Wasserführender Pelletofen und Solar: Ein gutes Team!

Veröffentlicht am 04.11.2019 08:00 | 0 Kommentare
Energie aus Pellets und Solar für die Hausheizung nutzen
Pelletöfen und Solarthermie-Anlagen erfreuen sich seit einigen Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Beide Technologien setzen auf das Heizen mit erneuerbare Energien und erzeugen damit sehr umweltfreundliche Wärme. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht ist eine Kombination aus wasserführendem Pelletofen und Solaranlage besonders empfehlenswert. Wir erklären, welche Art von Solarenergie sinnvoller ist, welche Vorteile sich daraus ergeben und ob man mit dieser Kombination ein ganzes Haus beheizen kann. Zusätzlich erfahren Sie, auf welche Kosten Sie sich einstellen müssen und was von der BAFA gefördert wird.

Inhalt:
Die Sonnenenergie lässt sich auf zwei Arten nutzen. Dabei kommt es auf die Anlage an, denn hier unterscheidet man zwischen Photovoltaik und Solarthermie. Mit einer PV-Anlage wird die Energie der Sonne in Strom umgewandelt, mit Solarthermie wird Wasser erwärmt. Doch welches Solar-System ist für die Kombination mit einem wasserführenden Pelletofen besser geeignet? Da ein Pelletofen mit Wassertasche zur Erwärmung von Brauch- und/oder Heizwasser genutzt wird, ist die Verbindung mit einer Solarthermieanlage besonders sinnvoll. Denn es ermöglicht die Bereitstellung von warmem Wasser im Sommer, wenn das Anschüren des Ofens im Haus zu Sauna-ähnlichen Zuständen führen würde. Wer jedoch besonders autark leben möchte, kann seine Dachflächen auch für beide Systeme nutzen. So kann zum Beispiel der Strom, der für den Anschluss des wasserführenden Ofens und anderer relevanter Komponenten des Komplettsystems benötigt wird, auch vom eigenen Dach kommen.
Photovoltaik und Solarthermie auf einem Dach
Vorteile der Kombination
Die Verbindung aus einem wasserführenden Pelletofen und einer Solarthermie-Anlage eignet sich besonders gut für Niedrigenergie- und Passivhäuser. Wer ein Haus mit sehr hohem Dämmstandard und dreifach-verglasten Fenstern besitzt, kann es sogar überwiegend mit Sonnenenergie und einem mit Pellets beheizten Kaminofen im Wohnzimmer heizen. Aber auch herkömmliche Häuser können von der Verknüpfung beider Systeme profitieren, da sie die Zentralheizung unterstützen und so für einen geringeren Verbrauch fossiler Brennstoffe sorgen.
  • regenerative Energie
  • Warmwasser ist speicherbar
  • Brauchwasser im Sommer ohne Ofen
  • förderfähig
  • Amortisierung der Kosten
Gespeichert wird die Wärme aus Sonne und Pellets in einem gut isolierten Speicher der das Heizwasser und/oder erwärmte Brauchwasser dann abgibt, wenn Sie es benötigen. Gleichzeitig ist der Speicher die Schnittstelle von Ofen, Kollektoren und Heizung ist. Letztere arbeitet nur, wenn die Solarenergie für das Erwärmen des Wassers und das Heizen des Hauses nicht ausreicht. In der warmen Jahreszeit kann der Ofen in aller Regel komplett ausgeschaltet werden, weil die Solarpanele dann ihre volle Kapazität entfalten.
Die Verbindung von wasserführendem Pelletofen und Sonnenenergie ist nicht nur sehr umweltfreundlich, sondern auch effizient und kostensparend. Pellets verbrennt ein solcher Kaminofen nur dann, wenn die Solarenergie alleine nicht genügt. Ermittelt wird der Bedarf über eine eingebaute Steuerung, welche den Pelletofen gegebenenfalls automatisch einschaltet. Sind Ihre Solaranlage, Ihr Pelletsofen und Ihr Pufferspeicher optimal aufeinander abgestimmt, profitieren Sie nicht nur von einer hervorragenden Energieeffizienz, sondern auch vom höchstmöglichen Wärmeertrag. Durch die Förderung der BAFA können Sie außerdem schon bei der Installation einiges an Kosten sparen.
Was wird benötigt?
Damit ein System aus Solaranlage und Pellets überhaupt funktionieren kann, benötigen Sie neben dem Kamin und den Sonnenkollektoren den bereits erwähnten Speicher. Zur Auswahl stehen verschieden Arten wie der einfache Pufferspeicher, der Hygienespeicher und der Schichtenspeicher. Hinzu kommen verschiedene Komponenten, die für einen sichern Betrieb der Komplettanlage notwendig sind, wie eine thermische Ablaufsicherung (TAS), eine Rücklaufanhebung, ein Mischventil, ein Ausdehnungsgefäß und eine Kesselsicherheitsgruppe (KSG).
Potential als Zentralheizung
Kann ein wasserführender Pelletofen mit Solar die Zentralheizung ersetzen? Um die Verbindung aus wasserführendem Pelletofen und Solaranlage als alleinige Zentralheizung nutzen zu können, sollte es sich bei Ihrem Haus idealerweise um ein Niedrigenergie-, ein Energiespar- oder ein Passivhaus handeln. Geht durch eine ungenügende Dämmung zu viel Wärme nach außen verloren, schnellen die Kosten für die Pellets sonst rasch in die Höhe, ohne dass Sie einen ausreichenden Heizeffekt erzielen. Durch Einbindung eines Pelletofens mit genügend hoher kW-Leistung in ein vorhandenes Heizsystem lässt sich jedoch der Bedarf an Gas oder Öl senken, wodurch in den meisten Fällen eine nicht unerhebliche Kostenersparnis erreicht wird.
Bau-Standard Heizwert in kWh pro m² Wohnfläche
Passivhaus 15 kWh
Energiesparhaus KfW 40 40 kWh
Energiesparhaus KfW 60 60 kWh
Niedrigenergiehaus 70 - 100 kWh
Gebäude aus 1980er Jahre 150 - 200 kWh
Gebäude aus 1960er Jahre 200 - 300 kWh
In der Tabelle wird ersichtlich, dass gerade ältere Häuser enorm hohe kW-Werte brauchen, um den Bedarf an Wärme und Brauchwasser zu decken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie unbedingt auf eine Zentralheizung zurückgreifen müssen, die mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas betrieben wird. Eine Alternative wäre hier die Pelletheizung auch Pelletkessel genannt.
Kosten der Kombination
Was wird die Kombination von Pelletofen mit Wassertasche und Solar kosten? Geht man nur von den günstigsten Komponenten aus, angefangen beim Ofen bis hin zum Speicher, wird eine komplette Pelletofen-Solarthermie-Kombination ca. 4000 € kosten. 

Sich für das günstigste Paket zu entscheiden, bedeutet jedoch auch, dass Sie vermutlich nicht die Leistung erhalten, die Sie sich erhoffen. Wasserführende Pelletöfen sind je nach Ausführung und Nennwärmeleistung bereits ab rund 1.600 Euro erhältlich. Nach oben sind diesbezüglich kaum Grenzen gesetzt. Der Speicher kostet Sie je nach Größe und Verwendung zwischen 399 und 2.000 Euro, wobei es hier auf die Art des Speichers und sein Fassungsvolumen ankommt. Der Preis für den günstigsten Solarkollektor liegt bei 320 €. Je nachdem, wie viele Röhren Sie benötigen und welche Anzahl an Kollektoren Sie aufstellen wollen, kann der Preis hier natürlich auch um einiges steigen. Hinzu kommen die Kosten für die anderen Komponenten, die benötigt werden, um den Heizkreis sicher zu betreiben sowie die Installationsteile wie Dachbefestigung für die Kollektoren, Verbindungsschläuche und Verrohrung. Alles in allem müssen die Komponenten, vor allem der wasserführende Pelletofen, die Solarthermie-Anlage sowie der Speicher perfekt aufeinander und auf Ihre Bedürfnisse angepasst sein.
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BAFA Förderung
Das Paket aus wasserführendem Pelletofen und Solar ist förderfähig. In der Anschaffung ist ein mit Pellets beheizter wasserführender Ofen in Verbindung mit Solarthermie teurer als eine Öl- oder Gasheizung. Nehmen Sie jedoch die vom BAFA angebotene Förderung voll in Anspruch, bekommen Sie bis zu einem Drittel der Gesamtkosten erstattet. Damit fallen die Mehrkosten gegenüber den anderen Heizungsarten deutlich geringer ins Gewicht. Gleichzeitig sind die Ersparnisse im Betrieb während der gesamten Nutzungsdauer so hoch, dass sich die Kosten der Anschaffung amortisieren.
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