Alles zum Kondensatablauf im Schornstein
Wasser im Schornstein
Wenn man über Wasser im Schornstein spricht, muss man zunächst unterscheiden, ob es sich wirklich um große Mengen Wasser oder das normal anfallende Kondensat im Schornstein handelt. Denn es ist natürlich möglich, dass Regenwasser durch die Schornsteinmündung von außen eindringt. Besonders bei Starkregen besteht die Gefahr das große Mengen Wasser im Schornstein verbleiben. Das Anbringen einer Regenhaube über der Mündung kann hier Abhilfe schaffen.
Kondensat im Schornstein hingegen ist "hausgemacht". Die Verbrennungsgase aus dem Kaminofen oder der Heizungsanlage enthalten Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. In der Regel entweicht dieser Dampf durch den Schornstein und verteilt sich in der Luft außerhalb des Hauses. Verliert der Wasserdampf allerdings noch im Schornstein an Temperatur, so kann er an einer "kühlen" Schornsteinwand zu Wassertropfen kondensieren, wenn der Dampf unter den Taupunkt abkühlt. Ein Effekt, der uns vom beschlagenen Badezimmerspiegel nach dem Duschen bekannt ist. Viel Tauwasser im Schornstein kann auf eine falsch dimensionierte Anlage hindeuten. Bei niedrigen Abgastemperaturen etwa kann ein zu großer Schornsteindurchmesser verhindern, dass Zug entsteht. Der Wasserdampf hält sich dann länger im Schornsteinrohr auf, kühlt ab und kondensiert an dessen Wänden in größeren Mengen. Deswegen ist eine Querschnittsberechnung des Schornsteins für jede Feuerstätte essenziell.
Wie Kondenswasser auffangen?
Das Kondensat im Schornsteininnern besteht nicht aus reinem Wasser. Es enthält zudem wasserlösliche Stoffe, die aus dem Abgas der Heizungsanlage stammen. In gemauerten Schornsteinen kann diese Kombination zur sogenannten Versottung führen. Dabei wird das Schornsteinmaterial durch die aggressiven Bestandteile der Verbrennungsgase angegriffen. Bei Edelstahlschornsteinen besteht diese Versottungsgefahr wegen des korrosionsbeständigen und säurefesten Schornsteinmaterials nicht. Allerdings sammelt sich hier schwerkraftbedingt das kondensierte Tauwasser am tiefsten Punkt des Schornsteins in der Sohle. Um ein Volllaufen bis hoch zur Revisionsöffnung zu verhindern (dann besteht Gefahr des Überlaufs in den Keller- oder Wohnraum), besitzen Edelstahlschornsteine immer einen Kondensatablauf an ihrem unteren Ende. Durch den kann die Flüssigkeit kontinuierlich abfließen. Bei manchen Modellen befindet sich dort unten auch eine Auffangschale. Je nach anfallender Kondensatmenge muss die Schale häufiger oder seltener geleert werden.

Wohin mit dem Kondenswasser?
Die kondensierte Flüssigkeit, die aus dem Kondensatablauf fließt, muss über eine Rohrleitung abgeleitet oder manuell aus dem Auffanggefäß entleert werden. Die bequemste Lösung besteht in einem festen Anschluss an das Abwasser. Dabei sollte ein Siphon mit Sperrfunktion zwischen Ablauf und Abwasserrohr eingesetzt werden. Wie schon oben erwähnt, besteht das Kondensat nicht allein aus Wasser. Neben gelösten Feststoffen aus dem Abgas kann es auch, durch Verbrennung des im Brennstoff enthaltenen Schwefels, schwefelige Säure enthalten. Durch die Reaktion von Stickstoff mit Sauerstoff können noch weitere Säuren entstehen, wie etwa Salpetersäure. Diese Säuren senken den pH-Wert des Kondensats ab.
In den meisten Fällen kann das saure Kondensat ohne weitere Behandlung über die Hausentwässerung in die örtliche Kanalisation abgeleitet werden. Hier vermischt es sich mit dem durchfließenden Abwasser, was zu einer ausreichenden Verdünnung der Säuren führt. Dies gilt für die meisten Heizungsanlagen bis 200 kW Leistungen, bei Heizung und Kamin im Eigenheim ist also in der Regel keine besondere Behandlung des Kondensats notwendig. Wenn bei Anlagen eine Neutralisation des Kondensats vor Einleitung ins Abwasser erforderlich ist, geschieht das oft über eine sogenannte Neutralisationsbox mit pH-senkendem Granulat im Kondensatablauf.

Auch bei Schornsteinen ohne direkten Abwasseranschluss am Kondensatablauf kann gesammelte Schwitzwasser meist direkt über einen Abfluss in die Hausentwässerung entsorgt werden. Dazu wird die Auffangschale manuell über eine Toilette oder Spüle geleert. Bei Systemen mit Schale ist die Überwachung und regelmäßige Leerung wichtig, um Wasserschäden an Boden, Estrich oder Wänden zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zum Kondensatablauf im Schornstein
Wasser im Schornstein kann entweder durch eindringenden Regen oder durch kondensierenden Wasserdampf entstehen. Während Regenwasser bei ungeschützter Mündung eindringen kann, bildet sich Kondensat durch Abkühlung feuchter Abgase im Schornsteininneren. Besonders bei zu großen Schornsteinquerschnitten und niedrigen Abgastemperaturen ist Kondenswasser häufig ein Hinweis auf eine nicht optimal ausgelegte Anlage.
Ein Kondensatablauf befindet sich am tiefsten Punkt des Schornsteins und leitet dort gesammeltes Wasser zuverlässig ab. So wird verhindert, dass sich Flüssigkeit staut und in den Wohnbereich überläuft. Besonders Edelstahlschornsteine sind standardmäßig mit einem solchen Ablauf ausgestattet, da sie selbst zwar resistent gegen Säure sind, aber dennoch vor stehendem Wasser geschützt werden müssen.
Idealerweise erfolgt die Ableitung über ein fest angeschlossenes Rohrsystem mit Siphon in die Hausentwässerung. In vielen Fällen genügt eine direkte Einleitung in die Kanalisation, da das saure Kondensat im häuslichen Abwasser ausreichend verdünnt wird. Alternativ kann das es manuell über eine Auffangschale entleert werden – in diesem Fall ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich, um Wasserschäden zu vermeiden.



