Ruß Entsorgung - Ist der Schornsteinfeger zuständig?

Veröffentlicht am 06.07.2020 08:00 | 0 Kommentare
Schornstein wird gereinigt daneben Schornsteinfeger und Russ
Bei Verbrennungsvorgängen fallen als Rückstände Ruß und Aschenreste an. Der Schornsteinfeger ist verpflichtet, diese Abfallstoffe aus dem Schornstein zu entfernen. Entsorgt werden müssen sie jedoch durch den Betreiber der Heizanlage. Beide Rückstände gehören in den Restmüll, können jedoch auch in Haus und Garten verwendet werden. Hier finden Sie unsere FAQ zur Rußentsorgung.
Unterschied Ruß und Asche
Wenn es um Verbrennungsrückstände geht, werden häufig die Begriffe Ruß und Asche synonym verwendet, dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Stoffe:
Asche ist ein fester Rückstand, der bei der Verbrennung von organischen Brennstoffen, zum Beispiel in einem Kaminofen, entsteht. Gebildet wird sie aus den anorganischen Bestandteilen der verbrannten Substanzen, sodass sie sich aus verschiedenen Mineralien zusammensetzt. Sie ist nicht zwangsläufig Abfall, sondern ein nützliches Allzweckmittel, das beispielsweise zum Putzen der Kaminofenscheiben, von Ceranfeldern und Gegenständen aus Edelstahl oder Silber verwendet werden kann. Holzasche von nicht chemisch behandeltem Holz kann im Garten als Düngemittel dienen. 
Kleiner Haufen weißer Holzasche
Ruß besteht dagegen je nach Ausgangsmaterial zu 80 bis 99,5 Prozent aus Kohlenstoff. Es handelt sich dabei um einen pulverförmigen Feststoff, der je nach Brennmaterial eine leicht ölige Konsistenz aufweist. Er entsteht, wenn der Brennstoff unvollständig verbrannt wird. Ruß setzt sich in Schornstein, Ofenrohren und anderen Teilen der Heizanlage ab. 
Ein Häufchen Ruß aus einem Holzofen
Wie viele Rückstände anfallen, richtet sich nach der Abbrandqualität im Feuerraum sowie - bei Holzöfen - nach dem Rindenanteil und der Feuchtigkeit des Brennholzes. In der Regel bleiben zwischen 0,5 und 5 Prozent des Gewichts des eingesetzten Brennstoffs an Rückständen zurück. Je weniger jedoch bei der Verbrennung anfallen, desto umweltfreundlicher betreiben Sie Ihren Kamin. Starke Rußentwicklung weist immer darauf hin, dass mit dem Verbrennungsprozess im Ofen etwas nicht in Ordnung ist. Sauber zu heizen, ist dann nicht mehr möglich. Rußablagerungen im Schornstein und im Feuerraum vermindern die Heizleistung, behindern den Abtransport der Abgase und die Luftzufuhr zum Feuerraum, wodurch wiederum die Rußentwicklung gefördert wird. Im ungünstigsten Fall versottet hierdurch der Schornstein oder es kommt zu gefährlichem Glanzruß.
Rußentsorgung - ist der Schornsteinfeger zuständig?
Welche Pflichten der Schornsteinfeger hat, wird in der Verordnung über die Kehrung und Prüfung von Anlagen per Gesetz geregelt. Zu den Aufgaben des Schornsteinfegers gehören die Abnahme und regelmäßige Überprüfung von Heizanlagen, Kontrollaufgaben im Hinblick auf die Verbrennungsqualität des Ofens, die Emission von Schadstoffen und den Brandschutz, verschiedene Beratungsleistungen sowie das Entfernen von Rückständen aus dem Schornstein.
KÜO: §4 (2) Die bei den Arbeiten anfallenden Rückstände sind von der Schornsteinfegerin oder dem Schornsteinfeger, der oder die die Arbeiten durchgeführt hat, zu entfernen und in die von der Eigentümerin oder vom Eigentümer des Grundstücks oder der Räume oder dessen Beauftragten bereitzustellenden geeigneten Behältnisse zu füllen.
Durch die Vorgaben der Kehr- und Prüfverordnung ist der Schornsteinfeger somit verpflichtet, den Kamin zu reinigen, Rußrückstände zu entfernen und diese in einem Behälter zu sammeln. Entsorgen müssen Sie die Asche als Inhaber oder Betreiber von Kamin und Schornstein selbst.
Richtige Rußentsorgung
Rußrückstände bestehen im Wesentlichen aus Kohlenstoff. Wenn sie im häuslichen Bereich entstehen, sind darin in der Regel keine Schadstoffe enthalten, sodass die Entsorgung mit dem Hausmüll möglich ist. Auch für die Rußentsorgung gilt, dass der Müll zu trennen ist. Rußrückstände gehören in den Restmüll. Ebenso können Sie Rußrückstände lagern und später recyceln, indem Sie die im Garten nutzen. Kohlenstoff ist ein potenter Speicher für Wasser und Nährstoffe, die Ihre Pflanzen brauchen. Wenn Sie Kohle- oder Holzruß mit Erde mischen, erhalten sie ein gutes Düngemittel, das vollkommen ohne chemische Zusätze auskommt. Achten Sie aber darauf, nur geringe Mengen Ruß zu verwenden, da er sonst die Wurzeln der Pflanzen verklebt.
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