Ölofen anzünden: manuell oder automatisch?

Veröffentlicht am 05.11.2019 08:00 | 0 Kommentare
Ölofen mit Sichtscheibe im Wohnbereich
Ölöfen erfreuen sich nach wie vor einiger Beliebtheit und das nicht zu Unrecht. Schließlich können sie Räume schnell erwärmen, auch wenn diese länger nicht beheizt wurden. Außerdem geht ein moderner Ölofen sparsam mit seinem Brennstoff um und benötigt nicht so oft "Nachschub" wie manch anderer Kamin. Wenn Sie über die Anschaffung eines Ölofens nachdenken, so ist die Frage der Zündung, nämlich ob elektrisch oder manuell, vielleicht ein Entscheidungskriterium. Welche Vor- und Nachteile die jeweilige Zündungsart hat und worauf Sie bei Ihrem Ofen achten sollten, erfahren Sie hier.

Inhalt:
Während Sie einen herkömmlichen Ölofen per Hand und mit Anzündhilfen zum Brennen bringen, wird das Öl bei einem Ofen mit Automatik durch einen Elektrozünder entzündet. Das geschieht automatisch, sobald Öl in den Brennraum tropft. Damit die Automatik funktioniert, muss der Ofen an das Stromnetz angeschlossen sein. Eine Netzsteckdose ist also zwingend erforderlich. Diese darf sich aber nicht direkt hinter dem Ölofen befinden. Beachten Sie bei der Wahl eines Standortes für Ihren Ofen, dass Netzteile vom Hersteller meist mit einem relativ kurzen Kabel von 100 bis 120 cm Länge ausgestattet werden. Bei einem Automatik-Ölofen ist also neben der Lage des Schornsteins - und gegebenenfalls der Ölleitung - auch die Nähe zu einer 230V-Steckdose für die Aufstellung des Geräts wichtig.
Ist keine Automatik vorhanden, haben Sie einen Ölofen mit manueller Zündung. Das bedeutet, dass Sie das Heizöl im Brennraum des Ofens mittels einer Flamme selbst anzünden müssen. Dies sollten Sie nicht mit Streichhölzern oder ähnlichen Anzündern tun - die brennen nämlich nicht rückstandsfrei und können zudem rußen. Nehmen Sie stattdessen lieber spezielle Anzündhilfen für Ölöfen, die in fester und flüssiger Form angeboten werden. Dabei gehen Sie wie folgt vor: den Regler an Ihrem Ofen aufdrehen, das einlaufende Öl in der Brennkammer mit der Anzündhilfe entzünden. Wenn die Flammen blau und ruhig brennen, den Regler auf die gewünschte Leistung beim Heizen einstellen. Festanzünder sollten Sie zu einem "V" oder im Zickzack knicken und nicht direkt ins Öl werfen. Denn nicht das flüssige Öl brennt - erst wenn das Öl durch die Flamme der Anzündhilfe warm wird und verdampft, kommt es zur Entzündung.
ausgebranntes Streichholz mit Rauch
Vorteile und Nachteile
Ein Ofen mit automatischer Zündung bietet zunächst einmal ein größeres Maß an Komfort. Die Ölzufuhr wird automatisch kontrolliert und reguliert, die Zündung erfolgt schnell und selbsttätig. Sie müssen den Brennraum nicht öffnen, wenn Sie den Ofen in Betrieb nehmen. Als Nachteil kann man die Abhängigkeit vom Stromnetz betrachten, die die Standortwahl einschränken kann. Außerdem kann eine Fehlfunktion des elektrischen Zünders zu erhöhtem Aufwand führen und gegebenenfalls eine Reparatur oder einen Austausch notwendig machen. Allerdings sind Zündelemente bei Ölöfen meist nicht spezifisch für einen Hersteller ausgelegt und daher als Ersatzteil meist einfach und zum günstigen Preis zu bekommen.
  • automatische Brennstoffzufuhr & Zündung
  • Brennraum bleibt geschlossen
  • Abhängigkeit vom Stromnetz
  • Fehlfunktionen der Technik möglich 
Öfen, die einer manuellen Zündung bedürfen, sind dagegen von Strom unabhängig und besitzen keine potenziell anfällige Technik. Dafür müssen Sie beim Anzünden selbst aktiv werden und den Zündvorgang kontrollieren. Das bedeutet höheren Aufwand gegenüber einer Automatik. Eine fehlerhafte Zündung kann außerdem zu Problemen beim Betrieb des Ofens führen. Erwähnt werden sollte allerdings auch, dass Öfen ohne Automatik in der Regel einen niedrigeren Preis als ein vergleichbares Modell mit elektrischer Zündung haben.
  • unabhängig von Strom & günstiger als automatische Modelle 
  • keine anfällige Technik
  • arbeitsaufwändiger
  • fehlerhaftes Anzünden kann zu Problemen führen
Hinweis: Obwohl es sich bei einem Kamin, der mit Öl betrieben wird, nicht um einen Festbrennstoffofen handelt, benötigt auch dieser einen entsprechenden Schornstein, der genau auf die Werte der Öl-Feuerstätte abgestimmt ist. Wir empfehlen zum Beispiel ein doppelwandiges Edelstahlsystem.
Im Ölofen sollte das erste einlaufende Öl gezündet werden. Ist schon eine größere Menge kalten Öls eingelaufen, wird die Verdampfung und damit die Zündung schwieriger. Falls die Brennkammer mit Öl vollgelaufen ist, sollten Sie nicht versuchen, dieses zum Brennen zu bringen - die Gefahr einer großen Verpuffung ist zu groß. Den zu viel eingelaufenen Brennstoff müssen Sie aus dem Brennertopf entfernen, nehmen Sie dafür eine Rolle Toilettenpapier und stellen Sie sie in das Öl. Der Boden darf nur dünn mit Öl benetzt sein. Zünden Sie Ihren Ofen außerdem nicht, wenn er noch heiß ist. Auch damit würden Sie eine Verpuffung riskieren. Warten Sie mit der Zündung also, bis der Ofen abgekühlt und der Brennraum nur noch warm ist. War der Ölofen längere Zeit nicht in Betrieb, sollten Sie vor der Zündung zunächst prüfen, ob im Ofen alles sauber und die Ölleitung frei ist.
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