Was ist ein Wandfutter?
Wandfutter sind wichtige Verbindungsstücke und dienen dem fachgerechten Anschluss der Ofenrohre an den Schornstein. Dadurch leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit des Kaminofens. Wanddurchführungen gibt es in vielen Größen und mit ganz unterschiedlichen Durchmessern. Meist werden Doppelwandfutter verwendet, in die das Rauchrohr direkt eingeschoben wird. Allerdings ist nicht immer eine Wanddurchführung als Verbindung notwendig - beim Anschluss an einen Außenschornstein können Sie meist darauf verzichten.
Wanddurchführung zum Außenschornstein
Haben Sie eine Schornsteinsanierung vorgenommen, einen Leichtbauschornstein in Ihren Neubau integriert oder einen Außenschornstein geplant, können Sie Ihren Rauchrohranschluss relativ unkompliziert realisieren. Für diese Abgasanlagen gibt es passende Bauteile. Als isoliertes T-Stück oder kürzbare Wanddurchführung mit integriertem Wandfutter lassen sich diese problemlos mit dem Rauchrohr des Ofens verbinden. Den Durchbruch in der Wand sollten Sie ein wenig größer als das Bauteil selbst wählen, da das Rohr aufgrund von Hitze und Schornsteinbewegungen arbeitet.
Mit einer Schicht Steinwolle dichten Sie den Anschluss ab und sorgen gleichzeitig dafür, dass sich das Material des Wandfutters unter Hitze ausdehnen kann. Besteht Ihre Außenwand aus feuerempfindlichen Materialien und brennbaren Bauteilen sollten Sie das Ofenrohr mit einer für solche Fälle entwickelten Wanddurchführung, der LUX NOVA anschließen. So stellen Sie sicher, dass alle Brandschutzbedingungen und Anforderungen aus der DIN V 18160-1 sowie der Feuerungsverordnung der Bundesländer erfüllt sind.
Tipp
Bei gemauerten Schornsteinen oder solchen mit Rohren aus Keramik- oder Schamotte, ist es sinnvoll auf vorhandene Anschlüsse zurückzugreifen. Besteht diese Möglichkeit nicht, müssen Sie ein Doppelwandfutter einbauen.

Wanddurchführung im Innenbereich

Ist Ihr Kamin so platziert, dass keine direkte Verbindung zum Schornstein besteht, muss das Rauchrohr bereits im Innenbereich durch eine Wand geführt werden. Häufig wird diese Bauweise auch als Wanddurchführung bezeichnet, obwohl es sich offiziell nicht um eine solche handelt.
Einwandige Ofenrohre erreichen Temperaturen von über 100 °C und sind für solche Durchführungen in Innenräumen nicht geeignet. Um die Brandschutzbestimmungen einzuhalten, sollten geeignete doppelwandige Elemente wie die ISO-Line Systeme von Jeremias verbaut werden. Achten Sie darauf, auch die nötigen Adapter zu verwenden.
Wie wird ein Wandfutter eingebaut?
Um das Futter für Ihren Kaminrohranschluss zu montieren, benötigen Sie das richtige Werkzeug. Bei gemauerten Schornsteinen können Sie mit Bohrmaschine oder Kernbohrer relativ einfach ein Loch für den Rauchrohranschluss öffnen. Achten Sie beim Bohrer auf die richtige Größe. Besteht Ihr Schornsteinrohr aus Keramik oder Schamott sollten Sie lieber einen Fachmann mit der Bohrung beauftragen, damit der Schornstein nicht beschädigt wird.
Die genaue Position des Wandfutters wird durch die Position des Schornsteins und des Ofens festgelegt. Dabei bestimmt der Durchmesser des Abgasrohres auch den des einzubauenden Futters. Das platzierte Wandfutter der Feuerstätte muss bündig mit der Schornsteininnenwand abschließen. Weder das Wandfutter noch das Rohr dürfen in den Schornstein hineinragen, da sich ansonsten der Querschnitt verringert. Achten Sie außerdem darauf, den Sicherheitsabstand zwischen Ofen und Wand einzuhalten und das Rauchrohr genau in die Schornsteinöffnung einzupassen. Die einzelnen Teile, des Ofenrohres müssen fugendicht und haltbar ineinandergesteckt sein, damit der Anschluss später nicht undicht ist.

Benötigte Materialien zum Wandfutter einbauen
✓ Doppelwandfutter
✓ Zollstock
✓ Stift
✓ Kernbohrer
✓ Bohrmaschine
✓ Hammer
✓ Meißel
✓ Spachtel
✓ Handschuhe
✓ feuerfester Mörtel
✓ Wasser
✓ Anrührgefäß
Wandfutter einbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Platzieren Sie den Kamin am gewünschten Aufstellort und setzen Sie das Ofenrohr auf den Anschluss. Beachten Sie dabei die einzuhaltenden Sicherheitsabstände. Haben Sie eine Bodenplatte unter dem Kaminofen geplant, sollten Sie diese ebenfalls platzieren, um die richtige Höhe der Kernbohrung bestimmen zu können. Jetzt ermitteln Sie anhand der Höhe des Rauchrohres die Stelle für den Durchbruch. Gleichzeitig sollte dieser Punkt auch die Mitte der Schornsteinwand sein.

Nehmen Sie das Wandfutter, platzieren es mittig an der ermittelten Stelle und markieren den Umriss an der Wand. Achten Sie darauf, dass das Loch im Durchmesser 1 - 2 cm größer sein sollte als das Bauteil selbst. Das Wandfutter ist durch die Muffe in der Mitte etwas dicker und sollte zusätzlich eingemauert werden.

Mit einem Kernbohrer ist die entsprechende Öffnung schnell angelegt. Aber auch mit einem normalen Bohraufsatz ist das Loch schnell geöffnet. Perforieren Sie dafür den angezeichneten Umriss und setzen alle 1-2 cm ein Loch. Schlagen Sie den Durchbruch dann vorsichtig mit Hammer und Meißel aus.

Säubern Sie den Ausschnitt des Bohrloches und entfernen Sie vorhandenen Baustaub gründlich. Nun können Sie den feuerfesten Mörtel anrühren, bis er eine knetbare Konsistenz besitzt. Feuchten Sie das Mauerwerk rund um den Durchbruch an und tragen Sie den Mörtel als circa 15 Millimeter dicke Schicht rundherum auf.
Achtung: Mauerreste im Schornstein sind eine Brandgefahr - diese sollten daher gründlich entfernt werden.

Setzen Sie jetzt das Futter ein. Ist das Wandfutter mittig platziert, greifen Sie durch die Öffnung und verschließen alle Lücken zwischen Wandfutter und Schornstein so dicht wie möglich mit Mörtel. Danach können Sie das Futter auch von vorne einmauern.
Info: Durch die knetbare Konsistenz des Mörtels, ist eine perfekte Abdichtung leichter zu erreichen.

Mit einem feuchten Lappen entfernen Sie überstehenden Mörtel im Inneren des Wandfutters. Lassen Sie das Ganze gut durchtrocknen und vor Inbetriebnahme der Feuerstätte vom Schornsteinfeger abnehmen. Um die äußere Mörtelschicht nicht zu sehen, stecken Sie eine Wandrosette auf das Doppelwandfutter.
Häufige Fragen zum Thema Wandfutter einbauen
Der Einbau eines Wandfutters erfordert präzises Arbeiten und ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick. Bei gemauerten Schornsteinen kann der Durchbruch oft mit geeignetem Werkzeug selbst vorgenommen werden. Besteht der Schornstein jedoch aus empfindlichen Materialien wie Keramik oder Schamott, ist es ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen, um Beschädigungen zu vermeiden. Zudem sollte der fertige Anschluss stets von einem Schornsteinfeger abgenommen werden, bevor der Ofen in Betrieb genommen wird.
Beim Einbau des Wandfutters ist es essenziell, die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien einzuhalten. Diese Abstände variieren je nach nationalen und regionalen Vorschriften sowie den spezifischen Anforderungen des verwendeten Ofens und Schornsteins. Es wird empfohlen, die aktuellen Brandschutzbestimmungen zu konsultieren und bei Unsicherheiten den zuständigen Schornsteinfeger oder eine Fachkraft zu Rate zu ziehen.
Die richtige Größe des Wandfutters richtet sich nach dem Durchmesser des Ofenrohrs, das daran angeschlossen werden soll. Übliche Größen liegen zwischen 120 mm und 200 mm. Um die passende Größe zu bestimmen, messen Sie den Durchmesser Ihres Ofenrohrs und wählen ein Wandfutter mit identischer oder leicht größerer Öffnung. Falls das Wandfutter nicht exakt passt, gibt es passende Reduzierstücke oder Erweiterungen, um einen sicheren und dichten Anschluss zu gewährleisten.






