Schicht im Schacht: Alles zum Thema Schornstein verschließen

Veröffentlicht am 18.12.2019 08:00 | 0 Kommentare
Mit Steinplatte verschlossener Schornstein
Wenn Sie einen Kamin, eine Heizung oder eine andere Form von Ofen nicht mehr benutzen möchten und der Schornstein damit überflüssig wird, ist es meist sinnvoll ihn zu verschließen. Warum das so ist, und wie eine Stilllegung von statten gehen sollte, erfahren Sie hier.

Inhalt:
Was Sie an einem Schornstein verschließen sollten, kommt ganz darauf an, was Sie vorhaben. Möchten Sie den kompletten Schornstein stilllegen, müssen Sie die Schornsteinmündung - also das Loch, durch das die Abgase einmal austraten - verschließen. 

Jene Mündung einfach offen zu lassen, ist möglich, aber je nach Witterung nicht unbedingt sinnvoll. Möchten Sie die eine Heizanlage oder Feuerstätte nicht mehr benutzen oder versetzen, sollten Sie auch den Kaminanschluss verschließen.
abgetragener und stillgelegter Schornstein
Die Stilllegung eines Schornsteins kann durch die Nichtnutzung und eindringende Witterung zu Schäden im Haus führen. Den Schornstein zu verschließen, stellt demnach einen Schutz gegen Regen und andere Wetterphänomene dar. Dringt diese Feuchtigkeit ungehindert ein und wird durch das Durchleiten heißer Abgase nicht getrocknet, kann dies zu erheblichen Wasserschäden im Haus führen. 

Deshalb ist es auch bei Neubauten manchmal sinnvoll, den Schornstein vorerst zu verschließen. Denn ist der Kaminofen noch nicht in Betrieb, kann es nicht schaden, den Schornstein für eine Weile abzudecken, damit Regen & Co. während der Bauphase nicht ins Innere eindringen können.
feuchte Wand und Messgerät
Um den Schornstein zu verschließen gibt es mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise können Sie das Loch, also die Schornsteinmündung mit einer Metall- oder Betonplatte abdecken. Wichtig ist hierbei, dass die Esse nicht hermetisch verschlossen wird, damit noch eine gewisse Luftzirkulation erhalten bleibt. 

Damit die Befestigung wetterbeständig wird, empfiehlt sich die Montage mit Mörtel. Ein Schornsteinfeger wird Ihnen sagen, ob Ihre Maßnahmen ausreichen oder nicht.
Schornstein wird verschlossen
Manchmal muss man aber nicht nur den Kopf des Schornsteins, sondern auch einen alten Kaminanschluss verschließen. Wird ein Kaminofen oder eine Heizung außer Betrieb genommen und entfernt, bleibt ohne Verschluss ein Loch in der Wand übrig: der Anschluss an den Schornstein. 

Dieses Loch sollte, nicht nur aus ästhetischen Gründen, abgedeckt werden. Je nach dem, was mit dem Schornstein geschieht, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Doppelwandfutter als Kaminanschluss
Jeder Kaminofen braucht einen Anschluss - und der muss verschlossen werden, wenn es um eine Schornstein-Stilllegung geht. Das geschieht nicht oben auf dem Dach, sondern direkt im Schacht, wo der Ofen mit dem Schacht verbunden war. Abhilfe schaffen ein Blinddeckel oder eine Blindkappe: Dabei handelt es sich um ein Stück Metall, das Sie in der Durchführung installieren. Früher kam dafür Zink zum Einsatz, heute wird einfach Blech verwendet. Das ist günstig und geht, mit einiger Erfahrung, auch sehr schnell.
Möchten Sie einem alten Schornstein wieder zu neuem Leben verhelfen, sollten Sie vor allem auf zwei Tatsachen Rücksicht nehmen:

  • Die im vorherigen Absatz beschriebenen Blechabdeckungen müssen ersetzt werden. Die offenen Verbindungen müssen Sie also komplett zumauern. Wichtig ist, dass dann wirklich alles luftdicht ist, damit Abgase nicht wahllos durch andere Anschlüsse im Haus verteilt werden. Bei gemauerten Schornsteinen kann das zumauern etwas knifflig sein, aber mit dem richtigen Zubehör ist es schnell und sauber erledigt.
  • Die neue Feuerstätte - sofern es sich um einen komplett neuen Kaminofen handelt - muss auch zu 100 % zum Schornstein passen. Fragen Sie dazu ebenfalls im Zweifelsfall einen Schornsteinfeger, der den Schacht beziehungsweise dessen Anschluss und den neuen Ofen prüfen wird.
Unsere Empfehlungen für Sie
Soll ein komplett neuer Ofen, z. B. ein Schornstein hängen (Mehrfachbelegung), muss der alte Anschluss feuerfest und rauchdicht verschlossen werden. Mit feuerfestem Mörtel einzumauernde vorgefertigte Verschlussteile aus Vermiculite oder selbst gegossene aus Feuerzement erleichtern Ihnen hier die Arbeit. Wichtig ist, dass nichts in den Schornstein ragt und die Innenseite des Verschlusses möglichst glatt ist. Wichtig: ein Schornsteinfeger muss vor (!) Inbetriebnahme des neuen Kamins prüfen, ob wirklich alles versiegelt ist.
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