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Schamottsteine: wechseln oder reparieren?

Veröffentlicht am 09.11.2021 11:30 | 0 Kommentare
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Jetzt, da die Temperaturen sinken, beginnt sie wieder – die gemütliche Zeit vor dem Kaminofen. Bevor Sie Ihren Ofen aber regelmäßig anfeuern, sollten Sie ihn auf Defekte wie gerissene Schamottplatten kontrollieren und entsprechend handeln. Doch was tun, wenn der Schamott gerissen ist? Wann reicht es, die alten Schamottesteine zu reparieren? Ist es eventuell besser, die Auskleidung des Feuerraums komplett zu erneuern? Und worauf sollte dabei geachtet werden? In diesem Beitrag haben wir Ihnen einige Informationen zu Schamottesteinen zusammengefasst und geben Ihnen Tipps, was bei Schäden im Brennraum zu tun ist.

Was ist Schamotte?

Schamotte ist ein künstlich hergestellter mineralischer Stoff. Er besteht vor allem aus Tonerde und Aluminiumoxid. Da Schamott hitzebeständig ist und Temperaturen bis zu 1500°C standhält, sind die meisten Brennkammern von Kaminöfen mit Schamottesteinen ausgekleidet. Das feuerfeste Material schützt die Außenwand des Kamins vor den hohen Temperaturen im Brennraum. Durch seine Isolierfunktion sorgt es für eine gute Verbrennung und ist ein guter Wärmespeicher. Kamine, die mit hochwertiger Schamotte ausgekleidet sind, halten die Wärme bis zu 10 Stunden lang und geben sie langsam an den Raum ab.

Warum kommt es zu Rissen?

Schamottesteine sind von ihrer Beschaffenheit her porös und gehören zu den Verschleißteilen des Ofens. Durch die Temperaturschwankungen beim Aufheizen und Abkühlen des Kamins werden sie spröde und können mit der Zeit kleine Risse und Löcher bekommen. Daneben führen auch Bedienfehler zu beschädigten Schamotte-Platten.


Mögliche Gründe für gebrochene Schamotte

  • zu schnelles & starkes Aufheizen neuer Schamottsteine
  • Holz, das gegen die Schamotte fällt
  • Verbrennen zu feuchten Holzes
  • zu viel Brennmaterial auf einmal
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Natürliche Spannungsrisse - auch neue Schamotte kann reißen

Risse in der Schamottauskleidung Ihres Kamins sind nicht nur altersbedingt. Auch wenn Ihr Kamin neu ist, können sich leicht Risse bilden. Da neue Schamotteplatten noch keinen Feuerkontakt hatten, müssen sie sich erst an die heißen Ofen-Temperaturen anpassen. So kann es durch die Ausdehnung der Schamotte beim ersten Befeuern zu Haar-Rissen kommen. Daher sollten die Kaminfeuer anfangs klein sein und bei niedrigen Temperaturen abbrennen. Spannungsrisse in der Anheizphase entstehen auch durch Restfeuchte in der Schamotte. Das ist allerdings ganz natürlich und beeinflusst nicht die Funktionen Ihres Ofens.

Risse im Schamott - Was Sie jetzt tun sollten

Was tun bei Rissen in der Schamotte?

Ob die Rissbildung im Kamin gravierend ist und Handlungsbedarf besteht, können Sie leicht selbst überprüfen. Schauen Sie sich den Innenraum Ihres Kaminofens einmal genau an. Sehen Sie nur dünne Risse? Ist der Brennraum ansonsten intakt? Dann besteht kein Anlass zur Sorge. Denn selbst eine feine Rissbildung beeinträchtigt die Sicherheit Ihres Ofens nicht. Auch bei größeren Beschädigungen muss nicht sofort repariert werden. Erst wenn sich Stücke aus dem Schamott lösen und Sie die dahinterliegende Außenwand Ihres Ofens erkennen, ist eine Reparatur zwingend erforderlich. Denn bei einem defekten Feuerraum lässt die Schutzwirkung der Schamotte für die Kaminaußenwand deutlich nach. Gleichzeitig verringert sich die Heizeffizienz Ihres Ofens.

Hinweis: Da der Feuerraum der heißeste Punkt Ihres Kaminofens ist, muss eine Reparatur gewissenhaft durchgeführt werden. Trauen Sie sich das Wechseln der Schamotte nicht zu, beauftragen Sie bitte einen Fachmann mit dieser Aufgabe.

Schamotte: reparieren oder wechseln?

Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sich gerissene Schamottesteine in kurzer Zeit leicht reparieren. Auch den Austausch gebrochener Steine können Sie selbst vornehmen. Da die schadhaften Stellen oft mit Asche zugesetzt sind, reinigen Sie als Erstes gründlich den erkalteten Brennraum. Jetzt ist es möglich, das genaue Ausmaß der Beschädigung an der Schamotte festzustellen. Je nach Grad der Rissbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten, was Sie tun können.

Grundsätzlich gilt bei Schamotte: je höher der Gehalt an Aluminiumoxid, desto widerstandsfähiger und langlebiger ist der Stein. Achten Sie beim Kauf der Ersatzteile auf hochwertige Qualität und die richtige Steinstärke. Das vermeidet Probleme beim Einbau.

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Leichte Rissbildung

Sehen Sie lediglich feine Risse in der Schamotte, muss diese nicht gewechselt werden. In diesem Fall können Sie die Steine entweder direkt im Kaminofen reparieren oder ausbauen und mit einem Schamottmörtel verspachteln. Achten Sie bitte darauf, immer feuerfesten Mörtel oder Kleber zu verwenden.

Tiefe Spalten und Ausbrüche

Bei größeren Beschädigungen reicht es nicht aus, die Schamotte zu spachteln. Sind Ausbrüche oder große Abplatzungen an den Steinen vorhanden, müssen diese immer gewechselt werden. Am besten nutzen Sie für den Austausch die genau passenden Ersatzsteine.

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Wann Schamotte ausbessern?

Die Lebensdauer hochwertiger Schamotte beträgt bis zu zehn Jahre. In diesem Zeitraum ist ein kompletter Tausch der Feuerraum-Verkleidung meist nicht notwendig. Denn bei dünnen Rissen in der Schamotte besteht noch kein Handlungsbedarf. Eine Reparatur wird allerdings dann notwendig, wenn die Risse breiter werden. Bei den meisten Kaminen kann die Schamotte direkt im Ofen geklebt werden, ohne die Steine ausbauen zu müssen. Für die Reparatur nutzen Sie am besten eine feuerfeste Brandschutzpaste oder Wasserglaszement. Diese sind oft schon fertig angerührt und wurden speziell für derartige Sanierungen entwickelt.


Wann muss gewechselt werden?

Wenn Schamottesteine durchbrechen oder sich ganze Teile lösen, ist schnelles Handeln gefragt. Jetzt sollten Sie die Schamotte schnellstmöglich ersetzen. Dafür bauen Sie den defekten Schamottestein aus der Brennkammer aus. Nutzen Sie ihn als Schablone, um die genauen Abmaße zu bestimmen. Sind in Ihrem Kamin Schamotte mit Normalmaßen verbaut, können Sie die Ersatzsteine problemlos nachkaufen. Alternativ schneiden Sie Schamotteplatten mit einer Diamanttrennscheibe selbst auf das benötigte Maß zu. Andere Trennscheiben sind nicht geeignet.

Tipp: In unserer Schritt für Schritt Anleitung zum Schamotte kleben, erklären wir Ihnen detailliert, wie Sie die Ofensteine ganz leicht selbst reparieren können.

Schamottemörtel: das gilt es zu beachten

Beachten Sie nach dem Spachteln auch die Trocknungszeit des Klebers oder Mörtels. Denn solange der Kleber aushärtet, können Sie Ihren Kaminofen nicht anfeuern. Schamottemörtel benötigt zum Abbinden meist einen Tag und härtet mittels Hitze weiter aus. Kleber dagegen hat oft kürzere Abbindezeiten, die in der Regel bei sechs Stunden liegen. Die Wahl des richtigen Klebers ist damit entscheidend, um lange Standphasen des Kamins zu verhindern. Bedenken Sie, dass Schamottekleber nicht ganz so hitzebeständig ist wie der Stein selbst. Schamotte hält Temperaturen bis 1500°C stand, Reparaturkleber verträgt circa 1000°C. Daher sind geklebte Schamottesteine nur eine kurzfristige Lösung, wenn Sie das Austauschen der kompletten Feuerraum-Auskleidung noch etwas hinauszögern wollen.

So finden Sie den richtigen Schamottekleber: Achten Sie beim Kauf von Schamottemörtel oder –kleber auf hochwertige Qualität und eine hohe Hitzebeständigkeit. Der Kleber muss für die zu bearbeitenden Materialien geeignet sein. Benötigen Sie den Kleber für Außenarbeiten, können Sie die Reparaturpaste überstreichen und damit farblich an den Kaminofen anpassen.

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Schamottesteine entsorgen

Da Schamottsteine künstlich hergestellt werden und einen hohen Aluminiumoxid-Anteil enthalten, gelten Schamotte als Baustellen-Restabfall und nicht als regulärer Bauschutt. Ihr alten Steine dürfen Sie daher nur in Kleinstmengen im Restmüll entsorgen. Haben Sie die gesamte Brennkammer neu mit Schamotte ausgekleidet, sollten Sie die Steine im Wertstoffhof oder bei einem Containerdienst entsorgen.

Info: Schamotte aus Nachtspeicheröfen, die vor 1980 hergestellt wurde, enthält meist Asbest. Solche Schamottsteine müssen beim Entsorgen staubdicht verpackt sein, um eventuell vorhandene Asbestfasern nicht freizusetzen.

Schamott: Alternativen

Sind Ihre Schamottsteine gebrochen und ein Wechsel steht an, gibt es auch alternative Brennraumverkleidungen. Vermiculite ist im Gegensatz zur Schamotte ein natürliches Mineral und besteht aus Glimmerschiefer.

Wärmedämmend und leicht zu bearbeiten

Platten aus Vermiculite haben den Vorteil, dass sie problemlos mit einem normalen Sägeblatt zugeschnitten werden können. Durch ihre wärmedämmende Funktion sorgt Vermiculite zudem für höhere Verbrennungstemperaturen im Kamin-Innenraum. Allerdings speichert das Material keine Wärme und verträgt wesentlich geringere Temperaturen, die bei circa 1000°C liegen.

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Fazit

Kleine Risse an den Schamottsteinen des Kaminofens sind vollkommen normal und Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Hier bedarf es keiner weiteren Handlung. Vergrößern sich allerdings die Risse, kommt es zu Abplatzungen oder zum kompletten Durchbruch eines Steins ist schnelles Handeln notwendig. Kleinere Defekte können mit Spezialklebern schnell repariert werden. Sind die Schamotteplatten allerdings stark beschädigt, empfiehlt sich ein kompletter Tausch der defekten Steine.

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