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Was ist eine Verpuffung im Kaminofen?

Der Ofen in Ihrem Haus will nicht so richtig in Gang kommen und das Feuer scheint vor den ersten Flammen bereits erloschen zu sein? Sie wollen schnell neues Brennmaterial nachlegen? Vorsicht! Beim Öffnen der Kamintür könnte unter Umständen eine Stichflamme entstehe, meist begleitet von einem lauten Knall. Der Grund: eine Verpuffung im Ofen. Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie diese Situation umgehen können und Ihren Ofen sicher und ordnungsgemäß befeuern.
Was ist eine Verpuffung im Kaminofen?
 
 

Was ist eine Verpuffung?


Grundsätzlich handelt es sich bei einer Verpuffung um eine schlagartige Druckwelle, die durch ein Entzünden von Gasen entsteht. Was ist also eine Verpuffung im Kamin? Dazu kommt es nur im Zuge einer unvollständigen Verbrennung von beispielsweise Holz durch mangelnde Luftzufuhr. Bei einem Verbrennungsvorgang mit zu wenig Sauerstoff entsteht statt Kohlendioxid in diesem Fall Kohlenmonoxid

 Bei einer erhöhten Konzentration von Kohlenmonoxid in Verbindung mit Sauerstoff kann es zu einer Explosion kommen - und ein lauter Knall tritt in der Regel ebenfalls auf. Die dabei entstehende starke Flamme ist das Ergebnis einer Verpuffung. Die ursächlichen Gründe, die zu einer Verpuffung führen, reichen vom falschen Befeuern bis zu Problemen mit dem Schornstein. Insbesondere hinsichtlich einiger Probleme mit dem Schornstein sollte daher großer Wert auf einen regelmäßigen Besuch des Schornsteinfegers gelegt werden.

 

Ursachen von Verpuffungen

Wie entsteht eine Verpuffung im Kaminofen? Um zu verstehen, was bei einer Verpuffung konkret passiert, muss zunächst der Abbrand von Holz im Kaminofen genauer betrachtet werden. Die Verbrennung im Kaminofen erfolgt stets in vier aufeinanderfolgende Phasen:

 

  1. In der sogenannten Abbrenn- und Trocknungsphase verdampft die Restfeuchtigkeit im Holz. Durch die steigende Wärme im Kaminofen wird das im Brennmaterial gebundene Wasser erhitzt und verdampft anschließend. Durch die Verdampfung entsteht zudem dunkler Rauch. 
  2. In der zweiten Phase, der Holzvergasung, erhöht sich die Temperatur des Kaminofens auf circa 550° Celsius. In diesem Verbrennungsvorgang trennen sich die gasförmigen Bestandteile des Brennmaterials und werden als Holzgas verbrannt. Dabei wird das Brennmaterial auch gleichzeitig zu reinem Kohlenstoff umgewandelt. Damit der Brennvorgang gleichmäßig verläuft, sollte in dieser Phase die Luftzufuhr keinesfalls gedrosselt werden.
  3. Bei der Kohlenstoffvergasung erreicht das Zentrum des Kaminofens eine Temperatur von etwa 1.300° Celsius. Die ausströmenden Kohlenstoffgase werden verbrannt und die nichtverbrennbaren Bestandteile des Holzes bleiben als Asche am Boden des Kamins zurück. Damit die entstehende Hitze in dieser Phase optimal genutzt werden kann, sollte hier die Luftzufuhr leicht gedrosselt werden. 
  4. Die letzte Phase ist als sogenannte Nachheizphase bekannt. Nun hat der Kamin seine optimale Temperatur erreicht und neues Brenngut kann auf die heiße Glut nachgelegt werden. Der Brennkreislauf beginnt jetzt wieder von vorne, sodass beim Nachlegen des Brennmaterials die Sauerstoffzufuhr wieder geöffnet werden sollte.

Wie bereits in den einzelnen Brennphasen deutlich wird, werden im Verlauf einzelne Gase freigesetzt, die sich je nach Sauerstoffzufuhr anschließend entzünden. Bei einer Verpuffung passiert im Grunde genommen dasselbe Phänomen: Sobald die Temperatur im Kaminofen hoch genug ist, kommt es zur Freisetzung der Gase im Brennmaterial - völlig unabhängig davon, ob bereits Sauerstoff für eine Verbrennung vorhanden ist. Sollte in diesem Moment nicht genügend Sauerstoff vorhanden sein, sammeln sich die Gase im Kaminraum und der Vorgang geht in einen Schwelbrand über. Für das menschliche Auge deutet sich dieser Prozess im Kamin dadurch an, dass das Kaminfeuer nicht aus ist, sondern in einer Art Ruhestand vor sich hin dampft.

 

Vorbeugende Maßnahmen

Als vorbeugende Maßnahmen für den Ofen in Ihrem Haus ist es daher wichtig, die einzelnen Verbrennungsabläufe zu kennen und eine entsprechende Sauerstoffzufuhr sicherzustellen. Unter Berücksichtigung einer ausreichenden Luftzufuhr, kann es keinesfalls zu einer Verpuffung kommen. Denken Sie daran, die Luftzufuhr aufzudrehen, sobald neues Brennmaterial nachgelegt werden muss, damit die bereits entstandenen Holzgase noch verbrannt werden können. 

 

Sollte es dennoch zu einer Verpuffung mit anschließendem Feuer kommen, muss in jedem Fall die Feuerwehr kontaktiert werden. Danach steht ein Anruf beim Schornsteinfeger auf dem Programm. Eine Verstopfung vom Schornstein oder andere bauliche Veränderungen vom Schornstein könnten ebenfalls Ursachen für eine Verpuffung sein, die der Schornsteinfeger ausschließen sollte.

 
 
 
 
 
 
 

Häufige Fragen zum Thema Kaminofen-Verpuffung


Was ist eine Verpuffung im Kaminofen?

Eine Verpuffung ist eine plötzliche, schlagartige Entzündung von brennbaren Gasen, die sich im Brennraum eines Kaminofens gesammelt haben. Sie entsteht meist durch unvollständige Verbrennung bei zu wenig Sauerstoff.

Warum kann es zu einer Verpuffung kommen?

Ursachen sind meist eine unzureichende Luftzufuhr, zu feuchtes Holz oder ein verstopfter Schornstein. Dadurch entstehen brennbare Gase, die sich bei plötzlicher Sauerstoffzufuhr explosionsartig entzünden.

Wie erkenne ich eine drohende Verpuffung?

Typische Anzeichen sind ein schwaches Glimmen ohne sichtbare Flammen, ungewöhnlich viel Rauch oder ein dampfendes Feuer. Beim Öffnen der Tür kann es dann zu einer Stichflamme oder einem Knall kommen.

Was tun bei einer Verpuffung?

Kommt es zu einer Verpuffung mit Stichflamme oder Brandentwicklung, alarmieren Sie umgehend die Feuerwehr. Lassen Sie anschließend die Anlage vom Schornsteinfeger auf Schäden oder Verstopfungen prüfen.

 
 
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