Steckspiel für Erwachsene: Wie Sie Ihr Rauchrohr richtig zusammenstecken

Veröffentlicht am 29.11.2018 11:43 | 1 Kommentar
Ofenrohre müssen richtig montiert sein.
Möchten Sie wohlige Wärme aus einem Kamin genießen, brauchen Sie eine stabile Verbindung zum Schornstein, über welche die Rauchgase zuverlässig abgeführt werden. Hier erfahren Sie, wie Sie das Ofenrohr für Ihren Kaminofen richtig zusammenstecken und was beim Anschließen zu beachten ist.

Damit der Rauch aus Ihrem Kaminofen entweichen kann, besitzt dieser an der Ober- bzw. Rückseite. Dort wird das Ofenrohr angeschlossen. Dieses gibt es in Materialstärken von 2 bis 4 Millimetern, Durchmessern von 120 bis 250 Millimetern und Längen von 25 bis 1000 Millimetern. Neben geraden Ofenrohren gibt es auch Rauchrohrbögen mit einem Winkelmaß von 11° bis 90° und Rauchrohrwinkel mit 45°- und 90°-Winkeln.
Ofenrohr mit Ofen verbunden
Heißer Tipp: Achten Sie beim Kauf der Rauchrohre für Ihren Ofen auf Qualitätsmerkmale wie hochwertige Materialien, ordentlich geformte Muffen, passende Durchmesser und eine Prüfung nach den Normen DIN EN 1856-2 und DIN 1298.
Ofenrohr oben am Ofen anschließen:
  • ein Längenelement oder mehr
  • ein Rohrbogen mit Reinigungsöffnung
  • ein Wandfutter für Schornsteinanschluss
Grundsätzlich gäbe es zwei Möglichkeiten, die einzelnen Rohrsegmente ineinanderzustecken. Bei der strömungstechnisch günstigen Variante verläuft die Muffe gegen die Abgasrichtung, während es bei der kondensattechnisch günstigen Variante genau andersherum ist. Für Holz- und Pelletöfen empfiehlt sich die erste Option, weil hier in aller Regel nur wenig Feuchtigkeit im Rohr anfällt und die Verbrennungsgase schneller strömen können. Stecken Sie deshalb die Rohrteile immer so ineinander, dass die Muffe (die schmale Seite) vom Ofen wegzeigt.
Explosionszeichnung von einer Rauchgasableitung
Um ein Rauchrohr richtig zu verbinden ist manchmal eine Anpassung des Durchmessers notwendig. Denn die Rohr müssen nicht nur untereinander passen, sondern sowohl an den Schornstein als auch an den Kaminofen. Gerade schon vorhanden Schornsteinanschlüsse haben oftmals einen anderen Durchmesser als der Anschlussstutzen am Kaminofen. Ist der Stutzen am Kamin schmaler als ihr geplantes Ofenrohr, können Sie auf eine Erweiterung zugreifen. Ein solches Bauteil ist in Ofenrichtung schmal und in Schornsteinrichtung (an der Muffe) breit. Wenn jedoch der Anschluss am Schornstein schmaler ist und Sie ihn nicht aufwendig erweitern wollen, können Sie unter Umständen eine Reduzierung verwenden. Mit einem solchen Bauteil können Sie den Durchmesser des Ofenrohres verringen. Natürlich können die baulichen Gegebenheiten genau anders herum sein, aber auch hier können die Reduzierungen und Erweiterungen eingesetzt werden. Wichtig bei solchen veränderungen der Innendurchmesser ist, das Projekt vorher mit dem Schornsteinfeger abzusprechen. Ohne seine sachgerechte Begutachtung und sein Okay dürfen Sie den Kaminofen sonst nicht benutzen.
Reduzierungen und Erweiterungen
Qualmt das Rauchrohr zwischen Kamin und Schornstein, kann das verschiedene Ursachen haben. Häufig qualmen die Rohre zu Beginn der Heizperiode, weil sich während des Sommers Hausstaub darauf abgelagert hat. Dieser verbrennt durch die Hitze und bildet dabei Rauch. Das können Sie ganz einfach verhindern, indem Sie das Rohr vor dem ersten Anheizen gründlich reinigen. Verwenden Sie Ihren Kaminofen zum ersten Mal mit neuen Rauchrohren, ist die Bildung von Qualm nichts Ungewöhnliches. Grund hierfür ist, dass die hitzebeständige Senotherm-Lackierung am Rohr erst eingebrannt werden muss. Dieser Vorgang sollte möglichst langsam bei einer Temperatur von 200 bis 300 °C erfolgen, da es sonst in seltenen Fällen zu Bläschenbildung und Lackabplatzern am Rohr kommen kann.
Treten durch die Verbindungsstellen zwischen den einzelnen Rohrsegmenten Rauchgase aus, sollten Sie diese sorgfältig abdichten. Da die Temperaturen beim Heizen zum Teil sehr hoch sind, eignen sich hierfür ausschließlich hitzebeständige Materialien wie Dämmwolle, feuerfestes Silikon oder Ofendichtungen für Kamintüren. Qualmt es aus den Rohrverbindungsstellen, weist das in aller Regel auf ein Problem mit dem Schornsteinzug hin. Dieses kann vorübergehend bei Inversionswetterlagen auftreten, aber auch auf eine mangelnde Belüftung oder einen blockierten Schlot hindeuten. Können Sie den Grund nicht selbst ermitteln, setzen Sie sich am besten mit Ihrem Schornsteinfeger in Verbindung.
Was es zu beachten gilt
Damit die Verbrennungsgase aus Ihrem Kaminofen problemlos abziehen, sollten Sie beim Zusammenstecken Ihres Ofenrohrs ein paar wichtige Dinge berücksichtigen. Zum einen sollte die Länge des Rohres passen. Zum anderen kommt es auch darauf an, die Abstände zu brennbaren und nicht brennbaren Materialien einzuhalten. Eine weitere Herausforderung bei der Montage der Rauchrohre am Kaminofen ist der Anschluss an den Schornstein. Würden Sie das Ofenrohr direkt durch das Mauerwerk führen, könnten sich durch seine Ausdehnung bei hohen Temperaturen Risse im Gestein oder im Putz bilden. Auch hinsichtlich des Brandschutzes ist eine ausreichende Dämmung unerlässlich. Realisieren können Sie diese mit einem doppelwandigen Wandfutter. Die Verlegung des Ofenrohrs für den Kamin ist sowohl senkrecht als auch schräg nach oben möglich, aber auch hier gibt es Regeln und Vorschriften. Welchen Durchmesser Ihr Rauchrohr maximal haben darf, richtet sich nach Ihrem Schornsteindurchmesser. Beträgt dieser beispielsweise 13,5 Zentimeter, darf das Ofenrohr höchstens einen Querschnitt von 15 Zentimetern haben.
Für einen Pelletofen sollten Sie spezielle Pelletofenrohre nutzen, die Bauteile bleiben jedoch die gleichen.
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Kommentare

Hallo bei meinem kaminofen kommen ziemlich zum Teil lautes ticken (knacken) aus dem Bereich des ofenrohres. Ofenrohranschluss ist oben und dann im 90 grad Winkel in einen edelstahlaussenschornstein was kann ich gegen diese Geräusche machen? Danke im voraus

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Hallo Heiko,

Knackgeräusche im Kaminofen oder den Rohren sind meist auf die Ausdehnung der Materialien unter Hitze zurückzuführen. Sie können zum Beispiel überprüfen, ob Ihr Ofenrohr unter starker Spannung steht. Wenn der Kaminofen beweglich ist, versuchen Sie ihn ein bisschen umzurücken, sodass die Ausdehnung des Ofenrohrs nicht mehr zu starker Spannung und den knackenden Geräuschen führt.

Viele Grüße vom ofenseite-Team

Heiko, 18.03.2019 18:25

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