Pelletofen-Lautstärke: Störfaktor oder nützliches Beiwerk?

laute Geräusche beim Betrieb

Als Alternative zum Kaminofen erfreuen sich Pelletöfen einer wachsenden Beliebtheit. Wer sich einen solchen Ofen zulegt, muss zwar auf das gemütliche Knacken und Knistern des Feuers verzichten, das Heizen mit Holzpellets bedeutet aber weniger Aufwand als mit Holz oder Briketts. Allerdings ist beim Pelletofen ständig ein Gebläse zur Wärmeverteilung im Raum im Einsatz, das einen gewissen Geräuschpegel mit sich bringt. Dieser wird von manchen Menschen, gerade in den ruhigen Abendstunden, als zu hoch empfunden. Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, welche Öfen besonders ruhig laufen.

Was hat es mit der Pelletofen-Lautstärke auf sich?

Pelletöfen lassen sich einfach bedienen, heizen umweltfreundlich und haben einen hohen Wirkungsgrad. Dennoch würden sich viele Menschen keinen Pelletsofen ins Haus holen, weil es oftmals heißt, dass solche Öfen ein störendes Geräusch verursachen. Allerdings werden hierbei häufig Pelletheizungen und Pelletöfen in einen Topf geworfen. Letztere sind speziell als Wohnungsöfen ausgelegt, weshalb die Hersteller zunehmend auf minimale Geräuschentwicklung achten. Mittlerweile sind bei den meisten Öfen Angaben zur Lautstärke beim Heizen zu finden, an denen Sie sich beim Kauf orientieren können.

Geräuschquellen im Pelletofen

Herkömmliche Pelletöfen verfügen über verschiedene Gebläse für eine optimale Wärmeverteilung im Raum. Neben einem Sauggebläse, das eine ausreichende Frischluftzufuhr zum Ofen gewährleistet und die Abgase zum Schornstein befördert, gibt es ein Warmluftgebläse, das die erwärmte Luft in den Raum pustet und Ihr Haus damit schnell erwärmt. Das dabei entstehende Geräusch wird normalerweise durch alltägliche Klänge überlagert. Da es unterschwellig konstant ist, nehmen es die meisten Menschen nach einiger Zeit überhaupt nicht mehr wahr.

Für empfindliche Personen, die es sich vor dem Pelletofen in aller Ruhe mit einem Buch gemütlich machen wollen, kann das Geräusch jedoch einen Störfaktor darstellen, der das Wohlbefinden spürbar beeinträchtigt. Gleiches gilt für die Klänge der Förderschnecke und das Rieseln der in den Brennraum fallenden Pellets.

Kann man einen Gebläse-Pelletofen leiser machen?

Ob die Öfen laut oder leise arbeiten, richtet sich nicht zuletzt nach der Einstellung der Leistung und damit nach den Bedürfnissen des Betreibers. Je höher die kW-Zahl ist, desto mehr Geräusche kann der Ofen beim Heizen verursachen. Ist die Lautstärke Ihres Pelletofens zu hoch, können Sie versuchen, die Heizleistung etwas herunterzuregeln, um die Geräuschkulisse zu verringern. Manchmal kann es auch schon helfen, ein Modell mit geräuschdämpfendem Keramikmantel zu wählen.

Lautstärkeregler?

Ein leiser Pelletofen: Gibt es das?

Das für den Kaminofen typische Knistern und Knacken des Feuers gibt es beim Pelletofen ebenso wenig, wie den Geruch nach verbranntem Holz. Während das Anheizen beim Kaminofen per Hand erfolgt, arbeiten die meisten Pelletöfen automatisch oder halbautomatisch. Das gilt sowohl für den elektronischen Anheizvorgang als auch für das Stoppen der Verbrennung, sobald die voreingestellte Temperatur erreicht ist. Gegenüber dem Kaminofen hat ein mit Pellets beheizbarer Kamin außerdem den Vorteil des höheren Wirkungsgrades. Beträgt dieser beim Kaminofen rund 70 Prozent, liegt er beim Heizen mit Pellets bei durchschnittlich 87 Prozent.

Das Leistungsspektrum von Pelletöfen reicht von 3 kW bis 15 kW. Allerdings sollten Sie bei der Wahl des passenden Modells nicht nach der Devise "viel hilft viel" vorgehen, da mit einem überdimensionierten Ofen die Effizienz erheblich sinkt. Ein Pelletofen für das Wohnzimmer sollte eine Heizleistung von 3 kW bis 10 kW haben. Wollen Sie den Kamin zur Unterstützung Ihrer Heizanlage einsetzen, empfiehlt sich ein Modell mit 10 kW bis 15 kW. Ist die Leistung hoch, müssen Sie allerdings auf einen leisen Betrieb verzichten.

Abhilfe schaffen Öfen, die ohne Gebläse auskommen. Bei einem solchen Pelletofen wird die erzeugte Wärme mithilfe von Konvektionsströmungen im Raum verteilt. Die warme Luft dringt über direkte Wärmeauslässe oder Warmluftschächte völlig geräuschfrei in den Raum. Ohne Abbrandgeräusche geht es natürlich auch bei diesen Modellen nicht, allerdings wird die Geräuschkulisse auf ein Minimum reduziert. Die Nachteile der Variante ohne Ventilator bestehen darin, dass die Wärmeverteilung etwas langsamer erfolgt.

Eine weitere Alternative sind Pelletöfen, die nicht nur auf das Gebläse, sondern auch auf einen Stromanschluss verzichten. Der Vorteil besteht darin, dass der damit beheizte Raum auch bei einem Stromausfall gemütlich warm bleibt. Zudem bieten diese Öfen ein dem Kaminofen ähnliches Flammenbild. Nachteilig ist, dass Sie die Pellets von Hand nachfüllen und anzünden müssen, da die elektrische Zündung wegfällt. Auch die Heizleistung lässt sich bei diesen Pellet-Kaminöfen für maximal 24 Stunden im Voraus planen.



Leise Pelletöfen auf ofenseite.com finden




Welche Modelle werden als leise Pelletöfen eingestuft?

Möchten Sie einen mit Pellets beheizbaren Kamin erwerben, der besonders leise läuft, ist ein Modell ohne Warmluftgebläse ratsam. Hier empfehlen sich beispielsweise die Öfen von Haas+Sohn, in denen statt der üblichen Gebläse Wärmetauscher verbaut sind. Das gewährleistet nicht nur einen geräuscharmen Betrieb, sondern steigert auch die Allergiker-Freundlichkeit. Bei vielen dieser Ofenmodelle handelt es sich um sogenannte raumluftunabhängige Öfen, die über einen eigenen Außenanschluss für externe Luftzufuhr verfügen und sich damit unabhängig vom individuellen Lüften betreiben lassen.

Ist ein leiser Pelletofen sinnvoll?

Ein leiser Pelletofen ist immer dann sinnvoll, wenn Sie Gemütlichkeit mit maximalem Komfort kombinieren möchten, ohne dafür auf Ihre abendliche oder nächtliche Ruhe zu verzichten. Erwägen Sie den Kauf eines gänzlich stromlosen Pelletofens, sollten Sie bedenken, dass Sie hierbei auf den ein oder anderen Vorteil, wie den automatischen Betrieb und die Steuerung über einen längeren Zeitraum, verzichten müssen. Die ideale Wahl für Menschen, welche die Geräuschemissionen herkömmlicher Modelle als zu hoch empfinden, sind elektrisch gesteuerte Öfen ohne Warmluftgebläse. Seien Sie sich aber bewusst, dass diese Geräte trotzdem über ein Sauggebläse verfügen, um den hohen Wirkungsgrad zu gewährleisten.

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Veröffentlicht am 09.12.2018 15:07 | 1 Kommentar

Kommentare

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin auf der Suche nach einem wasserführenden Pelletofen, wenn möglich mit Sauggebläse und elektronischer Steuerung, aber ohne Warmluftgebläse und Ventilator. Der Ofen soll im Wohnzimmer stehen (65 qm mit 6 m Deckenhöhe) und daher möglichst leise sein. Insgesamt benötige ich ca. 75- 80 kWh. Ich besitze aktuelle eine 55 kWh Hackschnitzelheizung von Hargassner und möchte mit dieser zusammen mit dem Pelletsofen einen Pufferspeicher speisen. Der Pelletsofen soll in den Wintermonaten meine Versorgungslücke schließen, in den wärmeren Monaten sollte die Hackschnitzelheizung ausreichen. Ich benötige daher einen Pelletofen zwischen ca. 20 - 25 kWh. Qualität ist mir wichtig. Wartungsarm, lange Haltbarkeit und möglichst leiser Betrieb sollten Hauptkriterien sein. Anschaffungskosten sind zweitrangig. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Beste Grüße Florian Bares

Antwort Redaktion Ofenseite:

Sehr geehrter Herr Bares,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich direkt mit Ihrer Anfrage an unser Vertriebsteam wenden. Beachten Sie bitte, dass es sich auch bei wassergeführten Geräten um Einzelraumfeuerungsanlagen handelt und die luftseitige Leistung den Wärmebedarf des Aufstellraumes nicht übersteigen sollte. Als möglichen Pelletofen gibt es den Extraflame Liliana Idro mit einer Gesamtleistung von 23 kW. Davon gehen 3 kW an die Luft und 20 kW an das Heizungswasser.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage an info@ofenseite.com

Florian Bares, 19.02.2019 08:45

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