Petromax Petroleumlampe HK500 Produkttest

Autor: Matthias D.

31.08.2017

Ich wurde von ofenseite.com ausgewählt die Petromax HK 500 zu testen.


Petromax war mir bis dato schon bekannt - mit dem Begriff der Starklichtlampe konnte ich aber zunächst nichts anfangen.

Nachdem ich mich etwas darüber informiert hatte, war klar, dass ich sie unbedingt ausprobieren will, da sie keine reine Lampe ist, sondern viel mehr zu bieten hat. Dazu später mehr.



zum Produkt

Der Lieferumfang und Zubehörpaket

Geliefert wurde mir die Lampe mit einem umfangreichen Zubehörpaket.
Dies beinhaltete:

  • die Lampe selbst
  • 1 Lampenschirm
  • Transporttasche
  • Kochaufsatz
  • 2 verschiedene Seitenreflektoren
  • 1 Prallteller
  • 1 Radiator
  • 1 Liter Alkan
  • 1 Tube Reinigungspolitur
  • 1 Ersatzglühstrumpf

Die Lampe - Aufbau und erste Inbetriebnahme

Nach dem ersten Öffnen des Kartons war ich erstmal etwas überfordert, da es sich hier nicht um eine Lampe handelt, die man mal eben schnell anmacht - hier ist etwas Vorbereitung gefordert.

Jede Menge Begriffe, mit denen man sich erstmal befassen muss - Vergaser, Pumpe, Druckmesser, Handrad, Rapidzünder.

Also mal die Aufbauanleitung studiert und dann ging es schon ans Zusammenbauen. Zunächst musste der Glühstrumpf angebracht werden. Wenn man das zum ersten Mal macht, ist das etwas fummelig, aber problemlos zu bewerkstelligen. Hier sollte man darauf achten, dass der Glühstrumpf im montierten Zustand kein Bauteil innerhalb der Lampe berührt. Noch schnell das Alkan - das ist ein hochreines und geruchsfreies Paraffinöl von Petromax - einfüllen und dann wird's ernst.


Beim ersten Anfeuern muss man etwas vorsichtig sein. Erstmal mit der Pumpe die Lampe auf 1,5bar Druck bringen, dann den Kipphebel des Rapidzünders umlegen und mit einem Feuerzeug direkt entzünden. ACHTUNG! Es wird nun sehr laut. Solange der Rapidzünder brennt, ist die HK500 ein kleiner Drache. Nach 10 Sekunden den Hebel wieder umlegen und nun dem Glühstrumpf zuschauen, wie er abbrennt - ja richtig gelesen. Er färbt sich nun von weiß über schwarz bis hin zu einem grauen Farbton.

Ist dieser Vorgang abgeschlossen, wird der Rapidzünder erneut umgelegt und angezündet. Wieder faucht sie wie ein Drache und muss nun den Vergaser 90 Sekunden vorheizen. Nach dieser Zeit wird das Handrad gedreht und sobald sie leuchtet, wird der Rapidzünder geschlossen. Dieser Startvorgang ist nach Recherche jedoch nachteilig für die Lebensdauer des Glühstrumpfes und stattdessen sollte sie mit der schonenden Variante gestartet werden.

Dazu wird ein kleines Schälchen im Inneren der Lampe mit Spiritus aufgefüllt, dieser dann entzündet. Dadurch heizt der Vergaser langsam vor. Dann wird wieder das Handrad aufgedreht und die Lampe beginnt zu leuchten.



Allgemeiner Betrieb

Nun leuchtet sie also und das sehr hell - die Intensität kann man hier leider nicht einstellen. Zusammen mit dem Lampenschirm gibt das eine sehr schöne Optik und wenn sie auf dem Tisch steht, wird man so nicht geblendet. Allerdings ist durchgängig ein Rauschen zu hören. Möchte man also die Natur in einer lauen Sommernacht hören, ist die Lampe dafür nicht geeignet. Wenn man draußen sitzt und sich dabei unterhält, ist das Geräusch aber nicht weiter störend. Im Betrieb wird die Lampe sehr heiß. Man sollte diese also nur über den Tragebügel heben. So kann man sie auch im laufenden Zustand problemlos an einen anderen Ort stellen - allerdings ist darauf zu achten, dass sie nicht großartig erschüttert wird. Dies könnte dazu führen, dass der Glühstrumpf zerbröckelt. Ansonsten ist hier noch zu erwähnen, dass man den Betriebsdruck auf über 1,5 bar halten sollte. Dazu alle 45 Minuten ein paar Mal nachpumpen.



Das Zubehör

Geliefert wurde die Lampe ja mit jeder Menge Zubehör. Daher gehe ich hier auf die Teile nur kurz ein:

Der Lampenschirm

Mittels dieses Lampenschirms wird das Licht der Lampe nach unten gestreut und etwas gebündelt. Das ist praktisch, wenn man sie an einem Balken hängen hat oder aber auch, wenn sie auf dem Tisch steht und man so verhindern kann geblendet zu werden.

Die Transporttasche

Die Tasche macht einen sehr robusten Eindruck. Wird sie nicht verwendet, kann man sie platzsparend zusammenklappen. Die Lampe ist darin ausreichend gepolstert und es gibt ein separates Fach, um den großen Lampenschirm zu verstauen und im Deckel findet sich ein kleines Fach z.B. für einen Ersatzdocht. In der Tasche selbst ist noch genügend Platz, um auch noch die Baumhalterung und den Seitenreflektor unterzubekommen. Kochaufsatz, Parabolseitenreflektor finden leider keinen Platz mehr. Beim Transport ist darauf zu achten, dass der Glühstrumpf auch darin kaputtgehen kann, wenn die Lampe allzu starken Erschütterungen ausgesetzt wird.

Der Kochaufsatz

Dieser ist ein nützliches Zubehörteil, was ich bei einer solchen Lampe nicht erwartet hätte. Aber bei der abgegebenen Leistung entsteht natürlich einiges an Abwärme, die man nutzen kann. Der Kochaufsatz kann anstelle des normalen Lampendeckels verwendet werden. In meinem Test hat er 500 ml Wasser in 7:30 Minuten zum Kochen gebracht. Auch längere Kochsessions sollten damit kein Problem darstellen - allerdings hat man auch hier das Problem, dass man die Lampe in ihrer Intensität nicht regulieren kann.

Die Seitenreflektoren

Hier wurden 2 Verschiedene mitgeliefert. Der erste wird direkt neben das Glas eingesetzt und sorgt für einen Abstrahlwinkel von etwa 180°, da er die Hälfte der Lampe verdeckt. Die Montage geht hier problemlos. Neben der Fokussierung auf einen bestimmten Bereich ist gleichzeitig auch die Verhinderung einer Blendung auf der Rückseite ein guter Nebeneffekt.

Beim 2. Reflektor handelt es sich um einen Parabolreflektor. Auch hier war keine Anleitung dazu vorhanden. Die Montage war etwas schwieriger, da er unter die Schrauben des Haltegriffes geklemmt werden muss, was etwas fummelig ist. Hier sind im Reflektor zudem 2 verschiedene Einbuchtungen vorhanden, von denen aber nur eine passt. Dies hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Der Parabolreflektor bündelt das Licht etwas, so dass man die Lampe zur Ausleuchtung eines kleineren Bereiches verwenden kann - nicht zu vergleichen mit einer modernen Taschenlampe, aber doch schon sichtbar.

Der Prallteller + Radiator

2 Bauteile, die man eigentlich zusammen nennen muss. Der Prallteller wird im unteren, inneren Bereich der Lampe eingesetzt und dient zum einen als Montageplattform des Radiators. Zum anderen empfiehlt Petromax ihn als Schutz des Tanks bei beschädigten Glühstrümpfen, die zu Beschädigungen an Lötstellen führen können - meiner Meinung nach ein Bauteil, was von Haus aus verbaut werden müsste!

Den Prallteller selbst einzusetzen ist kein Problem, bei der Montage des Radiators wurde es aber knifflig. Hier war nämlich keine Anleitung zu finden, so dass ich mich über den Petromax Support erstmal schlau gemacht habe, wie das Ganze von statten geht. Um den Prallteller mit Radiator zu montieren, muss der obere Teil der Lampe gelöst und der Vergaser samt Glühstrumpf vorsichtig entnommen werden. Hier darauf achten mit dem fragilen Glühstrumpf nichts zu berühren. Zunächst muss man den Prallteller montieren, dann den Radiator darauf stellen und anzeichnen wo dieser festgeschraubt werden muss. Dann wieder demontieren, die Löcher bohren und mit den mitgelieferten Schrauben befestigen. Diese halten aber nicht wirklich gut - hier wären andere Schrauben mit Muttern besser. Das neue Bauteil, bestehend aus Prallteller und Radiator wird nun wiedereingesetzt und die Lampe wieder komplett zusammengebaut.

Im Betrieb fängt nun der Radiator bereits nach kurzer Zeit zu glühen und man spürt die Hitze, die durch ihn abgestrahlt wird. Die Leistung als Radiator kann man noch durch 2 "Umbauten" verbessern. Zum einen kann das Glas weggelassen werden und zum anderen kann bei der Nutzung des Radiators auf den Glühstrumpf verzichtet werden. Da ich den Glühstrumpf nicht kaputt machen wollte, habe ich auf diesen Test verzichtet. Eigentlich wollte ich ja ausprobieren, ob die HK 500 als "Notheizung" eingesetzt werden kann. In der Anleitung wird vom Betrieb in Innenräumen jedoch abgeraten. Weiteres dazu beim Thema "Alkan".

Lampen Baumhalterung

Diese besteht aus einem gebogenen Draht und einer Kette. Die Kette wird durch die Halterung gefädelt und um den Baum gelegt und arretiert. Nun die Lampe einfach einhängen und durch das Eigengewicht der Lampe bohren sich 2 spitze Enden an der Halterung ins Holz und die Lampe hält sicher. Hier ist auch mein größter Kritikpunkt. Bei meinem Test konnte ich die Lampe nicht an einem schmalen Kantholz sichern. Das Ganze hätte man auch anders lösen können, so dass man zum einen schmälere Holzpfosten oder auch Metallpfosten verwenden könnte. Hat man die Lampe öfter am gleichen Baum in Verwendung, wird dieser womöglich dauerhaft durch die Spitzen geschädigt.

Die Petromax Reinigungspolitur

Da die Lampe ja nagelneu bei mir ankam und somit nicht verschmutzt war, habe ich die Politur an einem kleinen Messing Spiritusbrenner getestet. Hier hat sie mich voll überzeugt und bereits nach kurzer Zeit glänzt der Brenner wieder.

Ersatzglühstrumpf

Vorweg: Bestellt euch gleich einen oder mehrere mit. Wenn man noch keine Erfahrungen mit der Lampe hat, wird man den Glühstrumpf recht schnell kaputt machen und so kann es gleich weitergehen. Da ich die Lampe relativ häufig umgebaut habe, um die verschiedenen Funktionen zu testen, habe ich insgesamt 2 Glühstrümpfe kaputt gemacht. Die neuen Glühstrümpfe ließen sich genauso gut befestigen wie der ab Werk beigelegte, unterscheiden sich jedoch optisch ein wenig. Im Betrieb konnte ich aber keinen Unterschied feststellen.

Alkan

Der Brennstoff der HK500. Habe die Lampe in meinem Test ausschließlich damit betrieben und konnte keine Nachteile entdecken - ein Geruch ist bei der Verbrennung zu vernehmen - dieser ist aber nicht sehr stark. Der Verbrauch der Lampe kommt in etwa hin - habe hier nicht mit der Stoppuhr gemessen. Das hängt wohl auch davon ab, wie hoch man den Betriebsdruck hält.

Was mich etwas stutzig macht, ist die Tatsache, dass in der Anleitung der HK 500 steht, dass diese nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden darf. In der Artikelbeschreibung des Alkans findet sich dann doch der Hinweis, dass dieses aufgrund seiner Reinheit und seiner nahezu geruchslosen Verbrennung auch im Innenbereich verwendet werden kann. Innerhalb meiner Wohnung möchte ich aber selbst diesen leichten Geruch nicht haben und bereits der Test im Keller beim Aufbau und Erstinbetriebnahme der Lampe war mir schon zu viel.

Mein Fazit

Die HK500 ist für mich komplettes Neuland gewesen und ich war wirklich überrascht, wie vielseitig sie sich einsetzen lässt und vom stimmungsvollen Ambiente, das sie schafft. Ich muss an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass die Lampe etwas an Zuwendung braucht - sie ist keine Lampe, die man mal schnell rausholt, wenn man Licht für ein paar Minuten braucht. Der einzige Punkt, der mich ein wenig stört ist, dass man sie nicht regulieren kann und sie somit immer mit voller Leistung brennt, aber das lässt sich verschmerzen.



Wenn wir die Abende auf der Terrasse verbringen, wird sie nun öfter zum Einsatz kommen und so durch ihre Wärmeabstrahlung dafür sorgen, dass wir es ein bisschen länger draußen aushalten.


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