Muss eine Solaranlage gewartet werden?

Veröffentlicht am 30.01.2020 08:00 | 0 Kommentare
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Vor der Anschaffung einer Solarthermie-Anlage stellt sich häufig die Frage, ob eine Anlage überhaupt gewartet werden muss und wenn ja, wie oft und in welchem Umfang. Immerhin sind Solaranlagen permanent der Witterung und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt, beispielsweise starker Sonneneinstrahlung, Staub, Schnee, Hagel oder Vogelkot. Sind nur bestimmte Bauteile regelmäßig zu überprüfen? Und inwiefern müssen Sie die Kollektoren sauber halten und bspw. vom Schnee befreien? Im Folgenden lesen Sie alles, was Sie über die Wartung einer Solaranlage wissen müssen.

Inhalt:
Warum Solaranlage warten?
Natürlich stellt sich bei vielen die Frage, warum eine Wartung der Solaranlage durchgeführt werden soll. Grundsätzlich ist jede Solaranlage im Vergleich zu anderen Energiegewinnungssystemen relativ wartungsarm. Wie alle anderen technischen Geräte leidet eine Solar-Anlage jedoch auch unter einem gewissen Verschleiß. Um die Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren auszureizen und auch die effiziente Leistung hochzuhalten, sollte eine regelmäßige Überprüfung der Kollektoren und der kompletten Anlage erfolgen. Dabei wird zwischen der kleinen Inspektion und der Wartung unterschieden.
Hinweis: Es gibt keine gesetzliche Festlegung zur Wartung einer Solaranlage, sie ist aber für dauerhafte Effizienz ratsam.
Wann wird Anlage gewartet?
Es gibt zwei Fragen nach dem Zeitpunkt der Wartung der Solaranlage: "Wie oft?" und "Wann?". Nach den ersten Wochen des Betriebs sollte eine erste Inspektion erfolgen, danach empfehlen wir Ihnen die jährliche kleine Inspektion sowie die regelmäßige Wartung im Abstand von drei bis fünf Jahren. Am besten wird die Überprüfung im Spätsommer oder Frühherbst durchgeführt, um die Unfallgefahr auf dem Dach zu minimieren (Gefahr bei Sturm) und Frostschäden an der Solaranlage auszuschließen. Wenn Sie aber zwischendurch Verunreinigungen an Ihren Kollektoren entdecken, sollten Sie diese möglichst zeitnah entfernen, da sonst der Wirkungsgrad Ihrer Anlage darunter leidet.
Wer wartet die Anlage?
Wenn Sie das nötige technische Know-how und entsprechendes Werkzeug besitzen, können Sie die Inspektion natürlich selbst durchführen. Allerdings ist ein Fachmann schon allein aus dem Grund ratsam, weil die Wartung durch ihn dokumentiert wird und so die eventuellen Garantieansprüche nicht verfallen. In diesem Zusammenhang wird auch empfohlen, nicht den Fachbetrieb mit der Wartung zu beauftragen, der schon die Installation vorgenommen hat. So stellen Sie sicher, dass etwaige Fehler oder Missstände nicht vertuscht werden. Haben Sie sich für die Solarthermie-Wartung einen Fachbetrieb gesucht, lohnt sich auch der Abschluss eines Wartungsvertrags, dann müssen Sie sich nicht jedes Jahr erneut kümmern.
Was sollte überprüft werden?
Bei der Sichtprüfung geht es vor allem darum, die Oberflächen und Verbindungen der Elemente auf Verschmutzung oder Tierverbiss zu überprüfen. In diesem Zusammenhang raten wir Ihnen auch dazu, gleich die Kollektoren mit zu reinigen. Teilweise kann es nach einiger Zeit auch erforderlich sein, dass die Anode ausgetauscht werden muss. Bei der kleinen Inspektion sollten Sie zudem Ihre Anlage durch die Lüftungsventile gründlich entlüften und anschließend prüfen, ob der erforderliche Füll- und Anlagenbetriebsdruck konstant besteht. Ist der Betriebsdruck zu niedrig, kann die Anlage nicht optimal arbeiten. Unbedingt sollte die Solarflüssigkeit getestet und im Laufe der Zeit ausgetauscht werden, da sich beispielsweise bei großer Hitze im Sommer das Glykol zersetzen, also im Laufe der Zeit „sauer“ werden kann und demnach nicht mehr wirklich als Frostschutzmittel geeignet ist. Aufschlussreich ist in diesem Fall ein Test des pH-Wertes, der sollte höher als 7,0 liegen. Darüber hinaus empfiehlt sich auch eine Prüfung der weiteren Elemente, bspw. der Fühler und Thermometer, Regler und Pumpen, als dass diese keinerlei Beschädigungen aufzeigen, überhaupt funktionieren und keine undichten Stellen aufweisen. Auch die Werte der Anlage sollten überprüft und mit den Vorjahreswerten verglichen werden. Gibt es starke Abweichungen, sollten Defekte, Fehlfunktionen oder andere Gründe ausgeschlossen werden.
Bei der Wartung der Solaranlage werden weitere Kontrollen zusätzlich zur kleinen Inspektion durchgeführt. Dazu zählt die Prüfung sämtlicher Armaturen, Dämmungen, Verbindungen und Anschlüsse sowie die Kontrolle der Kollektoren mitsamt deren Befestigungen. Die Wartung umfasst zudem die Funktionsprüfung von der Solarstation samt Pumpe, dem Ausdehnungsgefäß mit dem Sicherheitsventil, dem Speicher sowie dem Wärmezähler und den Heizungs- und Wasseranschlüssen. Vergleichen sollten Sie in diesem Zusammenhang außerdem auch die Verbrauchsdaten mit denen der Vorjahre.
Röhrenkollektor mit Anschluss
  • Sichtprüfung auf Verschmutzung der Kollektoren
  • Solarkreislauf entlüften
  • Anlagendruck überprüfen
  • pH- und Frostschutzwerte der Solarflüssigkeit prüfen
  • Entspricht Volumenstrom dem Sollwert?
  • Pumpe auf Geräusche überprüfen
  • Funktioniert das Rückschlagventil (Öffnen und Schließen)?
  • Funktioniert das thermostatische Mischventil?
  • Prüfung der Werte des Solarreglers auf Plausibilität
  • Sichtprüfung auf Verschmutzung/Unversehrtheit der Kollektoren
  • Unversehrtheit/Dichte Dämmung
  • Kollektorenabdeckung und Befestigung prüfen
  • Sichten von Armaturen, Anschlüssen und Verbindungen
  • Plausibilität Regleranzeige und Funktionskontrolle
  • gesamte Anlage entlüften
  • Betriebsdruck der Anlage überprüfen
  • pH- und Frostschutzwerte der Solarflüssigkeit prüfen
  • Entspricht Volumenstrom dem Sollwert?
  • Pumpe auf Geräusche überprüfen
  • Funktioniert das Rückschlagventil (Öffnen und Schließen)?
  • Funktioniert das thermostatische Mischventil?
  • Prüfung der Werte des Solarreglers auf Plausibilität
  • Ventile, Fühler und Thermometer auf Funktion prüfen
Wartungskosten Solaranlage
Die reine Inspektion oder Wartung einer thermischen Solaranlage kostet ab 50 Euro aufwärts. Je nachdem, welche Reparaturarbeiten anfallen, kann die Rechnung natürlich steigen. So kann für den Austausch der Solarflüssigkeit, je nach Menge 40 bis 120 Euro für die Flüssigkeit anfallen, bei Frostschutz um die 50 €. Wird ein größerer Einsatz nötig, steigen natürlich auch die Kosten, im Durchschnitt kann man sagen, dass eine Solaranlage mit Wartung und Reparatur mit ca. 100 Euro jährlich zu Buche schlägt.
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