Der Pelletofen rußt stark? Das können Sie tun!

Veröffentlicht am 16.12.2018 12:28 | 1 Kommentar
starke Rußbildung
Pelletöfen erfordern weniger Aufwand als ein Kamin mit Holz-Befeuerung und arbeiten nahezu störungsfrei. Fehlerhafte Ofeneinstellungen, mangelhaftes Brenngut und ein verschmutzter Schornstein können jedoch dazu führen, dass sich im Ofen Ruß bildet und vermehrt Asche und Schlacke anfallen.

Inhalt:
Gründe für Qualm
Wird die Sichtscheibe am Pelletofen schwarz, kann das wie beim Kamin verschiedene Ursachen haben. Luftmangel durch Verschmutzungen am Kaminofen oder am Schornstein oder eine zu niedrige Drehzahl der Lüftungsanlage am Ofen können für das Qualmen und die Rußbildung ebenso verantwortlich sein wie feuchtes Brenngut, schlechte Pelletqualität oder zu viele Pellets im Ofen. Häufig ist auch der Schornstein-Zug für den Kaminofen zu gering oder der Schornstein und die Ofenrohre sind verschmutzt.

Das größte Problem bei rußenden Pelletöfen besteht übrigens nicht in der verschmutzten Scheibe und der Aschebildung. Lagert sich nicht nur Ruß an der Scheibe ab, sondern dringt gleichzeitig Rauch aus dem Kamin, kann es sein, dass der Schornstein nicht zum Pelletofen passt. Dadurch kühlen die Abgase zu schnell ab und bleiben im Ofen oder werden aus diesem in den Wohnraum gedrückt. Es kann gefährliches Kohlenmonoxid aus dem Ofen dringen und zu Vergiftungen führen. Dasselbe gilt, wenn Qualm aus einem mit Kohle beheizten Ofen oder einem mit Holz befeuerten Kamin statt in den Schornstein in den Wohnraum dringt.
Gründe für verrußte Scheibe
Ob beim Kamin oder beim Pelletofen - eine durch übermäßiges Qualmen geschwärzte Scheibe nimmt die Sicht auf das Feuer im Ofen und mindert den optischen Genuss. Verrußt das Sichtfenster am Kaminofen, liegt das Problem meist an einfachen Bedienfehlern oder minderwertigem Brennmaterial für den Pelletofen. Zum Beispiel kann die Sichtscheibe im Kamin verrußen, wenn Sie den Ofen mit zu niedriger Leistung und nur selten im vollen Betrieb nutzen oder die Luftzufuhr zu gering ist. Der optimale Restsauerstoffgehalt von Pellets liegt bei ca. 10 %. Liegt der Sauerstoffgehalt unter 10 % brennen Holz-Pellets im Pelletofen nicht richtig. Dadurch bildet sich nicht nur Ruß an der Scheibe, sondern auch vermehrt Schlacke im Pelletsofen. Es können aber auch Verpuffungen auftreten und zu Beschädigungen am Ofen oder Schornstein führen.
Heißer Tipp!
Um Störungen am Ofen und unnötige Gesundheits- und Umweltbelastungen durch das Qualmen zu vermeiden, empfiehlt es sich als erste Maßnahme, den Schornstein, die Abgasrohre sowie die Zuluftgitter reinigen zu lassen. Bringt das nichts, versuchen Sie es am besten erst mit anderen Pellets, bevor Sie Ihren Kamin aufwendig durch einen Fachmann überprüfen und neu einstellen lassen.
Möchten Sie eine stark verrußte Scheibe am Pelletofen reinigen, reichen Wasser und Lappen in aller Regel nicht aus. Versuchen Sie es besser gar nicht erst, sonst sieht das Glas am Kaminofen danach schlimmer aus als vorher. Stattdessen hat sich Holz-Asche als sehr effizientes Hausmittel für die Scheibenreinigung bei Pelletöfen bewährt. Diese fällt beim Heizen sowieso im Ofen an und ist daher völlig kostenlos. Bei dieser Methode wird angefeuchtetes Papier in Asche getunkt und die Scheibe damit abgerieben.

Ist Ihnen dieser Tipp zu aufwendig, besteht auch die Möglichkeit, die Scheibe vom Kaminofen durch Freibrennen zu reinigen. Hierzu müssen Sie den Pelletofen lediglich bei optimaler Sauerstoffzufuhr ordentlich hochheizen. Die dabei entstehende hohe Temperatur sollte ausreichen, um für klaren Durchblick auf das Feuer im Ofen zu sorgen.

Das Reinigen verrußter Schamottsteine in Pelletöfen funktioniert ähnlich wie der Tipp mit der Scheibenreinigung. Sehen Sie davon ab, die Steine mechanisch reinigen zu wollen, das ist unnötiger Aufwand und kann zu Beschädigungen führen. Heizen Sie stattdessen den Pelletofen mehrmals stark auf. Sind die Temperaturen der Verbrennungsluft ausreichend hoch, lösen sich die Ablagerungen von allein. Drei bis fünf Heizgänge sollten genügen, um den Kaminofen zu reinigen. Auch der Einsatz von speziellen Entrußerpellets ist möglich.
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Das Problem mit verkrusteten Verbrennungsrückständen und Schlacke im Pelletofen entsteht insbesondere dann, wenn die Pellets im Ofen zu heiß verbrennen. Sind die Temperaturen im Brennraum zu hoch, wird die Asche weich und verklebt. Beim Abkühlen bilden sich daraus feste Klumpen. Dieser auch als Versinterung bezeichnete Vorgang ist bei Pelletöfen unerwünscht, da größere Schlackebrocken in der Brennkammer bleiben und dort zu Funktionsstörungen führen können.

Im Wesentlichen hängt der Ascheschmelzpunkt von den verwendeten Pellets ab. Bei reinen Fichtenholzpellets liegt er beispielsweise bei 1200 °C. Bei mit Presshilfsstoffen gestreckten Pellets kann er auf 700 °C absinken. Zerbröseln die Pellets während des Transports und landen deshalb beschädigt im Pelletofen, erhöht sich die Dichte des Glutbetts. Dadurch kann das Problem mit der Schlacke in Pelletöfen ebenfalls vermehrt auftreten.

Zur Bekämpfung der Schlackebildung empfiehlt es sich, möglichst rindenlose Pellets zu verwenden. Eine dunklere Pelletfarbe weist darauf hin, dass Rinde enthalten sein könnte. Heizen Sie am besten mit hellen Fichtenholzpellets. Kiefern wachsen auf silikathaltigen Sandböden. Dadurch haben Kiefernpellets einen hohen Mineralienanteil, durch den Pelletöfen eher verschlacken.
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Kommentare

Vielen Dank für den Tipp mit der Asche. Es hat super geklappt und endlich ist die Flamme wieder wunderbar zu sehen. Danke

Gisela Fischer, 03.02.2019 19:32

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