Kann man gerissene Schamottsteine reparieren?

Veröffentlicht am 12.03.2020 08:00 | 0 Kommentare
gerissener Schamottstein
Ein Kaminofen verbreitet nicht nur wohlige Wärme und eine heimelige Atmosphäre, wenn die Holzscheite knisternd verbrennen. Im Vergleich zu anderen Heizquellen erweist sich Holz als ausgesprochen günstig - und das auch für unsere Umwelt. Ausschlaggebend dafür ist jedoch, dass der Kaminofen intakt ist und einwandfrei funktioniert. Schamott ist ein wichtiger Bestandteil, der aber im Gebrauch verschleißt. Was Sie tun können, wenn der Schamottstein gerissen oder gar gebrochen ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was sind Schamottsteine?
Im Brennraum eines Kaminofens herrschen sehr hohe Temperaturen, die vor allem das verbaute Material in direkter Umgebung strapazieren. Genau hier kommen Schamottsteine, die feuerfest sind, zum Einsatz: Diese bestehen aus Tonerde, der Aluminiumoxide beigesetzt werden. Abhängig vom konkreten Mischverhältnis sind Schamottsteine hitzebeständig - in der Spitze halten sie bis zu 1.500 Grad Celsius aus. Das setzt jedoch einen Aluminiumoxidanteil zwischen 30 und 45 Prozent voraus.
Warum reißen Schamottsteine?
Ein weiterer Vorteil von Schamottsteinen: Sie speichern die Wärme zu einem gewissen Teil und geben diese auch nach dem Abbrand an den Raum ab. Allerdings führen diese besonderen Eigenschaften auch dazu, dass das Material an sich verhältnismäßig spröde ist. Vor allem bei einem neuen Kamin oder Kachelofen enthalten die Schamottsteine noch etwas Feuchtigkeit, sodass sich ein moderates erstes Anheizen empfiehlt. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen setzen im Stein bestimmte Veränderungsprozesse bei den ersten Feuerungen ein: Die Feuchtigkeit verdunstet, der Stein schrumpft etwas - es können durch die Spannung durchaus Risse entstehen.
Auswirkung auf den Ofen
Grundsätzlich sind diese Veränderungen im Ofen erst einmal normal, sie liegen im Material selbst begründet. Ist der Riss moderat, leidet weder die Schutzfunktion der Schamottsteine, noch wird die Wärmespeicherung des Kaminofens beeinträchtigt. Vertieft sich jedoch ein Riss oder kommt es sogar dazu, dass ein Schamottstein gebrochen ist und sich ein Teil herauslöst, sollten Sie handeln: Weist nämlich die Dämmung in Ihrem Ofen bereits klaffende Lücken auf, trifft die Hitze der Feuerung direkt auf die anderen Bauteile. Auf längere Sicht ist eine Schädigung vorprogrammiert. Sinnvoller ist es, Schamottesteine zu reparieren - oder bei Bedarf auszutauschen.
Reklamieren oder reparieren?
Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Sowohl die Schamotte als auch die Türdichtung zählen bei einem Kaminofen oder Kachelofen zu den Verschleißteilen, die sich nicht reklamieren lassen. Die geltenden Ausnahmen: Der Stein ist bereits zerbrochen, bevor Sie den Kamin oder Ofen in Betrieb genommen haben.
Hinweis: Einige Hersteller sichern aber auch eine zeitlich begrenzte Kulanz zu, meist handelt es sich um ein Jahr - hier können Sie schon beim Kauf effektiv vorsorgen. Informieren Sie sich am besten vor dem Kauf darüber.
Haben Sie einen Kaminofen, für den der Hersteller einer Feuerraumauskleidung zum Austausch anbietet, wägen Sie die Entscheidung sorgfältig ab: Eine Reparatur erweist sich in der Regel als günstiger als ein Neukauf. Um Ihren Kamin oder Kachelofen wieder sicher zu machen und größeren Schäden vorzubeugen, brauchen Sie nicht zwangsläufig einen Fachmann - Sie können erfolgreich selbst Hand anlegen. Wie man Schamottsteine reparieren kann, erfahren Sie im nächsten Absatz.
Hinweis: Die Brennraumauskleidung in Ihrem Kaminofen ist gerissen und Sie brauchen schnell Ersatz? Für einen Großteil der Öfen aus unserem Sortiment können wir die Brennraumauskleidung für Sie direkt beim Hersteller nachbestellen. Kontaktieren Sie uns einfach per Telefon oder Mail!
1. Schritt

Zunächst gilt es, das Ausmaß der Beschädigungen an den Steinen genau festzustellen. Reinigen Sie dazu den Brennraum im Kaminofen gründlich mit einem Aschesauger und nehmen Sie die Schamottsteine genau in Augenschein. Häufig lassen sich die Steine aus dem Kamin ausbauen. Hat man Sie entnommen, wird die Arbeit leichter.
Illustration Kamin aussaugen
2. Schritt

Sollten Sie lediglich Risse feststellen, können Sie sich auf das Verspachteln konzentrieren: Sie verwenden dazu Dämm- oder Brandschutzpaste oder Wasserglaszement. Drücken Sie die Masse mit einem Spachtel in die Risse und verreiben Sie die Oberfläche.
Risse im Schamottstein verspachteln
3. Schritt 

Sind bereits Stücke gebrochen, können Sie mit einem Schamottkleber oder -mörtel arbeiten. Während der Klebstoff fertig angerührt ist und an der Luft trocknet, erfordert der Einsatz von Mörtel das Wässern der Schamottsteine. Ist der Stein nämlich zu trocken, erstarrt der Mörtel zu schnell. Die Folge: Sie müssen noch einmal beginnen und alles erneut auftragen.

Hinweis: Da die Steine im Kamin durchaus Temperaturen von bis zu 1.500 Grad Celsius aushalten, achten Sie auf möglichst ähnliche Eigenschaften bei Klebstoff oder Mörtel.
gebrochener Schamottstein
4. Schritt

Müssen Sie ganze Platten ausbauen, können Sie diese in jedem Baumarkt ohne Problem nachkaufen und bei Bedarf zuschneiden. Dazu ist jedoch nicht nur eine Steinsäge notwendig, sondern auch die genauen Abmessungen des alten Steines: Der Ersatz sollten nicht zu groß zugeschnitten werden, damit er im Kaminofen nicht unnötiger Spannung ausgesetzt wird.
Schamottstein zuschneiden
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