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Pelletheizung- und Kaminvorschriften im Überblick

Veröffentlicht am 01.09.2020 08:00 | 2 Kommentare
Pelletofen und Pelletheizung hinter Pellethaufen in dem ein Thermostat und ein Paragraph stecken
Neben Holzöfen und -heizungen bestimmen inzwischen auch Pelletöfen und Pelletheizungen den Markt beim nachhaltigen Heizen. Aber natürlich gibt es auch für die mit den kleinen Pellets betriebenen Feuerstätten Vorschriften, welche wir im folgenden Beitrag vorstellen.

Inhalt:
Pelletheizung Vorschriften
Kein Feuer ohne Vorschriften: Für eine Pelletheizung gelten, wie für jede andere Zentralheizung auch, gewisse Vorschriften, was den Umweltschutz, den Brandschutz und den sicheren Betrieb angeht. Diese Anforderungen regeln die Lagerung der Pellets, den Umgang mit Emissionen und die Instandhaltung der Heizung. Schauen wir uns also genauer an, worauf Sie beim Betrieb einer Pelletheizung achten müssen.
Eine Heizung dieser Art darf ab dem Baujahr 2015 nicht mehr als 0,4 Gramm Kohlenstoffmonoxid pro Kubikmeter verbrannter Pellets ausstoßen. Zwischen 2010 und 2015 lag diese Anforderung noch bei 0,8 bzw. 0,5 Gramm, je nach Leistung des Kessels. Sollte ihr alter Kessel diesen Wert nicht einhalten, wird Ihr Schornsteinfeger die Stilllegung einfordern. Neugeräte die nach den hier geltenden Normen gefertigt sind, halten diesen Wert in der Regel ein.

Beim Schornstein für die Pelletheizung gilt selbstverständlich Feuerfestigkeit und Dichtheit. Besonders wichtig ist hier jedoch, dass der Schornstein wärmegedämmt ist, damit die Abgase nicht zu schnell auskühlen, Abzug nach draußen gewährleistet wird und damit die KondensatbildungSchornstein für die Pelletheizung gering bleibt. 
Wenn eine Zentralheizung mit Pellets betrieben wird, benötigen Sie andere Mengen als für einen mit Pellets betriebenen Kaminofen. Die Lagerung in dieser Größenordnung ist daher auch mit Vorschriften verbunden. Diese beziehen sich auf die Belüftung des Lagers, die Beschaffenheit sowie Sicherheitsbestimmungen, um Brandgefahr zu vermeiden. Mit gekauften Lagern gehen Sie oft auf Nummer sicher, aber auch ein selbstgebautes Depot ist möglich.

Lager für Holzpellets
Sinnvoll ist es auch, sich ein Transportsystem in Form einer Förderschnecke anzuschaffen, sodass die Heizung sich autark mit Brennstoff versorgen kann
Auch bei der Pelletheizung gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Schon vor der Planung sollten Sie den örtlichen Schornsteinfeger zurate ziehen. Nach dem Einbau muss außerdem die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger erfolgen. Nehmen Sie die Heizung nicht vorher in Betrieb. Anschließend gilt ein Wartungsintervall von einmal pro Jahr, in welchem der Wartungs-Fachmann nachsehen sollte ob der Pelletkessel ordnungsgemäß funktioniert. Auch Sie selbst sollten regelmäßig die Sauberkeit überprüfen und spätestens nach der Hauptheizperiode die Heizung einmal komplett reinigen, beziehungsweise einen Fachmann damit beauftragen. Zudem kommt auch der Schornsteinfeger, je nach Nutzungsintensität der Heizung, 2-4 mal im Jahr für die Kehrarbeiten.
Pelletofen Vorschriften
Anders als die Pelletheizung gilt der Pelletofen als Einzelraumfeuerstätte. Über Warmluftkanalisierung oder mit einem wassergeführten Pelletofen können Sie auch mehrere Räume mit Wärme versorgen oder, je nach wasserseitiger Leistung des Ofens, den kompletten Wärmebedarf abdecken.
Pelletöfen verfügen über einen hohen Wirkungsgrad, der besondere Schornsteine voraussetzt. Durch den Wirkungsgrad sind die Abgastemperaturen niedriger, was den Kamineffekt reduziert. Hier werden für gewöhnlich Kamine verwendet, die besonders wärmeisoliert und mit einem keramischem Innenrohr ausgestattet sind, wie beispielsweise der Jeremias Jeremias DW Mammut Außenschornstein. Zudem muss der Querschnitt des Schornsteins individuell berechnet werden. Normalerweise ist der Schornsteinquerschnitt geringer als bei einem normalen Kaminofen.

Bei den Emissionen unterscheiden sich die Grenzwerte leicht - je nachdem, ob ein komplettes Haus oder nur ein Raum geheizt werden soll. Die Werte sehen dabei wie folgt aus:

  • Bei Pelletöfen ohne Wasserführung gelten 0,25 Gramm Kohlenstoffmonoxid pro Kubikmeter, 0,03 Gramm Staub pro Kubikmeter und ein Wirkungsgrad von mindestens 85 % als Vorschrift.
  • Bei einem Pelletofen mit Wasserführung gelten 0,25 Gramm Kohlenstoffmonoxid pro Kubikmeter, 0,02 Gramm Staub pro Kubikmeter und ein Wirkungsgrad von mindestens 90 % als Vorschrift.
Beim Aufstellort verlangt der Pelletofen nach einer feuerfesten Bodenplatte, sofern der Boden brennbar ist (Teppich, Parkett, Laminat & Co.). Sie muss einen Radius von mindestens 50 Zentimetern um die Feuerkammer herum ausfüllen, seitlich neben dem Ofen reichen auch 30 Zentimeter. Bei Stein- oder Fliesenböden entfällt die Bodenplatte. Zusätzlich sollten 20 Zentimeter Abstand zwischen Rückwand des Ofens und brennbaren Gegenständen herrschen. Zur Wand hin sollte der Abstand sogar 40 Zentimeter betragen - und falls der Pelletofen über Sichtfenster verfügt, müssen es sogar 80 Zentimeter sein. Außerdem sollten Sie dem Rohr weitere 40 Zentimeter in alle Richtungen geben. All diese Vorsichtsmaßnahmen gelten am Ende dem Brandschutz.
Skizze eines Kaminofens mit den einzuhaltenden Abständen zu brennbaren Materialien
Wie bei der Pelletheizung gilt auch hier, dass ohne Schornsteinfeger gar nichts geht: Er sollte vor dem Einbau und nach dem Einbau an Bord sein, um sicherzustellen, dass der Ofen nach Vorschrift aufgestellt ist, die Verbindung zum Schornstein stimmt, der Kamin die notwendigen Grenzwerte einhält - der Schornstein also in Ordnung ist. Eine Inbetriebnahme ohne vorherige Abnahme ist auch hier nicht gestattet.
Übrigens gelten auch für Pellets gewisse Normen. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Nutzen Sie den Pelletofen regelmäßig in der typischen Heizperiode von Herbst und Winter, sollten Sie mit ungefähr drei Kehrungen pro Jahr rechnen. Wie viel es am Ende genau ist, wird Ihnen der Schornsteinfeger sagen, der einen besseren Einblick in Ihren Ofen und das Abgassystem hat. Messungsarbeiten, um Emissionen zu prüfen, werden einmalig pro Jahr durchgeführt (sofern es sich um einen Privathaushalt handelt).

Kommentare

Ich habe ein Haus mit zwei Wohnungen. Im Erdgeschoss steht ein alter Holz-Küchenherd. Im ersten Stock möchte ich einen Pelletofen, der mit Gebläse im Abgasweg ausgestattet ist. Ist das möglich, bzw. welche Vorschriften stehen dem Pelletofen entgegen?

Antwort Redaktion ofenseite.com:

Guten Tag Herr Grünwald,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Pelletöfen mit Saugzuggebläse sind von der Mehrfachbelegung leider ausgeschlossen. Sei denn es wird 2x der gleiche Ofen an denselben Schornstein angeschlossen, was bei Ihnen allerdings nicht der Fall ist. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auch von Ihrem zuständigen Schornsteinfeger.

Viele Grüße, Ihr ofenseite-Team

Walter Grünwald, 12.02.2021 18:12

Gibt es für eine Pelletheizung die auf einem offenen Dachboden aufgestellt und betrieben wird Vorschriften bezüglich der Lärmentwicklung beim Nachfüllen mit Pellets bzw. Abstandsregeln zu benachbarten Wohngebäuden?

Neuner Helfried, 05.01.2021 00:30
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