Schornsteinbrand, Rußbrand, Kaminbrand: Ursachen erkennen und bekämpfen

Veröffentlicht am 04.12.2019 08:00 | 0 Kommentare
Brennender Kamin auf einem Dach
Immer mal wieder liest man in der Zeitung über Brände, die durch Kaminbrand entstanden sind. Ein solcher Rußbrand ist sehr gefährlich, kann aber verhindert werden. Was bei einem Kaminbrand passiert, wie Sie den Schornsteinbrand erkennen und was Sie tun können, um einen Brand im Kamin zu vermeiden, erfahren Sie in diesem Beitrag

Was ist ein Kaminbrand?
Bei einem Schornsteinbrand, auch Rußbrand oder Kaminbrand genannt, brennt der Schornstein. Das ist am häufigsten der Fall bei gemauerten Schornsteinen, kann aber auch bei Keramik- oder Edelstahlschornsteinen vorkommen, die für die Abführung der Abgase eines Kaminofens oder einer anderen Heizung genutzt werden. Dabei ist die Gefahr von außen nicht immer sofort erkennbar, da sich die auslösenden Faktoren und der Brand im Inneren des Schornsteins entwickeln. Im ersten Moment ist es nämlich nicht der Kamin, der brennt, sondern die durch den regelmäßigen Abbrand entstehenden Rußablagerungen im Schornstein. Dabei lassen sich verschiedene Rußarten erkennen: Glanzruß, Hart- und Schmierruß, die bei Feuerstätten mit Festbrennstoffen wie Holz entstehen können sowie Staub- und Flockenruß, die eher bei flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen vorkommen.
Aber wie erkennt man einen Kaminbrand?
  • Es riecht im Hausinneren intensiv nach Rauch
  • Flammen züngeln aus dem Schornstein
  • An der Schornsteinmündung gibt es massiven Funkenflug
  • Die Wände des Schornsteins sind übermäßig heiß
Die Frage "Warum entsteht ein Kaminbrand?" ist schnell beantwortet: Durch falsche Bedienung der Feuerstätte und falschen Brennstoff. Wird zum Beispiel Holz mit einer Restfeuchte von über 20 %  oder ungeeignetes Brennmaterial, wie behandeltes Holz, Papier oder Plastik verheizt, entsteht Ruß, welcher sich im Schornstein festsetzt und in Folge zu einem Rußbrand führen kann. Entstehen beim Abbrand trotz richtiger Bedienung Rußablagerungen, kann eventuell auch ein fehlender Schornsteinzug die Ursache sein.

Häufige Fehler bei der Bedienung sind:

  • Überlastung der Feuerstätte, indem durch große Mengen Brennstoff versucht wird, schnell eine hohe Wärmeentwicklung zu erreichen.
  • Durch fehlende oder falsche Luftzufuhr fehlt dem Feuer der Sauerstoff, um beispielsweise Holz sauber zu verbrennen. 
  • Verbrennung von zu feuchtem Holz oder ungeeigneten Materialien
Schornstein auf Dach der brennt
Wann entsteht ein Schornsteinbrand? 
Der Schornstein kann anfangen zu brennen, wenn starke Rußablagerungen durch einen normalen Brennvorgang im Kaminofen Feuer fangen.
Wie Kaminbrand löschen?
Versuchen Sie niemals selbst, einen Kaminbrand zu löschen, denn die Temperatur bei einem Brand im Kamin kann über 1000 °C betragen! Deshalb sollte auch niemals Wasser als Löschmittel verwendet werden, da der durch das verdampfende Wasser entstandene Dampfdruck Risse in den Schornsteinwänden hervorrufen kann, durch die schädliche Gase austreten können. Stellen Sie einen Kaminbrand fest, sollten Sie sofort die Feuerwehr und bestenfalls auch den Schornsteinfeger informieren. Entfernen Sie möglichst alle brennbaren Gegenstände aus der Nähe des Schornsteins und verlassen Sie das Gebäude.

Feuerwehr und Schornsteinfeger lassen den Schornstein meist kontrolliert ausbrennen, ohne den Schornsteinbrand zu löschen. Dabei wird der Schornsteinquerschnitt durch ein spezielles hitzebeständiges Kehrgerät durchzugsfrei gehalten. 
  • Keinesfalls versuchen den Kaminbrand zu löschen!
  • Feuerwehr-Notruf 112 benachrichtigen!
  • Schornsteinfegernotdienst informieren!
  • Brennbare Gegenstände aus dem Kaminbereich entfernen!
  • Im Freien auf das Eintreffen der Feuerwehr warten!
Nach dem Kaminbrand: Wer zahlt? 
In einer normalen Gebäudeversicherung ist Rußbrand als solches nicht abgesichert, ersetzt werden hier möglicherweise nur Schäden außerhalb des Schornsteins. Wer jedoch einen Nutzwärmeschaden mit abgesichert hat, kann hier auf Zahlungen der Versicherung hoffen.
Schornsteinbrand vorbeugen
Oftmals kann schon durch eine regelmäßige Reinigung der Ofenrohre durch den Kaminbenutzer sowie regelmäßiges Kehren des Schornsteins durch den Schornsteinfeger ein Brand verhindert werden. Auch die regelmäßige Kontrolle von Schornstein und Feuerstätte durch den Schornsteinfeger ist wichtig. Verwenden Sie für den Betrieb des Ofens nur den vorgeschriebenen Brennstoff und achten Sie während des Brennvorgangs auf eine gesicherte Zufuhr von Frischluft, die Flamme im Ofen sollte gleichmäßig brennen.
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