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So kochen & backen Sie auf der Küchenhexe

Erinnern Sie sich auch heute gerne daran zurück, als Ihre Großmutter Holz nachlegen musste, um das Essen auf dem Küchenherd auf Temperatur zu bringen? Damit sind Sie nicht alleine. Im Gegenteil - der holzbeheizte Küchenofen, auch Küchenhexe genannt, erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Den richtigen Umgang mit dem Küchenherd haben wir bereits vielfach verlernt. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch einmal ein paar Tipps zum Kochen und Backen mit der Küchenhexe geben.
So kochen & backen Sie auf der Küchenhexe

Hitzefestes Kochgeschirr


Bevor Sie das erste Mal einen leckeren Eintopf oder Schmorbraten in Ihrem Küchenherd zubereiten, sollten Sie Ihr Kochgeschirr in Augenschein nehmen. Denn viele moderne Töpfe sind gar nicht mehr für den Einsatz über echtem Holzfeuer ausgelegt. Billige Aluminiumtöpfe und mit Kunststoff beschichtete Pfannen geraten bei der hohen Hitze, die die Flammen entwickeln können, schnell an Ihre Grenzen.

Spezielle Kochrezepte allgemein für Küchenöfen oder Kaminöfen gibt es natürlich nur bedingt, da die jeweilige Ausstattung und Leistung Ihres Ofens jeweils mit zu beachten ist. Zugleich ist natürlich entscheidend, ob in Ihrem Küchenofen ebenfalls ein Backraum mit integriert ist, sodass Sie auch Lasagnen, Aufläufe oder andere leckere "kleine Schweinereien" zubereiten und genießen können. Beim Genuss unter Freunden ist es außerdem grundsätzlich ratsam, sich bei der Auswahl der Speisen und Getränke, die Sie zubereiten möchten, am Stil Ihres Küchenofens zu orientieren. Bei einem rustikalen Küchenofen beispielsweise bietet sich das Zubereiten von rustikalen Speisen besser an, während bei einem kleinen Küchenhelfer sicher besser auch kleine Snacks gut ankommen (eine Suppe, Popcorn). Wie überall gilt aber schließlich auch hier: Ihrer eigenen Fantasie und Kreativität sind natürlich keine Grenzen gesetzt! Dabei sind wir natürlich auch neugierig zu erfahren, welche Ideen und Kreationen Sie mit Ihrem Küchenherd umgesetzt haben. Schicken Sie uns am besten ein Foto mit einer Kurzbeschreibung - wir würden uns freuen.

 

Heißer Tipp

Durch die hohe Hitze, vor allem wenn Sie die Kochringe entnehmen, um über offener Flamme zu kochen, kann sich Ruß an der Unterseite Ihrer Töpfe und Pfannen anheften. Dadurch ist das Geschirr oft nicht mehr für Ihren Elektro- oder Induktionsherd zu gebrauchen. Deswegen ist es ratsam, für Ihren Küchenofen ein eigenes Set an Kochgeschirr bereitzuhalten.

 

Diese Materialien eignen sich für den Einsatz auf dem Küchenofen

Emaille

Emaille, auch Email geschrieben, bezeichnet einen hitze- und korrosionsbeständigen Schmelzüberzug. Aufgrund seiner robusten Oberfläche halten Sie Temperaturen bis 400 oder 600 Grad mühelos stand. Bei entsprechender Zusammensetzung kann Emaille-Geschirr sogar noch größere Wärme aushalten.

 

Edelstahl

Edelstahl hat sich in vielen Küchen durchgesetzt, da das Metall nahezu unverwüstlich ist. Selbst große Hitze, wie sie bei einem Küchenherd entsteht, verträgt es ohne Probleme. Jedoch ist Edelstahl ein schlechter Wärmeleiter, weswegen Edelstahltöpfe meist einen aufgesetzten Boden besitzen. Informieren Sie sich auch, woraus der Boden besteht.

 
  

Gusseisen

Gusseisen ist wohl der Klassiker unter den hitzebeständigen Kochgeschirren. Damit wird schon seit Jahrhunderten auch über offenem Feuer gekocht. Nachteile gegenüber anderen Materialien liegen in dem höheren Pflegeaufwand und dem hohen Gewicht.


Richtige Anheizzeiten


Damit das Essen rechtzeitig auf dem Tisch steht, sollten Sie beim Küchenofen nicht zu spät mit dem Einheizen beginnen. Denn nach dem Anzünden dauert es (bei modernen Öfen) schon etwa 25 bis 30 Minuten bis sie auf Temperatur sind.  

So heizen Sie Ihren Küchenofen richtig an:

  1. Öffnen Sie die Brennraumtür und beginnen Sie erst einmal mit ein paar wenigen Holzscheiten. Gut geeignet sind dafür Harthölzer wie Buche.
  2.  Nun vergewissern Sie sich, dass die Luftzufuhr bzw. die Luftklappe komplett geöffnet sind, damit genügend Verbrennungsluft in den Feuerraum gelangt. 
  3. Mithilfe von Anzündern können Sie nun das Scheitholz entzünden und die Brennraumtür schließen. 
  4. Die Luftzufuhr sollte so lange geöffnet bleiben bis es richtig züngelt. Dann erst darf die Verbrennungsluft gedrosselt oder ganz geschlossen werden.
 
 

Heißer Tipp

Beginnen Sie erst einmal mit kleinen Mengen. Es ist besser, einmal öfter Holz nachzulegen. Denn wenn Sie mit zu viel Brennholz starten und der Küchenherd richtig in Fahrt ist, lässt er sich kaum bzw. gar nicht drosseln.


Temperaturzonen


Einfach ein Rädchen drehen und schon steigt oder sinkt die Temperatur auf dem Kochfeld oder in der Backröhre. So sind wir es vom Elektroherd gewohnt. Bei einem mit Holz oder Kohle befeuerten Küchenofen ist das nicht so einfach. Hier lässt sich die Temperatur nicht über Knöpfe und Rädchen punktgenau steuern.

Doch welche Speisen eigenen sich in besonderer Weise für die Zubereitung mit einem Küchenofen? Zunächst sind natürlich einmal die Gerichte zu nennen, die auch im "wilden Westen" am Lagerfeuer zubereitet werden könnten: Dazu zählen Pfannengerichte (Speckbohnen beispielsweise oder ein zünftiges Spiegel- oder Rührei mit Schinken und Speck) oder auch Schmor- oder Bratgerichte (Bratwürste, Schmorbraten). Ob Strammer Max oder spanisches Omelette - selbstverständlich können Sie auch Apfelscheiben, Nüsse, Sonnenblumenkerne oder Esskastanien rösten.

 
 
 
 
 
 
 

So lässt sich die Temperatur im Küchenofen regulieren 

Über die Brennstoffzufuhr

Wie bereits erwähnt, spielt die Brennstoffmenge eine große Rolle bei der Temperaturregulierung. Je mehr Holz, desto heißer wird es im Ofen. Starten Sie also mit wenig und legen Sie so viel nach, bis die gewünschte Hitze erreicht ist.

 

Über die Verbrennungsluft

Je mehr Luft an die Flammen gelangt, desto heißer züngeln sie und umso schneller verbrennt das Holz. Wenn Sie das Feuer also drosseln möchten, reicht es oft schon die Luftzufuhr zu reduzieren. So können Sie die gewünschte Gartemperatur auch über einen längeren Zeitraum halten.

 
 

 Über die Holzart

Buchenholz entwickelt eine gleichmäßige langandauernde Wärme. Eiche verbrennt mit einer eher kleinen Flamme. Kiefer ist leicht entflammbar und verbrennt bei hoher Temperatur. Informieren Sie sich über die Brenneigenschaften verschiedener Hölzer. So können Sie für jedes Gericht das passende Brennholz verwenden.

 

Über die Temperaturzonen

Auf dem Kochfeld eines Küchenofens gibt es verschiedene Temperaturzonen. Denn direkt über der Feuerstelle ist es natürlich am heißesten. Je weiter man den Topf weg vom Feuer schiebt, umso geringer ist auch die Hitze darunter. Lernen Sie die Hotspots Ihres Küchenherds kennen!

 
 
 
 
 

Richtig backen


Gerade in der Weihnachtszeit macht sich ein Küchenofen bezahlt. Er wärmt nicht nur die Küche und die angrenzenden Räume in der kalten Jahreszeit, sondern kann dabei noch wahre Leckereien hervorbringen. Ob Weihnachtsgans, Stollen oder leckere Plätzchen - mit etwas Geschick gelingen Ihnen diese leckeren Gerichte auch im Küchenherd mühelos. 

Auch hier besteht das Problem, dass Sie die Wärme nicht wie beim Elektroherd punktgenau steuern können. Besitzt Ihr Küchenofen ein integriertes Thermometer, können Sie zumindest die Temperatur ablesen. Besitzt es keines, sollten Sie selber eines nachrüsten bzw. mit in den Ofen hineinlegen. Nur so haben Sie die Garantie und Sicherheit, Ihren Braten oder Ihr Backwerk bei ausreichender Hitze zu garen.

 
 

Heißer Tipp

 

 Heizen Sie Ihren Ofen auf etwa 20 Prozent über der benötigten Temperatur. Wenn Sie also 200 °C benötigen, dann heizen Sie die Röhre auf etwa 240 °C hoch. Nun können Sie Ihre Speisen in die Röhre schieben und bei fallender Temperatur fertig garen, indem Sie kein bzw. nur wenig Brennholz nachlegen.

 

Plätzchen aus dem Küchenofen - So geht's!


  1. Heizen Sie Ihren Küchenofen an und bringen Sie ihn auf ca. 200 °C.
  2. Kneten Sie 100 g Zucker, 200 g Butter, 300 g Mehl und Ei zu einem gleichmäßigen Teig. Achten Sie darauf, dass der Teig nicht zu warm wird. Butter und Ei sollten vorher gekühlt sein.
  3. Wickeln Sie den Teig in Folie und packen Sie ihn eingerollt für eine Stunde in den Kühlschrank.
  4. Rollen Sie den Teig aus und stechen Sie die gewünschten Formen aus.
  5. Hat Ihr Ofen eine Temperatur von 200 °C erreicht, können Sie das erste Blech hineinschieben. Ist er zu heiß geworden, sollten Sie die Luftzufuhr drosseln und die Ofentür öffnen, um diese wieder zu senken.
  6. Backen Sie die Plätzchen nun 10 bis 15 Minuten lang im Ofen bei fallender Temperatur, indem Sie kein weiteres Brennholz mehr nachlegen.
 
Weihnachtsplätzchen in Tannenbaumform auf goldenem Geschenkband mit goldenem Plastikstern im Hintergrund
 
 
 
 
 

Unser Tipp

 

Da jeder Ofen anders heizt, sollten Sie die Angabe von 10 bis 15 Minuten als Richtwert nehmen. Schauen Sie also regelmäßig nach, ob die Plätzchen bereits fertig sind. Sobald sich erste Bräunungen an den Rändern zeigen, können Sie die Plätzchen herausnehmen.

 

Häufige Fragen zum Thema kochen & backen auf der Küchenhexe


Welche Kochgeschirre eignen sich für die Nutzung auf einer Küchenhexe?

Für das Kochen auf einer Küchenhexe sollten ausschließlich hitzebeständige Materialien wie Gusseisen, Emaille oder Edelstahl verwendet werden. Diese halten den hohen Temperaturen stand, die bei offenem Holzfeuer entstehen können. Kunststoffbeschichtete Pfannen oder dünnwandige Töpfe aus Aluminium sind hingegen ungeeignet, da sie sich verformen oder schädliche Stoffe freisetzen können.

Wie lässt sich die Temperatur auf einem holzbefeuerten Küchenofen regulieren?

Die Temperatursteuerung erfolgt indirekt über die Brennstoffmenge, die Luftzufuhr sowie die Wahl des Brennholzes. Auch die Position des Kochgeschirrs auf der Herdplatte spielt eine Rolle: Direkt über der Feuerstelle ist es am heißesten, während weiter außen geringere Temperaturen herrschen. Mit etwas Übung lässt sich der Küchenofen so gut steuern, auch wenn keine präzise Regelung wie bei einem Elektroherd möglich ist.

Was sollte man beim Backen im Küchenofen besonders beachten?

Da die Temperatur nicht exakt einstellbar ist, empfiehlt es sich, ein Ofenthermometer zu verwenden. Heizen Sie den Ofen auf etwa 20 % über der gewünschten Temperatur vor und schieben Sie das Backgut bei leicht fallender Wärme ein. So lassen sich auch empfindliche Speisen wie Plätzchen, Aufläufe oder Braten gut zubereiten. Regelmäßiges Kontrollieren während des Backvorgangs hilft, ein optimales Ergebnis zu erzielen.

 
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