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Baum fällen: eine Anleitung zum selber machen

Was früher ein notwendiges Übel war, wird heute zunehmend zum Hobby und bietet enormes Sparpotenzial bei den Brennstoffkosten: wir reden vom Holz machen. Sie verfügen über das erforderliche Wissen, die richtigen Werkzeuge und trauen sich das Fällen zu? In unserer Schritt-für-Schritt Anleitung erklären wir Ihnen eine sichere Fälltechnik und geben Tipps zum Umgang mit Gefahren.
Baum fällen: eine Anleitung zum selber machen

 

Wann braucht man einen Motorsägen-Schein?

Zwar benötigen Sie nicht immer eine Genehmigung, fällen Sie jedoch Bäume außerhalb Ihres Privatgrundstücks, ist ein Kettensägenschein Pflicht. Das hat vor allem Versicherungsgründe. Passiert ein Unfall und es liegt keine Genehmigung zum Führen einer Kettensäge vor, haftet der Besitzer des Waldes oder privaten Grundstücks. Auch wenn Sie nur auf 

Ihrem Grund und Boden Brennholz sägen, arbeiten Sie mit Fachwissen viel sicherer. Wer den richtigen Umgang mit der Technik beherrscht, kann beim Fällen und Entasten die Gefahr so niedrig wie möglich halten. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten Sie den Motorsägen-Schein, der oft auch Kettensägen-Führerschein genannt wird.

Absperrband über Waldweg, darunter das Schild "Holzfällung Durchgang verboten"
 

Planung ist wichtig

Noch bevor Sie mit dem eigentlichen Fällen beginnen, stehen wichtige Arbeiten an. Planen Sie Schutzkleidung, Ausrüstung und alle erforderlichen Maschinen ein. Das dient Ihrer eigenen Sicherheit und erleichtert alle anstehenden Arbeitsschritte.

Vor Ort schauen Sie zunächst, ob sich im Fällbereich größere Hindernisse wie Stromleitungen, Straßen oder Gebäude befinden. Stellen Sie Warnschilder auf und sperren den Bereich am besten deutlich ab. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, wie Sie den Baum am besten aus dem Wald rücken beziehungsweise abtransportieren.

Windverhältnisse genau beobachten

Bewegen sich stärkere Äste im Wind, ist äußerste Vorsicht geboten. Am Besten stellen Sie in einem solchen Fall die Arbeit ein, da bei zu starkem Wind der Baum nicht kontrolliert fallen kann.

1. Fallrichtung wählen

Bevor es ans Fällen geht, bestimmen Sie die Fallrichtung und damit auch Ihren Fluchtweg. Schauen Sie sich den Baum genau an. Ist er geneigt? Wie sehen die Äste aus? Weht Wind und wenn ja, woher? Wählen Sie die Richtung, in welche der Baum auch auf natürliche Weise fallen würde.

 
Waldarbeiter betrachtet Baum in hellem Kiefernwald mit grünem Waldboden
 
 
 
 
 
Haufen mit alten Fichtenzweigen in grünem Wald
 

2. Baum vorbereiten

Schneiden Sie den Arbeitsbereich um den Baum herum frei und säubern Sie diesen vom Schnittgut. Ihr Fluchtweg, die sogenannte Rückweiche, sollte einen Bereich von circa 45° hinter dem Baum in beide Richtungen umfassen. Achten Sie darauf, dass der Gefahrenbereich mindestens die 1,5 fache Baumlänge beträgt und damit relativ groß ist.

Ist die unmittelbare Umgebung vorbereitet, beginnen Sie mit dem Entasten des zu fällenden Baumes. Entfernen Sie dazu alle Äste, die beim Arbeiten im Weg sind.

3. Fällschnitte setzen

 
Waldabeiter setzt Kerbschnitt an Fichte im Wald

Der Kerbschnitt

Damit der Stamm nicht in die falsche Richtung fällt, wird auf der Fallseite des Baumes ein Kerbschnitt gesetzt. Dieser so genannte Fällkerb besteht aus dem Sohlen- und dem Dachschnitt.

Nehmen Sie zunächst den Sohlenschnitt vor. Dieser sollte waagerecht sein und maximal ein Drittel in den Stamm hineinreichen. Setzen Sie anschließend den schrägen Dachschnitt in einem Winkel von circa 45°. Beide Schnitte sollten genau aufeinandertreffen und keiner über den anderen hinausgehen. Idealerweise bildet der Fällkerb einen Keil, der leicht aus dem Stamm entnommen werden kann.

 
 
Waldabeiter setzt Fällschnitt an Robinie. Im Hintergrund Schnee auf kahlem Waldboden 

Der Fällschnitt

Der Fällschnitt wird gegenüber dem Kerbschnitt ausgeführt. Setzen Sie dafür die Kettensäge circa fünf Zentimeter oberhalb der Kerbschnitt-Sohle an, sodass eine kleine Bruchstufe entsteht. Achten Sie darauf, zwischen Fäll- und Kerbschnitt etwa 1/10 des Stammdurchmessers stehen zu lassen.

Schlagen Sie nach dem ersten Sägen einen Fällkeil in den Schnitt, um diesen offen zu halten und den Baum schon leicht in die gewünschte Fallrichtung zu drücken. Zusätzlich verhindert der Keil, dass die Kettensäge durch das Gewicht des Baumes eingeklemmt wird. 

 

Lässt sich die Fallrichtung eines Baumes beeinflussen?

Um sicherzugehen, dass der Baum auch wirklich in die festgelegte Richtung fällt, befestigen Sie vor den Fällschnitten ein langes Seil möglichst hoch am Stamm. Beginnt der Baum zu kippen, können Helfer durch das Ziehen am Seil dessen Fallrichtung leicht beeinflussen.

 

4. Achtung: Baum fällt!

Beginnt der Baum sich nach dem letzten Schnitt zu neigen, warnen Sie mit einem lauten "Baum fällt" die anderen Personen im Umkreis. Entfernen Sie sich mit der Säge sofort vom Baum in die vorher festgelegte Rückweiche. Wichtig: Dieser Schutzbereich sollte komplett frei von Ästen und anderen Stolperfallen sein. So können Sie sich schnell aus der Gefahrenzone zurückziehen, ohne den Baum aus den Augen zu lassen.

Warten Sie nach dem Fällen noch einen Moment, bis die umliegenden Baumkronen ausgeschwungen sind. Beobachten Sie genau, denn der gefällte Baum beschädigt oft auch umliegende Bäume, bei denen Äste abbrechen und erst später zu Boden fallen.

 
Gefällte Eiche auf laubbedecktem Waldboden. Auf Baumstumpf liegt eine rote Kettensäge
 
 
 
 
 
Fichtenwald mit toter Fichte, die schräg in der Luft hängt aber nicht ganz umgefallen ist
 

5. Wenn der Baum nicht fällt

Was macht man, wenn der Baum hängen bleibt? Fällt der Baum nicht um, darf an diesem nicht weitergearbeitet werden. Vorsichtshalber wird ein solcher Baumstamm nur noch mit Hilfe professioneller Technik, wie einer Seilwinde, zu Fall gebracht. Bis dahin muss der gesamte Fallbereich um den Stamm herum mit rot-weißem Absperrband gekennzeichnet werden. Hier besteht Lebensgefahr!

Anstehende Arbeiten nach dem Fällen

Liegt der Stamm am Boden, bereiten Sie das frisch geschlagene Holz für den Abtransport vor. Befreien Sie dazu den Stamm zunächst von sämtlichen Ästen. Das Entasten selbst ist sehr zeitintensiv und meist der Arbeitsschritt mit dem größten Aufwand.

Arbeiten Sie sich bei großen Bäumen von unten nach oben vor. Bei kleinen Stämmen können Sie auch mit dem Entasten der Baumkrone beginnen. Nutzen Sie je nach Astdicke die Kettensäge oder das Beil. Idealerweise liegt der Stamm beim Zersägen nicht direkt auf dem Boden, sondern ist leicht erhöht gelagert.

 
Motorsäge, von zwei Händen gehalten, sägt in Birkenstamm der über anderen Birkenstamm gelagert ist

Entasten nicht unterschätzen

Das Entasten ist fast so gefährlich wie das Fällen selbst, denn Spannungen an den Ästen können gefährliche Rückschlag-Bewegungen erzeugen. Um solche Spannungen kontrolliert zu beseitigen, werden sogenannte Entlastungsschnitte aus Richtung der Druckseite gesetzt.

Exkurs

Welche Schutzkleidung braucht man?

Das Arbeiten mit einer Motorsäge ist alles andere als ungefährlich. Die passende Schutzausrüstung, besteht beim Sägen immer aus Schnittschutz-Sicherheitskleidung.

Dazu gehören im besten Fall:

  • Schnittschutzhose & -jacke
  • Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz
  • Schnittschutz-Handschuhe
  • Schutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz
 

Wann dürfen Bäume gefällt werden?

Zwischen dem 1. März und 30. September ist das Fällen von Bäumen aus Naturschutzgründen verboten.

Der beste Zeitraum für Baumfällungen liegt zwischen November und Februar. In dieser Zeit führen Bäume wenig Wasser. Das Holz des gefällten Baumes lässt sich leichter spalten, trocknet schneller und kann daher auch früher als Brennholz verwendet werden.

 
 
 
 
 
Waldabeiter sägt in bemoosten Eichenast in Wald
 
 
Motorsäge schneidet in Ahornstamm der knapp über Waldboden in der Luft hängt
 
 
 
Motorsäge liegt auf Baumstumpf. Im Vordergrund weitere Baumstümpfe. Im Hintergrund verschneiter Waldboden 
 

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