Einzügiger und zweizügiger Schornstein: Was ist der Unterschied?

Veröffentlicht am 02.12.2019 08:00 | 0 Kommentare
Wenn Sie das Abgassystem bei Ihnen zu Hause ändern oder komplett neu bauen, haben Sie die Wahl, zwischen einem Schornstein der Variante einzügig oder zweizügig zu wählen. Doch warum müssen Sie diese Entscheidung überhaupt treffen und wo liegen die Unterschiede? Wir verraten es Ihnen im folgenden Beitrag!

Häufig genutzt und somit als Standard zu bezeichnen, ist die Variante des einzügigen Schornsteins. In den allermeisten älteren Häusern ist dieser Schornstein verbaut. Er ist wahlweise einfach nur gemauert oder gemauert und zusätzlich mit einem Innenrohr versehen. Aber auch bei Neuanschaffung oder Neubauten sind einzügige Schornsteine als Außenschornsteine aus Edelstahl bzw. als innenliegende gemauerte oder Leichtbauschacht-Variante relativ verbreitet. Die Variante mit einem Zug ist günstig, schnell montiert und überzeugend.

Anders sieht es aus, wenn ein Neubau geplant ist. Hier raten Experten oftmals zu einem Schornsteinsystem, das zweizügig ist - die Gründe dafür erörtern wir in den folgenden Abschnitten.
Grundsätzlich gilt: "den einen zweizügigen Schornstein" gibt es nicht. Umsetzbar sind unterschiedliche Varianten, die wie folgt aussehen:
  • zweizügig als System mit zwei Abgasrohren
  • als System mit zwei Abgasrohren mit Luftschacht 
  • als Luft-Abgas-System-Schornstein
Das erwähnte LAS-System macht es möglich, die Zufuhr von Verbrennungsluft direkt über den Schornsteinschacht zu realisieren, was ebenfalls ein Vorteil sein kann. Dann sind Sie nämlich für einen raumluftunabhängigen Kaminofen gerüstet, welcher den Sauerstoff dann direkt über das Dach beziehungsweise den Schornstein beziehen kann.
Dabei sind Sie auch im Design des Schachtes für die Feuerstätte relativ flexibel: Ein zweizügiger Schornstein kann beispielsweise zwei Rohre nutzen, die jedoch unterschiedliche Abmessungen tragen. Denkbar wäre somit die Umsetzung mit zwei Abgasleitungen, die im Querschnitt zur jeweiligen Heizanlage passen und trotzdem nur einen Schornsteinschacht benötigen.

Häufig kann in einen mehrzügigen Schornstein auch ein Installationsschacht integriert werden. Diesen können Sie verwenden, um darin beispielsweise Leitungen für Satellitenantennen, Solarthermie-Anlagen oder andere Kabel, die zum Dach des Hauses führen sollen, zu verlegen.
In erster Linie eignet sich die Installation eines zweizügigen Schornsteins dann, wenn Sie mehrere verschiedene Heizungsvarianten nutzen möchten. Beispielsweise könnte es sein, dass Sie als Zentralheizung ein Modell auf Öl- oder Gasbasis verwenden. Gleichzeitig planen Sie eventuell, einen Pellet- oder Kaminofen als Feuerstätte zu installieren. Diesem Gedanken steht eigentlich nichts im Wege, allerdings ist es in Deutschland nicht erlaubt, über einen Schornstein einzügig, eine sogenannte Mehrfachbelegung, die Abgase verschiedener Brennstoffe abzuführen. Ergo: Planen Sie zu Hause einen "Mischbetrieb", müssen Sie sich aus rein rechtlicher Sicht um einen zweizügigen Schornstein bemühen. 

Kostengünstiger und einfacher ist hier jedoch die Variante eines Außenschornsteins aus Edelstahl, der auch bei einer späteren Entscheidung zu einem Ofen nachträglich installiert werden kann.
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