Photovoltaik und Solarthermie kombiniert: Geht das gut?

Veröffentlicht am 25.11.2019 08:00 | 0 Kommentare
Hausdach mit Photovoltaikanlage und Solarthermie
Bislang konnten Sie entweder Photovoltaikmodule im Rahmen einer Photovoltaik-Anlage zur Produktion von Solarstrom oder eine Thermie zur Erzeugung solarer Wärme nutzen. Zumeist wurden, wenn genügend Dachfläche vorhanden war, beide Systeme montiert. Jetzt ist es aber auch möglich, die beiden Verfahren zu kombinieren; also Wärme und elektrische Energie gleichzeitig bereitzustellen. Dies geschieht via Hybrid-Kollektoren. Im Folgenden erfahren Sie, wann die Kombination aus Photovoltaik und Solaranlage auch tatsächlich nützlich ist, wie genügend Strom bzw. Warmwasser generiert wird und welche Vorteile sich aus diesem Zusammenspiel ergeben.

Inhalt:
Solaranlagen sind eine sinnvolle Investition, darin sind sich die meisten einig. Welche Frage allerdings oft im Raum steht, ist die nach der Art der Anlage: Photovoltaik oder Solarthermie? 

Eine Photovoltaik-Anlage wandelt mittels Solarzellen Sonnenlicht bzw. Lichtenergie direkt in Strom bzw. Solarstrom um. Dabei sollten Sie mit dem jeweiligen Modul immer auf einen hohen Eigenverbrauch abzielen. Den Überschuss des erzeugten Solarstroms können Sie für eine Vergütung in das öffentliche Netz einspeisen. Mithilfe eines Stromspeichers können Sie den Eigenverbrauch im Hinblick auf Ihr Modul auf über 80 Prozent steigern.
Im Grunde genommen, können Sie ein Photovoltaik Modul bzw. eine Photovoltaikanlage auch zur Gewinnung von Wärme einsetzen. Jedoch arbeiten PV-Anlagen in diesem Bereich weniger effizient als solarthermische Anlagen. Denn letztere sind sowohl als Heizungsunterstützung als auch für die Brauchwasserbereitung konzipiert. Allerdings benötigt die Solarthermie-Anlage auch eine gewisse Menge Strom, sodass eine Kombination mit einem PV Modul durchaus gewinnbringend sein kann. Mit Photovoltaik und Solarthermie kombiniert können Sie demnach die Sonnenenergie voll ausschöpfen. Ist genügend Dachfläche vorhanden, bietet sich deshalb der Einsatz von Solaranlage und PV-Anlage in Kombination an. Alternativ ist auch die Koppelung einer Warmwasser-Wärmepumpe an Ihre PV-Anlage sinnvoll. So erzeugen Sie den Strom für die Pumpe selbst und sind nahezu autark.
Vorteile der Kombination
Experten raten diesbezüglich auch zu einem kombinierten Einsatz einer Solarthermie- und einer Photovoltaikanlage. Gerade letzteres lohnt sich in vielen Fällen nämlich nicht als Einzellösung auf dem Dach. Werden demgegenüber eine Photovoltaik-Anlage und eine Solarthermieanlage zusammengelegt, profitieren Sie im Hinblick auf die Stromerzeugung und das Heizen von der Photovoltaik-Solar-Kombination. So kann eine PV-Anlage beispielsweise den Energieverbrauch des Heiz- und Brauchwassersystems unterstützen, während Solarthermieanlagen als weiteres Modul direkt mit einem Speicher verbunden werden, der immer dann Warmwasser zur Verfügung stellt, wenn es tatsächlich benötigt wird.
Nachteile der Kombination
Wenn man Solar und Photovoltaik kombiniert gibt es natürlich nicht nur Vorteile. Ein Photovoltaik Kollektor verliert mit steigender Temperatur deutlich an Wirkung. Ab etwa 130 °C reduziert sich die Strom-Ausbeute um nahezu die Hälfte. Im Gegensatz dazu arbeiten thermische Solaranlagen auch bei hohen Temperaturen effizient. Entsprechend hoch ist der Ertrag. Das zahlt sich im Sommer aus. Von Juni bis August erreichen die Temperaturen Werte zwischen 90 und 200 °C. Module müssen daher in der Form geplant werden, dass sie diese gegensätzlichen Anforderungen kompensieren. Nur dann ist die Solarenergie-Ernte auch tatsächlich hoch.

Zudem kann der Zeitpunkt der Bereitstellung von Energie bzw. Strom zu einem echten Problem werden. Denn der meiste Strom wird eben immer am Tag und damit genau dann bereitgestellt, wenn kaum Strom genutzt wird. Zwar sind mittlerweile explizite Stromspeicher im Handel erhältlich, aber diese sind noch relativ teuer in der Anschaffung. Für die Solarthermie müssen Sie prinzipiell Platz und Geld für einen Speicher einrechnen. Außerdem müssen Sie immer den Platzbedarf berücksichtigen. Möchten Sie beide Module auf einem Dach platzieren, muss grundsätzlich mehr Fläche zur Verfügung stehen.
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