Schornstein abdichten: Anleitung und Tipps für die Dachdurchführung

Veröffentlicht am 20.12.2019 08:00 | 0 Kommentare
Jemand bringt seitlich ein Blech an einen Schornstein an
Egal ob Sattel- oder Flachdach, wenn ein Schornstein durch die Abdeckung des Hauses geführt wird, entsteht eine undichte Stelle. Damit kein Niederschlag an der Esse entlang ins Haus dringt, sollten Sie die Lücke zwischen Schornstein und Dach abdichten. Hier erfahren Sie, wie Sie dieses Projekt angehen, was Sie dabei beachten sollten und welche Materialien geeignet sind.

Inhalt:
Da der Schornstein oftmals durch das Dach des betreffenden Hauses geführt wird, besteht an dieser Stelle die Gefahr, dass Wasser in Form von Niederschlag durchs Dach ins Innere Ihrer vier Wände gelangt. Um die Dachfläche an der Durchführung des Schornsteins abzudichten, ist es notwendig einen Übergang zwischen der Schornsteinwand und der Dachhaut zu schaffen, damit das Wasser wie gewünscht zur Regenrinne abfließt. Bei älteren Schornsteinen, einer Schornsteinsanierung oder einer Dachsanierung, kann es notwendig sein, auch den Schornstein zum Dach hin erneut abzudichten, da Materialien wie Dachpappe und Silikon mit der Zeit brüchig werden können und dann das Regenwasser nicht mehr abhalten.
Zwei Männer die einen Schornstein mit Blechen zum Dach hin abdichten
Wann Schornstein abdichten?
Das Schornstein-Abdichten ist bei gemauerten Schornsteinen notwendig. Bei Edelstahl-Schornsteinsystemen fällt es meist weg, da hier spezielle Bauteile für die Dachdurchführung angeboten werden, die keinen extra Aufwand bedeuten. Auch bei einem Leichtbauschornstein sind entsprechende Elemente vorhanden, welche die Lücke zwischen Schornstein und Dach abdichten.

Generell sollten Sie sich dann um die Abdichtung kümmern, wenn es trocken und warm ist. Frühling und Sommer sind damit die besten Jahreszeiten, um dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Wenn Sie um die Abdichtung im Herbst oder Winter nicht herumkommen, sollten Sie sich trotzdem möglichst trockene Tage aussuchen, damit die abdichtenden Komponenten gut trocknen und dicht halten.
Geeignete Materialien
Als Material zur Abdichtung des Schornsteindurchbruchs stehen unterschiedliche Produkte zur Auswahl. Durchgesetzt haben sich diverse Metalle - etwa Aluminium, Kupfer oder feuerverzinktes Blech. In jedem Fall sollte das Material, für das Sie sich entscheiden, feuerfest sein. Für das Schornstein-Abdichten beim Flachdach werden zumeist Dachpappe oder Polyisobutylen (PIB) eingesetzt. Blech hat den Vorteil, dass es verlötet werden kann und so auch die Überlappungen lange undurchlässig bleiben. Aber auch Silikon und feuerfester Mörtel können zur Abdichtung der Bleche am Schornstein genutzt werden.
Schornstein abdichten Anleitung
Bevor wir Ihnen zeigen, wie Sie vorgehen sollten, geben wir Ihnen einen allgemeinen Tipp: Trauen Sie sich auch nur einen einzigen der folgenden Schritte nicht zu, sollten Sie einen Fachmann engagieren. Das kostet zwar Geld, aber dafür können Sie sicher sein, dass alles glattgeht - denn ungefährlich ist die Arbeit nicht.

1. Arbeitsumgebung

Los geht's mit der passenden Arbeitsumgebung. Das heißt: Arbeiten Sie, wenn es hell und trocken ist, bei aufkommendem Wind und Sturm sollten Sie die Arbeiten hoch oben auf einem Dach oder Flachdach sofort einstellen. Sichern Sie sich und einen eventuellen Helfer ausreichend gegen Stürze ab und legen Sie alle notwendigen Werkzeuge und Materialien bereit. Auf einem Flachdach ist die Arbeit naturgemäß einfacher.
Dach bei schönem und bei schlechtem Wetter

2. Ziegel entfernen

Entfernen Sie, sofern das Dach schon gedeckt ist, die Ziegel rund um den Schornstein und bohren Sie die Befestigungslöcher für die Abdichtung in die Außenwand des Schornsteins. Markieren Sie dann die entsprechenden Stellen im Blech (beziehungsweise in dem Material, für das Sie sich entschieden haben) und bohren Sie einige Löcher vor.
Ziegel rund um den Schornstein entfernt

3. Abdichtung verschrauben

Nun fangen Sie von unten an: Legen Sie die Abdichtung an den Schornstein und schrauben Sie zuerst deren Unterseite im Mauerwerk fest. Auch eine Verschraubung auf den Dachsparren kann sinnvoll sein. Danach machen Sie an den oberen Bohrungen weiter. Befestigen Sie nun weitere Bleche an den Seiten oder wo auch immer Sie Handlungsbedarf sehen. Montieren Sie die Bleche immer überlappend und verschließen Sie Öffnungen entweder mit Silikon oder, im Fall von Zinkblechen, indem Sie löten.
Bleche werden am Schornstein montiert

4. Blechkante abdichten

Nun geht es darum, die Blechkante, die an der Schornsteinwand anliegt, abzudichten. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Da die Verkleidung nicht bis ganz hoch reicht, können Sie über der Verkleidung einen Schnitt ins Mauerwerk des Schornsteins fräsen und ein Blech mit 90° Winkel anbringen, sodass es nach unten zeigt. Oder Sie schließen die Lücke mit Silikon. Seien Sie sich aber bewusst, dass Silikon häufiger erneuert werden muss, da es schneller porös wird.
Blechkante wird abgedichtet
Hinweis: Handelt es sich nicht gerade um ein Flachdach, ist die Montage der Schornsteinabdichtung keine ungefährliche Sache. Außerdem sollten Sie bestimmte Dinge regelmäßig - mindestens einmal im Jahr - prüfen. Gerade Silikon am Schornstein wird gerne brüchig und muss dann umgehend erneuert werden.
Was kostet das Abdichten?
Bei einem Edelstahl- oder Leichtbauschornsteinsystem belaufen sich die Materialkosten je nach Durchmesser und Dachneigung auf  55 bis 400 Euro. Bei gemauerten Schornsteinen kommt es auf die Materialien an, die Sie verwenden möchten. Hier liegen die Preise der Bleche pro m² bei 50 Euro aufwärts. Am günstigsten ist das Abdichten auf einem Flachdach, mit 2,30 €/m² ist Dachpappe der günstigste Baustoff. Hinzu kommen natürlich die Kosten für die Befestigung (Schrauben und Dübel), Dichtungsmasse wie Silikon, Mörtel oder Lötzinn und gegebenenfalls die Arbeitsleistung.
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