Günstiger heizen: Kosten einer Pelletheizung

Veröffentlicht am 16.01.2020 08:00 | 0 Kommentare
Pelletheizung mit Geld und Taschenrechner
Neben Punkten wie Umweltverträglichkeit und Heizwert sind es oft finanzielle Überlegungen, die beim Wechsel auf eine neue Heizung reizen. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, ob Holzpellets eine wirtschaftliche Alternative zu Öl und Gas sind, wie hoch das Potenzial für Kosteneinsparungen ist und welche Anschaffungskosten zunächst auf Sie zukommen.

Anschaffungskosten
Wer über den Kauf einer Pelletheizung nachdenkt, beschäftigt sich in erster Linie mit den Anschaffungskosten. Dabei sollte beachtet werden, dass eine Heizung sehr komplex ist und mehr dazu gehört, als der einzelne Pelletkessel. Komponenten wie PelletbehälterFörderschnecke, ein Speicher und Anschlussbauteile sollten in die Berechnung der Kosten der Pelletheizung einfließen. Wie teuer ein Pelletkessel am Ende ist, hängt von Leistung (angegeben in kW), Größe und vielen weiteren Merkmalen ab. Grob können Sie je nach Modell mit Preisen zwischen 2.200 und 6.500 Euro rechnen. Für die erwähnten zusätzlichen Komponenten werden überschlagen 2000 Euro fällig.
Heißer Tipp: Pelletheizungen gehören zu den Feuerstätten, für die Sie eine Förderung beim BAFA beantragen können!
Je nachdem wo Ihre vorherige Heizanlage stand, können für die neue Anlage Umbaukosten entstehen, da für ein Pelletlager mehr Platz benötigt wird. Ein weiterer Kostenpunkt sind der Aufbau und Anschluss der Pelletheizung. Um Kosten zu sparen, können Sie die Installation auch selbst vornehmen. Möchten Sie staatliche Fördermittel beantragen, ist ein hydraulischer Abgleich durch einen Fachmann dringend erforderlich, da dies eine Voraussetzung für den Erhalt der Fördergelder ist.
Laufende Kosten
Die laufenden Kosten der Pelletheizung setzen sich zusammen aus den Betriebskosten, den Ausgaben für den Brennstoff und die Instandhaltung der Anlage. Diese sollen im Folgenden einzeln beleuchtet werden. Wie hoch die laufenden Kosten am Ende durchschnittlich sind, lässt sich pauschal schwer sagen. Das liegt vor allem daran, dass bei jedem Betreiber andere Gegebenheiten vorherrschen.
Eine Pelletheizung mit einem Pufferspeicher und einer Förderschnecke für die automatische Versorgung mit Pellets benötigt Strom. Der Zündvorgang kann nicht ohne Strom eingeleitet werden und auch das Thermostat benötigt Strom. Der Verbrauch der Anlage liegt hier auch in den Gewohnheiten des Verbrauchers. Denn es kommt darauf an, wie viele Zündungen der Kessel am Tag hat und wie oft und lange er generell läuft. Auch die Anzahl der Speicher und dementsprechend der Pumpen hat Einfluss auf den Stromverbrauch. Im Durchschnitt verbraucht eine Anlage mit 15 kW bei der Zündung ca. 530 W und im Betrieb ca. 45 W. Würde sie also einmal am Tag für fünf Minuten zünden und anschließend für 8 h laufen, ergäbe sich ein Verbrauch von 0,386 kWh. Das klingt zunächst sehr wenig, hinzu kommt allerdings noch der Stromverbrauch der Pelletförderung, die Pumpen und etwaige Extras.
Natürlich ist der Strompreis abhängig vom Anbieter, ein weiterer Grund warum keine konkrete Summe für die Stromkosten einer Pelletheizung genannt werden können. Wenn Sie jedoch bei der Anschaffung der Heizung gleich ein bisschen mehr investieren und sich zusätzlich eine Photovoltaikanlage anschaffen, können Sie den erforderlichen Strom selbst erzeugen. Ausgestattet mit einer Heizpatrone, kann diese in den warmen Monaten die Wassererwärmung übernehmen. So können Sie die Versorgung Ihrer Pelletheizung sichern und müssen an dieser Stelle keine Kosten für Strom einplanen.
Versorgung mit Pelletheizung und Solarmodulen
Holzpellets punkten mit vielen Vorteilen. Neben der CO2-Neutralität des Brennstoffes sind dies auch finanzielle Pluspunkte:

  • Pellets werden oftmals regional hergestellt. Das heißt, dass sie keine langen Transportwege haben und deshalb günstiger sind.
  • Für die Herstellung werden keine Bäume gefällt - was hohe Kosten verursachen würde -, sondern Holzabfälle werden zerkleinert und in die bekannte Pellet-Form gepresst. Da hier mehr oder weniger Müll verarbeitet wird, fallen auch die Preise niedrig aus.
  • Bislang sind Pellets immer durch eine stabile Preisentwicklung aufgefallen. Kurzzeitige Kostenexplosionen oder heftige Preisstürze, wie sie bei Öl gelegentlich der Fall sind, bleiben aus.
Und was bedeutet das für Sie?
Die Kosten für die Pellets hängen stark von Ihrer Wohnsituation ab. In einem Neubau mit angenommen 200 m² Wohnfläche würden Sie für das gesamte Jahr etwa 2.060 kg Pellets benötigen. 

Eine Berechnungsformel lautet:


m² * 51,5 (dies ist der durchschnittliche Energieverbrauch in Kilowattstunden pro m²) * 0,2. 


Punkten werden Sie jedoch in jedem Fall beim Brennstoff selbst: Eine ganze Tonne Pellets kann man mit einem Preis von etwa 225 Euro berechnen. Gern genutzte Richtwerte in diesem Bereich sind 5,2 Cent pro kWh für Holzpellets, 6,8 Cent für Heizöl und 7,1 Cent für Erdgas. Über das gesamte Jahr gerechnet sparen Sie dadurch allein für den Brennstoff etwa 500 Euro bei einer durchschnittlichen Nutzung der Heizung.
Da Sie die Installation der Heizung wahrscheinlich von einem Fachmann vornehmen lassen, werden Sie über diesen Monteur auch gleich einen Wartungsvertrag abschließen - dies ist jedenfalls die übliche Prozedur. Diesem Vorschlag sollten Sie auch folgen, denn diese Verträge sind in der Regel günstig und für Sie daher von Vorteil. Rechnen Sie mit einmaligen jährlichen Kosten von 80 bis 100 Euro (eventuell notwendige Ersatzteile sind nicht im Preis inbegriffen).

Zur Wartung der Pelletheizung kann man auch die Überprüfung durch den Schornsteinfeger zählen. Dieser kommt, um die Abgaswege zu reinigen und die Emissionswerte zu kontrollieren. Die Kosten werden nach gesetzlich vorgeschriebenen Werten berechnet, das kann mal mehr und mal weniger sein, je nachdem ob alle Arbeiten vom Bezirksschornsteinfeger oder manche auch von einem freien Schornsteinfeger erledigt werden.
Amortisierung
Wann sich eine Pelletheizung amortisiert, ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Pauschal lässt sich jedoch im Vergleich zu einer Gasheizung beispielsweise sagen, dass in einem typischen Einfamilienhaus bei vier Bewohnern (zwei Eltern und zwei Kinder) bis zu 1.000 Euro pro Jahr eingespart werden. Falls Sie beispielsweise 20.000 Euro für die komplette Heizungsanlage inklusive Installation, Umbau, Brennstoff & Co. ausgeben, würden Sie also nach 20 Jahren im grünen Bereich sein - und danach jedes Jahr viel Geld sparen und günstig heizen. Bei geringeren Anschaffungs- und Installationskosten würden natürlich weniger Zeit bis zur Amortisierung vergehen. Und vergessen Sie nicht, dass sich dank der Förderung der BAFA schon in der Anschaffung einige Tausender sparen lassen.
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