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Ofenrohr: wofür Sie es brauchen

Veröffentlicht am 01.03.2022 08:23 | 0 Kommentare
Ofenrohr: wofür?

Ofenrohre werden auch als Rauch-, Kamin- oder Abgasrohre bezeichnet. Sie sind für den Betrieb einer Ableitungsanlage unersetzliche Bestandteile. Als Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein sorgen Kaminrohre dafür, dass beim Abbrand entstehendes Rauchgas sicher ins Freie gelangt.

Inhalt:


Sichere Ableitung von Rauch
und Abgasen

Das Rauchrohr ist bei einem Kaminofen die einzige Verbindung zum Schornstein. Mithilfe der richtigen Größe und Länge des Rauchgasrohres werden Abgase aus dem Ofen in den Schornstein geleitet. Hierbei sorgen die Rohre dafür, dass Rauch und Ruß abfließen können und nicht in den Aufstellraum gelangen. Zudem schützen Kaminrohre die umgebenden Materialien und die Wände vor heißen Rauchgasen und Hitzeschäden.

Schutz vor hohen Abgastemperaturen

Für eine sichere Ableitung ist neben dem Rohrmaterial, auch die Materialstärke bedeutend. Abhängig vom verwendeten Brennstoff entstehen während des Abbrandes unterschiedlich hohe Abgastemperaturen. So verursachen feste Brennmaterialien höhere Temperaturen als gasförmige Brennstoffe. Die Faustformel lautet: je heißer ein Material verbrennt, desto dicker muss die Wandstärke des Ofenrohres sein.

Rauchrohre für optimalen Kaminzug

Damit es weder zu Bränden noch zum Austreten lebensgefährlicher Gase kommt, müssen alle Rohrteile sowie die Verbindungen dicht zusammengesteckt werden. Um einen optimalen Zug zu gewährleisten, sollten Sie das installierte Abzugsrohr mit einer gewissen Steigung verlegen. Denn warme Gase steigen immer nach oben. Werden diese durch ein absinkendes Rohr in ihrem Abzug behindert, kommt es zu einem Stau der Gase sowie zu einer vermehrten Ansammlung von Ruß.

Ofenrohrarten: das passende Rauchrohr finden

Um Ableitungen individuell an den Aufstellort und die Feuerstätte anzupassen, gibt es eine große Auswahl verschiedener Rauchgasrohre. So lässt sich die Strecke zwischen Kamin und Schornstein mit den passenden T-Stücken, Winkeln, Geraden oder Längenelementen sicher überbrücken. Je nach Einsatzbereich und verwendetem Brennstoff sind für die richtige Nutzung eines Ofenrohres auch Material, Oberflächenbehandlung und Wandstärke entscheidende Faktoren.

Ofenrohre für Holzöfen

Für Kamin- und Kachelöfen aber auch für Heizkessel werden üblicherweise Stahlrohre mit einer Materialstärke von zwei Millimetern verwendet. Hier wird zwischen optisch sichtbaren und nicht sichtbar verbauten Ofenrohren unterschieden. Im Sichtbereich eignen sich Kaminofenrohre mit einem hitzebeständigen Senotherm-Lack oder Emaille, die vor Korrosion und starker Hitze schützen. Für den nicht sichtbaren Bereich kommen häufig Kaminofenrohre aus Stahl zum Einsatz. Diese besitzen zwar die gleichen Rohr-Eigenschaften, sind aber nicht lackiert oder beschichtet.

Rauchgasableitung

Ofenrohre für Pellet- und weitere Öfen

Für Pelletöfen werden ein- oder doppelwandige Pelletofenrohre verwendet. Diese Rohre sind mit einer speziellen Dichtung und Steckverbindung versehen. Für Feuerstätten wie Dauerbrand-, Werkstatt- und Ölöfen kommen beschichtete Senotherm-Rohre, Edelstahlrohre, FAL-Rohre, Messingrohre oder emaillierte Rohre infrage. Gasöfen lassen sich auch mit Aluminium- und pulverbeschichteten Rauchrohren anschließen. Bei Aluminium-Rohren sollten Sie allerdings beachten, dass diese gegenüber Hitze und mechanischen Einflüssen nicht beständig sind. Daher sind sie nur bei Öfen mit geringer Leistung einsetzbar.

Rauchgasableitung

Am häufigsten verwendet: einwandige Ofenrohre

Die meisten Rauchgasrohre sind einwandig. Die Qualität und Materialstärke ist dabei genormt und wird streng geprüft. Im Zuge dieser Prüfungen legen die Hersteller auch den Mindestabstand fest, den ein Rauchrohr von der Wand haben muss.

Doppelwandige Rauchrohre: das sind die Vorteile

Bei sehr leistungsstarken Öfen verbauen Sie am besten doppelwandige Kaminrohre. Die integrierte keramische Isolierung dieser Rohre schützt die Umgebung vor Hitzestrahlung. Durch das Rauchrohr geleitete Abgase können mehrere hundert Grad heiß sein und für brennbare Bauteile eine ernste Brandgefahr darstellen. Aber auch nicht brennbare Materialien in unmittelbarer Nähe des Kaminrohres, wie in der Wand verlegte Elektroleitungen oder Wandfarben vertragen die hohen Temperaturen oft nicht.  Doppelwandige Ofenrohre vermeiden Hitzeschäden und schützen angrenzende Bauteile vor zu großer Strahlungswärme.

Rauchgasableitung

Rohr-Durchmesser: auf den richtigen Querschnitt kommt es an

Damit ein Rauchgasrohr richtig funktioniert, muss das Verhältnis zwischen Ofenrohr-Durchmesser und Größe des Ofens passen. Doch auch das Querschnittsverhältnis zum Schornstein ist entscheidend. Im ungünstigen Fall kann es hier zu Komplikationen beim Rauchabzug kommen.

Abgasstutzen & Wandfutter

Eine Ableitungssystem setzt sich aus mehreren Bauteilen zusammen. Für den Anschluss am Kaminofen wird ein sogenannter Abgasstutzen benötigt, über den das Ofenrohr gestülpt wird. Für den Rohranschluss an den Schornstein brauchen Sie ein Doppelwandfutter. Diese werden direkt am Schornstein in die Schornsteinwange eingesetzt. Um die Wanddurchbrüche und eingemauerten Wandfutter zu verdecken, können Sie sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eine Rosette anbringen. Wandrosetten sind Blenden oder Abdeckungen, die es in festen und verstellbaren Ausführungen gibt.

Rohr & Verbindungen

Den Übergang zwischen beiden Anschlüssen stellt das Ofenrohr dar. Je nachdem wie lang die Anschluss-Strecke ist, sind entsprechend viele Rohrstücke notwendig. Das senkrechte verlegte Rauchrohr muss waagerecht in die Wand geführt werden, daher ist mindestens ein Bogen als Verbindung erforderlich. Rohrbögen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, mit festen oder verstellbaren Winkeln zwischen 15° und 90°, mit oder ohne Reinigungsdeckel sowie als glatt gezogenes Modell. Insgesamt sollte das Rauchrohr nicht länger drei Meter sein und maximal drei Rohrbögen beinhalten.

Erweiterungen & Reduzierungen

Passen die Anschlüsse am Ofen oder Schornstein nicht auf das Rauchgasrohr, helfen Erweiterungen oder Reduzierungen weiter. Auch die im Rohrinneren liegende Drosselklappe beeinflusst wichtige Kaminfunktionen, wie die Ofenleistung, die Brenndauer, das Flammenbild, den Wirkungsgrad und die Temperatur. Die Drosselklappe wird kurz vor dem Übergang zum Schornstein verbaut und ist von außen stufenlos einstellbar. So kann das Rohr mithilfe der Klappe fast ganz oder teilweise verschlossen oder geöffnet werden. Damit lässt sich der Querschnitt des Rauchrohres und der Kaminzug gezielt beeinflussen.


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