Für einen schnellen Überblick
Häufig genutzte Rohstoffe
Zum Heizen verwendbarer Rohstoffe lassen sich grundsätzlich in drei Klassen unterscheiden: fest, gasförmig und flüssig. Erdgas ist der klassische gasförmige Energieträger zur Wärmegewinnung. Öl ist der typische flüssige Rohstoff. Erdgas und Heizöl sind dabei fossile Brennstoffe, da diese nicht nachhaltig sind. Ihre Verbrennung ist zudem mit hohen CO2-Emissionen verbunden, weshalb sie zusätzlich umweltschädlich sind. Ähnliches gilt für Kohle. Immer mehr in den Fokus rücken wieder Festbrennstoffe aus nachwachsenden Materialien wie Holz, mit denen nicht nur Kaminöfen, sondern auch ganze Heizanlagen versorgt werden können. Hier wird unterschieden in Scheitholz, Hackschnitzel, Holzpellets und Holzbriketts.
Einfluss auf die Preise
Verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Preise der für die Wärmegewinnung geeigneten Rohstoffe. Folgende sind nur ein paar der Gründe:
Verfügbarkeit
Gerade fossile Heizmaterialien wie Heizöl haben nur ein begrenztes Vorkommen. Je geringer das Aufkommen der fossilen Energieträger ist, desto höher klettern die Verkaufspreise.
Spekulationen
Bestimmte Energieträger werden von Spekulanten an der Börsen gehandelt und sind deshalb starken Schwankungen unterworfen. Dies gilt besonders für den Gas- und Heizölpreis.
Politische Entwicklungen
Die Entscheidung, CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, wirkt sich in Form von höheren Preisen bei fossilen Brennstoffe aus. Aber auch politische Unruhen und Wirtschaftsembargos anderer Länder haben auf den Erdgas- und Heizölpreis Auswirkungen.
Marktentwicklung
Oftmals werden die Preise von der Nachfrage bestimmt. Deshalb sind in den kalten Monaten, wenn die Käufe ansteigen auch Preissteigerungen erkennbar.
Preisvergleich der Brennstoffe

Heizöl- und Preisentwicklung
Die aktuelle Grafik des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) zeigt eindrucksvoll, wie sich die Preise von Dezember 2023 bis Juni 2025 entwickelt haben – und welche Energieträger besonders kosteneffizient sind. Während die Preise für Heizöl und Gas im Untersuchungszeitraum teils deutlich schwankten, blieben die Kosten für Hackschnitzel weitgehend stabil und auf deutlich niedrigerem Niveau.
Im Juni 2025 liegt der durchschnittliche Gaspreis bei 9,45 Cent pro Kilowattstunde – und ist damit der teuerste der betrachteten Energieträger. Auch Heizöl bleibt mit 7,92 Cent/kWh auf einem hohen Niveau. Im Gegensatz dazu schneiden Hackschnitzel deutlich günstiger ab: Für Qualität A1 liegt der Preis bei 4,96 ct/kWh, für A2 bei 3,69 ct/kWh. Am wirtschaftlichsten sind Hackschnitzel der Klasse B mit nur 2,11 ct/kWh.

Erdgas
Die Gaspreise stiegen 2022 auf Rekordhöhen, bedingt durch geopolitische Spannungen und reduzierte Lieferungen aus Russland. Dank milder Winter, guter Gasspeicherfüllstände und diversifizierter Lieferquellen sanken die Preise 2023 und 2024. Seit April 2024 beträgt die Mehrwertsteuer auf Gas wieder 19 %, was zu einem Anstieg der Preise führte.
Braunkohlebriketts
Die Kohlebriketts wurden im Zeitraum von 2015 bis 2018 immer teurer. Der pro Tonne angegebene Preis legte in diesem Zeitraum um 50 % zu. Er stieg von 44 auf knapp 70 Euro. Anschließend sackte er allerdings innerhalb von Monaten um diesen Betrag wieder ab. Seit Anfang 2019 kann jedoch wieder ein konstanter Preisanstieg verzeichnet werden.

Pelletpreise

Die Holzpellet-Preise sind im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen weniger starke Preisschwankungen ausgesetzt. Preisschwankungen gibt es hauptsächlich marktbedingt von Monat zu Monat: zu Herbstanfang gehen Pelletpreise beispielsweise nach oben, da die Käufe ansteigen. Im Jahr 2017 kostete ein Kilogramm Pellets im Jahresdurchschnitt 24 Cent bzw. 4,7 ct/kWh. Der Pelletpreis von 2019 liegt momentan bei 24,72 ct/kg also 4,94 ct/kWh. Es ist demnach bei Holzpellets eine Preisentwicklung zu erkennen, die kaum zu Buche schlägt.
Holzhackschnitzel
Noch günstiger ist der Einkauf von Holzhackschnitzeln. Hier knackte der Preis pro Kilowattstunde nur Anfang 2019 die 3 Cent-Grenze. Trockene Hackschnitzel kosten demnach nur knapp 13 ct/kg.
Holzbriketts
Holzbriketts sind hauptsächlich in zwei verschiedenen Formen erhältlich, die sich auch preislich unterscheiden: zylinderförmig mit Loch und rechteckig ohne Loch. Die Holzbrikett-Zylinder bewegten sich in den Jahren 2017/18 in einem Rahmen von 27 - 32 ct/kg und liegen 2019 im Mittelwert bei 30 Cent. Die einfacheren Quader bewegten sich in den letzten 2 Jahren zwischen 24 und 30 Cent und hatten bis August einen Durchschnittspreis von 26 Cent.

Heißer Tipp
Kaufen Sie Heizmaterialien aus Holz im Sommer ein, da sie zu diesem Zeitpunkt besonders günstig sind.
Preisrückgang von Pellets seit Oktober 2022
Hohe Energiepreise und die Sorge um die Gasversorgung im Winter im letzten Jahr zu einer Rekordnachfrage nach Pelletheizungen und Kaminöfen geführt. Das ungewöhnlich hohe Interesse hatte stark steigende Preise zur Folge. Hinzu kamen gestiegene Rohstoffpreise und hohe Energiekosten in Produktion und Logistik. Seit Oktober 2022 ging der Preis für Pellets wieder zurück: um 42,3 Prozent von 763 Euro pro Tonne auf aktuell 360 Euro pro Tonne. Der Engpass aufgrund kriegsbedingter Lieferausfälle und plötzlicher hoher Nachfrage ist überwunden. In Deutschland gibt es wieder genug Pellet-Reserven. Zusätzlich wirken sich jahreszeitlich bedingte Schwankungen aus,
Gestiegene Preise: Lohnt sich der Kauf einer Pelletheizung noch?
Bei der Preisentwicklung von Pellets und der Diskussion um Heizmaterialien aus Holz stellt sich die Frage, ob sich die hohen Kosten für eine solche Heizungsanlage noch lohnen. Fakt ist, dass mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Neueinbau von Gas- und Ölheizungen und damit fossile Brennstoffe verboten werden sollen. Dagegen hat der Brennstoff Holz in Form von Pellets und Scheitholz auch weiterhin eine große Bedeutung. Neben Wärmepumpen und Solarthermie sind deshalb Pelletanlagen eine Alternative zu fossilen Heizungen und im Falle eines Heizungstausches durchaus lukrativ. Denn obwohl auch die Kosten für Pellets gestiegen sind, gehören sie zu den günstigsten Energieträgern. Sie bleiben bei den Heizkosten deutlich unter denen von Öl- und Gasheizungen. Zudem können Fördergelder vom Staat beantragt werden.
Prognose und Ausblick
Es ist davon auszugehen, dass die Preise in den nächsten Monaten weiter fallen werden. Wer in diesem Jahr beim Kauf von Pellets Geld sparen möchte, sollte die Preisentwicklung im Auge behalten. Machen Sie den Pelletkauf aber nicht nur vom Preis abhängig. Genau wie beim Heizöl gilt: haben Sie nur noch wenige Pellets auf Vorrat, stocken Sie jetzt Ihr Lager auf.
Häufig gestellte Fragen:
Zu den derzeit wirtschaftlichsten Brennstoffen zählen Holzhackschnitzel und Holzpellets. Besonders Hackschnitzel der Klasse B bieten mit rund 2,11 Cent pro Kilowattstunde ein sehr günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch Pellets sind trotz Preisschwankungen nach wie vor eine kostengünstige Alternative zu Gas und Heizöl, deren Preise auf höherem Niveau bleiben.
Seit dem Preishoch im Oktober 2022 sind die Pelletpreise deutlich gesunken – von etwa 763 Euro auf rund 360 Euro pro Tonne. Der Rückgang ist vor allem auf eine Normalisierung der Marktsituation, gestiegene Verfügbarkeit und saisonale Effekte zurückzuführen. Trotz gestiegener Produktionskosten gelten Pellets weiterhin als vergleichsweise preisstabil.
Langfristig kann sich der Kauf einer Pelletheizung durchaus lohnen. Neben den vergleichsweise niedrigen Brennstoffkosten sprechen auch gesetzliche Regelungen für die Holzheizung: Der Einsatz fossiler Heizsysteme wird zunehmend eingeschränkt. Zudem sind staatliche Förderprogramme verfügbar, die die Anfangsinvestition abfedern können. Eine regelmäßige Marktbeobachtung unterstützt zusätzlich bei der optimalen Brennstoffbeschaffung.





