Steckspiel für Erwachsene: Wie Sie Ihr Rauchrohr richtig zusammenstecken

Ofenrohre müssen richtig montiert sein.

Möchten Sie wohlige Wärme aus einem Kamin genießen, brauchen Sie eine stabile Verbindung zum Schornstein, über welche die Rauchgase zuverlässig abgeführt werden. Hier erfahren Sie, wie Sie das Ofenrohr für Ihren Kaminofen richtig zusammenstecken und was beim Anschließen zu beachten ist.

Welche Teile braucht man, um ein Rauchrohr richtig zusammenzustecken?

Damit der Rauch aus Ihrem Kaminofen entweichen kann, benötigt dieser eine Öffnung und eine Weiterleitung zum Schornstein. Hierfür ist ein Rauchfang erforderlich. Dabei handelt es sich um eine trichterförmige Auswölbung oberhalb des Brennraums. In deren Mitte befindet sich ein kleines Loch, durch welches die Abgase aus dem Ofen gelangen.

An den Rauchfang schließt sich das Ofenrohr an. Dieses gibt es in Materialstärken von 2 bis 4 Millimetern, Durchmessern von 120 bis 250 Millimetern und Längen von 25 bis 1000 Millimetern. Neben geraden Ofenrohren gibt es auch Rauchrohrbögen mit einem Winkelmaß von 11° bis 90° und Rauchrohrwinkel mit 45°- und 90°-Winkeln. Möchten Sie Ihren Kaminofen nach hinten oder seitlich anschließen, benötigen Sie ein sogenanntes Kapselknie, ein T-förmiges Rohrstück, an dessen Unterseite sich eine Reinigungsöffnung befindet. Außerdem brauchen Sie ein Wandfutter für den Anschluss an den Schornstein.

Achten Sie beim Kauf der Rauchrohre für Ihren Ofen auf Qualitätsmerkmale wie hochwertige Materialien, ordentlich geformte Muffen, passende Durchmesser und eine Prüfung nach den Normen DIN EN 1856-2 und DIN 1298.



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Wie man Ofenrohre richtig verbindet

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die einzelnen Rohrsegmente ineinanderzustecken. Bei der strömungstechnisch günstigen Variante verläuft die Muffe gegen die Abgasrichtung, während es bei der kondensattechnisch günstigen Variante genau andersherum ist.

Für Holz- und Pelletöfen empfiehlt sich die erste Option, weil hier in aller Regel nur wenig Feuchtigkeit im Rohr anfällt und die Verbrennungsgase schneller strömen können. Bei Gas passt hingegen die zweite besser, weil so in der Anfahrphase anfallendes Kondensat zum Ofen zurückfließt und verdunstet, statt an den Verbindungsstellen auszutreten.

Ofenrohre richtig zusammenstecken mit Reduktionen

Die Schornsteinanschlüsse älterer Kamine haben einen Durchmesser von 12 Zentimetern, während der Durchmesser neuerer Rohre 15 Zentimeter beträgt. Um den Anschluss für den Kamin nicht aufwendig erweitern zu müssen, können Sie unter Umständen eine Reduzierung verwenden. Dieses verbinden Sie einfach mit dem Ofen und schließen daran ein dünneres 12-Zentimeter-Rauchrohr an.

Hier hat allerdings der Schornsteinfeger ein Wörtchen mitzureden. Ohne eine sachgerechte Begutachtung dürfen Sie einen auf diese Weise angeschlossenen Kaminofen nicht benutzen. Der Fachmann muss prüfen, ob der dünnere Rohrdurchmesser genügt, um die Abgase aus dem Ofen vollständig abzuführen, und Ihnen eine Genehmigung für den Betrieb erteilen.

Ofenrohr Reduzierung für Durchmesser-Ausgleich

Muss ein Ofenrohr abgedichtet werden?

Qualmt das Rauchrohr zwischen Kamin und Schornstein, kann das verschiedene Ursachen haben. Häufig qualmen die Rohre zu Beginn der Heizperiode, weil sich während des Sommers Hausstaub darauf abgelagert hat. Dieser verbrennt durch die Hitze und bildet dabei Rauch. Das können Sie ganz einfach verhindern, indem Sie das Rohr vor dem ersten Anheizen gründlich reinigen.

Verwenden Sie Ihren Kaminofen zum ersten Mal mit neuen Rauchrohren, ist die Bildung von Qualm nichts Ungewöhnliches. Grund hierfür ist, dass die hitzebeständige Senotherm-Lackierung am Rohr erst eingebrannt werden muss. Dieser Vorgang sollte möglichst langsam bei einer Temperatur von 200 bis 300 °C erfolgen, da es sonst in seltenen Fällen zu Bläschenbildung und Lackabplatzern am Rohr kommen kann.

Treten durch die Verbindungsstellen zwischen den einzelnen Rohrsegmenten Rauchgase aus, sollten Sie diese sorgfältig abdichten. Da die Temperaturen beim Heizen zum Teil sehr hoch sind, eignen sich hierfür ausschließlich hitzebeständige Materialien wie Dämmwolle, feuerfestes Silikon oder Ofendichtungen für Kamintüren.

Qualmt es aus den Rohrverbindungsstellen, weist das in aller Regel auf ein Problem mit dem Schornsteinzug am Kamin hin. Dieses kann vorübergehend bei Inversionswetterlagen auftreten, aber auch auf eine mangelnde Belüftung oder einen blockierten Schlot hindeuten. Können Sie den Grund nicht selbst ermitteln, setzen Sie sich am besten mit Ihrem Schornsteinfeger in Verbindung.

der Schornsteinfeger kann bei Problemen helfen

Das sollten Sie beim Rauchrohr zusammenstecken noch beachten

Damit die Verbrennungsgase aus Ihrem Kaminofen problemlos abziehen, sollten Sie beim Zusammenstecken Ihres Ofenrohrs ein paar wichtige Dinge berücksichtigen. Zum einen sollte das Rohr eine Maximallänge von drei Metern nicht überschreiten und höchstens drei Bögen besitzen. Zum anderen kommt es auch darauf an, die Abstände zu brennbaren und nicht brennbaren Materialien einzuhalten. Von einer brennbaren Wand oder Decke muss das Rauchrohr mindestens 40 Zentimeter entfernt sein. Bestehen Ihre Wände aus mineralischen Baustoffen, genügt ein Abstand von 20 Zentimetern.

Eine besondere Herausforderung bei der Montage der Rauchrohre am Kaminofen ist der Anschluss an den Schornstein. Würden Sie das Ofenrohr direkt durch das Mauerwerk führen, könnten sich durch seine Ausdehnung bei hohen Temperaturen Risse im Gestein oder im Putz bilden. Auch hinsichtlich des Brandschutzes ist eine ausreichende Dämmung unerlässlich. Realisieren können Sie diese mit einem doppelwandigen Wandfutter, das in die Wand eingeführt, mit einer speziellen Dämmwolle abgedichtet und mit feuerfestem Mörtel vermauert wird.

Die Verlegung des Ofenrohrs für den Kamin ist sowohl senkrecht als auch schräg nach oben möglich. Es über längere Strecken waagerecht verlaufen zu lassen, ist hingegen nur zu empfehlen, wenn Ihre Esse ausreichend hoch ist. Welchen Durchmesser Ihr Rauchrohr maximal haben darf, richtet sich nach Ihrem Schornsteindurchmesser. Beträgt dieser beispielsweise 13,5 Zentimeter, darf das Ofenrohr höchstens einen Querschnitt von 15 Zentimetern haben.

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Veröffentlicht am 29.11.2018 11:43 | 0 Kommentare

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