Ruß an der Scheibe

Ruß an der Scheibe

Mit der Anschaffung eines Kaminofens geht oftmals auch eine sehr große Erwartungshaltung einher. Das ist auch völlig logisch, denn ein neuer Wärmespender für das Wohnzimmer ist in erster Linie eine preisintensive Anschaffung, die sich im Idealfall über Jahre hinweg lohnen soll. Doch das Vergnügen an der lodernden Flammenpracht, die sich im Inneren des Kamins abspielt, kann unter Umständen ein jähes Ende finden, wenn dem Kamin sprichwörtlich das Licht ausgeht. Dies ist dann der Fall, wenn die Scheibe durch Verrußung schwarz und undurchsichtig wird. Der Kaminofen wird in seiner Funktion zwar nicht eingeschränkt, doch die Ablagerung von Ruß an der Scheibe ist sowohl unerwünscht als auch lästig. Weil das Problem mit dem Ruß früher oder später auf jeden Besitzer eines Kamins mit Sichtscheibe zukommt, beantworten wir an dieser Stelle die wichtigsten Fragen rund um die Verrußung von Kaminscheiben.

Was ist Ruß und wieso verrußt die Sichtscheibe meines Kamins?

Ob in Kaminen, Öfen, Heizkesseln oder Industrieschornsteinen – überall wo es zur Verbrennung von festen, flüssigen und gasförmigen Brennstoffen kommt, findet man dunkle Ablagerungen. Diese pechschwarzen Rückstände bezeichnet man als Ruß. Ruß ist chemisch gesehen nichts weiter als Kohlenstoff, der bei der Oxidation mit Sauerstoff nicht vollständig zu Kohlenstoffdioxid umgewandelt wird. Wenn sich die Kohlenstoffrückstände nach dem Brennprozess abkühlen, bleiben sie als schwarze Partikel zurück und setzen sich in Öfen, an Kaminscheiben und Schornsteinen fest.  

Weil der Ruß aber als Kohlenstoff weiterhin brennbar bleibt, muss er hin und wieder entfernt werden, um beispielsweise einen Brand im Schornstein zu verhindern. Der Ruß ist somit der Grund, wieso es den Beruf des Schornsteinfegers gibt.

Wie kann ich übermäßiges Verrußen verhindern?

Moderne Kamine und Öfen sind heutzutage so konzipiert, dass der übermäßigen Bildung von Ruß bereits durch bautechnische Maßnahmen vorgebeugt wird. In der Regel sind Feuerstätten mit Sichtscheiben mit sogenannten Scheibenspülungen ausgestattet. Dabei wird eine sekundäre Zuluft direkt an der Kaminscheibe vorbeigeführt, wodurch ein Luftpolster zwischen der Scheibe und dem Feuer entsteht. Dieses soll verhindern, dass Rußpartikel zur Scheibe gelangen und diese verschmutzen können.  

Die Entstehung von Ruß ist jedoch wie oben beschrieben ein ganz normaler Vorgang bei der Verbrennung, den man selbst mit speziellen konstruktiven Kniffen nie ganz verhindern kann. Wenn Sie allerdings bei der Feuerung auf ein paar Kleinigkeiten achten, können Sie effektiv verhindern, dass Ihrem Kamin schwarz vor Augen wird.

Ein häufiger Fehler ist, dass die Verbrennung zu stark gedrosselt wird und zu wenig Luftzufuhr erfährt, wodurch es dem Feuer an Sauerstoff mangelt. Wenn man sich den chemischen Prozess vor Augen führt, bedeutet weniger Sauerstoff gleich mehr nicht verbrannter Kohlenstoff, der sich als Ruß ablagern kann. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass das Feuer genug Sauerstoff über die Zuluft erhält. Außerdem sollte auf die Qualität des Brennstoffes geachtet werden. Wenn Sie mit Holz feuern, sollten Sie dieses ausreichend trocknen. Feuchtes Holz neigt dazu, beim Abbrand keine ausreichend hohen Temperaturen zu entwickeln, und fördert dadurch die Rußbildung (Ruß verbrennt in der Regel bei etwa 300°C). Generell sollten im Ofen keine unzulässigen Stoffe verbrannt werden wie Papier, Kunststoffe, lackierte Hölzer oder sonstiger Müll. Bereits bei der Bestückung der Brennkammer kann man Fehler machen, die die Entstehung von Ruß fördern. Legen Sie Scheitholz daher immer parallel zur Kaminscheibe in den Brennraum, da Scheite in der Regel an ihrer Stirnseite wesentlich mehr Gas ausstoßen. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Eindämmung von Rußbildung ist die ordnungsgemäße Funktion der Rauchgasableitung. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Schornsteinzug, der die Abgase aus der Brennkammer abzieht, weder zu stark noch zu schwach ist. Weiterhin sollten Abgasleitungen in regelmäßigen Abständen gereinigt werden, um deren Funktion zu erhalten.

Wie reinige ich die Kaminscheibe am besten?

Sollte trotz aller prophylaktischer Maßnahmen doch einmal die Notwendigkeit bestehen, dass Sie Ihre Kaminscheibe reinigen müssen, haben wir hier einige Hinweise für Sie. Natürlich ist es am einfachsten, dem Ruß mit einer gehörigen Portion Chemie den Kampf anzusagen. Bevor Sie allerdings zu den teuren Spezialmitteln greifen, können Sie den Ruß auch mit herkömmlichem Glasreiniger entfernen. Wenn die Rückstände besonders kräftig sind, ist der Griff zum Ceranfeldschaber zu empfehlen. Die restlichen Ablagerungen lassen sich dann auch völlig ohne chemische Zusatzmittel mit einem einfachen Hausfrauentrick bekämpfen. Dazu nehmen Sie ein paar alte Zeitungen und feuchten diese mit Wasser an. Anschließend tupfen Sie das Zeitungspapier in kalte Asche – am besten aus der Holzfeuerung vom Vortag – und wischen damit über die Kaminscheibe. Der Rußbelag sollte sich problemlos lösen und das komplett ohne die Chemiekeule!


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