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Ein Kaminofen im Holzhaus? Geht ja wohl!

In Deutschland ist jedes sechste Haus im Baubereich ein Holzhaus und die Tendenz scheint auch für die Zukunft einen positiven Trend aufzuweisen. Dies mag zum einen im steigenden Bewusstsein für den Klimawandel liegen sowie dem zunehmenden Bewusstsein für eine sich anbahnende klimatische Katastrophe. Zum anderen aber liegt dies auch sicher an der heute wieder in Mode gekommenen Retrowelle, welche traditionellen Bauarten wie Holzhäuser einen hohen Wert zurechnen. Doch wenn Bauholz auf Brennholz trifft bzw. auf seine jeweiligen Verwendungsarten, kann dies sehr oft erhebliche Gefahren mit sich bringen - da im Prinzip alles brennbar ist. Und so sollten Sie bei der Anschaffung eines Ofens, Kamins oder Kaminofens für ein Holzhaus eine paar wesentliche Dinge unbedingt beachten.
Ein Kaminofen im Holzhaus? Geht ja wohl!
 

Gefahrengut Holz?

Mit Holzhäusern verbinden viele Menschen auch gleichzeitig eine zunehmende Brandgefahr und auch Sie können sich eventuell an die schnell lodernden Holzhäuser aus alten Wild-Western-Filmen erinnern. Doch in der Realität ist die leichte Entzündbarkeit eher ein häufig gemachter Trugschluss, da Holzhäuser in meisten Fällen vom Grundmaterial her feuerresistenter sind als andere Haustypen. Zwar ist Holz eine entflammbare Ressource, aber sie brennt grundsätzlich nicht schnell ab und ist im Brennverhalten viel kalkulierbarer als etwaige Kunststoffe. Dies hängt zum einen mit der zellularen Struktur und der Zusammensetzung aus Wasser sowie einigen Spurenelementen zusammen und zum anderen hat Holz grundsätzlich eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Auch hat Holz bei hohen Temperaturen über lange Zeit die Eigenschaft stabil zu wirken. So verbergen Elemente aus Kunststoff und schlecht gesicherte Metallteile ein viel größeres Gefahrenpotential bei Bränden als beispielsweise Holzbalken oder Holzöffnungen. 

 
braunes Holzhaus mit grauem Dach auf Wiese mit Trockenmauer, vor weiß bewölktem Himmel

Die Fähigkeit Ihres Hauses, etwaigen Brandeinwirkungen standzuhalten, wird rechtlich durch verschiedene Brandschutzklassen geregelt. Diese gelten grundsätzlich für alle Häuser, egal aus welchen Grundstoffen sie konstruiert wurden. Somit ist ein Holzhaus ebenso sicher, wie jedes andere Gebäude. Die Bewertung im Hochbau obliegt hierbei der Brandschutzbestimmung nach DIN4102, während allen Häuserarten die Feuerwiderstandsklasse F 30 B vorgeschrieben ist. Letztere besagt, dass die Bauelemente des Gebäudes bei Feuereinwirkung mindestens noch 30 Minuten funktionstüchtig bleiben müssen. Letztlich hängt das Risiko von Bränden prinzipiell eher vom Verhalten der Bewohner und dem Zustand anderer möglicher Brandpole wie Elektroanlagen, als vom Material Holz selbst ab. Dies gilt auch beim Einbau eines Holzofens.

Welche Öfen dürfen betrieben werden?

Zwar wurde gezeigt, dass Holzhäuser nicht brandgefährlicher sind als andere konventionelle Bauarten, sondern im Gegenteil teilweise auch von der Substanz her sicherer sind. Somit stellt die Anschaffung eines Kaminofens für ein Holzhaus brandschutzrechtlich und substantiell kein Problem dar. Dennoch sollten Sie auf eine paar Dinge Acht geben.

Grundsätzlich lassen sich mit der vorherigen Beratung und Genehmigung von ihrem Bezirksschornsteinfeger alle erdenklichen Ofenarten in ein Holzhaus einbauen.

Doch gibt es bei der Auswahl des richtigen Ofens für Ihr Holzhaus dennoch wichtige Unterschiede in Sachen Sicherheit, Heizleistung und Brennmaterial. Falls Sie Ihr Holzhaus mit einem Ofen betreiben möchten und einen weitreichenden Keller haben bzw. planen, empfehlen die meisten Experten für den Holzhausbau eine Pelletofen. Durch die Verarbeitung von Holz durch Pressung haben Sie nicht nur einen langbrennenden Heizstoff mit einem hohen Heizwert, sondern auch die Sicherheit bei der Lagerung, da die Pellets in einem extra dafür eingebauten Raum lagern. Somit ist rund um Ihren Ofen keine Gefahrengutlagerstätte notwendig. Ein Pelletofen im Keller bzw. auch ein Pelletkessel wirkt zwar vor Ort modern, ist aber eher weniger ein Augenschmaus. Gerade bei Holzhäusern ist es aber doch das Ziel, mit einem eingebauten Kamin bzw. Kaminöfen einen Hauch von "Aspen" oder skandinavischem Winterflair in die Wohnstube zu bringen. Bei der Auswahl Ihres Kaminofens für Ihr Holzhaus sollten Sie vor allem auf die Heizleistung des Gerätes achten, damit dieser in ausbalancierter Relation zur Größe der zu beheizenden Fläche steht. Vergleichen Sie hierzu die Heizleistung und das Raumheizvermögen, um eine eventuelle Überdimensionierung zu vermeiden. Prinzipiell spricht man bei modernen Holzhäusern eher von einer Temperierung des Raumes statt vom Heizen, da diese Häuser hervorragend gedämmt sind und über das Jahr verteilt kaum größere Mengen an Heizenergie bedürfen. Achten Sie also bei der Auswahl des Kaminofens genau auf die Heizleistung. Dies ist bei Holzhäusern vor allem sehr wichtig, da zu viel Wärme das Wasser aus den umliegenden Wänden ziehen kann und somit das Baumaterial verziehen und durch die vermehrte Austrocknung anfälliger gegenüber Feuereinwirkung machen kann. Wichtig ist auch, dass Sie bei der Dimensionierung nur vom Aufstellort ausgehen. In aller Regel muss aber für den gleichen Wärmeertrag in einem Holzhaus ca. 2 Grad niedriger geheizt werden als in herkömmlichen Häusern.

Unter Beachtung von verschiedenen Brandschutzbestimmungen und den beratenden Worten Ihres lokalen Schornsteinfegers lässt sich schließlich ein Kaminofen effizient und sicher in ein Holzhaus einfügen. Auch gibt es bei der Auswahl des Brennmaterials keine zusätzlichen Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung im Holzhaus.

Relation von Kaminofen und Holzhaus

Der Kaminofen ist ausgewählt und auch brandrechtlich ist der Einbau eines Kaminofens gesichert? Dann kann das Aufstellen beginnen! Natürlich ist auch bei der richtigen Installation Ihres Gerätes in den dafür vorgesehenen Raum die Sicherheit das oberste Gut! Hierbei ist ausreichend Platz zwar die wichtigste, aber auch nicht die einfachste Antwort. Um einen Kaminofen in einem Holzhaus sicher aufzustellen, sollten Sie demnach folgende Dinge beachten: 

Man kann es nicht öfter erwähnen, aber die Inbetriebnahme eines Kaminofens obliegt ganz allein der Zusage des Bauamtes und des örtlichen Schornsteinfegers. Deshalb sollten Sie - egal ob im Holzhaus oder anderen Hausvarianten - sich unbedingt an die vorgeschriebenen Verordnungen für Kaminöfen halten. Vor allem bei Holzhäusern ist dies umso bedeutender. Wie öfter bereits formuliert, ist ausreichend Sicherheitsabstand eine dringende Notwendigkeit. Hierbei sollten Sie zunächst auf die Maßgaben des Herstellers Acht geben, in der Regel soll der Mindestabstand zu brennbaren Bauteilen oder Mauern bis zu 40 cm betragen. Aber denken Sie immer daran, dass der Abstand je nach Produkt und Aufstellraum variiert. Gegebenenfalls können Sie zum Schutz auch eine Brandschutzmauer rund um den Kaminofen bauen oder Sie verkleiden die Mauern mit nichtbrennbaren Materialien.

 
Gemütlicher Innenraum eines Blockhauses mit Couches, Schaukelstuhl, Lampe und Kaminofen

Auch ist es bezüglich des Strahlungsbereichs der Scheibe ratsam, dass brennbare Mobiliare wenigstens 80 cm entfernt vom Kaminofen aufgestellt werden. In einem Holzhaus sollten Sie grundsätzlich immer einen weitreichenden Sicherheitsabstand einplanen! In Bezug auf die sichere Platzierung ist es ebenfalls wichtig, dass Sie die eventuell umliegenden Wände und den Fußboden mit feuerresistenten Materialen auskleiden. Auch sollte gegenüber dem Fußboden für ausreichend Sicherheit gesorgt sein. Hierbei müssen die bei vielen Holzhäusern üblichen Holzdielen mit einem nicht brennbaren Ofenuntersetzter vor der Hitzeeinwirkung und etwaigen Funkenflug geschützt werden. Laut Schornsteinfeger sollte je nach Bauart des Ofens dieser mindestens 50 cm nach vorn und 30 cm an den Seiten mit einer feuerfesten Platte abgeschirmt werden. Die richtige Bodenplatte als Funkenschutz erhalten Sie sowohl in verschiedenen Formen sowie Größen und auch in den Materialen Stahl oder Glas in unserem Sortiment. Des Weiteren machen sich auch alte Steinplatten in der richtigen Größe perfekt als Ofenuntersetzer.

Schornstein richtig anschließen

Auch bei der Frage des richtigen Anschlusses sollten Sie sich an Ihren örtlichen Schornsteinfeger wenden, der je nach Beschaffenheit Ihres Holzhauses die richtige Lösung für Ihren Abzug parat hat. Wie in allen Bereichen ist beim Einbau des Rauchabzugs darauf achten, dass Sie genügend Abstand zu brennbaren Material einhalten. Doch wie kann das sicher realisiert werden, wenn die Wände aus Holz bestehen und ich den Kaminofen an einen Schornstein anschließen möchte? Ganz einfach: Zunächst muss zwischen Ofenrohr und der Holzwand minimal ein Abstand von 40 cm bei einfachen bzw. 20 cm bei isolierten bzw. doppelwandigen Ofenrohren eingehalten werden. Der übrige leere Raumabstand muss dann mit einem luftdurchlässigen oder mit einem nicht brennbaren Stoff aus abgedichtet werden. Das verwendete Material sollte auch eine geringe Wärmeleitfähigkeit und eine hohe Temperaturbeständigkeit aufweisen. Neben der herkömmlichen Methode gibt es auch die Möglichkeit sogenannte Wand- bzw. Deckendurchführungen einzubauen, die das Ofenrohr vom Holz abschirmen. Die meist aus Glasfaserdämmstoff hergestellten Durchführungen können dabei direkt auf dem Holz aufliegen. 

 
Schatten eines Schornsteinfegers vor weißem Holzhaus, im Hintergrund Himmel, Klippe und Meer

Neben dem richtigen Anschluss an den Schornstein haben Sie auch je nach Modell Ihres Kaminofens die Möglichkeit, diesen an einen Pufferspeicher im Haus anzuschließen. Wie Sie bereits bemerkt haben sollten, können Sie im Prinzip nahezu alles Heizungs- und Wärmeleitsystem in Holzhäusern einbauen, welchen auch in konventionellen Häusern zu Anwendung kommen.

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