Renovierungsarbeit: Schornstein verputzen

Veröffentlicht am 12.08.2020 08:00 | 0 Kommentare
Schornstein der zur Hälfte verputzt ist
Einen Schornstein mit neuem Putz zu versehen, kann aus verschiedenen Gründen nötig werden - beispielsweise dann, wenn der Rauchabzug versottet oder seine Bausubstanz beschädigt ist. Im Außenbereich geht es darum, Kamine durch den Putz vor Witterungseinflüssen zu schützen, im Innenbereich stehen optische Aspekte im Vordergrund. Wichtig ist, dass dafür hochwertige Materialien zum Einsatz kommen, die speziell für das Neuverputzen von Schornsteinen entwickelt wurden. 

Inhalt:
Warum Schornstein verputzen?
Auch ein Kaminschlot kommt in die Jahre und muss irgendwann erneuert werden. Wenn der Kamin nach wie vor intakt ist, muss er nicht ersetzt, sondern lediglich neu verkleidet werden. Hierfür werden im Handel Verkleidungen aus unterschiedlichen Materialien angeboten. 
Alternativ können Sie Ihren Schornstein auch mit einer neuen Putzschicht ausstatten. Hiermit erhalten Sie - den Einsatz der richtigen Materialien vorausgesetzt - ein ebenso robustes wie hübsches Ergebnis. 


Hinweis: Beziehen Sie den Schornsteinfeger von Anfang anin die Planung der Bauarbeiten ein. Er kennt die rechtlichen und baulichen Vorgaben, die für das Neuverputzen eines Schornsteins gelten, sodass der erneuerte Kamin später problemlos genehmigt werden kann.
Den Schacht des Schornsteins zu verputzen, der innen durch das Haus führt, hat in erster Linie optische Gründe - ein gemauerter Rauchabzug aus blankem Stein dürfte zu den wenigsten Einrichtungskonzepten passen. Zudem muss dann penibel darauf geachtet werden, dass sich der Mörtel zwischen den Ziegelsteinen nicht löst. Außerdem werden verputzte Schornsteine von vielen Schornsteinfegern gefordert, damit der Rauchabzug nicht durch eine undichte Fuge Luft zieht, wodurch zum Beispiel der Ofen an Leistungskraft verliert.
Ein innen liegender Leichtbauschornstein sieht verputzt ebenfalls edler aus. Allerdings kann es für die Baumaßnahme auch sachliche Gründe geben -  versottete Schornsteine benötigen meist eine neue Hülle. Ist die Versottung nicht weit fortgeschritten, reicht es eventuell, den Schornstein austrocknen zu lassen und den Putz zu erneuern. Ein stark versotteter Schornstein sollte jedoch eine Sanierung erhalten. 
Leichtbauschornstein
Von außen werden Schornsteine verputzt, um ihre Optik zu verbessern und sie vor Nässe und anderen Witterungseinflüssen zu schützen. Meist handelt es sich dabei um gemauerte Schornsteine. Andere Modelle verfügen im Außenbereich meist über einfache Lösungen wie Stülpköpfe, die den Kamin ebenfalls vor Regen und Co. schützen.
Stülpkopfverkleidung für Schornstein
Womit Schornstein verputzen?
Mit welchem Putz sollte man den Kamin verputzen? Wichtig ist vor allem, dass für das Neuverputzen eines Schornsteins hochwertiges Material zum Einsatz kommt. Herkömmliche Putze sollten dafür nicht verwendet werden - gut eignet sich zum Beispiel ein Ofenputz, der den thermischen Belastungen am Schornstein gewachsen ist und nicht mit Rissbildung auf die wechselnden Temperaturen reagiert.

Erforderliche Materialien für das Schornsteinverputzen sind: 
Im Innenbereich können Schornsteine auch mit Platten zum Beispiel aus Kalziumsilikat verkleidet werden. Wichtig ist, dass diese lückenlos an der Wand des Schornsteins anliegen und keine Hohlräume entstehen. Sollten im Schornstein noch alte Anschlüsse vorhanden sein, die verschlossen werden sollen, bietet sich das Reparatur-Set von Brula an.
Achtung: Vor dem Beginn der Putzarbeiten ist zu prüfen, ob der Rauchabzug und auch der Schornsteinkopf über die unbedingt erforderliche und auch baurechtlich vorgeschriebene Hinterlüftung verfügen und der innere Abzugskanal unbeschädigt ist. Wenn es hier Probleme gibt, muss in Absprache mit dem Schornsteinfeger eine umfangreichere Schornsteinsanierung erfolgen. 
Wie Schornstein verputzen?
Wenn Sie handwerklich begabt sind, können Sie das Neuverputzen Ihres Schornsteins selbst durchführen. Anderenfalls beauftragen Sie einen Fachbetrieb damit. Diese Anleitung führt Sie durch die Arbeitsschritte beim Schornstein-Verputzen:
Schritt 1: Alten Putz entfernen

Bei alten Kaminen sollten Sie zunächst den alten, bröseligen Putz vorsichtig abklopfen, bevor Sie neuen Putz auftragen. Säubern und Entstauben Sie die zu verputzenden Oberflächen mit einem Stahlbürstenaufsatz. Gehen Sie danach mit einer nassen Bürste über das Mauerwerk, um den feinen Staub zu binden. Ist der Schornstein schon sehr alt, lohnt es sich gegebenenfalls, die Fugen des Mauerwerks zu erneuern.
Illustration: alter Putz wird von Schornstein abgeklopft
Schritt 2: Untergrund vorbereiten

Die Eckputzschienen werden, egal ob mit Grundierung oder ohne, mit einer dünnen Schicht Putz oder Haftmörtel an den Ecken befestigt. Wenn Sie auch ein Armierungsgitter einsetzen wollen, können Sie den Putz für die Eckschienen auch auf die gesamte Fläche dünn auftragen und das Gittergewebe zusammen mit den Eckputzschienen anbringen. Achten Sie darauf, dass die Teile des Gewebegitters und die Eckputzschienen auf Stoß angebracht werden und nicht überlappen.
Eckputzschienen und Armierungsgitter werden am Schornstein angebracht
Hinweis: Sollten Sie eine Quarzgrund-Zwischenschicht als Untergrund für den Putz benötigen, wird dieser vor der Armierung aufgebracht.
Schritt 3: Schornstein verputzen

Jetzt können Sie mit dem Auftragen der eigentlichen Putzschicht beginnen. Achten Sie dabei darauf, den Putz nicht zu dick aufzutragen und ihn ordentlich glattzuziehen. Ist der Putz getrocknet, können Sie nach Belieben tapezieren oder malern oder beides und den Kamin an die Gestaltung des Raumes anpassen.

Im Außenbereich ist es auch noch möglich, eine wasserabweisende Putzschicht aufzubringen, die im gleichen Farbton gehalten ist wie die Dachoberfläche oder das gesamte Haus. 
Illustration: Schornstein wird verputzt
Hinweis: Bei versotteten Schornsteinen ist eine geeignete Grundierung besonders wichtig, da sonst die Verfärbungen der Versottung immer wieder durch den Putz nach außen dringen und sich durch hässliche Flecken bemerkbar machen.
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