Ofenrohr abdichten - so geht's

Veröffentlicht am 29.11.2019 09:00 | 0 Kommentare
Immer wieder kommt es vor, dass man ein bestehendes Ofenrohr abdichten möchte. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, die teilweise auf tieferliegende Ursachen hinweisen. Grenzen Sie zuerst die Ursache ein, bevor Sie handeln.

Ofenrohr qualmt
Wenn das Rauchrohr qualmt kann dies verschiedene Gründe haben, welche das sind wo sie dagegen vorgehen erfahren sie hier:
Lassen Sie sich nicht verunsichern, das ist bei den meisten Ofenrohren ganz normal. Der Grund hierfür ist meist ganz banal: die hitzebeständige Lackierung muss erst eingebrannt werden. Hierbei qualmt das Rohr ganz leicht. Brennen Sie den Lack möglichst langsam ein, bauen Sie langsam eine Temperatur von 200 bis 300°C auf und halten Sie diese für ca. 45 Minuten, da es sonst selten zu Abplatzungen oder Bläschenbildung kommen kann.
Tipp: Auch bei einem fabrikneuen Kaminofen muss der Lack erst eingebrannt werden!
Qualmt das ganze Rohr?
Sehr häufig qualmen Ofenrohre zu Beginn einer neuen Heizperiode, weil sich über den Sommer Hausstaub darauf abgelagert hat. Dieser verkohlt / verbrennt nun, und bildet dabei Rauch. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt übrigens bei Küchenöfen, auf denen sich ein leichter Fettfilm vom kochen / braten ablagern kann. Dagegen hilft nur eine gründliche Reinigung des Ofens und der Ofenrohre kurz vor Beginn der Heizperiode. In selteneren Fällen ist der Thermolack des Ofenrohrs noch nicht richtig eingebrannt. Brennen Sie ihn richtig ein. (siehe oben)

Qualmt es aus den Verbindungen zwischen den einzelnen Segmenten?
Dann ist tatsächlich etwas undicht, eine dauerhafte Abdichtung kann sinnvoll sein.
Die sicherste Variante zum Abdichten der Ofenrohre stellt ein keramisches Dichtband dar, das in den Zwischenraum eingebracht wird. Das keramische Dichtband ist einseitig klebend und hat eine Anwendungstemperatur von bis zu 550°C. Diese Temperatur werden Sie mit einem Kaminofen nicht überschreiten. Glasfaserdichtband hat eine Stärke von 2mm und verklebt das Rohr nicht dauerhaft, die Rohre werden einfach wieder ineinandergesteckt. Eine spätere Demontage (beispielweise zur Reinigung) ist problemlos möglich.
Viel gravierender ist jedoch die Ursache des Qualms: mit dem Zug des Schornsteins stimmt etwas nicht. Normalerweise zieht der Zug des Schornsteins frische Luft durch die Ritzen des Ofenrohrs mit in den Kamin hinein, und drückt den Qualm nicht heraus!
Das kann in vielen Fällen banale Gründe haben: bei bestimmten Wetterlagen kann der Zug des Kamins völlig zusammenbrechen. Hier hilft ein alter Hausfrauentrick: eine Papierfackel in der Reinigungsöffnung, um die stehende, kalte Luft aus dem Kamin zu "vertreiben" und den Sog in Gang zu setzen.

Eine Papierfackel besteht aus ein bis zwei Seiten einer Tageszeitung, die zusammengerollt und angezündet werden.
Kommt Ihnen beim Öffnen der Reinigungsöffnung bereits Qualm entgegen, lassen Sie diesen Tipp unbedingt sein - es besteht Verpuffungs- (explosions-) Gefahr! Hier hilft nur eins: Brenngut aus dem Ofen entfernen (Ascheschaufel + Ascheeimer) und gründliches lüften. Hat sich der Qualm aus dem Schornstein verzogen, nutzen Sie die Papierfackel.
Weniger banale Gründe sind: eine Verstopfung des Schornsteins. Halten Sie einen Taschenspiegel in den Schornstein - können Sie ein Licht am oberen Ende sehen? Falls nicht, gilt es weiterzuforschen.
Nicht selten nisten im Sommer Vögel auf oder gar im Schornstein, oder sie fallen in den Schornstein wo sie verenden und den Kamin zusetzen. Schornsteine bieten ideale Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden wie Raubvögeln und Mardern.
Ist dies die Ursache, hilft nur eine Reinigung des Schornsteins (beispielsweise durch den Schornsteinfeger), präventiv kann man auch sogenannte Dohlengitter anbringen.
Hier hilft dauerhaft nur ein Austausch der Ofenrohre. Zwar gibt es hochtemperaturbeständiges Klebeband, mit dem man sich kurzfristig helfen kann. Eine dauerhafte Lösung ist dies jedoch nicht. Auch das Verlöten undichter Stellen ist nicht empfehlenswert, da konventionelles Lötzinn eine zu niedrige Schmelztemperatur ab ca. 140°C hat. Die Verbindung wird also bei Volllast des Ofens nicht halten und schmelzen. Spätestens beim nächsten Schornsteinfegerbesuch erlischt ihre Feuerstättenbetriebserlaubnis? Besorgen Sie sich bitte kurzfristig Ersatz für die alten Rauchrohre.
Die Rohre wurden schon mal montiert
Der Klassiker schlechthin, wenn beispielsweise der Ofen an einen neuen Standort soll, oder man vergessen hat Elemente mit Reinigungsöffnungen zu verbauen. Bei der jährlichen Reinigung des Ofens steht dann eine komplette Demontage der Ofenrohre an. Leicht kann es passieren, dass sich die Bauteile verkanten und die Verbindungsstücken etwas verbiegen. Häufig passiert das bei preiswerten, dünnwandigen Ofenrohren. Als Lösung bietet sich hier ein spezielles Hochtemperatur Silikon an, um zu verhindern dass über zu große Spalten in den Verbindungen der Ofenrohre Fehlluft gezogen wird.
Ofenrohre sind nach der Montage nicht mehr erreichbar
Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig klingt, ist in der Praxis des Ofenbaus gängiger als man denkt. Speziell bei Kaminbausätzen oder Kamineinsätzen sind die Ofenrohre nach der Montage der Verkleidung häufig verdeckt und nicht mehr ohne weiteres erreichbar. Die regelmäßige Reinigung erfolgt über Reinigungsöffnungen in den Rohren und im Mantel des Ofens. Die Rohre an sich werden sehr häufig mit Hochtemperatursilikon, Kesselkit oder hochtemperaturbeständigen Aluminium Klebeband dauerhaft abgedichtet. Dies verhindert ein Auseinanderrutschen der gesteckten Rohre beispielsweise bei der Reinigung.
Schwarzes Wasser tropft aus dem Rohr
Auch hier ist es wichtiger, die Ursache zu bekämpfen als die Wirkung (also das Wasser). Verdichten Sie das Ofenrohr, verlagern Sie das Problem einfach in den Ofen hinein. Ihr Ofen wird verrosten, das Wasser bahnt sich durch den Ofen hindurch einen Weg in ihr Heim. In dem Fall kann man eine Abdichtung der Ofenrohre nicht guten Gewissens empfehlen! Manche Kunden benutzen hierfür trotzdem einfach Hochtemperatur-Silikon, welches ja auch wasserdicht ist. Beachten Sie bitte, das Sie damit das Problem verlagern und verschlimmern, nicht bekämpfen. 

Mögliche Ursachen für schwarzes Wasser das aus dem Ofenrohr tropft sind:
Zu feuchtes Brennholz hat eine wesentlich niedrigere Brenntemperatur als trockenes mit einer korrekten Restfeuchte von 15-18%. Hierdurch kommt es zu einer Unterschreitung des Taupunktes bereits im Schornstein, das Kondensat rinnt im Schornstein hinab und kann auch ins Ofenrohr zurückschlagen. Von da aus tropft es dann in die Wohnung.

Lösung: Kaufen Sie sich ein Restfeuchtemessgerät, und verwenden Sie ausschließlich "ofentrockenes" Brennholz mit einer Restfeuchte unter 20%. Lagern Sie Ihr Brennholz sachgerecht, häufig kann auch eine kleine Menge innerhalb des Wohnraums zwischengelagert werden (beispielweise in einem ansprechenden Holzregal)
Speziell bei tagelangem Regen oder besonders feuchter Witterung kann das zu einem Problem werden - insbesondere wenn der Schornstein nicht benutzt wird. Dann gelangt Wasser in den Schornstein hinein, Nebel kann darin kondensieren (besonders häufig bei Nordseiten zu beobachten! ) und rinnt bis zum Ofenrohr hinab.

Lösung: Verwenden Sie eine Schornsteindeckung wie eine Regenhaube (für Runde Edelstahlschornsteinköpfe), einen Napoleonhut oder eine Meidinger Scheibe. Gegen kondensierendes Nebelwasser dagegen hilft nur eins: heizen.
Wird in der Feuerstättte nicht die für das Feuerstättensystem notwendige Abgastemperatur entwickelt, kann es auch zu einer Rauchbildung kommen. Dazu muss man wissen, dass moderne Kaminöfen von Haus aus viel niedrigere Abgastemperaturen als frühere Modelle haben, Schuld ist hier der Gesetzgeber mit diversen Vorgaben, Bestimmungen und Verordnungen. Passt der Schornstein nicht zum Ofen, kommt das Problem häufiger vor als man denkt. Sehr oft zu finden ist das Problem auch bei alten, gemauerten Schornsteinen. Eine falsche Benutzung des Ofens kann beispielsweise passieren, wenn Sie Ihren Ofen nur sporadisch verwenden und mit zu wenig Holz bestücken, beispielsweise nach dem Anfeuern kein- oder nur einmal nachlegen. Auch das zu zeitige oder zu starke Drosseln der Zuluft während des Verbrennungsvorgangs kann eine Ursache sein, hier spart man an der falschen Stelle. Die Nennleistung des Ofens wird dadurch nicht erreicht, die wiederum Voraussetzung für einen korrekten Betrieb ist. Der Ofen ist für den Raum also "zu Groß" dimensioniert. Ihr Ofen und auch Ihr Schornstein muss von Zeit zu Zeit (ähnlich wie ein Auto) mal auf Volllast "freigeblasen" werden. Benutzen Sie Ihren Ofen nicht regelmäßig und korrekt, wird er es Ihnen nicht danken.
Ofenrohre haben falschen Durchmesser
Tauscht man einen alten Ofen durch einen neuen aus, hat man oftmals altes Zubehör wie Ofenrohre übrig. Klären Sie bitte mit Ihrem Schornsteinfeger, ob sie die weiterverwenden können. Ein zu großer oder zu kleiner Rohrdurchmesser beeinflusst das Strömungsverhalten des Abgases, und kann zu Problemen führen. Falls er nichts dagegen einzuwenden hat, gibt es für nahezu alle Rohrdurchmesser Erweiterungen und Reduzierungen. 

Von Übergangslösungen wie hitzebeständigem Klebeband sollten Sie absehen, da dies die Betriebssicherheit deutlich beeinträchtigt.
Wie halte ich Ruß fern?
Auch das Ofenrohr an sich muss von Zeit zu Zeit gereinigt werden, da sich darin Ruß ablagert. Das erfolgt durch eine integrierte Reinigungsklappe im Ofenrohr, welche üblicherweise in einem Bogen sitzt (damit man überall hin gelangt). Diese Reinigung können Sie auch durchaus selbst machen, wir bieten hierfür beispielsweise spezielle Bürsten an. Lesen Sie hierfür auch unseren Artikel: Kurz vorm Start: Wie Sie Ihren Kaminofen wintertauglich machen
Heißer Tipp: Nutzen sie einen alten Hausfrauentrick. Malerkrepp. Umwickeln Sie die Verbindungsstellen damit, das reicht völlig aus.
Aber Achtung!: Vor dem nächsten Anheizen müssen Sie das Band unbedingt wieder entfernen, sonst herrscht Brandgefahr.
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