Pelletheizung mit Solarthermie - die nachhaltige Kombination

Veröffentlicht am 29.04.2020 08:00 | 0 Kommentare
Pelletheizung und Solarthermieanlage
Die Kombination aus Pelletheizung und Solarthermie erweist sich nicht nur als das perfekte Doppel, sondern vor allem als ausgesprochen umweltfreundliche Heizung: Beide Komponenten setzen auf erneuerbare Energien und ergänzen sich hervorragend. Was Sie dabei beachten sollten und von welchen Förderungen Sie profitieren können, wenn Sie mit dieser Kombination heizen wollen, das erfahren Sie im Folgenden.

Funktionsweise der Kombination
Wollen Sie eine Pelletheizung mit Solarthermie kombinieren, stehen Ihnen zwei Varianten zur Auswahl: Einerseits können Sie einen Pelletkessel einbinden, andererseits einen wasserführende Einzelraumfeuerstätte, die mit Pellets befeuert werden. Am häufigsten wird die erste Variante genutzt, um ein komplettes, normal gedämmtes Haus zu heizen. Ein Pelletofen mit Wassertasche ist nur bei optimal gedämmten Häusern als Zentralheizung geeignet, kann aber auch sehr gut mit Solar kombiniert werden.

Ein Pelletkessel wird mit Holzpellets befeuert. Dabei handelt es sich um kleine Holzpresslinge, die meist aus, in der Holzverarbeitung anfallenden, Abfällen hergestellt werden. Sie sind fast CO2-neutral, da das Holz beim Verbrennen nur so viel CO2 abgibt, wie es während der Wachstumsphase gebunden hatte. Die Verbrennung der Pellets im Kessel setzt Wärmeenergie frei, die an Wasser abgegeben wird, das sich in einem Pufferspeicher oder Hygienespeicher befindet und von dort in den Heizkreislauf gegeben wird. Sinnvoll ist es, sich ein Pelletlager zuzulegen, denn dann kann der Pelletkessel sich selbst mit den benötigten Pellets versorgen und Sie heizen mit höchstem Komfort.
Eine thermische Solaranlage kann aus Flach- oder Röhrenkollektoren bestehen. Mithilfe der sogenannten Absorber und der Solarflüssigkeit wird die Sonnenwärme auf Wasser übertragen, welches dann wie beim Heizkessel in einen Speicher eingespeist wird und dort bei Bedarf abgerufen werden kann. Die Dimension der Anlage ist davon abhängig, ob sie nur für die Erwärmung des Trinkwassers oder auch als Heizungsunterstützung genutzt werden soll.
Voraussetzung
Damit eine Pelletheizung mit Solar auch wirklich bei Ihnen zum Einsatz kommen kann, sollten Sie einige Dinge beachten. Sie müssen den Platz dafür haben, der Schornsteinfeger muss das Ganze vor und nach Installation abnicken und damit die Anlage effizient ist, muss sie richtig dimensioniert sein.
Abhängig vom konkreten Wärmebedarf ist die Anlage passend zu planen. Dazu werden bei einem Austausch der Heizung die Verbrauchswerte der letzten Jahre betrachtet. Bei einem Neubau muss mit Richtwerten gearbeitet werden, die sich auf die Wohnfläche und die Anzahl der Personen beziehen, die im Haushalt leben. Wichtig bei der Frage nach der Größe ist auch, ob Pelletheizung und Solar die einzigen Wärmequellen sein sollen oder noch eine weitere Heizquelle eingeplant ist.
  • Faustregel für die Dimensionierung einer Pelletheizung: 80 Watt Leistung pro m² zu beheizender Fläche
  • Berechnung für Solarthermie zur Warmwasserbereitung: 1- 1,5 m² pro Bewohner (abhängig von der Kollektorart)
  • Berechnung für Solarthermie zur Heizungsunterstützung: 1,75 - 2,25 m² pro Bewohner (abhängig von der Kollektorart)
Wer glaubt, er braucht für eine hybride Heizanlage aus Pelletkessel und Solarthermie nur die Dachfläche und die anderthalb m², die der Kessel misst, der liegt falsch. Neben der eigentlich Heizung wird auch ausreichend Platz benötigt für all die zusätzlichen Komponenten. Das sind zum einen natürlich der oder die Speicher, die ausreichend dimensioniert sein müssen, das Pelletlager, die Fördervorrichtung, verschiedene Pumpengruppen und Ausdehnungsgefäße.
Wie bei Kaminöfen, muss auch bei einer solchen Anlage der Bezirksschornsteinfeger hinzugezogen werden, bevor sie in Betrieb genommen wird. Denn nur er kann den Feuerstättenbescheid ausstellen und die Betriebsgenehmigung erteilen. Ratsam ist es, sich schon während der Planung mit dem Schornsteinfeger zu beraten und von ihm prüfen zu lassen, ob der Schornstein den Anforderungen des Pelletkessels entspricht. Gegebenenfalls können hier weitere Umbauten nötig sein.
Vorteile und Nachteile
Die Kombi-Heizung aus Pellets und Solaranlage kann durchaus eine gute Lösung sein, um ohne fossile Brennstoffe auszukommen. Allerdings sollte man, wie bei jeder anderen größeren Investition auch, zunächst die Vor- und Nachteile in Ruhe abwägen:
  • Heizen mit erneuerbaren Energien
  • niedrigere Heizkosten als Gas- oder Ölheizung
  • Im Sommer reicht Solarthermie für die Warmwasseraufbereitung aus
  • attraktive staatliche Fördermöglichkeiten
  • Preisintensiv in der Anschaffung 
  • großer Lagerraum für Holzpellets notwendig
  • Leistung der Solaranlage über das Jahr ist nicht konstant
  • Dachfläche muss optimal zur Sonne stehen
Kosten
Was kostet eine Pelletheizung mit Solar? Die Anschaffungskosten für eine kombinierte Solar- und Pelletheizung sind im Vergleich hoch - Sie müssen ja im Prinzip in zwei Technologien investieren. Die Preise variieren in Abhängigkeit von Region und Anbieter, Sie sollten aber folgende Größen einplanen:
Pelletkessel mit Fördertechnik und Brenner kosten zwischen 4.000 und 12.000 Euro

Hinzu kommen noch die Kosten für das Pelletlager, den Pufferspeicher, die Pumpengruppen und diverses Installationszubehör
Solaranlagen kosten je nach Kollektorenart und Dimension zwischen 1.000 und 5.000 Euro 

Hinzu kommen noch die Kosten für Verrohrung, Pumpen und das Ausdehnungsgefäß.
Insgesamt geben viele Fachexperten einen finanziellen Gesamtaufwand von etwa 25.000 € an. Es können also durchaus größere Investitionen auf Sie zukommen, wobei die konkreten Kosten immer von der Dimensionierung und den gewünschten Funktionalitäten abhängen. Die gute Nachricht ist, dass sich die Anschaffung amortisiert und in vielen Fällen vom Staat fördern lässt.
Förderung und Amortisierung
Wann sich die kombinierte Pelletheizung amortisiert, hängt zum einen von den konkreten Kosten ab. Zum anderen spielen weitere Faktoren wichtige Rollen, wie zum Beispiel die Preisentwicklung für konventionelle Brennstoffe, die energetische Beschaffenheit des Hauses und natürlich der jeweilige Bedarf an Energie. Als Richtwert kann an dieser Stelle ein Haushalt mit vier Personen in einem Einfamilienhaus mit einer veralteten und mit Öl betriebenen Heizanlage dienen: Hier fallen rund 3.000 bis 3.500 Euro Heizkosten jährlich an. Die Heizkosten für einen Pelletkessel, der mit Solarthermie kombiniert wird, belaufen sich auf rund 1.300 bis 1.500 Euro pro Jahr. Eine solche Anlage kann sich also in durchaus in zehn bis 15 Jahren amortisieren - wird die staatliche Förderung noch einbezogen, verkürzt sich die Frist sogar.
Zuständig für die Förderung ist das BAFA, also das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das zum 01.01.2020 das Förderprogramm geändert hat. Demnach wird Solarthermie mit einem Zuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten unterstützt und für Wärmepumpen und Biomasseanlagen, zu denen auch die Pelletheizung zählt, können Sie 35 % erwarten. Sollten Sie eine Ölheizung gegen einen Pelletkessel oder eine hybridbetriebene Kombination austauschen, können Sie sogar mit 45 % rechnen. Was im konkreten gefördert wird und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, erfahren Sie hier.
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