Alles zum Thema Kaminofen & Dunstabzug
Worin liegt das Problem?
Das Problem liegt bei der Feuerstätte. Handelt es sich nämlich um einen raumluftabhängigen Kamin bezieht dieser seine Verbrennungsluft aus der Raumluft. Er besitzt, genau wie die Abluftanlage, keinen externen Anschluss für die Luftzufuhr. Eine Dunstabzugshaube, die an einen Abluftkanal angeschlossen ist, saugt die Luft aus dem Raum ab. Durch den gleichzeitigen Betrieb von zweierlei luftverbrauchenden Geräten entsteht in Ihrem Wohnraum ein Luftdruckabfall und somit Unterdruck im Raum.
Dieser Unterdruck muss durch einströmende Außenluft ausgeglichen werden. Wenn die Frischluft nicht durch geöffnete Fenster einströmen kann, sucht sie sich ihren Weg durch den Schornstein. Der thermische Auftrieb der Ofen-Abgase kehrt sich um und drückt nach innen wodurch der Abgasrauch des Kaminofens in den Aufstellraum dringt. Während der Rauch durch Optik und Geruch auffällt, beinhaltet er Stoffe, die weder sicht- noch riechbar sind, wie das tödliche Kohlenmonoxid. Somit birgt der falsche Betrieb von Kamin und Dunstabzug eine Lebensgefahr!

Feuerstättenverordnung
In der Sächs. FeuVO §4 sind die Vorgaben zur Aufstellung von Feuerstätten in Kombination mit absaugenden Anlagen wie Lüftungs- oder Warmluftheizungsanlagen und Dunstabzugshauben geregelt.
Wo wird es problematisch?
Nicht nur Dunstabzugshauben sind für die Unterdruckentstehung verantwortlich. Auch Abluft-Wäschetrockner oder die Lüftung Ihres Hauses können in Kombination mit einem Kaminofen gefährlich werden.
Auch bei Niedrigenergie- und Passivhäusern welche besonders gut isoliert sind, kann der gleichzeitige Betrieb von Kamin und Lüftung oder Dunstabzug ein Problem darstellen. Damit Ihre Wände nicht schimmeln, sind diese Häuser mit einer leistungsfähigen Lüftungsanlage ausgestattet, der kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL). Sie führt verbrauchte Luft über einen Abluftkanal ins Freie. Gleichzeitig versorgt sie Ihre Räume durch einen Abluftkanal. Im Winter kann weit mehr Abluft aus dem Haus heraus als Frischluft ins Haus hinein gelangen. Wenn zusätzlich eine Dunstabzugshaube betrieben wird, fällt der Luftdruck rapide ab. Darum muss in allen Häusern, die kontrollierte Lüftungsanlagen besitzen, die Feuerstätte an eine externe Verbrennungsluftleitung angeschlossen werden. Diese Maßnahme macht den Kaminofenbetrieb von der Raumluft unabhängig.

Welche Lösungen gibt es?
Folgende Geräte gewährleisten die Sicherheit im Haus:
- Zuluftwächter: Lässt den gleichzeitigen Betrieb von Kamin und Abzugshaube nur bei geöffnetem Fenster zu
- Unterdruckwächter: Misst die Differenz des Drucks im Innen- und Außenbereich (benötigt einen Außenanschluß)
- Rauchzugwächter: Wird am Abgasstutzen des Ofens installiert und misst den Differenzdruck zwischen Ofenrohr und Aufstellraum
Zuluftwächter
Unterdrucksituationen werden verhindert, wenn Sie in Ihren Räumlichkeiten für eine ausreichende Lüftung sorgen. Die beste Methode für den gesunden Druckausgleich stellt das Öffnen des Fensters dar. Nun kann nicht von jedem Kaminbesitzer vorausgesetzt werden, dass er an ausreichende Lüftung denkt, sobald er in seiner Küche die Dunstabzugshaube einschaltet. Für die Sicherstellung dieser lebensnotwendigen Maßnahme ist der Zuluftwächter erfunden worden. Er verbindet über Kontaktschalter das nächstgelegene Fenster mit der Abzugshaube. Diese wird erst nach dem Öffnen des Fensters mit Strom versorgt: Eine unaufwändige und verlässliche Lösung des Unterdruckproblems.

Unterdruckwächter
Eine andere Schutzvariante ist der Luftdruckwächter. Dieses Instrument lässt den gleichzeitigen Betrieb von Kamin und Abluftanlagen bei geschlossenen Fenstern zu. Es misst den Luftdruck der Außen- und der Raumluft. Um die Außenluftmessung zu ermöglichen, müssen Sie die wetterfesten Schläuche des Luftdruckwächters durch eine Wandbohrung nach außen führen. Sinkt der Innenluftdruck unter einen bestimmten, von der Feuerstättenverordnung vorgeschriebenen Wert, schaltet der Luftdruckwächter alle mit ihm verbundenen Abluftanlagen aus. Hierbei kann es sich um Dunstabzugshauben, aber auch um eine Lüftungsanlage oder einen Abluft-Wäschetrockner handeln.

Rauchzugwächter
Die Installation Ihres Kaminofens und Ihrer Lüftung ist Sache des Fachhandwerkers. Dieser kennt den richtigen Kaminaufstellungsort, sorgt für ausreichend Zuluft, stellt einen verlässlichen Schornsteinanschluss sicher und beurteilt die Gefahrensituation gleichzeitig laufender Abluftanlagen. Als ambitionierter Laienhandwerker sollten Sie Ihre Eigenbaumaßnahmen zumindest prüfen lassen. Es geht um die Sicherheit aller Hausbewohner! Der Schornsteinfeger schließlich gibt den Kaminbetrieb nach den Richtlinien der Feuerstättenverordnung frei. Diese Experten bürgen für Ihre Sicherheit. Nur so können Sie sich vor Ihrem Kamin wohl fühlen.
Wer installiert das Ganze?
Die Installation Ihres Kaminofens und Ihrer Lüftung ist Sache des Fachhandwerkers. Dieser kennt den richtigen Kaminaufstellungsort, sorgt für ausreichend Zuluft, stellt einen verlässlichen Schornsteinanschluss sicher und beurteilt die Gefahrensituation gleichzeitig laufender Abluftanlagen. Als ambitionierter Laienhandwerker sollten Sie Ihre Eigenbaumaßnahmen zumindest prüfen lassen. Es geht um die Sicherheit aller Hausbewohner! Der Schornsteinfeger schließlich gibt den Kaminbetrieb nach den Richtlinien der Feuerstättenverordnung frei. Diese Experten bürgen für Ihre Sicherheit. Nur so können Sie sich vor Ihrem Kamin wohl fühlen.
Wohnräume vor Unterdruck schützen
Neben diesen Überwachungsgeräten gibt es noch weitere Möglichkeiten, Ihre Wohnräume vor Unterdrucksituationen zu schützen:
- Wählen Sie eine Dunstabzugshaube, die mit Umluft arbeitet: Sie leitet Verbrauchsluft durch einen Aktivkohlefilter und bläst sie anschließend in die Küche zurück
- Entscheiden Sie sich für einen raumluftunabhängigen Kaminofen: Einige dieser Öfen können Sie problemlos kombiniert mit einer kontrollierten Wohnraum-Lüftung und einer Dunstabzugshaube einsetzen; bei anderen ist ein Unterdruckwächter Vorschrift
- Bauen Sie eine eigensichere Lüftungsanlage ein: Diese Spielart ist herstellerseitig gegen eine Überschreitung kritischer Unterdruckwerte abgesichert
Häufige Fragen zum Thema Kamin und Dunstabzug
Weil durch den Betrieb beider Geräte ein Unterdruck im Raum entstehen kann. Der Kamin zieht dann nicht mehr zuverlässig die Abgase über den Schornstein ab, sondern es besteht die Gefahr, dass giftige Rauchgase wie Kohlenmonoxid in den Wohnraum gelangen.
Unterdruck entsteht, wenn mehr Luft aus dem Raum abgesaugt als zugeführt wird. Bei einem Kaminofen kann das dazu führen, dass die Abgase nicht mehr sicher über den Schornstein entweichen, sondern zurück in den Raum gedrückt werden – mit ernstzunehmenden Gesundheitsrisiken.
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
-
Einbau eines Zuluftwächters, der die Dunstabzugshaube nur bei geöffnetem Fenster freigibt
-
Nutzung eines Unterdruckwächters, der den Luftdruck misst und bei kritischen Werten die Abluftanlage abschaltet
-
Einsatz eines Rauchzugwächters, der direkt am Ofenrohr den Abgaszug überwacht
-
Auswahl eines raumluftunabhängigen Kaminofens, der Außenluft zur Verbrennung nutzt



