und nicht darüber hinausgehen, da dies nur die Kosten erhöht, ohne am Ende eine Einsparung zu bewirken.
Die Alternative zu den typischen, flachen Kollektoren einer Solaranlage sind Vakuumröhrenkollektoren. Beide absorbieren die einfallende Energie, doch die Leitungen, welche die Wärme transportieren, sind bei der Vakuumvariante besser isoliert - sodass am Ende mehr Solar-Energie in nutzbare Wärme für Sie umgewandelt wird. Vakuumröhren sind für die Solarthermie also effizienter, aber auch teurer in der Anschaffung. Ob es sich rentiert, hängt von den Faktoren vor Ort ab.
Drei Faktoren beeinflussen den Ertrag der Solaranlage auf technischer Ebene: die Fläche, die Ausrichtung und die Neigung der Kollektoren. Je nachdem, ob es sich um Warmwasseraufbereitung oder Unterstützung der Heizungsanlage handeln soll, gibt es zwei unterschiedliche Ausrichtungstipps:

  • Eine flache Neigung der Kollektoren ist in Ordnung, wenn es nur um warmes Brauchwasser geht. Vor allem im Sommer steht die Sonne fast den ganzen Tag über hoch über dem Dach.
  • Anders sieht es bei der Heizungsunterstützung aus, die naturgemäß in den Monaten mit niedrigem Sonnenstand benötigt wird. Eine Dachneigung von 45 bis 55° ist dann ratsam, bei einer Ausrichtung der Kollektoren nach Südosten. Da die Sonne im Herbst und Frühling schräg einfällt, bekommen Sie dann trotzdem genug Energie.
Falls die gewünschte Neigung nicht erreicht werden kann, hilft eine Vergrößerung der Fläche, um den Energieverlust der Solarthermie auszugleichen - sofern möglich. Nachteilig für den Ertrag sind etwa Bäume oder ein Schornstein in der Nähe der Kollektoren, da so Schatten entstehen können, welche die Wirtschaftlichkeit der Solarthermieanlage negativ beeinflussen.

Info: Eine unpassende Dachneigung kann mit der richtigen Aufständerung ausgeglichen werden.
In einem Haushalt mit vier Personen - eine typische Familie mit zwei Eltern und zwei Kindern etwa - sollte die Anlage eine Fläche von etwa sechs Quadratmetern haben und einen Pufferspeicher von bis zu 400 Litern bieten. Damit wird mindestens die Hälfte der Warmwasserbereitung jedes Jahr abgedeckt. Soll es auch um die Unterstützung der Heizung gehen, steigt der Bedarf: Bis zu 15 Quadratmeter sind dann eine passendere Größenordnung, dazu sollte der Speicher bis zu 1.200 Liter fassen.

Als Faustregel gelten in der Solarthermie unter anderem folgende Werte: Bei einem Kollektor, der auf flache Bauweise setzt, sollte die Anlage etwa 1,2 bis 1,5 Quadratmeter pro Person bieten. Bei einem Röhrenkollektor fällt der Bedarf auf 0,8 bis 1,0 Quadratmeter. Diese Werte gelten für die Aufbereitung von Warmwasser. Bei der Unterstützung der Heizungsanlage reichen 0,8 bis 1,1 Quadratmeter pro 10 Quadratmeter Wohnfläche in Flachbauweise, für Vakuum-Röhren handelt es sich um 0,5 bis 0,8 Quadratmeter bei derselben Größe.
Wie hoch ist die Einsparung bei Solarthermie? Der Wert der Solarthermieanlage kann schwer pauschal genannt werden, da unzählige Faktoren beeinflussen, wie viel Sie sparen können. Unter anderem sind natürlich das Verhalten der Nutzer ausschlaggebend, aber auch die Effizienz der Heizung, die Dämmung, Heizkosten, Wartungskosten, Strom und vieles mehr.

Eine einfache Berechnung der Einsparung der Solaranlage fällt wie folgt aus: Errechnen Sie die Anschaffungskosten der gesamten Anlage sowie den Verbrauch. Berücksichtigen Sie dann die energetische Ersparnis: Sparen Sie pro Jahr vielleicht 50 % bei der Warmwasserbereitung, schauen Sie, wie viel kWh Sie dadurch von Ihrem üblichen Verbrauch einsparen.

Nun multiplizieren Sie den gesparten Strom mit dem Preis pro Kilowattstunde. Bereiten Sie sich darauf vor, dass sich die Solaranlage rein finanziell für einen langen Zeitraum - weit über ein Jahrzehnt - nicht rechnen wird. Danach allerdings erwartet Sie durch die Solarthermieanlage ein finanzieller Vorteil, der mit jedem Jahr wächst.

Info: Die mögliche Einsparung durch Solarthermie kann nur mit einem ausreichend dimensionierten Speicher gewährleistet werden.
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