Messerschleifen leicht gemacht. Wir verraten Ihnen was zu beachten ist!

Veröffentlicht am 12.12.2017 09:48 | 0 Kommentare

Sind Sie mit Ihren Gedanken schon seit Tagen bei der Zubereitung des Weihnachtsmenüs? Habe ich auch nichts vergessen? Sind alle Töpfe und Pfannen einsatzbereit? Zur Vorbereitung auf den große Festtagsschmaus sollten Sie noch eine wichtige Sache erledigen: Ihre Messer schärfen! Wussten Sie, dass die Verletzungsgefahr bei der Arbeit mit einer stumpfen Klinge höher ist, als wenn die Klinge scharf ist? Dadurch, dass die Schnitte mit einem scharfen Messer präziser ausgeführt werden können, wird weniger Druck auf die Klinge ausgeübt und die Gefahr abzurutschen wird reduziert.

Wir verraten Ihnen mit welchem Werkzeug der Messerschliff zur Meditationsübung wird und mal unter uns: Ohne Pflaster an den Fingern, lassen sich doch auch die Geschenke viel einfacher öffnen!

Messerschliff bei einem kai Messer

Wodurch werden Messer stumpf?

Auch die hochwertigste Klinge wird mit der Zeit stumpf. Das liegt in den meisten Fällen nicht am Material, sondern am falschen Umgang mit den Messern.

Die 5 fatalsten Fehler beim Umgang mit Küchenmessern

  1. Zweckentfremdung: Küchenmesser sollten nur für Lebensmittel verwendet werden. Zum Öffnen von Paketen oder anderen Verpackungen gibt es Cuttermesser und Scheren.

  2. Die falsche Unterlage: Verwenden Sie ausschließlich Schneidbretter aus Holz oder Kunststoff. Sie sind weicher und "ergeben" sich sozusagen der Klinge. Holzbretter haben aufgrund der enthaltenen Gerbsäuren zudem eine antibakterielle Wirkung und sind daher nicht unhygienischer als ihre Kollegen aus Glas oder Edelstahl.

  3. Die falsche Schnitttechnik: Eine wichtige Grundregel lautet: Mit einem Messer wird geschnitten und mit einem Beil wird gehackt. Mit einem scharfen Messer und der richtigen Technik benötigen Sie keinen großen Kraftaufwand, um Tomate, Paprika und Möhren zu zerteilen. Halten Sie das Messer locker in der Hand und führen Sie den Schnitt mit einer kreisenden Bewegung aus.

  4. Die Spülmaschine - Der Friedhof der Küchenmesser: Legen Sie ein Küchenmesser niemals in den Geschirrspüler oder in das Seifenwasser im Spülbecken. Reinigen Sie es stattdessen am besten direkt nach der Benutzung mit einem weichen Schwamm oder Tuch unter einem warmen Wasserstrahl.

  5. Die Aufbewahrung: Auch die falsche Lagerung kann für eine stumpfe Klinge sorgen. Küchenmesser sollten separat vom restlichen Besteck am besten in einem Messerblock aufbewahrt werden. Auch eine Magnetleiste ist eine dekorative Möglichkeit, die Messer sicher zu lagern.

Wie schleife ich selbst ein Messer richtig?

Selbst wenn Sie diese fünf Fehler tunlichst vermeiden, können Sie zwar die Lebensdauer Ihres Küchenmesser beträchtlich erhöhen, doch kein Messer bleibt ewig scharf. Wie jedes Metallwerkzeug muss es hin und wieder geschärft werden, damit es seinen Schliff nicht verliert. Fahrende Messerschleifer sind heutzutage eher rar, daher lohnt es sich selbst Hand anzulegen und den Messerschliff zu erlernen.


Welcher Stein eignet sich zum Messerschärfen?

Prinzipiell haben Sie die Wahl zwischen klassischen Schleifsteinen, Wetzstäben und elektrischen Schleifmaschinen. Da ein Wetzstab nicht zum Nachschärfen geeignet ist, sondern lediglich kurz vor dem Einsatz des Messers eingesetzt wird, wollen wir hier nicht weiter darauf eingehen.

Mit dem Schleifstein erzielen Sie scharfe Ergebnisse

Für viele gilt der Schleifstein, oder auch Wetzstein genannt, als das perfekte Schleifgerät. Es gibt ihn mit verschiedenen Körnungen, von grob bis fein. Die grobkörnige Seite für kleinere Beschädigungen oder Ausbrüche und eine feinkörnige Seite für den finalen Abzug. Um auch bei sehr langen Messern keinen Bereich zu vergessen, teilen Sie die Klinge gedanklich in mehrere Bereiche auf, die sie nacheinander über den Schleifstein ziehen. Während des Schleifens entsteht eine Politurpaste aus Wasser, Stein- und Stahlabrieb. Entfernen Sie diese während des Schleifens nicht, da sie das Schärfergebnis optimiert. Beenden Sie den Schleifvorgang, wenn auf beiden Seiten der Klinge kein Grat mehr spürbar ist. Die Anwendung mit einem Schleifstein verlangt sehr viel Übung und Geduld. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Messerschärfen und beginnen Sie nicht direkt mit dem hochwertigsten Exemplar Ihrer Messersammlung.


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Unsere Schritt für Schritt Anleitung zum Messerschleifen

Bevor Sie mit dem Schleifen beginnen, sollten der Schleifstein für ca. 10 Minuten in Wasser getränkt werden. Achten Sie auch während des Schleifens darauf, dass sich ein leichter Wasserfilm auf der Oberfläche befindet. Warum man ein Messer nass schleifen muss? Der Wasserfilm reduziert die Reibung zwischen der Klinge und der Steinoberfläche. Dadurch wird das Material feiner abgetragen und es entstehen keine unschönen Kanten.

Die empfohlene Körnung sowie die Schleiftechnik unterscheiden sich je nachdem ob es sich um ein einseitig oder ein beidseitig geschliffenes Messer handelt bzw. eine japanische oder europäische Klingenform vorliegt. Japanische Kochmesser sind traditionell einseitig geschliffen, wohingegen europäische Messer einen beidseitigen Ballenschliff vorweisen.

Einseitig geschliffene Messer

Bekannte japanische Klingenformen mit einseitigem Schliff sind Yanagiba, Deba und Usuba. Das japanische Santokumesser und auch das Nakiri sind hingegen japanische Kochmesser mit beidseitigem Schliff.

  1. Verwenden Sie einen Schleifstein mit einer feinen 1000er Körnung und tränken Sie diesen für ca. 10-15 Minuten in Wasser.

  2. Beginnen Sie mit der angeschliffenen Seite der Klinge. Durch den einseitigen Schliff ist der Winkel schon vorgegeben. Bei den Messern von kai Messer beträgt dieser 45°.

  3. Ziehen Sie die Klinge über den Schleifstein, indem Sie das Messer mit leichtem Druck von Ihrem Körper weg und zu sich hin bewegen. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals bis ein feiner gleichmäßiger Grat zu spüren ist. Streichen Sie dafür mit der Daumenkuppe über die rückseitige Kante der geschärften Klingenseite. Dieser Vorgang sollte mit Bedacht ausgeführt werden da Verletzungsgefahr besteht.

  4. Wenn Sie mit dem Grat zufrieden sind, wenden Sie das Messer.

  5. Legen Sie nun die hohlgeschliffene Seite flach auf den Schleifstein und setzen Sie den Schleifvorgang fort. Achten Sie darauf, dass diese Seite nur 1/10 so oft wie die angeschliffene Seite über den Schleifstein gezogen werden soll. Der Schleifvorgang ist beendet, wenn kein Grat mehr spürbar ist.

  6. Spülen Sie das Messer abschließend mit heißem Wasser ab.

Beidseitig geschliffene Messer

  1. Verwenden Sie einen Schleifstein mit einer feinen Körnung von 800-1000. Beginnen Sie mit einer Seite Ihrer Wahl und legen Sie diese in einem Winkel von 18° auf den Schleifstein.

  2. Gehen Sie genauso vor wie bei dem Messer mit einseitigem Schliff, indem Sie die Klinge mit leichtem Druck vom Körper weg und wieder zurück bewegen bis ein feiner gleichmäßiger Grat entsteht.

  3. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, spülen Sie die Klinge mit heißem Wasser ab.

Was sind die Vorteile einer Schleifmaschine?

Eine weitere Methode ist der Einsatz einer Schleifmaschine. Die nützlichen Helferchen sind nicht nur einfach in der Bedienung sondern bieten zudem noch eine beträchtliche Zeitersparnis. Man unterscheidet zwischen Trockenschleifmaschinen und Nassschleifmaschinen. Wie auch beim Schleifstein sorgt der Wasserfilm der Nassschleifmaschinen dafür, dass die Reibung verringert wird und die Klinge nicht anfängt zu glühen. Viele Hersteller bieten mittlerweile Schleifgeräte an, die exakt auf die Messerformen der Marke passen. Die elektrischen Schleifgeräte eignen sich nur für beidseitig geschliffene Klingen. Besonders für Unerfahrene und diejenigen, die nicht viel Zeit in die Pflege der Messer investieren möchten, lohnt sich die Anschaffung.

Ein Messer kann immer nur so gut schneiden, wie es die Schärfe seiner Klinge zulässt. Nehmen sie sich also mindestens zweimal im Jahr Zeit, um Ihren Klingen wieder den entsprechenden Schliff zu verleihen.

Sie haben alles probiert aber Ihre Messer sind nicht mehr zu retten? In unserem Sortiment finden Sie eine große Auswahl an japanischen und europäischen Küchenmessern, die jedes (Hobby)-Kochherz höher schlagen lassen.



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